Ankunft bei meinen CS-Gastgebern

26.9.2010
Am letzten Morgen bei Dorothy treffen wir uns alle zu einem zeitigen Frühstück. Auch die beiden anderen Gäste werden heute abreisen. Meine Sachen sind bereits gepackt, da kann ich ganz in Ruhe am Tisch Platz nehmen. Es gibt Müsli und jede Menge Früchte, Eier, verschiedenes Brot und Marmeladen, Schinken und Käse. Ich bin sehr überrascht, dass es hier in Australien richtig leckeres Brot zu kaufen gibt – das übliche ist allerdings auch das fluffig-weiche, ähnlich zu den Vereinigten Staaten! Das immerhin ganz oft mit viel ‚Vollkorn’.

Mein Zug nach Perth geht um 8.30h von Fremantle, der ‚Australind’ weiter nach Bunbury um 9.30h von Perth ab. Dorothy bringt mich schnell runter ins Städtchen zum Bahnhof! Kurze Verabschiedung von den anderen beiden und los geht’s. Vor dem Bahnhof dann noch ganz schnell von Dorothy verabschiedet und ab zum Zug. Am Fahrscheinautomaten fragt mich eine junge Frau um Wechselgeld – wie sich herausstellt, auch eine Deutsche. Sie ist mit ihrer Freundin für 7 Monate in Australien. Sie wollen sich ein Auto kaufen und dann, mit immer wieder kurzen Arbeitsunterbrechungen, eine Rundfahrt durchs Land starten. Die Zeit zwischen Schule und Studium ist damit perfekt genutzt!
Die Zugfahrt nach Perth läuft ohne Probleme und ich komme pünktlich an.
Ich muß einmal Rolltreppe hoch und runter auf den Extra-Bahnsteig des Australind – aber mit meinem doch überschaubaren Gepäck ist das überhaupt kein Problem! Hier dann eine lange Schlange. Es ist nur eine Eingang des Zuges geöffnet, vor dem der Beamte bzw. hier die Beamtin steht, die die Fahrkarten kontrolliert, ehe man dann einsteigen kann! Ich habe einen Sitz gleich im ersten Wagen. Das Gepäck im Gepäckfach vor dem Sitzabteil zu verstauen, ist gar nicht so einfach. Es sind eine Menge Jugendliche unterwegs heim zu ihren Familien und damit gibt es auch reichlich Gepäck!
Das liegt an einer Besonderheit von Australien: Die einzelnen Farmen liegen oft sehr weit von der nächsten Ortschaft entfernt, also gibt es nur die ‚Primary Schools’ in erreichbarer Nähe. Ein ‚College’ gibt es dann erst in den größeren Städten. Das bedeutet, dass ganz viele Kinder in Australien ab etwa 12 Jahren sogenannte ‚Boarding Schools’ besuchen und dort während der Schulzeit entweder in Internaten, meist aber bei Gasteltern untergebracht sind. Die Ferienzeiten zwischen den einzelnen Quartalen (jeweils 2 Wochen im April/Herbstferien, Juni+Juli/Winterferien, Ende September/Frühjahrsferien und dann vom 20.Dezember bis Mitte Februar 8 Wochen Sommerferien) sind natürlich ein willkommener Grund, wieder zu den Familien zu fahren. Die Wochenenden reichen dazu wegen der Entfernungen oft nicht aus!
Neben mir sitzt ein junges Mädchen, das offenbar von seinem Freund an den Zug gebracht wurde. Noch während wir auf die Abfahrt warten, werden hektisch SMS ausgetauscht – so rührend!
In Bunbury sehe ich meine Gastgeberin schon draußen auf mich warten. Sie hatte mir geschrieben, dass sie schwarz gekleidet wäre mit einem grell-orangeroten Schal! Es ist eine Begrüßung wie mit einer alten Freundin. Schnell die Sachen ins Auto und schon geht es nach Hause in einem der Vororte – sie hat mit ihrem Mann heute am Sonntag volles Programm.
Ich werde daheim schnell noch in alles Wichtige eingewiesen, vor allem in Kühlschrank und Speisekammer mit einem lapidaren ‚help yourself’, mir wird das Fahrrad in der Garage gezeigt, die Fernbedienung fürs Garagentor in die Hand gedrückt und schon sind sie beide in ihrem kleinen roten Sportwagen verschwunden!
Ooops – das nenne ich mal Vertrauen in Couch-Surfing-Gäste! Gesellschaft leistet mir nur der Kater ‚Pywickett’, so was ähnliches wie Garfield! Ich mache mich ein wenig heimisch in diesem wunderschönen riesengroßen Haus
und schwinge mich dann aufs Fahrrad zu einer kleinen Rundtour durch das Viertel. Es geht ziemlich auf und ab, aber macht großen Spaß! Zurück daheim schreibe ich ein wenig an meinem Blog. Als ich gerade dabei bin, mir ein Omlett zu braten, kommen die beiden zurück!
Bei einem leckeren Rotwein beginnt ein reger Austausch über unsere Erfahrungen als CS-Gäste und Servas/CS-Hosts!
Aber irgendwann fallen uns dann die Augen zu – mit dem Hinweis an mich, dass sie mich morgen ein wenig herumfahren werden, verabschieden wir uns ins Bett!

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