Abschied von Bali – auch der Himmel ‚weint‘ noch…

9.9.2010
Sowas könnte man auch „Mogelpackung“ nennen: sternklarer Himmel am späten Abend und nachts einsetzende schlimmste Regenfälle, die auch am Morgen noch anhalten! Die Wege hier im Park sind wie kleine Kanäle, die Pflastersteine nicht mehr zu sehen! Meine Dusche musste ich gar nicht aufdrehen, konnte die ‚natürliche Dusche’ ausgiebig nutzen! Ist ja wieder sehr passend für unsere Heimfahrt!!!
Also wird ausgiebig gefrühstückt und es ist Zeit zum Unterhalten. Auf der Terrasse sitzen wir trocken und lassen uns Nudelsuppe und Kokos-Reismehlkuchen mit Palmsirup schmecken! Gegen10h lässt der Regen ein wenig nach und wir beschließen zu fahren – schließlich sind wir bekleidungstechnisch ordentlich ausgerüstet! Adi hatte zwar noch eine Reihe von interessanten Besichtigungen geplant, die müssen nun leider ausfallen!
Die dicke Regenkleidung bewährt sich! Schade ist nur, dass man durch das Visier vom Helm bei diesem Regen nicht allzu viel sieht! Aber das Wasser wird weniger und wir legen einen Auszieh-Stop’ in einer kleinen Stadt am Rand der Straße ein. Eigentlich wollten wir das mit einem Kaffee verbinden, aber das lassen wir doch lieber – es war alles dermaßen schmutzig dort, dass uns der Appetit vergangen ist!
Also weiter, wieder hoch in die Berge. Auf den steilen Serpentinen hat das Motorrad von Adi ordentlich zu tun, langsam arbeiten wir uns aber ins Inland vor. Schnell fahren geht sowieso nicht auf den teilweise doch ziemlich rutschigen Straßen. Teilweise reißt der Himmel jetzt auf und kleine Stückchen blauen Himmels sind bereits zu sehen! Es ist ein Jammer, dass ich keine Möglichkeit zum Fotografieren habe – zahllose Bilderbuchdörfer sind in den schmalen Bergdörfern zu sehen. Hier oben leben die Menschen nur vom Kaffee- und Nelken-Anbau, teilweise fangen aber auch schon die Tagetes- und Hortensienterrassen an und dazwischen natürlich jedem Menge Blühpflanzen! Es ist eine einzige Duftorgie, durch die wir fahren: Kaffee, Nelken, unterschiedlichste Blütendüfte kommen uns immer wieder schwallartig entgegen! Hier oben wird ein großer Teil der Blüten geerntet, die dann auf den Märkten in Singaraja und anderen Orten am Meer an den Blumenständen für die Opfergaben verkauft werden. Genutzt werden dazu allerdings nur die Blütenköpfe bzw. von den Hortensien die einzelnen kleinen Blüten, nicht die ganze Dolde!
Zum Mittagessen kehren wir in ein Ausflugsrestaurant mit schöner überdachter Terrasse ein. Wir genießen den Blick weit über Täler und Berge bis zum Meer und das vorzügliche Essen. Danach gibt es natürlich Kaffee von den eigenen Bäumen! Hier könnte man ewig sitzen – wenn nicht eine dichte Wolkenwand den Berg herauf kriechen würde, uns die Aussicht langsam versperrt und erneut Regen mit sich bringt! Also wieder in die Regenkleidung gezwängt und weiter!
Es ist wirklich ein Jammer mit dem Wetter – so eine schöne Landschaft und dann immer nur durch tropfen-getrübtes Visier zu sehen! Als es abermals aufhört zu regnen, starten wir zu einem kurzen Spaziergang zu einem kleinen See – durch reich blühende Hortensienfelder und vorbei an riesigen uralten Bäumen! Jedoch auch dieser Spaziergang muß vorzeitig abgebrochen werden wg. wiederum Wasser von oben!
Eine letzte Teepause gibt es dann etwa ½ h vor Ubud in einem Restaurant, das ganz über Fischteiche inmitten von Reisefeldern gebaut wurde. Wir können uns indessen nicht lange auf, es dämmert schon langsam.
Das Umziehen daheim ist ein wenig frustrierend! Da es in Ubud während unserer Abwesenheit auch geregnet hatte, ist natürlich alles in meinem Zimmer – weil ohne Fenster – auch ein wenig klamm. Aber was soll’s – wird schon trocknen am Körper… Ich muß noch schnell in die Stadt, die bestellten Visitenkarten für Komang abholen!
Eine große Überraschung wartet dort auf mich: Am größten Haus an der Main Street, in dem vor 3 Tagen noch gewerkelt wurde, prangt jetzt ein großer brauner Schriftzug „STARBUCKS“! Da werden einige der vor noch gar nicht langer Zeit mit viel Engagement eröffneten Internet Cafés von Locals wohl bald das Nachsehen haben – sehr schade!
Mein Abschiedsgeschenk für Komang kommt super an – sie ist sehr stolz, dass sie jetzt ‚own business cards for my own business“ hat!
Gemeinsam haben wir uns dann alle drei den Hochzeitsfilm der beiden angeschaut – rührend aber auch viel zum Lachen!
Todmüde falle ich ins Bett – meine letzte Nacht auf Bali ist angebrochen!

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