Schnorcheln und böse Folgen…

8.9.2010
Es gab ordentlich Mücken letzte Nacht! Trotzdem ich vor dem Schlafengehen noch auf Mückenjagd gegangen bin und 2x meinen Autan-Schutz aufgefrischt habe, sind natürlich einige Stiche ‚angekommen’! Aber es ist auch kein Wunder – weder Türen noch Fenster schließen hier dicht. Man kann wahrscheinlich gar nicht soviel vernichten, wie dann wieder nachkommen…
Nach meinem Frühstück – Bananenpfannkuchen und Tee – werde ich schon zum Schnorcheln abgeholt! Es geht mit einem winzigen Einbaum mit zwei Auslegern (‚Monalisa’!) raus zum Korallenriff . Mit dabei sind noch zwei junge Frauen aus Deutschland – mehr wäre allerdings auch nicht möglich, das Boot ist wirklich klein! Vor allem auch hoch, mal sehen, wie ich da nach dem Schnorcheln wieder rein kommen werde…

Das Wasser ist super – warm und klar und es gibt auch einiges an Fischen zu sehen! Auch große blaue Seesterne liegen überall auf dem Grund des Riffs, das aus den unterschiedlichsten Korallenformationen gebildet wird! Unser Skipper schnippt hin und wieder ein paar Brotbrösel ins Wasser und sofort sind wir von großen Schwärmen Fischen umgeben. Die beiden Frauen haben eine einfache Unterwasser-Camera dabei und machen auch ein Foto von mir. Mal sehen, ob das was geworden ist, sie wollen mir einen digitalen Abzug per Mail schicken!
Leider „vernichte“ ich wieder einmal meinen eigenen Fotoapparat – ich wollte ihn mit einem der festen, eigentlich wasserdichten Gefrierbeutel benutzen! Irgendwie ist bei dem aber eine der Schweißnähte in einem winzigen Bereich aufgegangen. So schnell konnte ich gar nicht schauen, wie die ersten Wassertropfen nicht nur im Beutel sondern auch in der Camera waren!!! Die SD Card ist unbeschädigt, die Bilder bis zu diesem Unglück also alle erhalten! Unser Skipper hat mir sofort ganz rührend die Camera abgenommen und Karte und Batterien entfernt, sie mit meinem Microfaser-Handtuch abgetrocknet und in die Sonne gelegt. Ich habe noch zwei Beutelchen Silikat im Hotel, die werde ich dann gleich in und um die Camera packen! Es ist wirklich zu ärgerlich – ich und meine Cameras in Verbindung mit Meer…

Zurück zum Strand ging es auf den Auslegern sitzend – ein Riesenspaß! Das ‚Einsteigen’ ins Boot war mir nämlich doch zu anstrengend!
Die Camera liegt nun vor meinem Bungalow in der Sonne, ich war unter der Dusche und jetzt kommen auch schon meine beiden Begleiter! Der Nachmittag soll noch für Ausflüge genutzt werden!
Aber erst fahren wir in das Restaurant „Deutsches Eck“ – gehört einem Deutschen aus Lager-Lechfeld bei Augsburg und seiner balinesischen Frau! Das Essen war sehr lecker, nur der Soundtrack’ hat ein wenig gestört – deutsche Schlager aus den 60ern… Der Abschied fiel uns also nicht schwer – Komang wollte sich mit ihrer Schwester treffen, Adi fährt mit mir in die Berge! Der buddhistische Tempel „Brahmavihara Arama“ ist unser Ziel! Erst ein Stück auf der dicht befahrenen Küstenstraße, dann deutlich langsamer auf einer kleinen Nebenstraße! Steil bergauf umfahren oder mehr ‚umschleichen’ wir die zahllosen tiefen Schlaglöcher! Das Umfeld wird aber immer reizvoller – ganz ländlich! Der Geruch von Nelken hängt überall schwer in der Luft! Hier fängt das Gebiet an, wo sie angebaut werden – zusammen mit Kaffee (Arabica!). Vor den Häusern sind überall große Planen zum Trocknen der Nelken ausgebreitet. Daneben stehen Frauen und teilweise Kinder mit großen geflochtenen Korbsieben und trennen die Nelken von den sie noch umgebenden trockenen Blütenblättern. Und überall hängen schwer dichte Ranken von reich blühenden Bougainvilleas über die Mauern – ein wahrer Farbenrausch! Zu schade, dass ich das nicht fotografieren kann!
Der Tempel mit Ashram liegt auf der Spitze eines Hügels mit Blick über weite grüne ‚Wälder’ bis aufs Meer. Haben sich ein schönes Plätzchen ausgesucht, die Mönche! Durchzogen von vielen Treppenaufgängen, die mit wunderbaren Steinskulpturen geschmückt sind, windet sich Haus um Haus die Hügelspitze hinauf! Es wird hier auch so etwas ähnliches wie ‚Urlaub im Kloster’ angeboten – 10 Tage, um bei Meditation zu sich selbst zu finden! Überall sind daher Mönche und auch Gäste zu sehen, die tief in Meditation versunken herumgehen oder –sitzen. Auch hier ist die Blumenpracht unbeschreiblich – zahllose Frangipani-Bäume mit dichten gelben, weißen oder roten Blüten überall. Dazwischen immer wieder Bäume mit riesengroßen lilienartigen tief orangefarbenen Blüten und die blau blühenden Jacarandas. Es ist einfach schön, nur auf einer der Steinbänke zu sitzen und in die Gegend zu schauen – besonders verlockend, weil hier oben ein erfrischendes Lüftchen weht!
Wir müssen uns jedoch bald wieder von diesem weltabgeschiedenen Ort trennen, weil wir um 3h mit Komang bei den ‚Holy Hot Springs’ in Banjar verabredet sind!
Ein Stück des Weges wieder zurück durch ein paar der Dörfer, die wir beim Herfahren schon durchquert hatten und dann hinein in ein sattgrünes Tal! Man hat den Eindruck, dass man mit dem Motorrad durch einen botanischen Garten fährt! Alle die Bäume, Büsche, Pflanzen und Blumen, die man sonst nur dort sind, haben sich hier reichlich versammelt! Riesengroße Farne, unzählige verschiedene Sorten Palmen, Kaffee- und Nelkenbäume, Schlingpflanzen mit riesigen mehrfarbigen Blüten, Orchideen – die sich überall schmarotzend in den Astgabeln ihrer Wirtsbäume angesiedelt haben und verschwenderisch blühen usw. usw. Am Ende dieses Naturwunders stehen dann dicht gedrängt jede Menge Hütten mit einem schreiend bunten Angebot von Souvenirs – dahinter ist die Einfahrt zu den ‚Hot Springs’. Erfreulicherweise müssen Autos und Busse schon vor den Hütten geparkt werden, nur die Mopeds und Motorräder dürfen auf einen Parkplatz dahinter. Über eine schmale Fußgängerbrücke geht es dann in das „Schwefelparadies“. Es ist überraschend wenig Schwefelgeruch in der Luft – man sieht jedoch an den gelblichen Ablagerungen im Bachbett wie auch in den Wasserbecken bzw. an den drachenförmigen Wasserspeiern in den Wänden, dass das Wasser nicht nur warm (ca. 36°), sondern auch stark mineralhaltig ist!
Komang sitzt schon vor einem der Massagestrahler und wir ziehen uns fix um und machen es ihr nach! Es ist eine Wohltat nach dem langen Sitzen auf den Sozius sich den Rücken hier ‚massieren’ lassen zu können! Überall um uns herum ist geschäftiges Treiben der Einheimischen – heute abend steht eine ‚Ceremony’ für die Quellen an und da ist natürlich noch allerhand zu schmücken und vorzubereiten! Schade, dass das erst um 19h anfangen soll – im Dunkeln können wir die Straße, auf der wir gekommen sind, auf keinen Fall zurück fahren! Unser tägliches ‚Pisam Goreng Ritual’ machen wir heute im angeschlossenen Restaurant – ist natürlich überhaupt nicht mit Komangs zu vergleichen!
Es fängt leicht an zu regnen und wir machen uns auf den Rückweg ins Hotel. Die beiden haben im Städtechen noch eine Verabredung mit dem Schreiner. So kann ich in Ruhe duschen und ein wenig in meinem Hongkong-Reiseführer lesen. Ein reichliches Take-away-Nasi Goreng ist unser Abendessen auf der Terrasse. Der Regen hat sich verzogen und über uns breitet sich ein klarer Sternenhimmel aus. Irgendwo in der Ferne findet offenbar ebenfalls eine Zeremonie statt – leises Trommeln und das Schlagen von Gongs, dazwischen immer wieder mal Gesänge sind wie eine ‚kleine Nachtmusik’!

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