Erholungsurlaub bei Barbara in „Southern California“

Samstag, 9.7.2011

Um 2.30h klingelte der Wecker rsp. mein Handy – schnell unter die Dusche und in die bereit gelegten Kleider! Dann die paar Sachen zusammen gerafft und runter ins Erdgeschoß damit! Hier ist absolute Stille und Dunkelheit, aber es stört hier weder jemand, wenn ich Licht mache, noch das Hineinstecken der restlichen Sachen in Koffer und Rucksack!

Das von Federico bestellte ‚Sammeltaxi‘ fährt auch pünktlich vor und so bin ich zur richtigen Zeit am Flughafen. Da ist schon allerhand los – es starten einige Maschinen in den nächsten Stunden! Heute habe ich mein Weiterflugticket von Lufthansa ausgedruckt bei mir (auch wenn ich es ja eigentlich nicht nutzen will – weiß aber hier keiner :-)), es sollte also beim Einchecken keine Probleme geben! Hab ich mir so gedacht – Continental ist aber immer wieder für Überraschungen gut! Ich hatte wieder online eingecheckt, auch zwei ordentliche Plätze diesmal ohne Aufpreis bekommen – jetzt wollte die Dame am Counter aber nicht mein Weiterflugticket sehen (Überraschung!), sondern sie teilte mir mit, daß für diesen Flug jetzt nur ein Gepäckstück kostenfrei eingecheckt werden kann (beim Hinflug waren es noch zwei!). Also nochmal das Gepäck umpacken (Waschtasche in den Koffer, dafür Bücher in den Rucksack etc.!), weil ich keine Lust habe, extra 60$ zu bezahlen!
Aber sonst geht der Flug gut, es gibt sogar richtig was zu essen – es würde mich wirklich mal interessieren, welche Kriterien bei dieser Fluglinie für die unterschiedlichen Flüge zugrunde gelegt werden…


In Houston ist es einigermaßen unkompliziert – bei der Immigration dauert es zwar ein wenig, aber ohne besondere Vorkommnisse. Auch Gepäckaufnahme vor dem Zoll und Wieder-Abgabe danach gehen schnell, so habe ich heute genügend Zeit, um gemütlich von einem Ende des Flughafens (International Arrivals) zum anderen (Domestic Departures) zu laufen.


Der Flug von hier nach Los Angeles geht von kurz nach den Außenbezirken der Stadt fast ausschließlich über Wüstengebiete!


In Kalifornien allerdings sind mitten in den Wüsten immer wieder kleine und größere Anbauflächen zu erkennen. Was treibt Menschen dazu, in solch unwirtlichen Gegenden mit einem unendlichen (und teuren, von den negtiven Umwelteinflüssen ganz zu schweigen!) Bewässerungsaufwand Felder anzulegen? In einem Land, das doch eigentlich genügend andere Anbauflächen vorweisen könnte! Die Seen und Flüsse in den angrenzenden Bundesstaaten und in Kalifornien selbst haben immer niedrigere Wasserstände – das treibt so seltsame und perverse Blüten, daß Farmer aus Colorado z.B. ihre Farmen aufgeben mußten und jetzt in Kalifornien als Landarbeiter ihr Leben fristen – da hat sich seit den Zeiten von „Früchte des Zorns“ offenbar nicht viel verändert, oder eher noch mehr zum Negativen!




Bald schon kommt Lake Elsinore in Sicht und dann ist es nicht mehr weit bis Los Angeles! Es ist das erste Mal, daß ich L.A. aus dem Süd-Osten anfliege, bei allen meinen Flügen bisher kam ich stets aus dem Nord-Osten – intressante Einsichten waren dadurch möglich!



Auch meine Weiterreise zu Barbara wird eine Premiere, sie soll zum ersten Mal via ‚öffentlichem Nahverkehr‘ stattfinden – das übliche Leihauto habe ich mir aus dem Kopf geschlagen! Es ist mitten in der amerikanischen Ferienzeit und Leihwägen daher unverschämt teuer! Heute deswegen also mit Bus und Bahn bis nach Oceanside, wo mich Barbara abholen will! Ich rechne ihr das hoch an, da die beiden in Frage kommenden Züge erst um 19 bzw. 22h dort ankommen und das ist für sie normalerweise ja schon fast Schlafenszeit!

Der Bus zum Bahnhof für den früheren Zug geht eine Stunde nach meiner Ankunft vom Airport ab. Obwohl ich ja diesmal keine Immigration mehr hier durchlaufen muß (hatte ich ja bereits in Houston), wird das knapp – in LAX wird grundlegend renoviert (wer hätte das noch gedacht:-)!)

und es gibt allerhand ‚Stolpersteine‘ bis zur Gepäckausgabe. Zu allem Überfluß fällt das Gepäckband auch noch aus und wir müssen auf die ‚Lieferwägen‘ mit den Gepäckstücken warten. Jetzt ist es von Vorteil, daß ich nur ein Gepäckstück habe (was gleich auf dem ersten Wagen liegt). Leider stelle ich jetzt fest, daß ich mir zwar einen genauen Plan zur Bushaltestelle ausgedruckt habe, aber natürlich vom Tom-Bradley-Terminal aus (international – dort komme ich normalerweise auch an!). Jetzt erst die nächste Bushaltestelle von hier erfragen (ich weiß auch garnicht, in welchem Terminal ich mich gerade befinde) dauert wahrscheinlich zu lange, also schnell zum Taxistand! Hier ist schon eine ellenlange Schlange vor mir und ich finde mich schon damit ab, daß ich doch erst den späteren Zug erreichen werde (arme Barbara!), als ich bei einem japanischen/koreanischen Taxifahrer einsteige! Als ich ihm sage, daß ich zum Bahnhof möchte, fragt er mich nach dem Zug. „Eigentlich den in einer halben Stunde, aber das wird ja nicht gehen“ – wir haben also mehr als genug Zeit für den nächsten! Er meint daraufhin nur „heute am Sonntag sollte der erste noch zu schaffen sein, Du willst doch wohl nicht solange am Bahnhof rumsitzen!“ und jagt mit einem Affenzahn über die diveren Stadtautobahnen – so schnell, daß ich vorsichtshalber einwerfe, daß ich evtl. Kosten für Strafzettel nicht übernehmen werde! Da lacht er nur und braust weiter. Tatsächlich, 10 Min. vor Abfahrt lädt er mich auf verbotenem Terrain aus, ich muß aber noch ein Ticket lösen. Drei Leute lassen mich am Schalter vor, die Verkäuferin ist ungewöhnlich schnell, als sie hört, welchen Zug ich erwischen will und ruft mir noch ein ‚Good Luck‘ hinterher. Jetzt geht es aufs Ganze – Rucksack auf dem Rücken, Koffer in der einen Hand und meine Reisehandtasche in der anderen, geht es im Dauerlauf zu Bahnsteig 10 (mußte ja einer der letzten von der Schalterhalle aus sein!), dann noch zwei Treppen hoch (die ich beinahe nicht mehr schaffe vor Atemlosigkeit!) und ich falle in den Zug! Kaum bin ich drin, gehen die Türen zu und er fährt ab! Jetzt muß ich mich erstmal verschnaufen, ehe ich noch die Treppen in die oberste Etage des Zuges zu meinem Platz erklimmen kann! Voller Stolz rufe ich von dort dann Barbara an, daß sie mich schon vom früheren Zug abholen kann!
Es ist nett, die Welt hier mal vom Zugfenster aus zu sehen – so kann ich den Bahnhof in San Juan Capistrano und seine Umgebung, was ich schon zwei mal zu Sightseeing besucht habe (Mike – erinnerst Du Dich noch?) jetzt vom Zugfenster aus betrachten und auch am Pier von San Clemente fahre ich sozusagen in Reichweite vorbei.
In Oceanside wartet meine zuverlässige Abholerin bereits auf mich und ist voll des Lobes, daß ich den Zug noch geschafft habe – sie hatte fest damit gerechnet, daß ich erst den späteren schaffen werde!
In Fallbrook ist es wie ein kleines ‚Nachhause kommen‘ für mich! Ich freue mich sehr auf die nächsten zwei Wochen ohne jedes Sightseeing oder irgendwelche Verpfichtungen, ehe ich dann durch den Nordwesten der USA auf Entdeckungsreise gehen werde!

Sonntag, 10.7. bis Samstag 23.7.2011

Zwei richtig faule Erholungswochen liegen jetzt vor mir! Barbaras Terrasse wird der bevorzugte Aufenthaltsort für uns beide sein! Nur selten und kurz unterbrochen von ein wenig einkaufen, einer größeren Shoppingtour ins Outlet Center nach Carlsbad (wo ich aber außer einem absoluten Schnäppchen bei GAP (ein T-Shirt für 5$) und einem Pandora-Souvenir-Bead (eine mexikanische Sonne) garnichts kaufe – dafür schlage ich eine Woche später in San Juan Capistrano zu! Bei Chicos bringe ich meine Kreditkart ‚zum Glühen‘ :-)! Ein Friseurbesuch ist dringend nötig und auch ein Wiedersehen mit den ‚Mädels‘ von der Fußpflege (schöne Grüße an meine „Kinder“)! Wir stöbern ausgiebig im Buchladen und lassen uns dort das Mittagessen bei Starbucks schmecken! Eines sonntags Nachmittg hatten wir sogar das ‚ganz dringende Bedürfnis‘, in die ‚French Bakery‘ zu fahren, um uns mit richtig leckerem Kuchen einzudecken (die freundliche Verkäuferin hat uns sogar ein zerbrochenes Kuchenstück noch gratis dazu gepackt – wir müssen ziemlich süchtig ausgesehen haben :-)).

Wir haben ein paar Mal Frauen zu Gast, die mir in all den Jahren auch zu Freundinnen geworden sind und das ist immer sehr vergnüglich, ich bekomme das neue Haus von Maxine in Encinitas zu sehen (ausgesprochen hübsch und sehr gemütlich!) und ich bin zwei Mal Gast beim DKK, dem deutschen Konversationsklub, wo ich von den Anwesenden herzlich begrüßt werde (einige von ihnen hatten mich bei meinem damaligen Besuch im Januar schon kennen gelernt). Bei einem schönen Sonntagsausflug treffen wir uns mit Debbie und ihrem Mann in einer wunderschön gelegenen Winery nahe Temecula, wo auch gleichzeitig 3 junge Bräute gerade ihren ‚Junggesellenabschied‘ feiern – was für ein kurzweiliger Nachmittag für uns alle! Bei einem gemeinsamen Abendessen in Carlsbad lerne ich endlich auch Barbaras Freundin Mary Lou kennen, von der ich schon soviel gehört hatte – und es ist eine Freude, sie zu treffen!

Ich arbeite diesmal nur ganz wenig im Garten (ein wenig die Zitrusbäumchen beschneiden und mit den Schnecken kämpfen), dafür rauche ich viel zu viel mit Barbara – das kann aber auch mal sein! Wir philosophieren ungeheuer viel und lösen alle Probleme der Welt, der USA und Deutschlands mehrfach (aber unsere ’solutions‘ will ja keiner wissen :-)), dabei wird mehr gelacht als geweint – aber das auch manchmal! Unsere Abende weiten sich immer weiter aus (einmal gehen wir erst um 23.30h ins Bett!) und wir schlafen morgens immer länger (8.30h war keine Seltenheit!). Vor der ‚Hütte‘ lasse ich mir originalgetreu ein „Erdinger Weißbier“ schmecken (gibt es hier neben vielen anderen deutschen Biersorten inzwischen zu kaufen!), den Geburtstag von einer DKK-Freundin feiern wir in einem deutschen Lokal in San Juan Capistrano bei Rouladen, Wiener Schnitzel und Käsekuchen bzw. Zwetschgendatschi als Nachtisch und am letzten Tag hier serviert Barbara mir zum Abschied sogar Weißwürste (von einem deutschen Metzger und garnicht mal schlecht)!

Das Wetter ist die ganze Zeit schön, wie es sich während meiner Aufenthalte eigentlich immer gehört, an wenig Tagen allerdings fast ein bißchen zu heiß oder auch zu kalt!

Was für ein schöner Zwischenaufenthalt – wieder „daheim“ in Fallbrook! Danke Dir, Barbara, für diese wunderschöne entspannte Zeit mit Dir – und natürlich auch allen, die daran noch beteiligt waren, vor allem Maxine, Christel, Christl, Christa, allen DKK-Mitgliedern, Debbie und Ken, Mary Lou, Trudy und nicht zuletzt Joe für den Kaffee und die lustigen ‚Döntjes‘ auf der Terrasse :-)!

Und hier jetzt die Fotos von diesem Aufenthalt im „Fallbrook Resort“!




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