Back to Windhoek

27.7.2010
Nun muß ich wieder zurück zu meinem ‚Basiscamp’ in Windhoek! Ich freue mich richtig auf ‚Revendell’ und meinen ‚small room’ dort! Beim letzten Tanken an ‚meiner’ Tankstelle sprechen mich ein älterer Nama und sein jüngerer Begleiter an, ob ich sie bis Mariental mitnehmen könnte – sie würden schon seit 6 h warten und bis jetzt wäre kein Auto gekommen, dass diese Richtung fährt! Aber – Anhalter mitnehmen ist das absolute ‚No Go’ in Namibia, was soll ich tun? Ich frage mal meinen Kiosk-Banker, was er von den beiden hält! „Don’t trust them!’ fuchtelte er vor meinen Augen herum, bis ich bemerkte, dass er sich einen Spaß mit mir machte. Ich könnte die beiden ruhig mitnehmen – der ältere sei der Chef der landwirtschaftlichen Kooperative hier und der jüngere sein Mitarbeiter!
Beide sollten um 9h zu einem Meeting in Mariental sein, 120 km entfernt! Ich werde mein Bestes tun, es ist ja wieder Asphaltstraße und ich kann ohne Probleme 120 km/h fahren. Zu Beginn der Fahrt ist es noch eine muntere Unterhaltung zwischen uns allen, vor allem interessiert sie, wo denn mein Boss sei! Auf mein ‚ich bin mein eigener Boss’ lachen sie sich halbtot! Dann unterhalten die beiden sich in ihrer Sprache mit den typischen ‚Klicklauten’ – ich freue mich, dass ich die mal leibhaftig zu hören bekomme, habe ich doch bisher nur davon gelesen, bin aber nicht so sicher, ob sich nicht ein Teil ihres Gesprächs um mich dreht! Dann werden sie aber ganz ruhig – auf meine Nachfrage nach einer Weile, ob alles okay sei, bekomme ich zur Antwort, dass der jüngere einen ‚bad stomach’ habe, der ältere aber einen nicht so schlimmen, anhalten brauche ich aber nicht! Wir kommen dann auch um 5 vor 9 in Mariental an und zwei eigentlich dunkelhäutige Gestalten steigen etwas wacklig und hell um die Nase aus – offenbar war ihnen die Fahrt zu schnell! Aber sie waren auch froh und sehr dankbar, dass ich sie pünktlich abgeliefert hatte! Ich frage mich nur, wie sie dann wieder zurück kommen werden…
Die restlichen 250 km gingen dann ohne weitere Vorkommnisse vorbei. Der Verkehr ist nahe der Hauptstadt natürlich deutlich dichter, aber bei weitem trotzdem nicht mit unserem zu vergleichen! Kurz vor Windhoek mache ich noch einen kurzen Abstecher zum „Helden-Denkmal“, dem nationalen Monument für die Helden des Aufstandes gegen die Deutschen und der Unabhängigkeitskämpfe in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts! Es sieht dem Helden-Denkmal in Pjöngjang/Nordkorea zum Verwechseln ähnlich – ob das nur Zufall ist?

Windhoek hat mich wieder – ich verfahre mich zwar erst einmal, aber lande dann doch nach rund 2000 km wohlbehalten und ohne irgendwelche Schäden an meinem Auto in meinem vertrauten Guesthouse! Aber durch die vielen Pisten ist das schöne neue Auto dermaßen schmutzig – der feine Staub kroch wirklich durch alle Ritzen – und Auto-Waschanlagen gibt es hier leider so gut wie keine! Aber ganz nach Stephans Wahlspruch ‚don’t be gentle it’s a rental’ mache ich mir darüber nicht allzu viele Gedanken und es ist offenbar auch wirklich kein Problem bei der Rückgabe!

Eine Nacht werde ich jetzt wieder hier bleiben, morgen Abend geht es mit dem normalen Personenzug, immerhin ‚Business Class‘, nach Swakopmund, von wo ich am Samstag abend mit dem „Desert Express“ hierher zurück fahren werde. Meine geplante Ballonfahrt soll auch klappen – wurde mir zumindest heute am Telefon versichert!!!

4 Antworten zu Back to Windhoek

  1. Siggi schreibt:

    Ui – DANKE für Deine lebhaften Schilderungen und viiiiel Spaß bei der bevorstehenden Ballonfahrt ;o)))

    Ganz liebe Grüße aus germany
    sendet Dir Siggi

  2. Conny schreibt:

    ich habe die ganze Wüste auf einmal gelesen und die Erinnerungen an die Wahiba sind wieder ganz nah. Ich wünsche dir viel Spaß bei der Balonfahrt und du weist ja das Gebiet das du überflogen hast gehört dir ab 1m über Grund.
    Ich wünsche dir warme Nächte.
    Liebe Grüße
    Conny

  3. Michelle schreibt:

    Ich glaube wir stellen die Süddeutsche ab! Dein Bericht ist viel interessanter, und die Zeit für beides reicht nicht!
    Viele liebe Grüsse aus Katzenbach

  4. Georg schreibt:

    Deine Berichte und Bilder rufen unsere eigenen Erfahrungen in Namibia auf.
    Es ist ein so interessantes und abwechslungsreiches Land, und wir bekommen durch Deine Schilderungen und fantastischen Bilder noch weitere Informationenen.
    Wir wünschen Dir weiterhin einen super Aufenthalt speziell in der Etosha dass Du wie wir „THE BIG FIVE“ zu sehen bekommst.
    Liebe Grüsse Georg und Rosi

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