Fast wie daheim…

26.8.2010
Als ich aufstehe, sind Elle und Jordan schon weg! Ich wurde aber gestern abend noch mit allem Wissenswerten versorgt, so dass ich mir gut alleine Frühstück machen kann! Auch ein Schlüssel war für mich zurecht gelegt worden, ich kann also kommen und gehen, wie ich möchte.
Erst einmal wasche ich jedoch Wäsche – in einer Waschmaschine! Die Wohnung hat einen Hauswirtschaftsraum auf einer Art überdachtem Balkon. Die Wäsche kann also im Freien und doch geschützt trocknen! Dort ist übrigens auch eine sehr einfache extra Toilette mit Dusche – für die Hausangestellte!!!
Als ich dann im Wohnzimmer mal aus dem Fenster schaue, bleibt mir fast die Luft weg: Eine große Poollandschaft breitet sich vor meinen Augen aus! Es sieht aus wie in einem Hotel und nicht wie in einer Hochhaussiedlung (die Häuser hier sind 22 Stockwerke hoch, Elle wohnt im 5.)!
Aber ich muß heute mein Visum für Bali bei der Indonesischen Botschaft abholen und danach will ich unbedingt zum nagelneuen ‚Marina Bay Sands’, relaxen kann ich morgen Vormittag noch!
Es wird ein Weg mit Hindernissen! Als erstes fällt an der U-Bahn-Haltestelle, an der ich umsteigen will, gerade dann der Strom aus, als mein Anschlusszug einläuft. Es gibt zwar eine Notbeleuchtung, aber nicht im eingelaufenen Zug – und die Türen gehen natürlich auch nicht auf! Das dauert fast 15 Minuten, im Zug fangen die ersten schon an, hysterisch zu werden. Zwei SMRT-Beamte stemmen die Türen dann mit viel Muskelkraft händisch auf und lassen die Leute aussteigen. Kurz danach kommt der Strom wieder, aber nur solange, bis die Türen wieder zu sind und der Zug ohne uns aus der Station fährt. Auch der nächste fährt nur langsamer, hält aber nicht an! Inzwischen ist fast eine dreiviertel Stunde vergangen und ich verliere die Lust. Also zurück mit der Linie, mit der ich gekommen bin und lieber einen Umweg fahren! Das geht hier gut, weil man – solange man die Bahnhöfe nicht verlässt – solange und soweit unterwegs sein kann, wie man möchte!
Von Haltepunkt Somerset aus fahre ich mit dem Taxi, weil es mit dem Bus noch länger dauern würde und ich habe Befürchtungen, daß mir die Botschaft die Tür vor der Nase schließt! Ich komme jedoch pünktlich und es geht dann ganz fix im Konsulat – Kassenzettel vorzeigen, Pass zurückbekommen, das war’s auch schon! Mein Taxifahrer stand noch draußen am Standplatz und konnte mich gleich wieder zurück bringen! So hatte ich Zeit genug, um mir in Somerset noch ganz in Ruhe die alten sog. ‚Shophouses’ anschauen zu können!

– die früheren Geschäftshäuser der chinesischen Kaufleute. Heute alle wirklich gut restauriert, aber zum größten Teil in der Hand von Nicht-Chinesen! In einigen haben sich auch Bars oder Restaurants etabliert. Bei einem davon setze ich mich dann auf die Terrasse für ein kleines Mittagessen.
Danach zurück zur U-Bahn und Richtung Bay Area gefahren! Als ich am Stop Marina Bay die Bahn verlasse, steht alles voller Militär, richtig gut mit Waffen bestückt. Auch auf dem Weg von der Haltestelle Richtung Marina Bay Sands ist alles voll mit Polizei! Offenbar ist irgendeine hochoffizielle Angelegenheit im Gange! Möglicherweise hat es was mit den ‚Youth Olympic Games’ zu tun, die gerade zu Ende gingen. Es sind auch eine Menge sehr elegant gekleideter Menschen unterwegs und es gibt eine extra Sicherheitskontrolle! Das ist mir doch ein wenig ‚too heavy‘ und ich verzichte für heute auf einen Besuch des überaus imposanten Gebäudes. Laufe noch ein wenig an der Bay herum und fahre dann zurück ‚nach Hause’! Mit dem Pool wird das heute wohl nichts mehr!

Ich werde schon von Elle erwartet – sie will mit mir und ihrer Freundin Linda zu einem Hawker Stall um die Ecke zum Abendessen gehen! ‚Hawker Stalls‘ werden hier in Singapur (aber auch in Malaysia gibt es sie überall) Ansammlungen von einzelnen kleinen Restaurants oder Imbißständen genannt – mal unter Dach, mal im Freien. Hier kann man vielerlei unterschiedliche Gerichte für kleines Geld essen, und wie wir drei, vielerlei Interessantes bestellen und jede bei jeder probieren :-)!
Wir haben einen Mordsspaß dabei und nebenbei auch viel zu erzählen! Beide beneiden mich natürlich um meine große Reise und das, was ich alles bis jetzt schon erlebt habe! Sie müssen halt noch 15-20 Jahre arbeiten bis zur Rente…
Als wir dann nach Hause gehen, ist es gut, dass wir nicht weit haben – ein ordentliches Gewitter braut sich über unseren Köpfen zusammen! Kaum sind wir daheim, geht ein Tropenregen nieder – die ganze Straße schwimmt! Aber was soll’s – wir sind jetzt im Trockenen!
Unser leckeres Dessert ist heute japanische Eiscreme zwischen zwei echten Waffeln, die ich von unterwegs mitgebracht habe. Damit traf ich genau ins Schwarze – das ist das Lieblingsdessert von Jordan! Nach ein wenig gemeinsamem ‚Hollywood Movie’ fallen satt und glücklich alle ins Bett!

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