On the road again!

20.10.2010
Leider habe ich total verschlafen! Da ich die letzten Tage immer schon so früh wach war, habe ich mir keinen Wecker gestellt und bin erst aufgewacht, als in der Küche die ersten mit dem Frühstück hantiert haben!
Obwohl ich mich mit Morgentoilette, Packen und Frühstücken sehr beeilt habe, ist es doch 9h geworden, bis ich los komme! Da schaffe ich es auf keinen Fall mehr bis Mt. Magnet, werde also schon in Newman übernachten müssen – das ist nur etwa 260 km entfernt!
Da ich jetzt also genügend Zeit habe, werde ich noch auf den Mt.Nameless hochfahren. Es muß von dort oben eine tolle Aussicht auf die Stadt und die umliegenden Berge sein!
Gesagt, getan – vor der Auffahrt warnt ein Schild, dass die Strecke nur für 4WD-Fahrzeuge erlaubt ist. Aber schließlich habe ich ja eins!

Der erste Teil der Straße ist eine locker zu befahrende gravel road. Dann allerdings geht es steil bergauf auf einem sehr ‚roughen’ Weg! Aber mein ‚Training’ durch die Wadis im Oman macht sich bezahlt – ich komme unbeschadet oben an!

Und was soll ich sagen – die Aussicht war grandios! Ich konnte von dort oben auch noch einmal das ganze Minengelände in Augenschein nehmen! Aber auch für die Sicht auf das kleine Städtchen und die weitläufigen Karijini-Berge rund herum hat sich der ‚Aufstieg’ gelohnt!

Langsam und vorsichtig trete ich den Rückweg an und auch das geht ohne Probleme. Jetzt schnell noch Tanken! Da mache ich heute schlechte Erfahrungen – und es erklärt sich mir schnell, warum Bob das gestern als die ‚Goldmine’ des Ortes bezeichnet hat! Es stand groß draußen angeschrieben, dass beim Kauf eines bestimmten Erfrischungsgetränks 2 Flaschen zusammen 5$ kosten statt einzeln 4.10$! Und außerdem beim Einkauf über 2$ noch mal 2 Cent Nachlaß beim Benzinpreis gegeben werden – zusätzlich zu dem ‚Coles’-Gutschein für 4 Cent/Liter.
Die Dame an der Kasse zog schon ein Gesicht, als ich meinen Coles Gutschein vorlegte. Und als ich dann noch eine Quittung verlangte, hätte sie mich am Liebsten gleich gefressen! Wie ich dann feststellte, hatte sie 2x den Einzelpreis pro Flasche berechnet und die beiden zusätzlichen Cent auch nicht abgezogen!
Also noch mal zurück und freundlich nachgefragt! Da blitzte sie mich nur an „you must be very poor…“ und schmiß mir nach einem kurzen Blick statt der zuviel berechneten 3,80$ ganze 5,80$ auf den Tresen! Bei soviel ‚Freundlichkeit’ habe ich das Geld einfach eingesteckt und bin schnell gegangen…
Ansonsten verlief die Fahrt ganz gemütlich – zu Anfang war ich immer noch gefesselt von der Vielfalt der Landschaft!

Aber auch die ‚Gefährlichkeit’ des Autofahrens hier wurde mir wieder bewusst – am Straßenrand stand ein BMW, dem offenbar ein Kängoroo vor die Scheibe gehüpft war!

Aber ich habe bei der gesamten Reise in den Norden und zurück noch kein einziges lebendes Kangoroo gesehen – die scheinen vor mir Angst zu haben :-)!
Kaum auf dem ‚Great Northern Highway’ wurden die umgebenden Berge schnell zu Hügeln
und dann war es bald ganz flach. Erst noch hin und wieder mit ein paar Geröllhaufen ‚gesprengselt’, dann gab es nur noch flaches Buschland, das schnell lichter wurde, bald wuchs gar nichts mehr und schon merkte ich, dass ich mich im Randgebiet zur ‚Gibson Desert’ befand!

Es waren hier fast keine PKWs mehr unterwegs, dafür umso mehr überbreite Transporte. Denen voran fuhr stets ein Begeitfahrzeug mit Blinkern und Lichthupe auf der rechten Fahrbahnseite – es blieb dem Gegenverkehr also nichts anderes übrig, als auf den Randstreifen auszuweichen und dort abzuwarten, bis der Transport vorbei war!

Trotz dieser immer mal wieder auftauchenden ‚Hindernisse’ bin ich schon gegen 12.30h in Newman – einer ganz fürchterlichen Stadt! Geprägt auch von einer riesigen Mine (BHP ist noch deutlich größer als Rio Tinto!), aber es fehlt der Charme des kleinstädtischen von Tom Price! Also hier will ich nun nicht den ganzen Nachmittag rumhängen und wahrscheinlich auch noch einen stolzen Preis für eine Übernachtung bezahlen müssen – ich fahre weiter und steuere das nächste Roadhouse an!
Langsam wird die Umgebung wieder ein wenig grüner, auch viele Kühe treiben sich knapp neben der Straße herum – höchste Aufmerksamkeit also! Um 13.30h überfahre ich wieder den ‚Wendekreis des Steinbocks’ und halte im gleich dahinter liegenden ‚Capricorn Roadhouse’ – es ist kurz vor 2h und das ist mir aber auch noch zu früh zm Übernachten! Ich erfahre, dass bis zum nächsten – ‚Kumarina’ – noch etwa 2h zu fahren sind! Das hört sich gut an, ich fahre wieder weiter! Es sind draußen inzwischen wieder 35 Grad und im gekühlten Auto fährt es sich nicht schlecht! In die Mischung von etwa 1800 Songs auf meinem I-Pod muss sich auch eine Weihnachts-CD geschlichen haben – plötzlich werde ich mit dem ersten Weihnachtslied hier im hochsommerlichen Australien konfrontiert…
Gut angekommen in Kumarina – es gibt auch Einzelzimmer! Aber die sollen 70$ kosten!!! Also werde ich heute wieder einmal den bewährten „Overnight Stay“ im Auto durchziehen! Die junge Frau in der Tankstelle amüsiert sich köstlich darüber, aber sie meint okay, das wäre dann kostenlos. Ich sollte mich irgendwo in den Schatten stellen, damit sich das Auto zum Schlafen nicht zu sehr aufheizt! Die Tankstelle wäre zwar nur bis etwa 9.30h geöffnet, aber sie würden schon gut auf mich aufpassen! Du wenn ich möchte, könnte ich morgen früh für 6 A$ noch duschen, ehe ich weiter fahre!
Na, da fehlt sich doch gar nichts! Ich mache mir das Auto soweit schon mal zum Schlafen zurecht und setze mich dann mit einem Buch in den Restaurant-Bereich des Roadhouses! Als ich gegen 7h zum Auto komme, hat es immer noch 35 Grad Außentemperatur und da nutzte der Schatten gar nichts – innen war es genau so heiß… Es fängt zwar gerade an, ein wenig windig zu werden, aber die Fenster kann ich wegen der vielen Fliegen nicht auflassen! Die sind einfach überall – und das hat nichts mit mir zu tun!!!
Da ich wirklich gut getarnt unter Bäumen stehe und auch ein wenig abseits vom normalen Raststättenbetrieb, ziehe ich mich kurzerhand bis auf die Unterwäsche aus und hoffe, dass ich so einschlafen kann. Das war ein Fehlschluß – das Wassers rinnt nur so an mir herab! Also noch mal anziehen und auf die Toilette! Dort mache ich mir mein großes Microvlies-Handtuch gut feucht und mit dem decke ich mich dann zu – aaah, welche Wohltat!

2 Antworten zu On the road again!

  1. Conny schreibt:

    Servus Christine,
    es gibt ganz schön oft Landschaften mit nichts, wie auf deinem Foto der Gibson Desert. ich finde das nichts aber total faszinierend.
    Du hast zwar jetzt ja schon Übung im Kofferraumsleeping, aber ich muß dich trotzdem bewundern. Ist das denn so richtig bequem?
    Weiterhin gute Reise
    Conny & Rainer

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s