Heut geht es in die Oper!

17.11.2010
Beim Aufwachen überfällt mich fast so etwas wie Verzweiflung – es regnet wieder! Aber das kann mir heute gerade egal sein, ich werde ja erstmal ‚innen‘ verbringen!
Als ich zur Bushaltestelle komme, geht meine Stimmung noch weiter in den Keller: Die Busse fahren normalerweise immer um 24 und 54 nach jeder vollen Stunde! Nur zwischen 8 und 10h vormittags fahren sie um 14, 34 und 54 – d.h. ich habe den Bus gerade verpaßt und muß nun 20 Min. auf den nächsten warten! Das wird dann ganz schön knapp werden bei der Oper! Der Bus fährt zwar bis fast dorthin, aber wir brauchen doch fast eine Stunde. Mehr oder weniger im Stechschritt geht es die letzten 500 m bis zum Opernhaus, schnell an den Ticket Counter – es gibt noch Karten, aber der Verkäufer ruft mir schon hinterher „Beeil Dich, damit Du noch eingelassen wirst“! Rennend geht es die Treppen hinauf und tatsächlich -ich schaffe es mit hängender Zunge gerade noch so vor dem Türschließen! Die Oper von innen muß ich mir eben erst nach der Ballett-Vorführung anschauen!

Der Eintritt von 25$ hat sich mehr als gelohnt. Es sind 4 Paare der absoluten Spitzenklasse der australischen Ballettszene hier zu Gast. Sie kamen aus Melbourne, wo sich das Ballettzentrum befindet, für die Veranstaltung heute extra hierher. Dazu gab es noch 4 junge Nachwuchstänzer, die aber ihre Sache auch absolut gut gemacht haben! Es war klassisches Ballett, Szenen aus ‚Nussknacker‘, ‚Giselle‘, ‚Sleeping Beauty‘ und ‚Cupido‘! Einfach wunderschön! Auch der Moderator war ein ehemaliger Tänzer! Er sagte das mal so nebenbei „as I was a dancer – this was the time as Jesus Christ was a schoolboy…“, aber soooo alt war dann doch wieder nicht! Aber er führte ausgesprochen humorvoll durch das Programm und gab auf eine sehr kurzweilige Art viele Hintergrundinformationen zu Ballett allgemein und zur speziellen Situation des australischen Balletts, das es ja erst seit den 60er Jahren gibt!

Nein, das war wirklich ganz schön – vor allem, daß ich so nicht nur das Opernhaus von außen gesehen habe, sondern auch einen Blick auf die Opernbühne und das Interieur werfen konnte! Ein wunderschönes Bauwerk in jedem Fall! Und als ich aus dem Gebäude trat, hatte sich der Regen verflüchtigt und es kam hier und da schon der blaue Himmel durch!


Nachdem das Wetter jetzt so schön geworden ist, beschließe ich, noch eine Fahrt mit einer der Fähren zu machen! Die große nach Manly geht leider nicht, da sie zu lange dauern würde – ich muß um 16h mein Auto abholen! Aber die kurze Strecke bis zum Zoo (hin und zurück eine knappe 3/4h), das geht gut – und kostet nur 10$! Im Verhältnis, was eine kleine Hafenrundfahrt kosten würde, ist das ein günstiges Vergnügen! Es ist ein wunderbarer Blick auf Oper und Brücke vom Wasser aus! Auch die vielen Segelboote, die zwischen den Fähren und den ‚großen Pötten‘ herumschwammen, waren ein wunderschönes Bild! Bei der Rückfahrt mußte die Fähre sogar einmal komplett die Maschinen stoppen, weil ein paar Segler offenbar Vorfahrt hatten!


Den Zoo habe ich mir aus Zeitgründen nicht angeschaut – Monika, machen wir das vielleicht mal bei einer gemeinsamen Reise nach Australien? Man muß auch nicht mit der Fähre fahren, es geht auch eine Straße dahin :-)!

Bei der Rückfahrt kann ich ganz oben auf der Harbour Bridge einige Leute erkennen, die für viel Geld (175$) den Spannbogen erklimmen! Unter der Brücke sieht man den kleinen ‚Lunapark‘, von dem niemand so recht weiß, wie lange er noch bestehen wird odere ob man ihn vielleicht einfach unter Denkmalschutz stellen soll!
Die Einfahrt zum ‚Circular Quay‘ ist ähnlich wie die Fahrt mit der Staten Island Ferry in NYC: Wie auf einem Serviertablett liegt die Skyline der Stadt vor mir – nur hier mit Opernhaus statt der Freiheitsstatue!

Da ich noch früh dran bin beschließe ich, daß ich zu Fuß quer durch die Innenstadt zur Autovermietung gehe! Das ist erstmal ein Weg durch Hochhausschluchten (in einigen stehen noch ganz verloren uralte kleine Wohnhäuser!), dann an beeindruckenden alten offiziellen Gebäuden vorbei,




dann durch eine Parkanlage


und ein Viertel mit plötzlich wieder ganz kleinen Häusern!

Überall in der Stadt macht sich jetzt auch mit Macht Weihnachten bemerkbar, sei es durch Dekorationen oder auch Werbung!



Ehe ich mich versehe, bin ich schon in der Williams St. angekommen und stehe direkt vor dem Hertz-Büro. Die nette Dame am Counter stellt fest, daß wir die selben Vornamen haben und stattet mich daraufhin nicht nur mit einer genauen Beschreibung zurück nach Cogee aus, sondern auch mit einem Riesenstapel Infomaterial für meine nächsten Ziele! Dazu werde ich noch kostenlos vom bestellten ‚Yaris‘ auf einen Corolla „up-gegraded“ (und der hat auch einen USB-Eingang für meinen I-Pod!!!) – so stelle ich mir Touristenfreundlichkeit vor!
Der Weg nach Coogee ist dann auch leicht zu finden (inzwischen ist mir der Linksverkehr wirklich schon sehr vertraut – das wird in den Staaten eine ganz schöne Umstellung geben…) und ich fahre noch schnell zu einem Aussichtspunkt, um vorerst Abschied von hier zu nehmen!

Morgen früh geht es dann los – die nächsten zwei Wochen will ich auf der Küstenstraße bis nach Adelaide fahren, natürlich in Canberra und Melbourne Station machen und mir noch ein paar andere schöne Stellen im Südosten dieses Landes anschauen. Einige Zusagen von Couchsurfer- und SERVAS-Gastgebern habe ich schon bekommen, auf einige warte ich noch.
Der Abend vergeht mit Gepäck um- und Auto einpacken und ein bißchen mit den Jungs plaudern – mir wird ausdrücklich aufgetragen, für die Zwischenstation vor meinem Weiterflug dann nach New Zealand hier wieder Station zu machen! Wie schön, wenn man sich so willkommen fühlt!

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