Noch einmal 2 Tage durch Canyons – jetzt südlich von Salta!

Montag, 4.4.2011
Was für ein herrlicher Tag zum Start meiner 2-Tagestour. Kurz nach 7h werde ich abgeholt, dann auch noch meine Begleiter für die beiden Tage, ein Ehepaar aus der Schweiz! Wir rechnen dann damit, dass wir unseren Guide irgendwo abholen – aber es stellt sich heraus, dass unser Fahrer auch unser Guide sein wird für die beiden Tage. Der spricht allerdings kein einziges anderes Wort außer Spanisch! Mit dem englisch-sprachigen Guide, der uns bei der Buchung versprochen wurde (und nach dem wir ja auch extra gefragt hatten!) ist es also leider nichts ! Aber was sollen wir machen – jetzt müssen wir in den sauren Apfel beißen! Und unser Fahrer ist wirklich nett, er bemüht sich, ganz langsam zu sprechen, so dass wir ihn mit vereinten Kräften schon einigermaßen verstehen können!
Als wir die Stadtgrenze hinter uns lassen, kommt die Sonne schon langsam über die Berge! Wir sind in einer äußerst fruchtbaren Gegend – Tabak wird hier hauptsächlich angebaut. So gut wie 100% werden übrigens von Philp Morris aufgekauft! Überall am Straßenrand sieht man die Trockensilos stehen – blitzeblank aus Edelstahl.
Nach der Abzweigung Richtung Cachi, unserem ersten größeren Ziel heute geht es bald hinein in ein sattgrünes Flusstal. Hier muß es in den letzten Tagen sehr viel mehr geregnet haben als in Salta – immer wieder queren kleine Wasserströme die Straße! An den Felsen, die steil neben der Straße empor gehen, haben sich Gräser angesiedelt, deren Halme wie lange Haare herunter hängen! Hier soll es nach Aussage unseres Fahrers auch viele Giftschlangen geben – auch richtig gefährliche!
Über eine alte Metallbrücke, die nicht gerade vertrauenerweckend „Mal Paso“, also „Schlechter Durchlass“ heißt, überqueren wir nun den Fluß! Obwohl ein großes Schild davor war, dass alle Schwerfahrzeuge über eine Behelfsstraße im Flussbett fahren müssen, fährt auch ein großer Bus darüber – man muß nur Gottvertrauen haben! Beim Weiterfahren zeigen sich die Berge wieder von ihrer schönsten Seite und bald schon können wir einen ersten Blick auf die hohen Pässe im Hintergrund werfen, die wir heute überqueren werden!
An einem kleinen Gehöft machen wir eine kurze Pause zum Fotografieren und meine beiden Begleiter beschließen, hier ein wenig vorneweg zu Fuß zu gehen – vor allem Andreas ist ganz heiß auf Bewegung!
Ich kann in der Zeit einen alten Gaucho beobachten, wie er seine drei Pferde mit großen Kisten belädt. Vor dem Haus wächst ein Aprikosenbaum – unser Fahrer pflückt mir ein paar und ich wasche sie mit meinem Trinkwasser ab (die Straße ist extrem staubig) – sie haben einen so tollen Geschmack, so leckere habe ich lange nicht gegessen! Die Familie scheint auch einen ‚Kiosco’ zu betreiben, der ist aber noch geschlossen.
Nachdem wir Andreas und Petra wieder eingeladen haben, geht es langsam, aber stetig nach oben! Die enge Straße wird rechts von steilem Fels und links vom tiefen Abgrund begrenzt. Manchmal ist jedoch eine kleine Ausbuchtung im Fels – einmal war das sogar genutzt von einem Haus, in dem ein Souvenirladen untergebracht ist!
Auf halber Höhe am Berg machen wir in einem Rasthaus eine kurze Pause – für ein zweites Frühstück und vor allem fürs ‚bano’:-)! Frish gestärkt geht es dann den restlichen Weg in steilen Serpentinen nach oben! Es gibt immer wieder faszinierende Aussichten! Neben der Straße begleiten uns stetig wechselnde Bergbäche in tief ausgeschnittenen Bachläufen! Ehe wir es uns versehen sind wir dann auch schon auf der Passhöhe von knapp 3.500 m angekommen! Hier gibt es außer der grandiosen Aussicht auch sonst noch allerhand zu sehen – und auch noch Blumen blühen hier!


Langsam geht es nun über eine weite Hochebene bergab. Plötzlich sehen wir viele Kondore relativ niedrig über uns kreisen und bald wissen wir auch den Grund – es liegt ein toter Esel nicht weit von der Straße und den haben sie sich wohl zum Frühstück ausgesucht. Auch hier gibt es große Herden von verwilderten Eseln, aber auch Vikunjas lassen sich immer wieder neben der Straße sehen!
Nach einer weiten Kurve nähern wir uns dann schon der nächsten Attraktion des heutigen Tages, dem ‚Parque Nacional Los Cordones’! Es ist schon ein sehr merkwürdiger Anblick – ein Wald soweit man sehen kann von kleinen, großen und riesigen Kandelaber-Kakteen!



Glücklicherweise sind wir offenbar eines der ganz frühen Autos und haben den noch eine Weile ganz für uns! Aber bald fallen die ersten Busladungen hier ein und wir machen uns schnell wieder davon!

Ein nächster Aussichtspunkt ist nahe einer kleinen Finca, wo sie selbst hergestellte Trockenfrüchte, Obstkonserven, Marmelade etc. anbieten. Meine beiden Begleiter decken sich mit getrockneten Äpfeln ein – ich habe immer noch Trockenkirschen aus Mendoza, die reichen noch eine Weile! Dann geht es wieder ein wenig hinab ins Tal, Richtung Cachi! Die Landschaft um uns herum ist weiterhin sehr abwechslungsreich! Dazu paßt dann auch die Ziegenherde, in der sogar ein paar gefleckte Ziegen mitlaufen – die sehen ja wirklich sonderbar aus!
In Cachi fahren wir eine kurze Runde durchs Städtchen, biegen dann jedoch ab Richtung Gaststätte, wo wir heute Mittagessen werden. Was für eine schöne Überraschung – es gibt einen ‚Wirtsgarten’, wo wir draußen essen koennen! Entweder wir suchen uns etwas aus der Karte aus oder treffen eine Auswahl ‚direkt vom Herd’! Wir nehmen letzteres – meine Begleiter bestellen sich gefüllte Paprika, dazu Kartoffeln und ich habe 2 Fleischspieße, dazu Reis! Es ist herrlich, hier zu sitzen – im Schatten ist es angenehm kühl und es ist viel Grün um uns herum! Nach dem Essen geht es zu Fuß in die Stadt – ein kleiner Rundgang tut uns allen gut nach dem vielen Sitzen! Auch hier ist, wie überall in der Gegend, der Treffpunkt für alle die zentrale Plaza – hier im Norden heißt sie oft „Plaza de Mayo“! In einem Mai vor etwas mehr als 200 Jahren wurde der größte Teil Süd-Amerikas von den Spaniern befreit! Rundherum sind die Geschäfte und viele kleine Restaurants, Bars und Cafés aufgereiht – neben den beiden ‚Hauptgebäuden’, dem typischen ‚Cabildo’ (dem früheren Gouverneurs- oder Bürgermeistersitz) mit seine langen Säulengang und der Kirche! Im Cabildo ist heute eine Museum eingerichtet, in dem sehr liebevoll ein paar wenige Artefakte aus der Geschichte der Gegend ausgestellt sind!


Die Kirche wirkt, wie auch meistens hier in der Gegend, mit ihren massigen Mauern ziemlich gewaltig, was aber durch den eher feingliedrigen „Glockengiebel“ etwas gemildert wird. Im Inneren ist sie relativ schlicht gehalten, nur ein paar Heiligenfiguren – die sind hier uebrigens stets in richtige Stoffkleider, verziert mit vielen Edel- und Halbedelsteinen, gehüllt – und einige Dekorationen aus Kaktusholz sind vorhanden. Beeindruckend ist im Vorraum eine riesige Amphore, die mit Weihwasser gefuellt ist! Zwischen Cabildo und Kirche ist ein großer ‚Hof’, wo heute einige Einheimische ein paar Souvenirs und Suessigkeiten verkaufen! Auf den Straßen rund um den Platz sind jetzt viele Schüler und Schülerinnen zu sehen – auf dem weg zum heimischen Mittagstisch! Ich genehmige mir noch einen Kaffee auf einer der schmalen Café-Terrassen, ehe wir wieder von unserem Fahrer „eingefangen“ werden zur Weiterfahrt!
Jetzt fahren wir auf den nördlichen Teil der ‚Ruta 40’ – aber auch hier eine absolute Schotterstraße, die manchmal den Teil in Patagonien noch in den Schatten stellt! Hier geht es jedoch durch bäuerliches Land und der Weg ist gesäumt von kleinen und größeren Gehöften. Natürlich fehlen auch die kleinen ‚Altare’ nicht – wenn sie auch manchmal nur aus einem Baum bestehen, der mit Bildchen und Fähnchen entsprechend geschmückt ist. Auffallend ist hier, dass selbst das kleinste Bauernhaus (und natürlich erst recht die großem!) ein Vordach auf Säulen aufweist! An den alten verfallenen Häusern sieht man, dass das wohl schon seit vielen Jahrhunderten hier so üblich ist! Nach einer Weile machen wir an einem der Gehöfte Halt – wir besuchen eine der zahlreichen „Weber-Familien’, die sich hier an dem Straßenstück etabliert haben. Hier werden nicht nur Schafe gehalten, auch die Wolle wird gleich gesponnen und gefärbt und daraus allerhand Zierat in allen Breiten gewebt. Die ganze Familie, Männer wie Frauen, sind damit beschäftigt! Es sind überaus hübsche Stücke darunter und mir tut es heute richtig leid, dass ich nichts mitnehmen kann – hier hätte ich gerne zugegriffen! Bei der Abfahrt sehen wir, dass dieser Hof sogar einen kleinen ‚Privatfriedhof’ gleich auf dem Hügel gegenüber dem Haus hat!

Die Straße windet sich stets entlang einem kleinen Fluß, wir machen auch bald noch einmal Halt in einem kleinen Dorf mit wieder einer riesigen Kirche – manchmal machen die wirklich den Eindruck von „Wehrkirchen“ mit ihren dicken Mauern und den massiven Holztüren! Wir machen aber nur kurz Station für eine kurze Besichtigung – das Dorf wirkt wie ausgestorben! Hier ist die Kirche innen mit vielerlei Bemalungen verziert und es gibt einige Holzschnitzereien zu sehen.

Bei der Weiterfahrt sehen wir am gegenüberliegenden Ufer bald schon Molinos liegen, unseren nächsten kurzen Stop! Vor allem die Kirche ist hier wieder sehr beeindruckend – schon von weitem grüßen uns die beiden massigen Kirchtürme!
Auch das Dorf selbst macht einen sehr ‚aufgeräumten’ und gepflegten Eindruck! In der Kirche ist besonders bemerkenswert, dass alle Bilder an den Wänden gewebt sind – also sozusagen ‚gewebte Malerei’! Gegenüber der Kirche ist in der alten ehemaligen Gouverneurs-Estancia ein Hotel eingerichtet – das wollen wir zwei Frauen schnell mal zum Besuch der ‚Banos’ nutzen! Und was für eine Überraschung – es scheint sich um ein Luxushotel zu handeln: Alles ist in bestem Zustand, die Toiletten sehr modern und sauber – sogar mit kleinen Blumengestecken auf den Waschtischen! Auch der Innenhof macht einen sehr einladenden Eindruck mit den kleinen Tischen unter den ausladenden uralten Bäumen! Wir bedauern sehr, dass wir nicht hier übernachten können :-)!
Die Weiterfahrt führt uns noch ein Stück im Flußtal entlang, vorbei an vielen alten Häusern! Die Straße wird immer holperiger und gerade hier treffen wir auf zwei Radler-Touristen, die jedoch gerade eine wohlverdiente Pause im Schatten einlegen! Hin und wieder können wir auf den Flußwiesen Bauern bei der Zwiebelernte sehen – das scheint hier ein Haupteinkommenszweig zu sein!
Nun geht die Umgebung wieder in ein etwas mehr spektakuläres ‚ambiente’ über! Hinter weiten Flächen voller niedriger Kakteen sehen wir vielfarbige Berge blitzen und bald schon wird auch die Straße eher zum Canyon durch abenteuerliche Sandsteinformationen! Die ersten sehen von weitem aus wie mittelalterliche Burgen, erst beim Näherkommen stellt sich heraus, dass alles natürlichen Ursprungs ist! Dazwischen sehen wir einzelne relativ große Bauernhöfe und bald auch die ersten Weinfelder zwischen den Hügeln. Die Gegend hier rund um Cafayate ist die höchstgelegene Weinanbaugegend der Welt – wir befinden uns immerhin auf rund 2000 m Höhe!
Bald wandeln sich die grauen und rötlichen Felsen in eher gelbe und sogar weiße Wände und dann – nach ein paar engen Felsdurchgängen
liegt vor uns ein weißes bzw. hellgraues Meer von ‚Sahnehäubchen’! Soweit das Auge reicht, Spitzen aus hellem Fels – wir haben die ‚Quebrada Angastaco’ erreicht!
Manchmal sehen die Felsspitzen aus wie ein sturmgepeitschtes Meer, manchmal haben sie sogar tier- oder menschenähnliche Umrisse und manchmal hängen sie so weit über die Straße, dass man befürchten könnte, sie stürzen herab! Und an den ‚gefährlichsten’ Stellen sind sicherheitshalber kleine Altäre in Wandnischen angebracht :-)! Während wir die Aussicht von einem ‚mirador’ ausgiebig genießen, wandert Andreas schon ein Stück voraus – das lange Sitzen im Auto muss ein Qual für ihn sein! Wie ein Regenwurm schlängelt sich die Straße durch die Felsen und gibt hinter jeder Kurve wieder neue tolle Aussichten preis! Einmal eine besonders schöne – ein großer Fleck voller roter Chilli-Schoten ist ein hübscher Farbklecks im hellen Grau!

Dann ist es aber auch fast zu Ende mit der Märchenlandschaft – die roten Berge im Hintergrund künden uns an, dass wir bald unser heutiges Ziel Cafayate erreichen werden. Es ist auch schon spät, die Sonne bereits am Untergehen – die Berge sehen in diesem Licht wie glühend aus oder wie Aschewolken spuckende Vulkane!

Dienstag, 5.4.2011
Die Übernachtung war einfachst, aber soweit ganz okay! Gefrühstückt wurde in der Bäckerei in der Nachbarschaft mit leckeren frischen Semmeln, Schinken und Ei! Wir haben noch ein wenig Zeit, um in Cafayate auf Entdeckungen zu gehen. Ich möchte gern das berühmte ‚Wein-Eis’ probieren, für das überall geworben wird! Leider hat diese Eisdiele jedoch schon geschlossen – die Saison hier geht dem Ende zu! Ich finde aber in einem Weinladen endlich einige kleine Flaschen Wein! Was für ein Segen, nun kann ich auch mal wieder Wein zum Essen trinken – eine ganze Flasche ist mir stets zu viel alleine! Nach einem kleinen Spaziergang rund um die ‚Plaza de Mayo’ geht es zurück ins Auto und zu einer Weinkellerei – zum höchstgelegenen Weinanbaugebiet der Welt gehört das natürlich dazu! Es ist interessant zu sehen, wie die Trauben mit Lastwagen angefahren werden und in den großen Schacht geleert werden, von wo sie durch eine große ‚Schnecke’ weiter transportiert werden zum Entstielen, waschen und manchmal auch ‚Enthäuten’! Auf ein Tasting verzichten wir – uns ist das bei der Hitze mitten am Tag zu riskant! Auf dem Vorplatz vor der Kellerei erstehen wir bei einer ‚fliegenden Händlerin’ noch ein paar leckere Käse und luftgetrocknetes Schweinefilet – zusammen mit den heute morgen erstandenen frischen Semmeln und ein wenig Tomaten und Obst wird das heute unser Mittagspicknick werden!
Ein kurzer ‚Umweg’ bringt uns zu einem Flusstal, in dem Spuren von früheren Zivilisationen zu sehen sind. Mit einem einheimischen Guide geht es durch bewässertes Bauernland (die Kanäle dort erinnerten mich wieder sehr an den Oman!) und ein Stück hoch zu einer Opferstelle und einer Höhle mit Malereien! Am Beeindruckendsten waren für mich jedoch die blitzeblank geputzten schwarzen Schuhe unseres Guides – hier in dieser staubigen Gegend!!!
Jetzt wird es jedoch Zeit zum Weiterfahren – die ‚Quebrada Cafayate’ wartet auf uns! Eine rote Sandsteingegend, die voll ist mit ungewöhnlichen Gesteinsformationen! So gibt es ein ‚Amphitheater’ (ein wenig sah das aus wie im Antelope Canyon in Arizona) – eine Art ‚Kamin’ umgeben von steilen Felswänden mit einer überaus guten Akustik! Hier finden während der Sommermonate manchmal sogar Orchester-Konzerte statt! Es gibt auch eine ‚Kröte’ und ein „Schloss“, eine „Titanic“, eine „Teufelsschlucht“, einen „Mönch“ und eine „Fensterwand“ …!


Mitten in der Quebrada findet unser Fahrer einen schattigen Platz unter einem Baum für unser Picknick! Irgendwelche Landarbeiter haben schon ein paar große Steine hierher gerollt und so haben wir ‚“Tisch und Hocker“ :-)! Es schmeckt uns allen besser als das schönste Restaurant-Essen! Es ist total ruhig hier (es sei denn, es fährt gerade mal ein Auto vorbei), hin und wieder passieren ein paar Schafe unseren Essplatz oder wir haben kleine neugierige Zaungäste und die frische Luft direkt hier am Fluß genießen wir sehr!
Dann geht das Besichtigungsprogramm weiter – aber erst einmal müssen wir eine kleine Umleitung nehmen! Die Straße ist vom Fluß so unterspült worden, dass ein großes Teilstück einfach nicht mehr existent ist! Die Umleitung führt uns jedoch an einer kleinen Farm vorbei, die voll ist von jungen Tieren: Lama-, Hunde-, Katzen-Babies und viele, viele Küken aller Alterstufen wimmeln dort herum! So nette Hündchen – ich hätte auf der Stelle eins mitnehmen wollen! Kurz nach diesem außerplanmäßigen Stopp sehen wir am anderen Flussufer plötzlich terrassenartige Gebäude! Wie uns unser Fahrer erklärt, waren das bis vor etwa 20 Jahren Badehäuser für heiße Quellen, die es dort gab. Inzwischen sind sie jedoch versiegt und die Badhäuschen verfallen langsam!
Der Besuch im ‚Amphitheater‘ ist deutlich beeindruckender, als wir es uns vorgestellt hatten – wir können nun gut verstehen, dass hier Konzerte ein großer Erfolg sind! Die Teufelsschlucht ist ein enges Kar, das von einer großen, merkwürdigen Felsplatte vom Ausgang ‚abgeschnitten’ ist. Andreas übersteigt die mal, um zu sehen, was dahinter noch kommen könnte. Aber es ist wohl ziemlich enttäuschend – ein Kar eben, nur die querstehende Felsplatte ist außergewöhnlich!
Das nächste Ziel ist ein ‚mirador’, von wo wir die umliegende Landschaft wie auch das gewundene Flussbett wunderbar erkennen können.
Dort oben ist es ziemlich windig und schwuppdiwupp ist Andreas’ Kappe im Abgrund verschwunden! Er steigt ihr aber sofort nach (obwohl der Abhang völlig ohne Tritt ist, dafür überall feiner loser Sand!), findet sie auch tatsächlich wieder und kommt auch wohlbehalten wieder oben an!
Beim Weiterfahren sehen wir dann die ‚Fensterwand’ – das sieht schon witzig aus! Aus der hochstehenden steilen Felswand sind durch Wind und Erosion richtige viereckige ‚Fenster’ herausgemeißelt worden!
Das allerbeste ist aber die Kröte! Wie ein überdimensioniertes Monster sitzt sie plötzlich am Straßenrand! Wirklich sehr naturgetreu – wie auch die Figur des ‚Mönch’s’, die wir kurz danach passieren – ein schmaler schlanker Fels, der aussieht wie ein Mönch mit Kutte und Kapuze!
Nun werden aber bald die roten Berge wieder grüner – wir sind tiefer und die Vegetation nimmt wieder zu! Auch das Flussbett ist jetzt schmäler, auf beiden Seiten gut zugewachsen!
Als letzter Besichtigungspunkt steht jetzt noch ‚Alemania’ an – nach allen Reiseführern eine ursprünglich deutsche Siedlung! Nach Meinung unseres Fahrers ist dieser Name jedoch nur auf den deutschen Architekten des dortigen Bahnhofs zurück zu führen! Und tatsächlich, der Bahnhof könnte auch in jeder x-beliebigen deutschen Kleinstadt stehen! Die Siedlung ist inzwischen jedoch so gut wie verlassen! Im Bahnhof haben ein paar Hippies ihr notdürftiges Lager aufgeschlagen, das frühere Haus des Bahnhofsvorstehers wird allerdings noch bewohnt – wie die vielen Hühner, Enten und Schafe bezeugen, die sich im früheren Garten tummeln!
Die übrigen Häuser stehen überwiegend leer, einige wenige dienen den früheren Besitzern wohl als eine Art Ferien- oder Sommerhaus! Aber es gibt einen Polizeiposten dort – was immer der auch zu regeln hat! Es ist schade, denn die Siedlung liegt wunderschön im Grünen und es scheint auch äußerst fruchtbares Land zu sein. Ich tendiere doch dazu, dass es eine deutsche Siedlung war und die Leute dann aus bestimmten Gründen woanders hin gezogen sind oder auch ziehen mussten! Denn warum sollten Argentinier, die dort wohnten, ihre Heimat einfach so aufgeben?
Nun kommen wir bald zu der Abzweigung nach Cachi, wo wir diese Straße hier gestern verlassen haben. Wir werfen noch einen letzten Blick auf die imposante Bergwelt, die wir gerade durchfahren haben!

Weiter geht es wieder an den ausgedehnten Tabakpflanzungen vorbei! An einer Tankstelle müssen wir halten – das Auto braucht ‚Flüssigkeit’ und wir müssen welche dort lassen :-)! Hier, wie an so vielen Orten in Argentinien gibt es – wie andernorts auf der Welt Cola-Automaten – einen Automaten für heißes Wasser, damit die Thermosflasche stets nachgefüllt werden kann zur Zubereitung des ständig allgegenwärtigen Matetees!

Es dunkelt bereits, als ich vor dem Hostel abgesetzt werde! Schnell jetzt noch eine Kleinigkeit zum Abendessen einkaufen – bloß gut, dass der Supermarkt abends lange geöffnet hat. Danach kann ich mich meinem Gepäck widmen. Mein Bus geht zwar erst morgen am Nachmittag, aber vielleicht kann ich den Vormittag dann noch für ein paar Unternehmungen nutzen.
Bald aber steige ich in mein Bett uns schlummere meinem letzten Tag in dieser aufregenden Umgebung entgegen!

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