Erstes Ziel erreicht!

13.10.2010
Gleich nach dem Aufstehen rufe ich noch mal bei Jenny an! Es geht alles klar – ich kann heute schon kommen! Also schnell noch ein kleines Frühstück und mein Auto eingepackt. Es sind doch etwa 450 km zu fahren bis La Grange – oder besser ‚Bidyadanga’, wie es in Aboriginal heißt!
Draußen regnet es, die Wolken gestern waren also doch Vorboten für die kommende Regenzeit! Aber es ist schon morgens 32 Grad warm…

Mein Besuch im Supermarkt war relativ unspektakulär – zwar alles ein klein wenig teurer als in den Städten vorher, aber nicht so gravierend, wie es die Übernachtungspreise vermuten ließen! Auch für mein Telefon habe ich gleich noch einen Recharge gemacht, aber ich weiß gar nicht, ob es dann mitten im Busch überhaupt funktionieren wird. Mit dem Kassenzettel vom ‚Woolworth’-Supermarkt kann ich gleich wieder vergünstigt tanken. Statt 1,46 A$/l zahle ich dann nur noch 1,42A$ – Preise fast wie bei uns daheim!
Dann aber endlich auf die Straße! Der Regen hat fast aufgehört, aber der Himmel ist noch dick wolkenverhangen! Bei der Fahrt heute merke ich wirklich, dass ich unterwegs ins Outback bin! Kurz hinter Port Hedland gibt es noch einige kleinere Hügel zu sehen – und dort übrigens auch einen Hinweis auf Sprengungen! Die Erzbergwerke gehen hier bis ziemlich nahe an die Straße heran! Einige Zeit ‚begleiten‘ mich die unmöglichsten Termitenhügel in der roten Landschaft!

Später wird es dann schnell eintöniger!

Gott sei Dank gibt es zwei Roadhouses an der Strecke – wenigstens eine kleine Abwechslung!
Im ‚Sandfire Roadhouse’ mache ich Mittagspause – 1x Cup Noodles und ein wenig rumlaufen! Sie haben dort einen ganzen Schwarm Pfauen, darunter u.a. auch einen weißen Hahn! Der sah aus wie eine Braut in seinem komplett weißen Federkleid!
Genau, wie Jenny beschrieben hatte, ging die Abzweigung dann in Richtung des Aboriginie-Dorfes von der Hauptstraße weg. Inzwischen bin ich etwas mehr als 2.500 km gefahren!

Ein großes Schild neben der Sandpiste listete auf, was alles verboten ist! Es darf u.a. Alkohol in keinster Form mitgebracht werden! Bloß gut, dass ich heute morgen vergessen habe, eine Flasche Wein als Mitbringsel zu kaufen! Das wollte ich eigentlich machen, aber da es Wein nicht im Supermarkt sondern nur im ‚bottle shop’ gibt (wie auch Bier und andere alkoholische Getränke), hatte ich dann im Aufbruchsfieber daran nicht mehr gedacht!
Ich bin etwa eine Stunde später dran, als ich ursprünglich dachte, hatte aber Jenny von unterweg schon auf den AB gesprochen. Bei der Einfahrt auf das Schulgelände läuft mir eine Kollegin von Jenny über den Weg – sie weiß schon Bescheid, dass ich komme und zeigt mir den Weg zu Jennys Haus! Jenny ist noch mal in der Schule und so warte ich ein paar Minuten! Rundherum ist überall nachmittägliche Stille, es ist brütend heiß und vom Regen her auch noch ein wenig schwül!
Als Jenny dann kommt, gibt es erst einmal eine Tasse Kaffee, das kann ich gut brauchen heute! Wir sitzen auf ihrer Terrasse und unterhalten uns eine Weile, fahren dann aber bald schnell noch ins örtliche Schwimmbad für eine kleine Abkühlung. Es ist ein relativ großes Becken mit zwei kleinen Nichtschwimmerbereichen daneben. Einige ihrer Kollegen mit Kindern sind auch noch da und ich werde denen gleich vorgestellt!
Das kühle Wasser ist absolut wohltuende heute, obwohl meine ‚Badebekleidung’ für mich ziemlich ungewohnt ist: Über den Badeanzug ‚hat man’ hier noch eine Short zu tragen! Gott sei Dank hatte Jenny eine, die mir passte… Ich habe selten knappere Bikinis gesehen, als an den Stränden von W.A., aber im Schwimmbad herrschen offenbar andere Sitten! Ich fand es allerdings sehr unangenehm, mit den nassen Shorts zu schwimmen!
Nach der Abkühlung machen wir noch kurz Halt bei einer Kollegin, in deren Vorschulklasse ich morgen früh als Gast mitkommen darf. Sie und ihr Mann, ebenfalls Lehrer, liegen beide etwas erkältet herum – sie sind aber guter Dinge, dass sie morgen wieder fit sein werden!
Daheim ziehen wir uns schnell was Trockenes an und dann geht es – inzwischen ist es dunkel geworden – mit dem Quad und beiden Hunden an den Strand! Dort ist das abendliche „Spazierrennen“ für die Hunde – die haben einen Spaß, neben dem Quad herzurennen und daneben immer wieder eine der zahlreichen großen Krabben zu jagen! Als die beiden müde sind, geht es zurück! Die beiden Hunde vorne in einem großen Korb, ich hinten als Sozia! Ich ducke mich ganz tief hinter Jenny, denn die Luft in den Dünen ist voll von großen fliegenden Heuschrecken!
Daheim angekommen bereiten wir gemeinsam das Abendessen vor: Lammsteaks, Kartoffeln und jede von uns einen eigenen Salat! Sehr lecker! Wir sitzen dann noch ewig auf der Terrasse und reden über Gott und die Welt. Morgen früh werde ich um 8h mit in die Schule marschieren – erst in Laurens Vorschulklasse, dann in die 3./4. Jahrgangsstufe von Karla!

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