Montreal

Das offizielle Motto dieser Stadt ist: „Concordia Salus“ – „Wohlergehen durch Harmonie“!
Und genau das fühlt man als Gast auf dieser Insel auch heute noch!

Ja, Ihr habt richtig gelesen – Montreal ist eine Insel! Eine von vielen (um genau zu sein, von 234!) einer Inselgruppe, die sich dort gebildet hat, wo der Ottawa-Fluss in den Sankt-Lorenz-Strom mündet. Die größte davon ist eben die ‚Île de Montréal‘, zum eigentlichen Stadtgebiet gehören aber noch 74 andere, deutlich kleinere! In der Mitte der Hauptinsel erhebt sich der Mont Royal, ein erloschener Vulkan, mit etwas über 200 m die höchste Erhebung der Stadt!

In früheren Zeiten gab es dort eine Irokesen-Siedlung – heute hat sich eine Metropole mit etwa 3,5 Mio.EW dort ausgebreitet, die zweitgrößte im ganzen Land! Aber das Schöne ist, daß man eigentlich nicht das Gefühl hat, in einer Millionenstadt zu sein! Die vielen unterschiedlichen Stadtviertel vermitteln den Eindruck einer zwar äußerst lebendigen, aber nur mittelgroßen Stadt!

Donnerstag, 8.September 2011

Die etwa fünf Stunden Zugfahrt von Toronto hierher vergingen wie im Flug und schon überqueren wir zahlreiche Brücken und fahren in den Bahnhof ein, der hier ebenfalls wieder einmal eine ‚Central Station‘ ist! Auch hier kommt man, wie so oft auf dem amerikanischen Kontinent, im Tiefgeschoss an und erst lange Wege führen ans Tageslicht!
Und wie so oft, bin ich auch hier erst einmal völlig ratlos – denn was nützen mir die Hinweisschilder, wohin die diversen Ausgänge führen, wenn ich nicht weiß, wo ich dann dort bin :-)! Einen Stadtplan wollte ich mir eigentlich erst irgendwo in einer Tourist Information hier besorgen :-(!

Da erscheint auf meinem Handy die Meldung, dass ich einen Anruf versäumt hätte – und tatsächlich, mein Gastgeber hatte versucht, mich zu erreichen. Der kommt mir jetzt vor wie ein Schutzengel persönlich – sofort rufe ich zurück und schildere ihm meine Hilflosigkeit! Er meint nur, ich solle einfach da, wo ich gerade bin, stehen bleiben, er wird mich abholen – er würde nur um die Ecke wohnen! Ich versuche, ihm zu erklären, wo genau ich eigentlich gerade bin! Dabei stellt sich aber heraus, dass er der Meinung ist (warum auch immer), dass ich mit dem Greyhound Bus gekommen wäre und am Busbahnhof stehe! Der Zug-Bahnhof ist dann doch soweit von ihm entfernt, dass ich lieber auf ein Taxi zugreife statt ihm die lange Anfahrt zuzumuten!

Der Taxifahrer ist diesmal aus Marokko und wir hätten uns viel zu erzählen – wenn ich ein wenig mehr Französisch oder er ein wenig mehr Englisch sprechen könnte. Es wird ernst für mich – aber erstaunlichweise fallen mir doch relativ viele französische ‚Brocken‘ ein! Also mit vereinten Kräften und dem ‚Zusammenwerfen’ unserer jeweiligen Fremdsprachen-Kenntnisse (was soll ich Euch sagen – mir fällt heute massenhaft auf Spanisch ein!) gelingt wieder ein äußerst amüsanter gegenseitiger Austausch!

Zumindest bekomme ich so gleich einen Eindruck, was mich hier im Osten von Kanada so erwarten wird – aus ist’s wahrscheinlich mit dem Durchkommen auf Englisch! Hier werde ich wohl wieder auf meine gesammelten rudimentären Sprachkenntnisse zurück geworfen – statt Spanisch wie in Süd-Amerika hier nun Französisch! Eine Mischung aus beidem und ein wenig Englisch vielleicht? Das kann ja heiter werden…

Das Stadtviertel, in dem ich jetzt ankomme, ist eins der älteren hier in Montreal. Die Häuser sind klein und haben häufig sehr malerische Außentreppen vorgehängt! Normalerweise wohnen nämlich zwei Parteien darin – eine oben, eine unten! Manchmal auch noch mehr! Äußerst farbenfroh ist das alles – man merkt deutlich, dass das hier das In-Viertel für junge und junggebliebene Leute war und ist.

Das Taxi hält vor einem kleinen roten Haus, das auf einer Seite dicht mit Efeu bewachsen ist. Ehe ich überhaupt klingeln kann, wird die Tür schon weit aufgemacht und ein ausgesprochen liebenswerter Mann mit einem sehr kleinen Mädchen auf dem Arm und einem etwas größeren Jungen zwischen seinen Beinen bittet mich herein!
Hier bin ich nun offenbar wirklich willkommen – obwohl mein allein erziehender Gastgeber normalerweise keine Gäste aufnimmt, wenn er seine Kinder für zwei Wochen hat (die beiden jeweils anderen eines Monats leben sie bei der Mutter). Er hatte mich im Vorfeld gefragt, ob ich mich zwei so kleinen Kindern wohl gewachsen fühlen würde! Ein kleiner Hinweis darauf, dass ich bereits mehrfache Großmutter bin, beruhigte ihn offenbar und zog auch prompt die Einladung nach sich :-), der ich jetzt gefolgt bin!

Was für ein hübsches kleines Häuschen – es ist alles da, was man so braucht, inklusive einer kleinen Terrasse zum Innenhof, die heute gleich intensiv genutzt wird! Es ist nämlich ein herrlicher Sommertag in ‚Mont Real‘, dem ‚Königsberg’ Kanadas!
Hier gibt es gleich eine kleine Mittagsmahlzeit – die Kinder sind hungrig und ich auch, das wurde allerdings auch so voraus gesetzt :-). Die Unterhaltung mit meinem Gastgeber geht flüssig (er spricht als ‚Computer-Mensch’ ein sehr gutes Englisch), die mit seinem kleinen Sohn holprig (der fängt gerade in der Vorschule an, ein wenig Englisch zu lernen), die mit seiner kleinen Tochter ist allerdings so gut wie unmöglich! Die wenigen Worte, die sie überhaupt schon sprechen kann (sie ist gerade mal 18 Monate alt!), sind natürlich in ihrem ganz eigenen Französisch (was außer dem Vater und Bruder kaum jemand verstehen kann). Aber mit Händen und Füßen und vielen Späßen klappt es auch mit ihr vorzüglich!

Der restliche Nachmittag gehört dem ‚Ankommen‘ in meinem kleinen Souterrain-Zimmer! Gemütlich habe ich es wieder hier – das Bad teile ich mir jedoch mit der Familie in der ersten Etage. Das ist dann wieder mal willkommenes mehrfach tägliches ‚exercising‘:-)! Kurz vor dem Abendessen mache ich noch einen kleinen Spaziergang ‚um den Block‘, um einen ersten Eindruck von der Umgebung zu bekommen und nach der langen Fahrerei auch ein wenig Bewegung zu haben!
Der Abend gehört uns beiden Erwachsenen und dem von mir mitgebrachten köstlichen Rotwein aus Kanadas Westen! Auf der gemütlichen Terrasse wird es bei intensiven Gesprächen im Handumdrehen Mitternacht!

Freitag, 9.September 2011

Der Morgen ist ein wenig wie daheim – wir finden uns alle in Schlafanzügen in der Küche zu einem sehr gemütlichen typisch französischen Frühstück ein: Eine große Schale Milchkaffee und frische Croissants stehen schon für mich bereit, als ich aus meinem ‚Kellerverlies‘ auftauche!

Ein wunderschöner Tag wird das heute wieder – schon jetzt steht ein tiefblauber Himmel über der Stadt! Ich werde ihn nutzen, um ‚Le Plateau‘, so heißt das Stadtviertel hier, ausgiebig zu erkunden! Die Kimder gehen in Kindergarten und Vorschule und mein Gastgeber muß heute arbeiten – so habe ich den Tag ganz und gar für mich!

Die kleinen Straßen sind überraschend leer, obwohl das Wetter geradezu das Nach-Draußen-Gehen heraus fordert! Es ist ein typischer Tag wie im ‚Altweiber Sommer‘ – also genau richtig für mich:-) und ein planloses Treibenlassen an den zahllosen hübschen Häusern hier entlang! Fast jedes hat eine meist wunderschöne Außentreppe, oft aus Schmiedeeisen! Man kann gut erkennen, daß viele der Häuser erst kürzlich grundlegend, aber sehr behutsam, renoviert worden sind. Bis vor nicht allzu langer Zeit waren diese Häuser auch noch relativ günstig zu bekommen. Inzwischen geht das jedoch auch hier den Weg des Üblichen – die Studenten, die vor etlichen Jahren wegen der günstigen Mieten bzw. Kaufpreise hierher gezogen sind, sind inzwischen mehrheitlich bereits etabliert bzw. andere, gut situierte Leute zog es wegen der besonderen Umgebung hierher! Die schön renovierten Häuser sind dadurch natürlich deutlich teurer geworden! Die Bevölkerungsstruktur verändert sich vehement von früher mehrheitlich Studenten und Künstler in Richtung überwiegend ‚dinks‘ (double income no kids), die sich diese jetzt langsam zur ‚upper class‘ werdende Wohngegend leisten können! Es ist halt überall auf der Welt sehr ähnlich…













Als ich am späten Nachmittag von meinem interessanten und so vergnüglichen Spaziergang zurück komme, ist noch ein zusätzlicher Gast im Hause: Eine Arbeitskollegin von Laurent wird uns zum Abendessen Gesellschaft leisten! Der ‚Mann im Haus‘ hat gekocht und wir setzen uns alle vergnügt um den Terrassentisch!

Was für ein kurzweiliger Abend mit meinen beiden Tischgenossen! Wir haben uns soviel zu erzählen! Es ist für mich immer wieder wie ein kleines Wunder, wie intensiv Gespräche mit eigentlich fremden Menschen sein können und wie schnell man sich manchmal nahe kommen kann!

Auch heute ist es lange nach Mitternacht, als wir uns alle in unsere Betten zurück ziehen – aber morgen ist Samstag und wir können (vielleicht – die Kinder!) ein wenig länger schlafen!

Samstag, 10. September 2011

Ich bin gegen 8h wach und im Haus ist es noch totenstill! Also nochmal umgedreht und wieder eingeschlafen! Plötzlich werde ich von leisem Klopfen geweckt – der kleine Bub steht vor der Tür: „Petit-déjeuner – Frühstück!“

Wie sich heraus stellt, war Laurent mit den Kindern (die natürlich wie üblich schon früh wach waren) ein wenig spazieren und einkaufen fürs Frühstück, damit ich länger schlafen konnte! Was für eine rührende Rücksichtnahme! Aber jetzt schmeckt es uns allen auf der Terrasse umso besser! Danach schnell ins Bad und angezogen, damit die drei nicht so lange auf mich warten müssen! Ich soll heute nämlich mit auf den samstäglichen Marktbummel genommen werden! Auch Montreal hat natürlich einen großen Markt, eine Reminiszenz an ‚meinen‘ geliebten Viktualienmarkt daheim in München, den ‚Marché Talon‘!

Den Weg dahin legen wir im Auto zurück – per U-Bahn wäre es zwar schon wegen der Parkplatz-Suche sinnvoller. Aber Laurent scheut das wegen des Heimwegs – etliche Einkaufstüten schleppen und zwei müde Kleinstkinder, das würde wohl zu anstrengend für uns beide werden! Wir haben aber Glück, ein Parkplatz wird gerade frei für uns! Kaum können wir in Ruhe einparken, schon müssen wir mit den beiden aufgeregten Kindern an den Händen das Marktgelände’entern‘!

Das Marktgelände befindet sich bereits am Rand von ‚Little Italy‘ Montreals und entsprechend reichhaltig ist das Angebot – vor allem von Gemüse/Obst, Brot und Käse! Ich kann mich garnicht satt sehen an der wunderschön präsentierten farbenfrohen Vielfalt! Zwischendurch werden unsere Taschen gefüllt mit diesen Köstlichkeiten um uns herum – schließlich ist Wochenende und wir wollen es uns richtig gut gehen lassen: Leckeres Baguette, vielerlei verschiedene Käsearten, Gemüse für einen Auflauf, verschiedenes frisches Obst, Eier und vor allem auch Wein! Dafür besuchen wir einen der Extra-Läden für Alkoholika und fangen an zu vergleichen! Mein Gastgeber sucht nach dem Wein, den ich mitgebracht hatte und tatsächlich, wir finden ihn! Der Verkäufer lobt uns über den grünen Klee für die gute Auswahl! Als ich ihm erzähle, das wäre nicht schwer gewesen, ich hätte eine Flasche davon aus Vancouver mitgebracht, fragt er mich, woher ich denn ursprünglich komme. Als er hört „aus Deutschland“ ist er nicht mehr überrascht – „die Deutschen lieben inzwischen die trockenen Weine und es gibt richtig gute Kellereien, die die auch exportieren“! Voller Stolz zeigt er uns seine Auswahl der deutschen Gewächse, vor allem aus Rheinhessen und Franken, die sich hier besonders gut verkaufen lassen!





Vier Flaschen des köstlichen kanadischen Weins werden im Buggy der Kleinen verstaut, ein paar Tüten noch zusätzlich dran gehängt und dann geht es geradewegs ins nächste Café, um uns ein wenig zu stärken! Wir finden einen freien Tisch auf dem Bürgersteig und ich gehe schon mal rein, um eine kleine Auswahl an leckeren „Schmankerln“ zu holen und Kaffee und Getränke für die Kinder zu ordern! Als ich wieder heraus komme, empfangen mich betretene Gesichter: Laurent hat seine Tochter aus dem Buggy gehoben, der hat das Übergewicht bekommen und ist mit den schweren Weinflaschen nach vorne gekippt. Zwei der Flaschen sind zerbrochen und der leckere Wein fließt jetzt auf dem Bürgersteig zu unseren Füßen herum…
Mit dem Essen und den Getränken lassen sich aber alle ablenken, ich hole nach dieser Lunch-Pause noch schnell zwei neue Weinflaschen und so geht es schlußendlich doch wieder vergnügt Richtung Auto!

Mein Gastgeber fährt noch eine große Runde, die Kinder schlafen inzwischen in ihren Kindersitzen ein! So haben wir Zeit genug, daß ich das Haus zu sehen bekomme, in dem Laurent nach der Einwanderung aus Frankreich vor ein paar Jahren gewohnt habe, eine Kirche, die gerade zu einem Restaurant umgebaut wird, zahlreiche Häuser (teilweise mehr Paläste), in denen einige der richtig Reichen dieser Stadt wohnen und vieles mehr!
Daheim angekommen, legen wir die Kinder erst in ihre Betten und verstauen die Einkäufe im Kühlschrank und den Vorrats-Schubladen – dann geht es schnell auf die Terrasse zu einem leckeren kühlen Bier! Der Tag bis jetzt war einfach nur schön…
Am frühen Abend hat Laurent noch eine Überraschung für uns! Da die beiden Kleinen so lange geschlafen haben, will er mit uns allen einen Ausflug auf den ‚Mont Royal bei Nacht‘ machen! Schnell essen wir eine Kleinigkeit, Dae wird unter Protest 🙂 schon in ihren Schlafanzug gesteckt (damit sie nach der Rückkehr gleich wieder ins Bett gelegt werden kann) und es geht los!
In weiten Kurven erreichen wir den Parkplatz kurz vor dem Gipfel, von hier aus ginge es auch in einen der ganz großen Friedhöfe Montreals – der ist aber zu so später Stunde bereits geschlossen! Wir müssen den Rest zum Gipfelplateau zu Fuß gehen! Die beiden Kinder können es garnicht erwarten und rennen immer schon mehrere Schritte voraus! Oben angekommen ist es gerade die richtige Zeit für einen traumhaften Abendhimmel – wir können uns garnicht satt sehen an dem aufflammenden Lichtermeer der Stadt und den wunderbaren Farben!

Wir schauen uns noch ein wenig hier um. Das ‚Chalet du Mont-Royal‘ fällt in unser Blickfeld – merkwürdige Architektur, erinnert mich ein wenig an Richard Wagner oder Schlimmeres! Ein riesiges Gebäude, ein Mittelding zwischen Berghütte und Palast, im typischen französischen Beaux-Arts-Stil (Historismus) vom Übergang 19. in 20.Jh.!

Die beiden Kinder finden den riesigen, blau beleuchteten Innenraum herrlich – genau richtig zum Herumrennen :-)! Bald aber werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß hier schließlich kein Spielplatz wäre…
Als wir wieder nach draußen kommen, ist es finstere Nacht! Laurent hat für die Kinder ein paar Leuchtstäbe mitgenommen und damit können wir sie jetzt gut für den Rückweg animieren! Ihnen ist ein wenig unheimlich, gleichzeitig genießen sie aber auch das Abenteuer, auf den dunklen Wegen durch die Büsche unterwegs zu sein! Jetzt bleiben sie aber ganz nah bei uns – das ‚Vorneweglaufen‘ von vorhin ist nun keine wirkliche Option mehr!
Bei der Fahrt vom Gipfel hinunter halten wir noch einmal an einem anderen Parkplatz, von dem man eine gute Aussicht auf die andere Seite der Stadt hat! Sehr gut ist hier der Turm des Olympischen Stadions von 1976 zu sehen!

Auf diesem Parkplatz ist offenbar aber auch der allabendliche Treffpunkt für eine große Waschbär-Familie! Neugierig untersuchen sie die Abfall-Tonnen und finden natürlich massenhaft noch (Fr)essbares! Für die Kinder, aber auch für uns, eine amüsante Vorstellung vom ‚Verhalten von Tieren’…

Jetzt aber schnell nach Hause – die Kinder fangen langsam an zu quengeln! Schnell ins Bett mit den Beiden – anschließend haben wir Erwachsene uns eine Flasche Rotwein auf der Terrasse wirklich verdient :-)!

Sonntag, 11.09.2011

Heute gibt es kein Frühstück – wir wollen alle zum Brunch gehen! Als kleine Stärkung davor gibt es Milchkaffee und Joghurt mit Früchten, damit wir nicht ‚schwächeln’!
Wir werden nämlich den Weg dahin als kleinen Sonntagsausflug gestalten, die Kinder freuen sich schon auf den Park!
An einem kleinen Platz um die Ecke muß ich erst ausführlich eine Installation eines in Montreal sehr populären Künstlers bestaunen – Stühle in den witzigsten Formen und immer etwas Spezielles darunter, darauf oder daneben und das alles aus Edelstahl. Bei manchem ist das Material wirklich sehr wichtig – ein Fußball ist z.B. so naturalistisch, dass man eigentlich gewillt ist, ihn weg zu kicken!

Ich schiebe das kleine Mädchen in ihrem Buggy und Laurent hat Neo an der Hand – aber das geht nicht lange gut! Sobald wir im Park angekommen sind, wollen die Beiden natürlich rennen – wir Erwachsenen haben gerade zu tun, um ihnen folgen zu können! Es ist so ein herrlicher Tag heute – es war eine Super-Idee, diesen Spaziergang zu machen! An einem kleinen See machen wir eine kleine Pause, Neo hat nämlich einen Mann entdeckt, der seinen Papagei spazieren führt! Völlig gefesselt stehen sie davor, hören dem Sprechen des Tieres zu und werfen sich fast weg vor Lachen! Sie können sich gar nicht richtig trennen, es ist aber auch zu drollig, was dieser Vogel alles so sagen kann!
Erst mit dem Hinweis, dass das Eis beim Brunch schon auf die Beiden wartet, können wir die Kinder überreden, sich hier wieder weg zu bewegen! Noch lange schauen sie sich nach dem Tier um und löchern ihren Vater mit Fragen dazu!

Es ist erschreckend, wie viel leere Flaschen und Dosen hier im Park überall herum liegen! Aber samstags Abend wird hier wohl immer ordentlich gefeiert und das geht offenbar, wie leider woanders inzwischen auch mehrheitlich, nur mit Wein, Bier und Schnaps! Was aber für mich völlig unverständlich ist, dass man seinen Abfall einfach dort läßt, wo man ihm produziert hat und das Leergut nicht einfach wieder mit nach Hause nimmt! Neo ist richtig empört, dass der ganze Müll einfach so liegen bleibt und wir beschließen, dass wir zumindest entlang unseres Weges alles einsammeln und zu den –eigentlich- überall vorhandenen Mülltonnen bringen! Offenbar ist derzeit der Müll ein großes Thema in der Schule – der kleine Bub ist so stolz auf uns alle und unsere „Sonntags-Aktion“!

Jetzt ist es nur noch ein kleines Stück zu dem Café, wo uns der Brunch erwartet! Wir finden einen Platz oben auf dem schmalen Balkon und können so im Freien sitzen! Da schmeckt das ausgiebige sofort georderte Frühstück natürlich noch mal so gut! Einige Freunde von Laurent kommen immer mal an unseren Tisch und sind dann ganz erstaunt, dass ich ein CouchSurfing Gast bin! Wie schon sonst überall auf der Welt bringt man auch hier Couchsurfing nur mit jungen Menschen in Verbindung, ist aber umso begeisterter darüber, dass ich das auch tue.

Nach dem Brunch steht für die Kinder der schönste Teil des Tages an – ein Besuch im nicht weit entfernten Spielzeugladen (der wunderbarerweise auch heute am Sonntag geöffnet hat!). Jeder darf sich eine Kleinigkeit aussuchen – ein sonntägliches Ritual! Das aber geht nun nicht schnell, soviel ist abzuwägen und zu bedenken! Das kleine Fräulein möchte gern eine Puppe mitnehmen, aber das sprengt natürlich den vorgegebenen Rahmen. Dann eben ein Puppenwagen – auch das müssen wir ihr mit vereinten Kräften ausreden. Letztendlich kann ich sie fesseln mit einem der kleinen Holzhunde, die auf Perlenbeinen auf einem kleinen Holzsockel stehen und bei jedem Druck auf den Knopf unten ‚zusammen brechen’! Sie ist hellauf begeistert davon – jahrelange Erfahrung einer Großmutter :-)! Für Neo finde ich einen Gummihai, der nicht nur schwimmt, sondern auch dem bei jedem Druck auf den Körper die Augen aus den Höhlen treten. Soviel Begeisterung erscheint auf seinem Gesicht, dass ich so einen Fisch auch gleich noch für Anna mitnehme. Als ich an der Kasse dann alles bezahlen möchte, will das mein Gastgeber abwehren – aber diese winzige Möglichkeit der Anerkennung für die Gastfreundschaft der kleinen Familie muß er mir schon lassen! Jeder mit einem kleinen Tütchen bewaffnet ziehen wir von dannen. Draußen vor dem Geschäft treffen wir noch auf einen jungen Mann mit dem kleinsten Hund der Welt – die Kinder sind gar nicht davon wegzubringen! Nur die Aussicht auf ein paar ‚maccarones’ in einem Spezialladen ein paar Schritte weiter kann sie davon weglocken!
Maccarones sind zu meiner großen Überraschung etwas groß geratene „Luxemburgerli“ – die Spezialität von Lindt-Sprüngli von Zürichs Bahnhofstraße :-)! Hier gibt es noch zwei Tüten voll, aber dann ist „Schluss mit lustig“ – was für ein aufregender Tag! Nun geht es nach Hause, ich schiebe den Kinderwagen, Laurent hat den total müden Neo auf dem Arm – die Notwendigkeit eines Mittagsschlafes macht sich dringend bemerkbar!

Die restliche Zeit, bis die Kinder wieder wach sind, nutze ich zum Kofferpacken – ich werde morgen nachmittag umziehen zu einer SERVAS-Gastgeberin! Sie hatte sich im Vorfeld sehr wegen der Gastgeber-Verzeichnisse für Kanada für mich bemüht und wir hatten einen intensiven Mailwechsel und einige nette Telefonate – ich möchte Carole nicht enttäuschen und so kurzfristig absagen! ‚Meine’ Familie hier findet das allerdings gar nicht gut, ich werde bestürmt, meine letzten ‚kanadischen’ Tage auch hier zu verbringen, aber ich konnte ja bei den Anfragen damals nicht wissen, wie gut wir uns alle verstehen würden!

Der übrige Nachmittag gehört den Kindern – Fahrrad- bzw. Laufrad-Fahren üben, Geschichten vorlesen (das Lesen geht mir überraschend gut von den Lippen, ich weiß allerdings kaum, was die französischen Worte bedeuten :-)), Blödsinn machen etc. etc.
Am Abend holt Laurent uns Sushi, für die Kinder Grillhähnchen – köstlich und ein wunderbarer Abschluß für diesen perfekten Sonntag!

Nachdem die beiden Kleinen zu Bett sind, schauen wir uns ausnahmsweise mal die Nachrichten im Fernsehen an – bei den ‚Nachbarn’ im Süden gibt es heute nur ein Thema: 10 Jahre ‚9/11’! Daran hatten wir beide den ganzen Tag überhaupt nicht gedacht, aber als wir einige der Bilder von damals sehen, steht wieder alles in seiner ganzen Entsetzlichkeit vor uns! Der restliche Abend gehört dem Gespräch darüber, über gegenseitige Religions-Ressentiments, über die vielen Kriege und sonstigen Handgreiflichkeiten, die deswegen geführt werden und, und, und…! Was für ein Glück, dass das Wetter, obwohl schon fast Herbst, noch so schön und vor allem warm ist – mit diesem komplexen Thema wird es eine lange Nacht!!

Montag, 12.September 2011

Meine drei Gastgeber haben das Haus schon verlassen, als ich aus meinem ‚Kellerzimmer’ nach oben komme – aber natürlich liegt auch heute ein Croissant für mich bereit, zu dem ich nur meinen Kaffee selbst mache. Heute ist für sie eben wieder Schule/Kindergarten/Arbeit, auch wenn für mich immer Urlaub ist!

Ein letzter Bummel hier im Viertel steht auf dem Plan, heute mal durch eine der Einkaufsstraßen, die Rue Berri! Eine Straße, in der es fast ausschließlich Boutiquen mit sehr differenziertem Angebot und nicht nur irgendwelche überall auf der Welt gleichen Kettenläden gibt! Ich werde gar nicht fertig mit Schauen und werde zum ersten Mal richtig schwach – zwei tolle Filzmützen wandern als erstes ‚Souvenir’ meiner Weltreise in meine Tasche! Gerade, als ich eine Kirche passiert habe, die gerade zu Wohnungen umgebaut wird, stolpere ich noch in einen Laden, der ausschließlich ‚Angels’ gewidmet ist! Hier gibt es nun auch noch Mitbringsel für Mike, die Engel-Sammlerin :-)!

Nachmittags ist noch Zeit für einen letzten gemeinsamen Nachmittags-Kaffee, ehe Laurent für mich ein Taxi ruft, das mich weiter zu Carole, meine nächste Gastgebern bringen wird.

Beim Abschied fließen bei der kleinen Daé sogar ein paar Tränen und ich muß sie mühsam verkneifen! Nèo fragt, wann ich wieder einmal komme und Laurent beauftragt den Taxifahrer, besonders vorsichtig zu fahren, ich sei ‚kostbare Fracht’!

Türe zu, ein letztes langes Winken – und schon ist die Zeit hier wieder Vergangenheit! Hier fällt es mir wieder einmal besonders schwer, Abschied zu nehmen! Ich habe überall nur sehr, sehr nette Gastgeber gehabt, aber manchmal – so wie bei der großen Familie in Süd-West-Australien, bei meinem ‚Biker-Freund‘ in Sydney, bei meiner ‚Weihnachtsfamilie’ in Neuseeland oder bei meiner Pfarrerin in Texas – fühlte ich mich geradezu ein wenig ‚adoptiert’ und ein, wahrscheinlich endgültiger, Abschied ist wie der von engen Familienangehörigen!

Mit viel Mühe finden der Taxifahrer und ich die Adresse von Carole – sie wohnt in Lachine, einem Stadtteil in den Suburbs, nahe dem Flughafen und der ist derzeit nur über verzwickte Umleitungen erreichbar. Aber endlich kommen wir vor dem Haus zum Stehen und Carole winkt mir schon entgegen! Sie hatte sich schon Gedanken gemacht – ich hatte sie gleich bei der Abfahrt angerufen und es dauerte doch deutlich länger als angenommen!

Das Abendessen ist bereits vorbereitet und wir sitzen bis in den späten Abend am Tisch und ich muß erzählen, erzählen, erzählen… Carole beneidet mich um meine vielen kleinen und großen Abenteuer – wie sie sagt wäre sie nicht der Mensch dazu, aber findet es toll, wenn andere Frauen das Leben leben, das sie möchten!

Carole ist Krankenschwester und nebenbei Künstlerin! Mein Gästezimmer ist eigentlich ihr Atelier und ich komme lange nicht zum Schlafen, zu viele aufregende Kunstwerke gibt es anzuschauen! Sie malt, macht Goldschmiedearbeiten, formt kleine Skulpturen aus unterschiedlichen Materialien, u.a. aus ausgedienten Brillen, gestaltet Bucheinbände, entwirft Stoff Designs, nimmt Aufträge als eine Art Innenarchitektin an und fertigt tolle Quilts! Was für eine vielfältige Person und was für erstaunliche Dinge, die ich hier zu sehen bekomme! Mindestens so interessant sind jedoch auch ihre Werkzeuge für diese verschiedenen Betätigungen, ihre diversen Materialmuster etc. Als ich mich endlich von all dem trenne, geht langsam die Tür auf und Charly, ihr schwarzer Kater, möchte sich an mir vorbei auf das Bett schleichen! Aber Carole hatte mich schon vorgewarnt – er versucht das immer, darf das nicht, verzieht sich aber nur auf sehr nachdrückliche ‚Anweisung’! Das ist nicht so einfach, ich möchte ja nicht laut werden, denn meine Gastgeberin im Nachbarzimmer schläft bestimmt schon. Schlußendlich muß ich Charly mühsam mit aller Kraft hinausschieben, da er offenbar nicht versteht, wieso diese fremde Frau hier was zu sagen haben soll :-)!



Dienstag, 13. September 2011

Heute habe ich mir nach langer Zeit wieder einmal den Wecker gestellt – Carole muß arbeiten und ich möchte mit ihr zusammen bis zum nächsten U-Bahnhof fahren, um mir die aufwändige Busfahrt zu ersparen!
Beim Frühstück erzähle ich unter viel Gelächter von ‚Charlys Widerstand’ – Carole fragt mich, was ich im Februar nächsten Jahres vor hätte. Sie bietet mir an, für vier Wochen Ihr Haus hier zu hüten (vor allem Charly!), sie würde mir auch etwas dafür bezahlen! In der Zeit will sie mit ihrem Lebensgefährten aus den USA einen Segeltörn in der Karibik machen! Ich werde mir das mal überlegen…

Mit der U-Bahn ist es tatsächlich nur eine äußerst kurze Fahrt ins Stadtzentrum. Da ich sehr früh dran bin, hole ich mir erst einmal einen Becher Kaffee und plane ein wenig meinen Tag! Wie ich vorhin feststellte, habe ich versehentlich meinen Schlüssel von Laurent noch einstecken – den muß ich im Lauf des Tages irgendwie noch zurück bringen!

Der wichtigste Grund, heute in die Stadt zu fahren, ist eine ganz tolle Ausstellung, die ich mir unbedingt anschauen möchte – dem Lebenswerk von Jean Paul Gaultier gewidmet! Den Rest des Tages werde ich durch das Stadtzentrum nach ‚Alt-Montreal’ laufen und mir anschauen, was davon noch übrig geblieben ist!

Neben dem Eingang des ‚Museum of Fine Arts’ ‚stolpere’ ich in ein ziemlich fancy Optik-Geschäft! Überraschenderweise sind die Preise für Brillengestelle überwiegend moderat – berücksichtigt man die Lage des Ladens, seine Ausstattung und seine normalerweise offenbar ziemlich exklusive Klientel! Der Service hier ist zurückhaltend, aber sehr aufmerksam! Ich bekomme sogar einen Espresso angeboten, während ich an den Regalen entlang schlendere! Natürlich finde ich auch wieder eine Brille, aber ich bitte mir Bedenkzeit aus, worauf natürlich äußerst freundlich eingegangen wird!

Jetzt ist das Museum geöffnet, schnell gehe ich hinüber, um unter den ersten beim Eintritt zu sein! Die Ausstellung ist äußerst gefragt und ich möchte mich ohne größeres Gedrängel in Ruhe umsehen können!

Eine majestätische Freitreppe führt hinauf in die Ausstellungsräume und macht gleich große Lust auf den Rundgang! Die Ausstellung ist übrgens ganz besonders gestaltet – auf die lebensgroßen Puppen mit den Aufsehen erregenden, äußerst fantasievollen Kreationen werden per Computer sprechende Gesichter gebeamt. Auf diese Art und Weise bekommt man das etwas unheimliche Gefühl, fast lebenden Kreaturen gegenüber zu stehen, die sich einem selbst erklären!

Was hat sich dieser Designer nicht alles ausgedacht – manchmal kann man erst auf den zweiten Blick erkennen, um was es sich eigentlich im Grunde handelt! Einige der Entwürfe oder zumindest einige Ideen davon könnten jedoch durchaus auch für eine ‚Normalbürgerin’ tragbar sein – muß ich mal mit Paula besprechen :-)! Es ist eine Freude, so früh durch die Ausstellung zu wandern, es sind noch sehr wenig Leute unterwegs. Mit einigen komme ich hin und wieder ins Gespräch – über diese Phantasiewelt hier ist das auch sehr leicht!




Nach diesem sehr intensiven Erlebnis steht für mich fest, dass ich mir die Brille kaufen werde, die ich mir vorhin angeschaut hatte – auch etwas exklusiv, aber durchaus tragbar :-)! Schnell gehe ich noch einmal zum Optiker, wo man sich sehr freut, dass ich mich entschieden habe. Ich könnte auch die Gläser (sehr viel günstiger als in Deutschland) noch einpassen lassen – aber leider werde ich nicht mehr lange genug in der Stadt sein!

Beschwingt beginne ich danach meinen Entdeckungsgang durch das Zentrum – hier sind inzwischen auch die Wolkenkratzer bild-beherrschend, aber manchmal sieht man noch kleine Überreste der früheren Besiedlung! Und man entdeckt ganz Ungeahntes
Leider beginnt es bald zu regnen – wie schade, wo doch das Wetter bisher in Kanada sehr auf meiner Seite war! Natürlich habe ich auch keinen Schirm bei mir, also hopse ich von Unterstand zu Unterstand, um nicht zu nass zu werden! Das habe ich aber bald satt und beschließe, erst einmal mit der U-Bahn nach Le Plateau zu fahren, um den Schlüssel abzuliefern. Laurent sagte mir vorhin am Telefon, dass sie leider heute Nachmittag nicht zu Hause sind, ich den Schlüssel aber in den Briefkasten schmeißen soll – oder behalten und nach meinem Besuch in Quebec noch mal für ein oder zwei Tage zu kommen! Ich komme kurz ins Nachdenken, aber dann sage ich doch schweren Herzens ab. Ich habe vor, nur eine Nacht vor der Zugfahrt nach NYC in Montreal zu verbringen. Mein Zug geht schon sehr früh am Morgen und wir hätten sowieso kaum Zeit füreinander! Ich kaufe noch ein paar Süßigkeiten für die Kinder und werfe beides zusammen mit einer Dankeskarte verabredungsgemäß in den Briefkasten!

Während des Telefonates erzähle ich ihm auch von Caroles Angebot das Haus zu hüten! „Oh, mein Gott, nein – tue das nicht! Der Februar ist normalerweise der kälteste und schneereichste Monat in Montreal! Du müsstest dann nicht nur die Katze hüten, sondern auch Schnee räumen (des Grundstück von Carole ist ziemlich lang…)! Dann komm lieber wieder zu uns, wir haben nur einen kurzen Fußweg zu räumen und da kannst Du mir helfen, wenn Du denn unbedingt im Winter in Montreal sein möchtest!“ Gut zu wissen…

Zurück ins Zentrum geht es wieder per U-Bahn – es regnet immer noch! Aber auf dem Weg zum ‚Vieux Port’, dem alten Hafen, stoppt der Regen und ich kann ganz entspannt die Rue Notre Dame entlang spazieren. Natürlich schaue ich mir auch die alte Markthalle, ‚Marché Bonsecours’ an, die inzwischen unter Denkmalschutz steht und heute nur noch zahllose Mode-Boutiquen beherbergt! Hier finde ich endlich das ultimative Souvenir für diese Reise!!! Einen schwarzen Regenmantel mit Paspelierungen in unterschiedlichen Farben an den Nähten, aus einem leicht glänzenden Stoff und mit einem eleganten Schalkragen – ein wunderbares Designerstück, nicht besonders billig, aber für das heutige Wetter hier genau das Richtige! Der wird mich auch viele graue Regentage daheim in Deutschland besser ertragen lassen!

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Das Wetter hier hat sich aber beruhigt, es kommt sogar die Sonne schon durch die Wolken! Nach einem Spaziergang kreuz und quer durch die Altstadt versuche ich zum Abschluß als sehr spätes Mittagessen die hiesige Spezialität – Poutine! Das sind etwas dickere Pommes mit gebratenen Zwiebeln, brauner Sauce und geriebenem Käse – sehr gewöhnungsbedürftig!!! Aber das kleine Hinterhof-Restaurant, in das ich mich verlaufen habe, war dafür umso hübscher! Dazu gibt es so was Ähnliches wie ein ‚Radler’ – ich muß mich ja langsam wieder an die Heimat annähern!
Langsam schlendere ich danach wieder zurück zur U-Bahn, die – wie ich beim Warten auf meine Linie entdecke – hier auf leisen Gummirädern fährt! Es sieht einigermaßen ‚spooky’ aus, wie ein Reisebus auf Rädern :-)!
Am U-Bahnhof muß ich erst einmal meinen Bus suchen – ein ziemlich ausgedehnter Busbahnhof macht das nicht gerade einfach! Leider ist meine Linie gerade weg und die nächste kommt erst in 20 Minuten, dann noch fast eine halbe Stunde im Bus und sehr, sehr müde nach diesem langen Tag komme ich nach 7h erst wieder bei Carole an!
Sie hat Abendessen vorbereitet, aber davon schaffe ich kaum etwas nach diesem kalorienreichen und späten ‚Lunch’! Schnell reserviere ich noch einen Mietwagen für morgen früh, wir unterhalten uns noch eine Weile und dann verschwinde ich ins Bett – die gestrige kurze Nacht und der Tag heute fordern ihren Tribut!

3 Antworten zu Montreal

  1. Lisa Schweiger schreibt:

    Grüß Gott Granny on Tour – fast ein Jahr bin ich „mit Ihnen gereist“, dann hatte ich das Gefühl,
    ich bin aus dem Zug gefallen! Zigmal hab ich nachgeschaut, nix Neues – Schön dass es weitergeht, ich freu mich auf die Heimreise und Ihr Resümee.
    Ich wünsche Ihnen alles Gute, persönliches Wohlergehen und noch viele schöne Reisen! Ihre Weltreise bleibt bei mir sicher unter den Favorits gespeichert!
    Grüße aus Tirol – Lisa

    • grannyontour schreibt:

      Liebe Lisa,
      ja – der Rest kommt in den nächsten Tagen/Wochen! Es freut mich, daß ich so treue LeserInnen habe, die mich gar nicht kennen und trotzdem an meinem großen Abenteuer teilgenommen haben bzw. nehmen! Ganz herzliche Grüße nach Tirol!

  2. Maria Aichinger schreibt:

    Hallo Christine,
    hurra, ich kann weiterlesen!! Die letzten Wochen haben mir ja noch gefehlt! Ganz liebe Grüße
    Maria

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