‚Bush Walk‘ und ‚Whale Watching‘

30.9.2010
Ich habe heute morgen eigentlich vor, ein wenig an meinen Texten weiter zu schreiben, einige Mails zu erledigen und meine Fotos der letzten Tage auf den Laptop zu ziehen. Aber nach dem Frühstück bestürmen mich 4 Mädels (heute morgen kam noch Elli dazu, die Tochter einer Freundin von Anke, eine gebürtige Müncherin!), doch mit ihnen einen ‚bush walk’ zu machen. Sie würden mir auch ganz schöne Sachen zeigen!
Na, bei soviel Charme auf einmal kann ich natürlich gar nicht widerstehen! Rebecka hat schon Wasserflaschen gefüllt und Äpfel eingepackt und wir machen uns kurz danach auf den Weg. Wir nehmen noch schnell die beiden Mülltonnen mit an die Straße und dann geht es los. Die drei Stam-Mädels fahren auf ihren Moutain Bikes, Elli und ich gehen zu Fuß – und Philby, die ebenfalls mitgenommen wurde, natürlich auch! Wir überqueren die Landstraße und biegen auf einen Waldweg ein. Es dauert nicht lange, da wird von Rebecka schon die erste ‚Trinkpause’ angeordnet. Aber das ist auch wichtig, es ist doch überraschend warm. Die Regenjacken, die Carina, ich und Jemimah angezogen hatten (‚in case of rain’) wurden schnell zu warm und ich habe mir sie dann alle über den Arm hängen lassen – auf den Fahrrädern gab es ja keine Gepäckträger… Auch den Beutel mit den Flaschen und den Äpfeln bekam ich bald zu treuen Händen überreicht – die dünnen Henkel schnitten doch beim Fahrradfahren ganz schön in die dünnen Schultern von Rebecka ein. Aber da regelmäßig Pausen ‚verordnet‘ wurden, wurde dieser Beutel ja schnell leichter!
An einem kleinen Lehmsee machten wir zu Philbys großer Freude eine längere Pause! Die Kinder warfen Stöckchen und sie konnte gar nicht genug davon bekommen, sich ständig immer wieder in die gelbe Brühe zu stürzen. Wir mussten nur immer schnell zur Seite springen, wenn sie sich schüttelte – ein fettgelber Regen ergoß sich da über die gesamte nähere Umgebung!
Aber irgendwann wurde das Vergnügen dann doch beendet und wir zogen weiter. Inzwischen war die Sonne schon ziemlich hoch und es wurde richtig heiß. Beim Weiterwandern kamen wir an einem großen freien Platz vorbei, der übersät war mit ‚Autoleichen’ – wohl der Platz zum Austoben für die örtliche Jugend. Mitten im Bush so ein rubbish – nicht zu fassen!
Der Rückweg ging dann fast nur durch offenes Gelände und ich hätte meinen Sonnenhut gut gebrauchen können, den ich natürlich daheim liegen gelassen hatte. Erschwerend kam dazu, dass es durch tiefen weißen Sand ging – sehr anstrengend! Auch die Radlerinnen mussten nun für eine Zeit absteigen und ich schob Carinas Rad – sie war schon nach kürzester Zeit reif zum ‚Auspausen’! Elli, ein kleines zierliches Persönchen, war wirklich tapfer den gesamten Weg mitgewandert, immer an meiner Seite. Sie redete unaufhörlich auf mich ein, aber es war ein Vergnügen, sich mit ihr zu unterhalten. Irgendwann fragte sie mich dann, wo ich denn eigentlich her käme. Als ich sagte ‚from Germany’ meinte sie „oh, I expected this, a friend of my mum as also such a strong accent!“ Ich hätte mich totlachen können – sie war so ganz ernsthaft bei der Sache und wie wichtig sich das aus ihrem kleinen Mund anhörte!
Das letzte Stück des Wegs ging es wieder über gravel und da wurde sie dann abwechselnd von Rebecka und Jemimah mit auf den Sattel genommen und wir kamen pünktlich um kurz vor 12h daheim an.
Max und Toby warteten schon mit ein paar Lunchbroten auf uns. Danach musste Max mich jedoch schon zum Hafen bringen, ich sollte um 1h dort sein!
Es klappte auch alles, ich bekam sogar 10 A$ Discount ‚weil Du Ankes Freundin bist’, und ich war als erste an Bord.

Danach kam jedoch noch eine ganze Busladung älterer Herrschaften und ein Vater mit drei ganz kleinen Kindern!
Ich bin froh, dass ich mit seekrank nichts zu schaffen habe – trotz des Sonnenschein geht ein steifer Wind auf dem Wasser und die Bewegungen des Schiffes (obwohl als Katamaran ja eigentlich ziemlich stabil!) waren entsprechend!
Wir waren noch gar nicht ganz aus der Bucht, da mussten die ersten schon nach der Tüte greifen. Ich saß vorne auf dem Deck, was eigentlich ein Superplatz war! Leider war er auch schnell sehr naß, denn die Gischt und manchmal auch richtige Wellen trafen uns da vorne voll! Nach kürzester Zeit war ich total durchnässt und damit wurde es dann auch kalt. Ich ging also ein wenig unter Deck, um mich wieder aufzuwärmen. In dem Moment der Ruf ‚Whale on eleven o’clock’! Also wieder schnell hoch – und tatsächlich: Uns voraus schwamm auf dem Rücken ein großes Walweibchen, das sein junges gerade tränkte. Immer wieder sah man die schware Flosse des Kleinen aus dem Wasser ragen. Dann drehte sich die Mutter um und schwamm ganz nahe auf unser Boot zu. Es war wirklich ein tolles Erlebnis, das von einer schönen Fontäne des Wals gekrönt wurde: „Wal bläst“!!!
Leider tauchte das Tier dann doch ab und wir verloren es aus den Augen. Aber kurz danach kamen zwei weitere Tiere in unsere Nähe und auch einige Delphine!n
Währenddessen und zwischendurch servierte Anke, die auf dem Boot ‚Decksdienst’ macht, erst leckeres Fingerfood, später dann ‚High Tea’! Das bedeutete Scones mit Schlagsahne und Marmelade und dazu einen Becher Tee oder Kaffee, ganz nach Wunsch! Alle diese Köstlichkeiten macht die Frau des Kapitäns täglich selbst – entsprechend gut hat alles geschmeckt. Zumindest mir – einige andere Gäste konnte das glaube ich gar nicht genießen!
Vom Boot aus hatte man bei der Rückfahrt beim Blick auf die schneeweißen Strände an einer Stelle den Eindruck, dass da gerade ein großes Kreuzschiff untergeht. Wirklich frappierend!
Ziemlich ausgekühlt aber auch aufgeregt kamen wir in den Hafen zurück. Ich wartete noch bis Anke mit ihren ‚Aufräumungsarbeiten’ fertig war und dann fuhren wir gemeinsam nach Hause. Nicht, ohne unterweg noch in einen Supermarkt einzufallen – ich möchte heute abend für alle das Abendessen spendieren. Wir nehmen Salat mit und zwei Grillhähnchen (das sind hier offenbar ‚Kernd’l-Gfuadate’, so groß wie sie sind!) mit, Erdbeeren als Nachspeise und vor allem Avocados – die Mädchen hatten mir heute Vormittag erzählt, dass sie die besonders gern essen würden!
Dann aber fix nach Hause, den Salat angemacht und die Hühnchen auf den Tisch. Sofort scharten sich alle drum herum – auch Elli, sie und die Mädchen hatten einen ‚overnight stay’ beschlossen!
Es war wieder sehr gemütlich und wir fanden lange nicht ins Bett. Zwischendurch checkte ich schnell noch meine Emails – aber es war nichts Wichtiges dabei!
Morgen früh will ich, statt das angebotene Auto für eine Rundfahrt in die Nachbarorte zu nutzen, endlich mal meinen blog auf Vordermann bringen!

2 Antworten zu ‚Bush Walk‘ und ‚Whale Watching‘

  1. Anke schreibt:

    Liebe Christine,
    Tja, nun sind wir wieder draussen, Wale suchen und segeln, den Kindern geht es gut (und uns auch) und ich bekam heute ein mail von meinem Bruder, der eine mail von unserem Onkel bekam… da sei ein Bericht ueber Australien im Internet, in dem wir erwaehnt seien… 🙂 tja, und so bin ich mal wieder auf Deiner Seite gelandet und hab noch ein wenig in Erinnerungen geschwelgt…
    War schon prima, die drei Tage, die Du hier warst 🙂
    Ich hoffe, Dir geht es gut – ich habe lange nichts von mir hoeren lassen, weil ich derzeit ziemlich vollzeit arbeite und Max mit Studieren so den Kopf voll hat, dass ich halt auch den Grossteil der Hausarbeit mache 🙂

    Liebe Gruesse aus dem Sued Westen,
    Deine Anke

    • grannyontour schreibt:

      Liebe Anke, was für eine schöne Überraschung! Ja, mir geht es auch gut – obwohl ich gerade noch ein paar Tage vor mir habe, dann sind die 14 Monate ‚grenzenlose Freiheit‘ schon wieder um! Kannst Du das glauben? Ich freue mich, daß es Dir und den Deinen gut geht! Hoffe ja schon, daß es irgendwann nochmal ein Wiedersehen gibt! Liebe Grüße an die ganze Bande – ich denke oft an Euch! Liebe Grüße auch an Max und ich drücke die Daumen, daß die ganzen Anstrengungen bald von Erfolg gekrönt sind! Dir weiter viel Erfolg auf Deinem ‚Dampfer‘ und grüß mir auch auch ‚Käpt’n‘ schön :-)! Ich drück Dich! Deine Christine

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