Weiter nach N-NO: ‚Karratha‘

11.10.2010
Gemeinsam mit dem Shop-Besitzer ist es uns nach viel Mühen gelungen, das Telefon zum Laufen zu bringen! Aber leider ist auch damit der Empfang ein paar Kilometer nach Coral Bay wieder zu Ende! Ich hatte Philippa, meiner CS-Gastgeberin von heute, die neue Telefon-Nummer geschrieben – jetzt kann sie mich aber doch nicht erreichen! Aber ich komme ja noch an einigen Roadhouses und Ortschaften vorbei, vielleicht geht es dort…
Die Fahrt geht erst Richtung Exmouth – ich biege dann aber vorher ab wieder Richtung ‚North-East Hyway‘! Und es ist wieder mehr als abwechslungsreich! Eigentlich fährt man kilometerweit nur durch ‚Nichts’, aber das ‚Nichts’ hat Konturen! Mal sind es ausgetrocknete große River , über die z.T. richtig lange Brücken führen (manchmal führen sie auch noch Reste von Wasser). Mal sind es sog. Creeks, die die Straße einfach so queren – wie im Oman die Wadis. Aber man kann auch an den trockenen Flächen gut erkennen, warum die Schilder mit Flutwarnungen immer wieder an den Straßenrändern stehen! Mir wurde von Einheimischen gesagt, dass während der Regenzeit solche Strömungen herrschen sollen, dass selbst Road Trains manchmal von der Straße gespült werden…
Im ‚Nichts’ gibt es zuweilen auch Grasbüschel, die wie riesige Mooskissen aussehen oder es kommt unvermittelt mitten im Nichts eine Farm oder eine Mine in Sicht! Oft sind nur riesige trockene Viehweiden zu sehen, manchmal auch ‚Berge’. Die sind nicht sehr hoch – der Mt. Murray z.B. ist nur 255 m (in München wäre das nur ein ‚Loch’ :-)). Aber sozusagen in Meereshöhe ist es doch ein ‚Berg’ oder zumindest ein ziemlich großer Fels!
Und es gibt selbst hier in dieser vordergründig so unwirtlichen Gegend nochmal andere Blumen – es ist nicht zu glauben!
Überall längs des Wegs sehe ich immer wieder die Spuren von vielen kleinen ‚bush fires‘! Vermehrte Wolken am Himmel künden jedoch von der bald beginnenden ‚wet season‘! Je weiter ich in den Nachmittag hineingleite, je mehr ‚Sandhosen‘ sind überall rund um mich zu sehen! und plötzlich befinde ich mich auf einer Flugzeug-Landebahn: Ein Teilstück der Straße ist zum Starten und Landen für die ‚Flying Doctors‘ reserviert!

Kurz vor Karratha bekommt mein Telefon plötzlich Verbindung und eine Nachricht von Philippa wird angezeigt – sie bittet um meinen Anruf! Aber leider ist besetzt, als ich versuche, sie zu erreichen!
Da ich gerade auf eine Tankstelle zufahre, nutze ich die Gelegenheit! Hier kostet der Liter Kraftstoff ‚nur’ 1,47A$, in Coral Bay und ab einem Roadhouse unterwegs haben sie 1,57A$ verlangt! Ich habe deshalb immer nur für 20A$ getankt. Hier tanke ich jetzt wieder voll und der freundliche Tankwart fragt nach evtl. Discounts von ‚Coles’! Jaaaa – ich habe einige Kassenzettel aufgehoben!!! Für einen davon bekomme ich jetzt immerhin einen Nachlass von 3 Cent/l! Das ist eine tolle Einrichtung der großen Supermärkte hier – für Einkäufe ab 20 A$ bekommt man einen Gutschein, daß man in den eigenen oder kooperativen Tankstellen diesen Nachlass bekommt!
Ich erreiche Philippa kurz bevor ich in Karratha bin – sie fährt gerade ins Gym. Wir vereinbaren, dass ich im McDonalds von Karratha auf sie warte – ich kann dort das WiFi nutzen und sie kann ihren Plan einhalten!
Nach einer knappen halben Stunde schon ruft sie an und holt mich kurz danach ab! Eine wirklich nette junge Frau nimmt mich mit zu sich in ihr gemütliches Zuhause! Wir unterhalten uns noch ein wenig, dann kommt ihr Freund, der meine Besuchermatratze aufblasen muß!
Pip ist Kunst-Lehrerin an einer Schule in Roerbanks, der Nachbar-Gemeinde. Sie kommt eigentlich aus Neuseeland, aber hier wird besser bezahlt! Leider ist hier aber auch alles um einiges teurer – die Nähe zu den Minen macht sich bemerkbar! Die Minenarbeiter gehören zu den Großverdienern hier in Australien und das schlägt sich in allen Preisen nieder. Gott sei Dank kann sie hier in einem relativ günstigen staatlichen Apartment wohnen, ansonsten sind die Mieten hier ‚in the middle of nowhere’ astronomisch hoch!
Ich muß morgen im örtlichen Supermarkt wieder ein wenig meine Vorräte auffrischen – bin mal gespannt, ob mich der Schlag treffen wird!

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