Downtown Alice Springs

10.12.2010

Frisch und ausgeruht werde ich bereits um 6.30h wach. Ich gehe schon mal in die Küche, um mir einen Tee zu machen! Hier treffe ich auf die australische Dame aus unserem Bus, die auch hier übernachtet hat und wir sind uns einig, dass diese Tour nicht so der große Hit war! Erstmal viel zu teuer für die Leistung – wir haben die Touren, die etwa die Hälfte von unserer gekostet haben, alle an den gleichen Plätzen getroffen. Nur die Wanderung durch das ‚Valley of the Winds’ war ein bisschen was Spezielles. Das Essen war mehr als basic, Tony nicht wirklich ein ‚special educated guide’, wie uns versprochen worden war, der völlig überhitzte Bus und die um mehr als 3 Stunden verspätete Rückkehr – wir sind uns einig, dass wir uns beschweren werden und einen Teil des Geldes zurück fordern wollen! Vor allem das Chaos gestern Abend hätte man vermeiden können, wenn der Veranstalter bei den entsprechenden Unterkünften angerufen und Bescheid gesagt hätte, dass die Gäste sehr verspätet eintreffen werden.
Insgesamt waren wir von den besuchten Landschaften aber beide total begeistert – eigentlich hätte man sich irgendwo dort für ein paar Tage mehr einquartieren sollen, damit man das ganze ohne die tägliche Fahrerei und all die Hektik intensiver hätte genießen können!
Um 8h kommt Daryl mit meinen Sachen – ein kleinlauter Gastgeber, dem es mehr als peinlich ist, dass sie mich so kurzfristig ‚ausladen’ mussten. Aber ich bin wirklich nicht scharf darauf, mir vielleicht auch noch irgendeine Infektion einzuhandeln und das Hostel hier ist doch ganz nett, vor allem ist das Stadtzentrum nur über den Fluß, in 5 Minuten erreichbar!
Anschließend checke ich meine Mails – leider funktioniert das WLan nicht und ich kann wieder keine Texte und Bilder hochladen! Ich entschließe mich trotzdem, die nächste (letzte) Nacht hier in Alice im gleichen Hostel zu bleiben, während die Mädels ins YHA umziehen. Ich gehe gleich mit ihnen, weil ich noch einkaufen möchte und auf die Post muß.
Die Straße in die Stadt ist gesperrt – der Todd River (auf den Landkarten als ‚usually dry’ eingetragen!) so voller Wasser ist, dass er sich seinen Weg quer über die Straße gesucht hat! Der höher gelegene Fußweg ist jedoch noch begehbar und so können wir uns das Spektakel von oben anschauen!

Zurück im Hostel kann ich endlich die Waschmaschine benutzen – bis 11h ist die täglich für die hosteleigene Wäsche reserviert! Meine Kleidung der letzten 3 Tage stinkt erbärmlich!!! Während sie wäscht und anschließend im Trockner ist, buche ich mir im Internet ein Auto für die Fahrt zurück nach Adelaide! Einmal noch vor meiner Weiterreise möchte ich das australische Outback hautnah spüren – das hat mir am Besten hier im Land gefallen! Anschließend rufe ich bei Air New Zealand an, um meinen Flug nach Auckland vom 20.12. auf den 19.12. umzubuchen. Das wird eine ‚unendliche Geschichte’ mit haarsträubenden Aussagen der Dame am anderen Ende der Leitung! Angefangen von ‚ein Around-the-World-Ticket kann nach Flugantritt nicht mehr umgebucht werden’ über ‚Sie müssen ein Papiertticket haben mit einer Ticketnummer’ (ich habe nur meine Rechnung aus Deutschland, mit der ich – zusammen mit meinem Pass und der Kreditkarte, mit der ich die Rechnng bezahlt habe – stets am Flughafen beim Einchecken die jeweils entsprechende Bordkarte erhalten habe) bis hin zu ‚jede Ticket-Umbuchung kostet 50$’ etc. Als ich dann letztendlich meinen Flug doch ‚kostenlos’ umgebucht habe, hat mich das fast 30$ Telefoneinheiten gekostet und ich muß schon am 18.12. statt am 19.12. fliegen… Der Clou war, dass ich später nicht nur die Bestätigung für diese Umbuchung erhalten habe sondern dazu auch noch eine Bestätigung über meinen ersten Flug am 14.7. nach Windhuk, der allerdings mit South African Airways stattfand!!! Ich schreibe deswegen gleich noch eine E-Mail an die nette Denise Neumann von TravelOverland in München, dass sie das bitte alles kontrollieren soll – nicht, dass da noch irgendwas nachkommt! Das erinnerte mich sehr stark an meinen Ticketkauf für den ‚Indian Pacific’ – es ist nicht zu fassen, was für inkompetente Mitarbeiter bei den diversen Transportbetrieben hier beschäftigt sind!
Nun muß ich noch einen Platz im Zug von Adelaide nach Melbourne buchen – aber der ist für die beiden jetzt nur noch in Frage kommenden Tage leider ausgebucht! Nach Sydney wollte ich von Melbourne aus sowieso fliegen, also werde ich das jetzt schon von Adelaide aus tun! Die Zeit ist ja durch den fehlenden Tag am Schluß ohnehin etwas knapp geworden! Ich finde auch noch einen günstigen Flug für 100$ – wenigstens das ging unkompliziert! Da ich jetzt viel weniger Zeit zum Schluß haben werde, frage ich gleich auch noch bei Zsolt, meinem ‚Mehrfach-Gastgeber‘ im Sydney an, ob ich nochmal kommen könnte! Postwendend kommt seine Mail zurück: „You are ALWAYS welcome!“ Das finde ich ja mal richtig nett und ich freue mich schon auf die beiden ‚Jungs‘!
Inzwischen ist es höchste Zeit, das Auto bei der Leihfirma abzuholen – dort ist heute nur bis 5h geöffnet und morgen gar nicht! Mit ‚hängender Zunge’ komme ich gerade noch vor Geschäftsschluß dort an – der freundliche junge Mann am Counter hat schon alles für mich vor sich liegen! Bei der endgültigen Rechungsstellung trifft mich dann allerdings fast der Schlag: Im angebotenen Preis sind nur 100 km/Tag enthalten, jeder weitere soll 0,25$ kosten (und das bei insgesamt über 1500 km!!!). Das hatte ich bisher überhaupt noch nirgends bei meinen Anbuchungen in Australien erlebt, ist aber wohl üblich bei Anmietungen in abgelegenen Orten! Statt 370$, wie auf meiner Internet-Bestätigung steht, werde ich jetzt fast 700$ bezahlen müssen – und dazu noch das Benzin! Mein Entsetzen darüber ist mir wohl ins Gesicht geschrieben! Es wird eine Weile hin und her überlegt und dann bekomme ich einen anderen Tarif. Da ist der Tagespreis zwar etwas höher, aber es sind 300 km/Tag beinhaltet und der Oneway-Zuschlag fällt weg! Letztendlich komme ich dann alles in allem auf etwa den Preis, der mir ursprünglich angeboten wurde! Große Erleichterung – das ist ein ganz besonderes ‚Weihnachtsgeschenk’ für mich vom (wie sich jetzt herausstellt) halb deutschen Vermiet-Mitarbeiter (seine Mutter lebt in Berlin und sein Bruder in Köln!).

Jetzt aber zurück und schnell noch mein Gepäck eingeladen – ich will morgen möglichst früh los! Zum Abendessen mache ich mir leckeren grünen Spargel – das einzige Gemüse, das hier richtig billig ist: Der Bund kostete 89 Cent! Dazu ein Filet Mignon mit Salbei-Apfel-Füllung – das war bis heute zu verbrauchen und kostete statt 5,67$ nur noch 2,04$! Als Dessert gibt es noch eine halbe Ananas – auch das ist ein einigermaßen preiswertes Obst hier! So lecker und so billig habe ich in Australien noch nie gegessen!
Gut gestärkt gehe ich dann noch mal in die Stadt – unsere verbliebene ‚Reisegruppe’ will sich auf einen ‚Abschiedsschluck’ in einem Pub treffen! Der Wasserstand im Fluß ist schon deutlich zurück gegangen – das Flussbett in weiten Teilen wieder trocken! Der Weg wird allerdings nun etwas ‚behindert’ durch Aufbauarbeiten für einen Markt, der hier offenbar heute Abend stattfinden wird.

Wie wir vom Fenster des Pubs aus verfolgen können, wird das Ganze eine ‚Christmas Party’! Erst wird entschieden, wer von den Kindern das schönste ‚Weihnachtskosüm hat (der ‚Weihnachstbaum‘ hat übrigens gewonnen!), dann gibt die ‚Oberbürgermeisterin‘ oder ‚Mayor‘, wie das hier heißt, den Christbaum „frei“, d.h. die Kerzen werden angeschaltet und dann zieht sich durch die Fußgängerzone ein Weihnachtsmarkt, der überwiegend von Privatleuten beschickt wird. Die bieten ihre mehr oder weniger schönen, selbst gemachten Sachen dort an – es sind überraschend viele wirklich schöne Dinge zu finden. Aber es gibt auch einen Stand, der unseren bewährten ‚Mückentöter-Tennisschläger’ gegen die Fliegenplage hier als ultimative Hilfe anbietet :-)!

Nach dem Umtrunk und einem gemeinsamen Bummel über den Markt ist es Zeit zum Abschied nehmen! Schnell werden noch einige E-Mail-Adressen ausgetauscht und dann geht es in die jeweiligen Unterkünfte! Ich bin schnell im Bett, denn morgen ruft wieder die Landstraße!

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