Auf dem Weg nach ‚Port Hedland‘

12.10.2010
Philippa muß schon kurz nach 7h das Haus verlassen und gibt mir einen Schlüssel, damit ich mich ganz in Ruhe fertig machen kann.
Ich wasche schnell noch eine Bluse und etwas Unterwäsche – bei dem warmen und heftigen Wind draußen trocknet es bestimmt, bis ich fertig zur Abreise bin.
Es ist dicht bewölkter Himmel – also regnen müßte es nicht gerade in den nächsten Tagen :-(!
Ich frühstücke schnell, packe meine sieben Sachen zusammen und räume alles ins Auto! Meine Wäsche ist inzwischen getrocknet und wird auch in den Kofferraum gelegt. Vor der Abreise aus Karratha sitze ich jedoch noch eine Weile bei McDonalds und nutze das freie WiFi zum Hochladen der Fotos von den drei Tagen in Coral Bay. Danach ist wieder mal Einkaufen bei ‚Coles‘ angesagt – Philippa hat mir dringend dazu geraten – ‚it will be much more expensiver in the north‘! Also stocke ich meine Vorräte an Cup Noodles, Obst, Gemüse, Wasser, Müsliriegeln und löslichem Capuccino auf! Ich kann ja nur Lebensmittel kaufen, die ich entweder gleich so essen kann oder die sich mit heißem Wasser zubereiten lassen – einen elektrischen ‚kettle‘ gibt es in jeder einfachsten Backpacker-Unterkunft, notfalls bekommt man aber auch heißes Wasser mal in einem Roadhouse…
Aber nun ‚on the road again‘ – die Straßenzustandstafel am Ortsausgang sagt nichts Negatives, obwohl es Richtung Norden ziemlich dunkel aussieht!
Bald schon geht es durch absolut rotes Land – ich nähere mich der ‚Pilbara‘, einer der neun Regionen West-Australiens. Eine äußerst dünn besiedelte Region, die jedoch einige der schönsten Naturattraktionen West-Australiens beheimatet. Daneben ist sie jedoch auch eine Region mit sehr ergiebigen Bodenschätzen: Die Förderung der ökonomisch sehr bedeutenden Bodenschätze reicht zur Deckung des eigenen Bedarfs und auch noch für den Export. West-Australien liegt mit 37% der gesamten Menge geförderter Bodenschätze an der Spitze aller australischen Regionen. Es werden in großen Mengen Kohle, Eisenerz, Erdöl und -gas, aber auch Gold,Bauxit, Kupfer, Mangan, Nickel, Zink und Uran werden abgebaut.
Überall sieht man von der Straße aus Hinweisschilder auf Minen oder manchmal gar die Minen selbst!
Ziemlich schnell bin ich in Roebourne, einem der historischen Städtchen hier in der Gegend! Es gibt ein Gemeindehaus und sogar ein Denkmal für die Gefallenen des 1. Weltkriegs (was hatte Australien wohl damit zu schaffen – wahrscheinlich Hilfeleistung im Rahmen des Commonwealth?).


Nach diesem Städtchen fängt dann wirklich das ‚Outback‘ an – unzählige ausgetrocknete Flüsse und Creeks
, deren Flussbetten jedoch gesäumt sind von wunderschönen Eukalyptus-Bäumen mit ihren weißen Stämmen und dem frischen Grün der Blätter oder die zugewachsen sind mit frischen grünen Grasbüscheln. Auch an der Straße entlang gibt es immer wieder ganz frisches Gras zu sehen – es muß hier erst kürzlich geregnet haben.
Langsam wird auch deutlich, daß ich mich im Land der Aboriginies befinde – Ortschaften wie auch große Farmen haben eindeutige Namen!

Die Fahrt wird immer schöner durch die Farbenpracht und die Vielfältigkeit der Landschaft.


Plötzlich sehe ich auf einem Baum neben der Straße ganz viele Papageien sitzen – so schnell kann ich garnicht bremsen! Ich fahre also ein Stück rückwärts – ist hier wirklich kein Problem, man kann weit nach hinten sehen und Autos sind eher selten – um das fotografieren zu können

Die Fahrt, die heute ’nur‘ etwa 300 km lang war, vergeht wirklich wie im Flug. Es war erstaunlich, daß es kaum mehr tote Tiere am Straßenrand zu sehen gab – entweder gibt es hier nicht so viele lebende oder die Autofahrer fahren vorsichtiger…

Port Hedland ist ein riesiger Hafen zur Verschiffung der geförderten Bodenschätze. Vom Landesinneren werden sie per Güterzug an die Küste gebracht. Ich bin lange parallel zu den Schienen neben einem hergefahren, der vorne 2 Loks hatte, in der Mitter nochmal 2 und hinten noch eine zum Schieben. Ich konnte die Waggons nicht zählen, aber das müssen weit mehr als 100 gewesen sein!
Die eigentliche ‚Wohnstadt‘ ist ‚South Hedland‘ und der Touristenbereich ist rund um ‚Cookie Point‘ angesiedelt. Dort will ich heute auch übernachten, ich habe in dem Tourbook des RAC gesehen, daß Betten im ‚Bunkhouse‘ 50 A$/Nacht kosten sollen.
Aber als ich nachfrage, erfahre ich, daß diese Preise längst nicht mehr gelten würden, ein Zimmer im Bunkhouse kostet inzwischen 150A$!!! Aber weil ich allein unterwegs bin, bekomme ich es für 100A$ und dann gibt es noch 10% ’senior discount‘ – aber selbst 90 A$ für eine Nacht sind ganz schön happig. Der Raum ist ohne Fenster, nur mit einem verdeckten Oberlicht und zwischen den ‚Zimmern‘ gibt es nur etwa 3 m hohe Zwischenwände – man kann also alles hören, was im Nachbarzimmer gesprochen bzw. geschnarcht wird… Aber es gibt einen eigenen Kühlschrank und AC und zwei bequeme Betten, Waschgelegenheiten sind ’shared‘ und eine große allgemeine Küche ist ebenfalls vorhanden!
Ich mache mir einen Kaffee und rufe Jenny an, ob ich nicht vielleicht morgen statt Donnerstag schon kommen kann. Leider erreiche ich sie nicht, also schreibe ich nochmal eine Mail.
Vom BBQ-Platz aus hat man einen wunderbaren Blick auf den Sonnenuntergang über dem hell erleuchteten Hafen!

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