Zurueck auf die ‚Pad“

25.7.10
Den vorläufigen ‚Abschied vom Kaiserreich’ habe ich stilgerecht im ‚Bahnhofshotel Aus’ bei Kaffee und Schwarzwälder Kirschtorte vollzogen! Ich bin ja so überhaupt keine Freundin von Torten etc., aber das musste einfach sein und ich muss sagen, sie hätte in München nicht besser gemacht werden können! Auch der Kaffee oder besser Cappuccino war hier richtig gut. Meistens wird nur – wenn überhaupt – Cappuccino aus der Tüte oder ganz normaler Kaffee mit ein wenig aufgeschäumter Milch serviert!
Der banachbarte Soldatenfriedhof vereinte ploetzlich deutsche, englische und namibische Graeber, im Tod sind eben doch alle gleich! Auch hier erstaunlich, dass sich die Deutsche Kriegsgraeberfuersorge um die Erhaltung aller kuemmert!
Kurz nach Aus ging es dann wieder auf die ‚gravel pad’! Um es gleich zu Anfang zu sagen, ich bin heute knapp 400 km gefahren, dabei kamen mir immerhin 11 Fahrzeuge entgegen, 2 davon waren Pferdewagen und 3 waren Viehtransporter – überholt bzw. an mir vorbei gefahren sind ganze 4! Damit Ihr Euch die „Verkehrsdichte“ vorstellen könnt, habe ich heute mal eine kleine Strichliste geführt!
Leider war der Geldautomat in Aus außer Betrieb wie auch schon in Lüderitz – gab wohl größere Probleme mit den Telefonleitungen… Also war ich mit meiner restlichen Barschaft von etwa 10€ unterwegs, aber immerhin einem vollen Tank! Ich war im Hotel Maltahöhe für 2 Nächte angemeldet, aber hätte das gern auf eine Nacht reduziert und stattdessen noch eine der Gästefarmen auf dem Weg angefahren. Aber ohne Geld war das nun leider nicht möglich. Selbst dort nicht, wo eigentlich Kreditkarten angenommen werden – aber leider nur, wenn die Abbuchungen auch erfolgen können !
Also fuhr ich schön langsam doch Richtung Maltahöhe! Die Straße war diesmal nicht besonders gut und einen platten Reifen und damit in Gefahr zu geraten, in die Dunkelheit zu kommen, wollte ich doch nicht riskieren! Auf Anraten meiner vorherigen Gastgeber nahm ich nicht die direkte, sondern die pad, die am Tiras-Gebirge entlang führt!
Das hat sich wirklich gelohnt, wenn ich auch zwischenzeitlich im wahrsten Sinne des Wortes ganz schön ins Schleudern kam, weil es teilweise sehr sandiger Untergrund war! Aber nach den Grundregeln meiner Bedu-Freunde im Oman „im Sand möglichst immer mindestens 60 fahren“, schlingerte ich mich ganz schön durch! Stehen bleiben habe ich mich nicht getraut, nach meiner Erfahrung in der Kalahari! Es hat sich aber wirklich gelohnt – superschöne Gegend mit den ersten Ausläufern der Namib-Wüste!
Nicht mehr allzu weit von meinem Tagesziel entfernt sah ich plötzlich in der Landschaft eine Burg – so richtig mit Wehrturm und Zinnen und so! Keine Fata Morgana, sondern Schloß Duwisib! Das hat ein deutscher Adliger mit dem Geld seiner stinkreichen amerikanischen Frau um die Jahrhundertwende ‚in the middle of nowhere’ gebaut. Leider kann es derzeit nicht besichtigt werden – kürzlich wurde eingebrochen und ein Großteil der originalen Einrichtung wurde gestohlen!
Aber vielleicht hätte meine Zeit für eine Besichtigung auch gar nicht gereicht – ich kam wirklich gerade mit dem Sonnenuntergang in meinem Hotel an! „Hotel Maltahöhe“ – eine Gründung von Deutschen, hat aber seine besten Zeiten schon gesehen! Das Gute daran ist, dass dessen Bar als Kommunikationszentrum für das ganze Dorf gilt!
Und oh Wunder, im Dorf gab es einen Geldautomaten – ist an der Tankstelle (hinter einer Tür mit Loch!), hätte ich ohne Hilfe des benachbarten Kioskbesitzers aber nicht gefunden. Statt 2000 N$ wie gewünscht, erhielt ich jedoch nur 1200N$ – immerhin!
Wie sich dann aber am Abend an der Bar herausstellte, war der Kioskbesitzer auch gleichzeitig derjenige, der den ATM auffüllt – er rief mir beim Abendessen zu „tomorrow you could be a bankrobber again“! Ich war der einzige Gast, das hatte sich im Dorf herumgesprochen und die Bar war voll…
Mir wurde dann von allen Seiten geraten, morgen unbedingt nach Sesriem zu fahren, mitten in die Namib, zum Sossusvlei mit seinen roten Dünen – sind doch ‚NUR 2 bis 2 ½ Stunden’ dahin!
Mein Abendessen war übrigens ein leckeres Steak mit Beilagen zu einem wirklichen Spottpreis!

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