Südstaaten-Träume – New Orleans!

Sonntag, 12.Juni 2011

Was für eine Nacht – vor lauter Aufregung, daß ich auch nicht verschlafe, bin ich ständg aufgewacht und habe auf den Wecker geschaut! Es ist aber auch zu blöd, zu so nachtschlafender Zeit schon aufstehen zu müssen – noch dazu an einem Sonntag :-)! Aber es hilft alles nichts – schnell unter die Dusche, denn mein Gepäck muss jetzt bald fix und fertig sein, denn das wird gleich abgeholt werden! Nochmal einen intensiven Blick in alle Ecken des Zimmers, ob ich auch nichts vergessen habe und dann los. Bis jetzt war noch niemand da für das Gepäck, also stelle ich Rucksack und Koffer vor die Zimmertür und mache mich auf den Weg zum Eingangsbereich! Dort gibt es einen ’schnellen‘ Tee und dazu ein Mini-Croissant – mein Gepäck ist leider immer noch nicht da! Ich frage beim Concierge nach – hier liegt kein Auftrag vor. Der fragt den Bellboy – auch Fehlanzeige! Jetzt wird schnell noch jemand geschickt, denn mein Taxi ist schon im Anmarsch.
Der Concierge ist sehr erstaunt, daß das Taxi teurer sein soll, weil es so früh am Morgen ist – ich soll ja nicht mehr als die üblichen 40$ bezahlen, einen ‚Früh-Aufschlag‘ hätte es noch nie gegeben! Als das Taxi jetzt jedoch am Eingang vorfährt, stellt sich heraus, daß es ein Van ist und der kostet tatsächlich 70$! Ein Van ganz für mich allein – was für ein Blödsinn, da hat wohl jemand ein kleines privates Geschäftchen für sich gemacht! Jetzt kommt auch mein Gepäck und wir können losfahren! Unterwegs gibt es nochmal einen Wolkenbruch, der uns kurzzeitig zum Stoppen bringt, aber endlich komme ich doch am Flughafen an!
Da ich schon per Internet eingecheckt hatte, darf ich an den Drop-off Schalter gehen – und hier taucht das nächste, und diesmal größeres Problem auf! Ehe ich die Bordkarte bekomme, „brauchen wir Dein Weiterflugticket aus den USA hinaus“! Ich habe kein solches, weil ich ja mit dem Zug ausreisen werde (und dafür gibt es noch kein Papierticket). Davon ganz abgesehen, hätte ich auch kein Ticket in der Hand, weil ich ja für alle Flüge nur elektronische Tickets habe! „Dann mußt Du die Bestätigung für die Zugreise ausdrucken“ – die Zugreise habe ich aber noch garnicht gebucht! Mir fällt ein, daß mein letzter Teilabschnitt meines Around-the-world-Tickets (JFK-MUC) bei meiner Ankunft in den Staten noch gültig wäre – aber die Bestätigung dafür habe ich nur in meinem Web-Account! „Dann mußt Du ins Internet gehen und das ausdrucken!“ Und wo gibt es Internet? „Bei Starbucks!“ Aber dort gibt es keinen Drucker! „Dann mußt Du es am Informationsschalter ausdrucken lassen“! Wunderbar – der Informationsschalter macht erst um 9h auf, mein Flieger geht um 8h und jetzt ist es kurz vor 7h…
Die Dame besteht aber darauf, daß ich etwas Schriftliches vorlege! Ich wandere etwas atemlos (mit meinem ganzen Gepäck!) im Flughafengebäude herum – auch die Lounges und das Business Center sind natürlich noch geschlossen! Dann wird mir das aber zu bunt und ich gehe zum Schalter zurück! Ich habe schließlich gestern abend eingecheckt und da wurde nicht nach irgendeiner Form von „Weiterreise“ gefragt – woher sollte ich wissen, daß ich sowas vorlegen muß, wenn ich nur noch mein Gepäck abliefern will! Nach einer Weile hin und her und meiner Drohung, daß ich Continental für die Mehrkosten durch den versäumten Flug haftbar machen werde, lenkt sie ein wenig ein! Ich soll ihr sagen, welche Argumente ich bei der Immigration in Houston anbringen will, warum ich kein Weiterflugticket vorlegen kann! Das ist ja wohl die Höhe – was hat sie das zu interessieren? Ich werde es zum einen schon an Ort und Stelle erklären können und zum anderen gibt es dort sicherlich im Notfall irgendwo Internet! Schließlich gibt sie mir doch meine Bordkarte und ich kann auf den letzten Drücker zum Gate sausen!
Bei der Sicherheitskontrolle dann der nächste Schreck – Batterien sind im Handgepäck verboten! Wie bitte? Seit wann denn das? Ich habe schließlich auch Batterien in meinem Fotoapparat! In der Camera geht das, aber ich hätte 6 Ersatz-Batterien (und das sind teure wiederaufladbare!) und das wäre nicht erlaubt! So einen Schwachsinn habe ich ja noch nie gehört – was wollen die hier eigentlich alle von mir? Irgendwie scheint es nicht mein Tag zu sein! Jetzt verlange ich, daß der Supervisor hier dazugeholt wird – und der schüttelt nur den Kopf und läßt mich weitergehen! Ich möchte ja nicht wissen, wieviel Batterien der ‚Herr Übereifrig‘ den Reisenden vor mir schon abgenommen hat…

Jetzt komme ich aber wirklich noch gerade so ins Flugzeug – als Letzte! Total durchgeschwitzt falle ich in meinen Sitz – nachdem die Frau neben mir ihr Baby auf den Schoß genommen hat (der Platz war offenbar doppelt belegt worden)! Sie reist zusammen mit ihrem Mann und noch einer 5-jährigen Tochter – und sie wurden beim Einchecken alle auf Einzelsitze verteilt! Erst als der Mann wohl ziemlich Rabatz gemacht hätte, wurden die Kinder zu je einem Elternteil gesetzt – auch wenn die Familie jetzt 11 Reihen auseinander sitzt! Eigentlich haben sie auch für das Baby einen Sitzplatz bezahlt, aber da das Flugzeug total ausgebucht ist, kann ich nicht mal in die ‚First‘ (Business gibt es hier nicht) umgesetzt werden! Also kommt das Baby dankenswerterweise auf den Schoß und wir haben einen kurzweiligen Flug zusammen! Vielleicht war das Theater wegen meiner Weiterreise ja inszenziert, damit vielleicht über den Sitz verfügt werden konnte???
Ich wundere mich jetzt garnicht mehr, warum diese Fluggesellschaft (ebenso wie United, die ja jetzt dazu gehört) so schlechte Bilanzen hat – wer fliegt schon gern mit einer Gesellschaft, die so kunden-abgewandt agiert? Wahrscheinlich nur so blauäugige Touristen, wie ich einer bin, oder wenn es sonst keine andere Möglichkeit gibt! Die Rede vom CEO zu Beginn des Flugs über die Bord-Monitore „Wir tun alles für unsere Fluggäste“ läßt auch lautes Gelächter ringsum aufkommen – hier scheinen mehrere unzufriedene Fluggäste an Bord zu sein…

Der Flug vergeht einigermaßen – es gibt nichts zum Frühstück und zu trinken nur entweder eine Tasse Kaffee/Tee oder einen Saft oder ein Glas Wasser und nachgeschenkt wird auf keinen Fall – was für ein Service! Aber es sind auch nur knapp 2 Stunden, bis wir in Houston (zwischen)landen!

Bei der Immigration in Houston interessiert sich übrigens niemand für meine Weiterreise – der Officer meint nur lachend, daß ich das Reisen wohl sehr lieben würde und gibt mir nach den obligaten Fingerabdrücken und dem Foto ohne Probleme meinen Einreise-Stempel!
Das Gepäck dauert ein wenig (ich habe über 2 Stunden Zeit!), aber die Zollkontrolle und Wiederaufgabe gehen ganz fix! Bei der Sicherheitskontrolle für die Weiterreise mache ich dann das erste Mal mit einem ‚Ganzkörper-Scanner‘ Bekanntschaft. Da ich mich aber ein bißchen bewegt habe während der Aufnahme, werde ich danach nochmal nach bewährter Art mit dem ‚Piepser‘ abgetastet (Schuhe mußte ich auch ausziehen!). Dann aber bin ich wieder in der Abflughalle und warte aufs Einsteigen!

Bei dem kurzen Flug jetzt habe ich einen Fensterplatz und kann von oben einiges gut erkennen – die umliegenden Wassserflächen rund um Houston und dann schon Louisiana! Vor allem der ‚Bayou‘ ist gut zu erkennen – das ausgedehnte Sumpfgebiet, das sich an der Südküste von Lousiana dahin zieht! Es geht eine einzige Straße auf Stelzen hindurch – das muß der Highway von New Orleans nach Houston sein! Ich bin sehr gespannt auf die Stadt!




Die Ankunft geht gut vonstatten – gleich nachdem ich meinen Koffer habe, suche ich erstmal einen Geldautomaten! Dann esse ich in einem der Restaurants etwas, mein Magen knurrte unterwegs schon ganz erbärmlich! Bei einer kurzen Zwischenstation an der Tourist Information werde ich gleich mit Stadtplan und Infos versorgt und in einem Souvenirladen kaufe ich mir den obligaten ‚Aufkleber‘ für meinen Koffer!
Jetzt aber zum Taxistand, um zu meinem Hostel zu fahren! Nun bekomme ich mit dem Taxifahrer Probleme (was für ein Tag!). Ich kann ihm zwar die Straße sagen, wo mein Hostel ist, aber nicht die genaue Hausnummer. Ich weiß aber, daß es nur 3 ‚Blocks‘ von French Quarter entfernt sein soll und er soll mich halt an einer der Ecken dort absetzen! Nein, das macht er nicht – er will die genaue Hausnummer! Als ich ihm sage, ich habe die nicht, stoppt er und läßt mich aussteigen! Mitten an der Zufahrtsstraße zum Flughafen mit meinem ganzen Gepäck… Auf der gegenüberliegenden Fahrbahn hält kurz danach ein Taxifahrer und ruft mir zu, was ich hier machen würde ‚in the middle of nowhere‘ – ich sage ihm, daß mich ein Kollege hier abgesetzt hätte! „I’ll pick you up“ ruft er, macht bei nächster Gelegeheit einen U-Turn, steht wenige Minuten später vor mir, lädt mich samt Gepäck in sein Auto und schimpft fürchterlich auf seinen Kollegen (damit spricht er mir aus der Seele!).
Er bringt mich bis zum Washington Square, das dürfte so ungefähr die Höhe meines Hostels sein! Ich frage in einer kleinen Bar dort, in welche Richtung mein Hostel liegt. Sie schauen schnell im Online-Telefonbuch nach und es ist wirklich nur etwa 5 Minuten entfernt!

Als ich jedoch vor der Tür des hübschen alten Hauses stehe und klingle, kommt erst einmal niemand – na, das hat mir gerade noch gefehlt! Ich habe doch die angegebenen Ankunftszeit genau eingehalten! Als ich mich nach einer Weile wieder auf den Weg zurück zu der Bar machen will (es ist brütend heiß!), geht die Tür plötzlich doch auf! Hier lerne ich jetzt zum ersten Mal persönlich einen der mehr als übermäßig dicken Menschen hier in den USA kennen! Die Betreiberin des Hostels kann kaum noch laufen – jeder Schritt läßt sie total kurzatmig werden! Sie hat ein Zweiersofa, das sie als Sessel nutzt (der von ihr komplett ausgefüllt wird!). Kein Wunder, daß es solange gedauert hat, bis sie sich zur Tür geschleppt hatte! Sie gibt mir den Schlüssel für mein Zimmer im ersten Stock und ein Formular, auf dem ich ankreuzen soll, was nach meinem ‚Zimmer-Check‘ nicht in Ordnung wäre – dann kann sie dem Zimmermädchen entsprechend Bescheid sagen! Selber nach dem Rechten kann sie nämlich im Obergeschoß nicht mehr – die Treppe ist zu schmal für sie! Sie ist eine sehr nette und noch ziemlich junge Frau – was für ein Jammer! Mein Zimmer ist ganz reizend! Klein zwar, aber für mich total ausreichend! Es ist auch mit alten Möbeln im Stil des ganzen Hauses sehr liebevoll eingerichtet – hier kann man sich sofort wohlfühlen!

Ich mache mich ein wenig frisch und halte einen kurzen Mittagsschlaf und gehe dann kurz hier im Viertel spazieren – glücklicherweise haben die Geschäfte in den USA ja 7 Tage die Woche geöffnet und ich kann mich in einer kleinen ‚grocerie‘ noch mit ein paar Sachen zum Abendessen und Frühstück morgen eindecken!
Der Abend danach wird kurz – die letzte Nacht muß nachgeholt werden und morgen will ich nicht zu spät los, meinen ersten Stadterkundungsgang machen!

Montag, 13.Juni 2011

Gut ausgeschlafen mache ich mich schon früh auf den Weg – ich bin schon sehr neugierig auf das berühmte ‚French Quarter‘! Die Straßen dahin und die im Viertel selbst sind gesäumt von hübschen alten Häusern – ganz großen und sehr kleinen und allem dazwischen!

Ich treffe viele nette Menschen unterwegs, von denen mich einige ansprechen – wo ich herkomme und was ich vor habe! Auch ein junger Mann mit einem echten Trachtenhut kreuzt meinen Weg. Als ich ihn frage, wo er den Hut gekauft hätte, erfahre ich, daß er ihn mal auf einem Flohmarkt gefunden hat! Er freut sich, als er erfährt, daß es ein österreichischer Trachtenhut ist und wird ihn jetzt noch viel lieber tragen :-)!
Ich komme an unzähligen kleinen Geschäften vorbei – vielen Souvenirläden, aber auch anderen mit den aberwitzigsten Angeboten. Zahllose kleine Restaurants finden sich überall dazwischen, wo es manchmal schon zum Frühstück Jazz gibt, aber mindestens ab 4h nachmittags :-)! ! Es gibt ein ‚Santas Quarter‘ (einen total überladenen Weihnachtsladen) und ein Musikcafé ‚Checkpoint Charlie‘, es wird ‚free cold air‘ annonciert (guter Trick bei den Temperaturen hier) und dem Totenkult gefrönt – ziemlich spannend, das alles! Die Mülltonnen sehen hier ganz edel aus – mit ihrer weißen Bourbonen-Lilie auf schwarzem Grund und selbst aus den Schußwaffen schwebt der Pulverdampf in Lilienform 🙂! Die Häuser sind ganz zauberhaft, vor allem die mit den überreich bepflanzten schmiedeeisernen Balkonen! Es ist wirklich ein Segen, daß die große Flut nach dem Hurrican Katrina in 2006 das French Quarter gerade so verschont hat! Wie schade wäre es gewesen, wenn diese hübschen Häuser dem zum Opfer gefallen wären!

Durch die berühmte ‚Bourbon Street‘ fahren jetzt schon viele alte Kutschen – die richtige Stadtrundfahrt für die Gäste aus dem übrigen Amerika! Aber es gibt auch ganz moderne Autos – jetzt untertags ist die Straße noch für sie offen (abends wird daraus eine ‚Flaniermeile‘ nur für Fußgänger)!



Gegen Mittag gehe ich erst einmal wieder nach Hause – es ist einfach zu heiß auf den Straßen! Ich hatte zwar eine kurze Pause im berühmten ‚Café du Monde‘ gemacht für einen eisgekühlten ‚Zichorienkaffee‘ mit ‚Beignets'(beides die Spezialitäten dort) – aber dauernd in irgendwelche Cafés (die meisten mehr als eisgekühlt) einfallen, darauf habe ich keine Lust!! Am Mississippi-Strand war es leider auch nicht kühler – aber zumindest hatte ich den Blick auf die große Brücke dort! Vorher besorge ich mir aber noch schnell eine neue Simcard für mein Telefon – ein Couchsurfer, der mich leider gerade nicht unterbringen kann, hat mir seine Telefonnummer geschrieben. Ich soll ihn anrufen, er würde mir gern ein wenig die Stadt zeigen!

Nachmittags steht ein ausgiebiger Rundgang hier im ‚Wohnviertel‘ auf dem Programm, was dem French Quarter kaum nachsteht – es gibt nur nicht ganz so viele frisch renovierte Häuser, sondern auch viele, die ziemlich abgeratzt aussehen und teilweise auch zum Verkauf stehen! Es haben sich hier inzwischen viele junge Leute und auch Künstler (Maler, Musiker, Schriftsteller) angesiedelt. Erst kurz vor Sonnenuntergang gehe ich wieder zurück zum Hostel – zuviel gab es überall zu sehen! Wie ich abends dann erfahre – war ich teilweise auch in ‚unsafe‘ Straßen unterweg! Kaum zu glauben, überall dort traf ich auf sehr nette Menschen!
Verlaufen kann ich mich hier nicht – überall sind ‚Straßenschilder‘ zu sehen – in den Beton der Gehsteige als Fliesen eingelassen!





Zum Abendessen gibt es heute Sushi – im kleinen Nachbarschaftsladen werden die täglich frisch gemacht! Es schmeckt vorzüglich und danach habe ich auch schon bald die richtige ‚Bettschwere’…

Dienstag, 14.Juni 2011

Voller Unternehmungsgeist stehe ich schon relativ früh auf! Nach einem leckeren Fruchtmüsli mit Joghurt bin ich bereit für neue Taten! Schnell noch bei Brent anrufen, wie es mit seiner Zeitplanung aussieht – es ist jedoch nur der Anrufbeantworter dran. Ich hinterlasse eine kurze Nachricht und bekomme schon wenige Minuten später eine SMS zurück (er hät gerade Unterricht und kann nicht telefonieren) ob wir uns heute abend gegen 8h treffen könnten? Das geht ja fix, ich schreibe schnell zurück, daß das für mich gut paßt. Wir verabreden uns am Washington Square und ich freue mich!

Für mich ist wieder Sightseeing angesagt – heute geht es auf anderen Straßen durch das French Quarter bis zur Canal Street! Dahinter fängt dann das ‚amerikanische, moderne‘ New Orleans an: Alte und neue Hochhäuser, jede Menge der großen Hotels aber auch der üblichen Läden und Restaurants. Der Weg dahin führt mich jedoch erst an einem alten Kloster/Waisenhaus vorbei, wo ich mir die im kühlen Inneren die Ausstellung anschaue und ein wenig durch die beide Innenhöfe mit ihren schönen Gärten schlendere! Mein weiterer Weg führt mich wieder an unterschiedlichsten Häusern vorbei und auch an zahllosen Antiquitäten-Geschäften! Nicht, daß ich was kaufen wollte oder würde – aber es ist einfach zu schön, dort ein wenig durchzustöbern :-)! Mittagessen gibt es in Form eines Sandwiches, heute im Café Beignet, einer anderen ‚Institution’hier!

An der Canal Street angekommen, ist das Schönste dort die Straßenbahn, hier ‚Street Car‘ genannt – richtig alt und krachend rot oder dunkelgrün lackiert!
Aber an den Haltestellen gibt es ganz moderne Fahrschein-Automaten :-)!

Unter den Hochhäusern dort gibt es ein paar alte mit Charakter – die neueren sehen aus wie überall in den Staaten!

Langsam wandere ich dann auf der Schattenseite der Straße wieder zurück – jeder schnelle Schritt endet stets in Schweißströmen (es hat 36 Grad und 83% Luftfeuchtigkeit!)! In einem der Schaufenster sehe ich jedoch ein Kleid wie für mich gemacht: Schwarz (ist zu allen Gelegenheiten gut), aus ganz leichtem Stoff (gut zu tragen und zu waschen), halblange Ärmel (nicht schlecht gegen Moskitos) und hat auch die richtige Länge! Also in den Laden hinein, anprobiert – paßt, bezahlt und wieder raus! So schnell habe ich lange nichts mehr gekauft! Muß ich mir nur gleich in meinem Zimmer überlegen, was ich stattdessen ‚aussortieren‘ werde – mein kleiner Koffer wächst ja nicht mit meinen Einkäufen…

Daheim angekommen gibt es eine erfrischende Dusche, ein wenig Obst und eine Tasse Tee – dann ein paar Minuten ausruhen!
Pünktlich um 20h bin ich am vereinbarten Treffpunkt – Brent ist schon da! Trotz der schwülen Hitze ist er mit dem Fahrrad unterwegs! Aber die Erfahrung habe ich ja auch in China damals gemacht – bei solchen Wetterverhältnissen wird schon das bißchen ‚Fahrtwind‘ als sehr angenehm empfunde!
Er führt mich als erstes in eines der vielen Lokale in der Nachbarschaft mit Live Musik – herrlich, eine richtige ‚Jazz-Kneipe‘, wie es sie in München (Deutschland?) schon gar nicht mehr gibt! Es ist herrlich, dort mit einem kühlen Bier zu stehen und der gar nicht schlechten Band zuzuhören. Obendrein gibt es zwei Paare, die dazu richtig gut tanzen – ein Augenschmaus! Wie Brent mir erzählt, ist das hier gerade ziemlich ‚in‘ – die Paare üben richtig viel, damit der abendliche Auftritt auch ein voller Erfolg wird! Ich bin voller Bewunderung vor allem darüber, daß keine Schweißperle auf den Gesichtern der TänzerInnen zu sehen ist 🙂 – bei diesen Temperaturen!! Es ist richtig ein wenig wie ‚Show‘! Jetzt aber fängt langsam mein Magen an zu knurren: Seit dem Sandwich ist ja schon eine Weile vergangen und das Obst vorhin war eigentlich nur ein ‚Mog’ntratzerl‘ :-)!
Wir gehen in ein Restaurant mit „richtiger“ Cajun-Küche und ich probiere unter viel Gelächter ein paar Spezialitäten dort – von den Alligator-Würstchen aber nur ein kleines Stückchen von Brent’s Teller… Lecker, lecker – das alles und garnicht so scharf, wie ich es erwartet hatte! Viel Reis, viel rote bzw. eher ’schwarze‘ Bohnen und gut gewürztes Fleisch! Da auch hier, wie überall in den USA (daran muß ich mich erstmal wieder gewöhnen), sofort nach dem letzten Bissen die Rechnung kommt, verlassen wir auch bald das gastliche Haus! Ganz richtiger Gentleman läßt es sich Brent auch nicht nehmen, mich noch bis an die Haustür zu begleiten – obwohl ich mich hier im Viertel wirklich sehr sicher fühle! Bei dem kleinen Spaziergang verabreden wir uns für morgen mittag bei seinem Haus – er will mir eins seiner Fahrräder leihen, damit ich die Friedhöfe in der Nähe erkunden kann!
Was für ein schöner und kurzweiliger Abend! Satt und müde schlafe ich schnell ein!

Mittwoch, 15.Juni 2011

Heute lasse ich es erst einmal ruhig angehen! Nach einem relativ späten Aufstehen frühstücke ich gemütlich, ehe ich mich auf den Weg in die Stadt begebe – ich werde die rote ’street car‘ benutzen in Brent’s Viertel und muß also vorher bis zur Canal Street laufen! Kaum verlasse ich das Haus, schlägt mir die schwül-heiße „Wand“ entgegen! Es ist einfach unglaublich, wie man bei solchen Tempteraturen auch noch arbeiten kann! Nicht weit von meiner Unterkunft entfernt ist eine große ‚Pie Bäckerei‘ – dort drin müssen ja noch absonderliche Temperaturen herrschen! Beim Vorbeigehen steigt mir stets der leckere Kuchenduft in die Nase :-)! Heute sitzen die Arbeiter dort jedoch im zugigen Durchgang und machen eine kurze Pause! Ein Stück angebotenen Pie schlage ich schweren Herzens aus – bei dieser Hitze noch etwas Süßes, das geht gar nicht! Kurz danach komme ich an einem Haus vorbei, das zwar kein Balkongeländer mehr aufweist, aber trotzdem Stühle und einen ordentlichen ‚Kugelgrill‘ – genutzt wird der Balkon offenbar noch…

Auf dem Weg in die Stadt bin ich wieder auf einer anderen Straße unterwegs und vergesse die Hitze schnell. Ich nutze wieder die schattige Seite (und Schatten gibt es trotz der schon ziemlich hoch stehenden Sonne durch die vielen Vordächer reichlich) und aus den meist offenstehenden Türen der Läden ‚fällt‘ hin und wieder etwas ‚Kälte‘ der auf vollen Touren arbeitenden Klimaanlagen!
Der Anfang meines Weges führt jedoch vor allem an Wohnhäusern vorbei – vielen der Türen sind mit phantasievollen Türkränzen geschmückt. An manchen Häusern oder Treppenaufgängen hängen auch noch die Perlenschnüre des letzten ‚Mardi Gras‘, des Faschingsdienstags (an dem die statt Luftschlangen geworfen werden)! An Canal Street angekommen, rufe ich nochmal schnell bei Brent an, ob ich die Wegbeschreibung von gestern richtig behalten habe. Die rote Straßenbahn fährt nämlich zwei Strecken und ich darf nicht die falsche nehmen! Den Fahrschein bekomme ich am Automaten – der ‚wechselt‘ zwar nach der Angabe dort, aber da ‚Wechselgeld‘ bekommt man nur in Form eines Gutscheins, den man beim nächsten Fahrkartenkauf wieder mit verwenden kann!

Beim Einsteigen sage ich dem Fahrer, wo ich aussteigen möchte, und genieße dann die Fahrt. Es geht relativ schnell aus der ‚Altstadt‘ hinaus durch Wohn- und Gewerbeviertel! Alles das hier stand beim großen Hochwasser nach Katrina unter Wasser und teilweise richtig tief! Es ist für mich überhaupt nicht vorstellbar, daß ich jetzt hier fahre, wo sich vor fast genau 6 Jahren ein endloser „See“ befunden hatte. Die Überschwemmungen waren ja eigentlich nur eine sekundäre Folge des Hurricans – die primäre Ursache war das Bersten der Dämme des Lake Pontchartrain, einem riesigen Brackwasser-See (der zweitgrößte Salzsee der USA – etwa 3x so groß wie der Bodensee) im Norden von New Orleans! Eigentlich ist das eine große Lagune und New Orleans liegt tiefer (die Deiche sind bis zu 6m hoch!)! Am See selbst und auch an einigen der Kanäle, die den See mit dem Stadtgebiet verbinden, gab es große Lücken, die erst mehr als eine Woche nach dem Hurrican durch die US-Army-Pioniere langsam geschlossen werden konnten und erst dann konnte mit der Trockenlegung der überfluteten Stadtgebieter begonnen werden! Durch das viele Brackwasser, das tagelang in den Wohngebieten stand, waren damals Seuchen ausgebrochen und die gesamte Bevölkerung war zwangs-evakuiert worden. Wie Brent mir erzählte, war er zufällig zu der Zeit in Texas wegen eines Klassentreffens und hat den Hurrican so garnicht miterlebt. Als er nach zwei Wochen zurück kam, ist er illegal mit einem Kanu zu seinem Haus gepaddelt und da muß es ziemlich schlimm ausgesehen haben… Heute sieht aber alles aus, als ob nie etwas geschehen wäre. Nur ein paar wenige Häuser sind verlassen und man kann noch die Spuren des Wassers dort sehen!

An der verabredeten Haltestelle angekommen, melde ich mich schnell telefonisch und da kommt mein ‚Rent-a-Bike‘ auch schon angeradelt. Bis zu seinem Haus ist es nur ein Katzensprung und ich bekomme das versprochene Rad (nur mit Rücktrittbremse und natürlich ohne Gangschaltung, Klingel etc. – einfach nur ein Rad zum Fahren:-))! In den Reifen ist jedoch so wenig Luft, daß wir zunächst eine Tankstelle anfahren, um entsprechend Luft aufzufüllen. Dabei mache ich mir auch den Sattel auch deutlich höher und dann kann es losgehen! Brent hat noch eine Weile Mittagspause und er beschließt, mich wieder in ein spezielles Lokal zu bringen, damit ich wieder eine Spezialität, den gestern abend schon in den schönsten Farben geschilderten ‚PoBoy‘ kennenlernen kann, das typische New-Orleans-Sandwich! Genauer gesagt, ich muß unbedingt, ‚PoBoy Roastbeef and Gravy“ (also Roastbeef, eher Rinderbraten, mit Sauce) probieren! Das Qualitätskriterium „das Fleisch muß kaum noch gekaut werden, so weich muß es sein“ wird erfüllt und es schmeckt auch sonst herrlich! Zum Nachtisch fahren wir aber zur original italienischen Eisdiele ‚Angelo Brocato‘ (auch die war durch das Hochwasser ziemlich mitgenommen, wurde aber inzwischen total renoviert) und lassen uns einen kleinen Becher mit verschiedenen (superguten!!!) Eissorten schmecken! Angelo Brocato ist auch gleichzeitig eine Konditorei – und dort gab es die ‚Windbeutel-Schwäne‘, die ich als Kind so besonders geliebt habe!!!
Jetzt muß Brent jedoch wieder zur Uni – seine Mittagspause ist gleich vorbei! Wir fahren zu seinem Haus zurück, weil er das Schloß für mein Fahrrad vergessen hatte. Da die Uni auf dem Weg liegt, fahren wir noch ein Stück gemeinsam und ich bekomme noch jede Menge Instruktionen, damit ich nicht verloren gehe:-)!
Auf der genannten Straße reiht sich ein Friedhof an den nächsten – von kleinen Kirchenfriedhöfen über den der Freimaurer-Loge , die von Veteranen- oder auch anderen Vereinen bis hin zu den ganz großen der Stadt insgesamt! Das besondere hier sind die Grabstätten: Da das Grundwasser im Raum New Orleans, wie im gesamten Süden von Louisiana, sehr hoch steht, werden bei Erdbestattungen Seuchen befürchtet! Deshalb müssen überirdische Mausoleen (oder auch einfach nur überirdische „Beton-Kästen“) die Särge aufnehmen. Das gibt dann das Bild, nach dem die Friedhöfe hier die „Städte der Toten“ genannt werden – ein bißchen ähnlich wie in Buenos Aires, aber lange nicht so aufwändig wie dort!


Manchmal nehmen die ‚Häuser‘ etwas ’schräge‘ Ausmaße an – aber ein bißchen schräg ist ja diese ganze Stadt!



Leider ist es mir auf keinem der Friedhöfen vergönnt, zufällig eine typische Beerdigung hier mitzuerleben! Da spielt eine traditionelle ‚Marching Band‘ (Blechbläser-Kapelle, die bis zu mehreren hundert Mitgliedern stark sein kann – je nachdem, wieviel bezahlt wird bzw. wie berühmt der/die Tote war) auf dem Weg zum Grab sehr getragene Musik (überwiegend Kirchenlieder oder Trauermärsche), um der Trauer über den Tod Ausdruck zu geben! Auf dem Weg zurück jedoch wird mehr als lebendige weltliche Musik gespielt (meist ‚Hot Jazz‘) – damit wird gezeigt, daß das Leben für die Überlebenden weiter geht! Nicht selten marschiert dann die ganze Trauergesellschaft mit tänzelnden Schritten zum Friedhofstor hinaus…

Mit dem Fahrrad war das eine schöne Tour – leider konnte ich das Rad nicht absperren, da der Schlüssel nicht zum Schloß paßte! Aber da man ja in den USA sogar mit dem Auto auf die Friedhöfe fahren kann, war das mit dem Fahrrad überhaupt kein Problem – und ich habe natürlich viel mehr gesehen, als das zu Fuß der Fall hätte sein können!

Langsam radle ich dann zurück zu Brents Haus, auch hier vorbei an allerhand Sehenswertem. Er hatte mir GottseiDank noch einen Hausschlüssel gegeben und so konnte ich das Fahrrad dann ins Haus stellen – so unabgesperrt vor dem Haus hätte ich dann doch Bedenken gehabt.
An der Tramhaltestelle gibt es ein kleines Café, wo ich mich schnell mit einem Eiscafé stärke, ehe ich die nächste Bahn zurück nehme!

Auf dem Heimweg durchs French Quarter komme ich später an einem Andenkenladen vorbei, wo ich nicht nur die ganze ‚Obama Family‘ (incl. Hund) als „Matrioschka-Puppe“ zu kaufen wäre, sondern auch original erzgebirgische ‚Musikanten‘ und ‚Blumenmädchen‘ angeboten werden!

In einer der alten Bars dort, nälich dem „Napoleon House“ (das Haus ist von 1797 und ist seit 1914 im Besitz der Betreiberfamilie) gönne ich mir einen eisgekühlten „Pimm’s Cup“, einen der typischen Cocktails hier – schön leicht und frisch und gerade richtig für den Rest meines Heimwegs :-)!
Original Recipe:
Fill a tall 12 oz glass with ice and add 1 1/4 oz. Pimm’s #1 and 3 oz lemonade.
Then top off with 7up.
Garnish with cucumber.

Schnell noch ‚daheim‘ im Laden um die Ecke ein wenig „Abendessen“ eingekauft und dann ist ‚Füße hochlegen‘ angesagt!

Donnerstag, 16.Juni 2011

Nach dem Frühstück schicke ich Brent noch schnell eine SMS, ob er heute abend wohl noch einmal Zeit und Lust hätte für ein gemeinsames Abendessen – schmeckt doch viel besser, wenn man nicht allein in einem Restaurant sitzt! Außerdem fällt man mit einem einheimischen ‚guide‘ nicht unbedingt in die ‚Touri-Hotspots‘ ein… Kurze Zeit später bekomme ich die Antwort: Brent sagt mir zu – wie schön, daß er sich noch einmal für mich ‚ältere Dame‘ Zeit nimmt :-)!

Aber erst sind heute vor dem Vernügen noch ‚Pflichten‘ angesagt: Wäsche waschen im Waschsalon hier im Viertel, einkaufen von ein bißchen Reiseproviant für morgen und natürlich erledigen der ganz allgemeinen Reisevorbereitungen! Und auch die diversen Päckchen sollen noch auf die Post gebracht werden, müssen aber vorher erst noch gepackt werden…

Ehe ich ich nachmittags dann auf den Weg in die Stadt mache, will ich meine Reservierungen für die nächsten Unterkünfte und vor allem Transporte und die Wegbeschreibung morgen zu meinem nächsten Ziel Baton Rouge noch ausdrucken! Am ‚öffentlichen Computer‘ im Aufenthaltsraum ist das leider nicht möglich ist, wie es eigentlich sein sollte! Gayl ist jedoch gerade auf dem „Sprung“ zu einer Dinner-Verabredung und hat keinen Kopf mehr, den Fehler zu suchen! Sie läßt mich an den Computer in ihrem Büro und ich soll dann einfach die Tür hinter mir zuziehen, wenn ich fertig bin!
Es funktioniert alles einwandfrei und ich ziehe die Tür hinter mir zu, wie geheißen. Als ich dann meine Handtasche vom ‚öffentlichen‘ Computer holen will, finde ich sie dort nicht und mir fällt siedendheiß ein, daß ich die ja mit in Gayls Büro genommen hatte!
Jetzt stehe ich ganz schön blöd da – Geld, Telefon, Schlüssel für mein Zimmer etc., alles ist in meiner Tasche! Fieberhaft überlege ich, was ich tun könnte – ich kann mich ja hier im Aufenthaltsraum noch eine Weile aufhalten, aber ich weiß ja garnicht, wann Gayl wieder zurück kommt, das kann ja dauern bei einem Abendessen! Ich kann auch nicht in mein Zimmer, um eine der anderen Kreditkarten aus dem Koffer zu nutzen, um mir noch Geld am Automaten zu holen und vor allem kann ich nicht Brent anrufen, daß ich unsere Verabredung jetzt doch absagen muß! Oh, mein Gott, was für ein Schreck in der ‚Nachmittagsstunde‘! Aber schlußendlich schreibe ich mir Gayls Telefonnummer auf, die im Aufenthaltsraum für Notfälle angeschlagen steht und will im kleinen Laden, wo ich schon mehrfach eingekauft habe, mal fragen, ob sie mich telefonieren lassen (vor allem ohne Geld :-(). Die Eingangstür läßt sich löblicherweise mit einem Code öffnen, so daß ich da auch wieder ins Haus kann nach meinem ‚letzten Versuch‘!

Im Laden ist das überhaupt kein Problem, als ich meine Geschichte schildere und Gayl lacht sich einen weg über meine Schusslichkeit! Sie verrät mir jedoch auch einen Geheimtipp, wie ich in ihr Büro komme (denn sie wird erst so gegen 22h wieder zurück sein) und beim Heimkommen löst sich damit alles in Wohlgefallen auf :-)! Völlig durchgeschwitzt vor Aufregung muß ich erst nochmal unter die Dusche, ehe ich mich dann auf den Weg durch die Stadt zum Treffpunkt begebe!

Bei der immer noch ’stehenden‘ Hitze will ich mich bei McDonalds ‚unterstellen‘ bis Brent ankommt, aber da biegt er auch schon um die Ecke! Sein Fahrrad stellen wir schnell noch in einem Parkhaus ab (er kennt dort jemanden) und dann bringt er mich zu einem wirklich hübschen Restaurant mit einem lauschigen Innenhof! Dort können wir sogar im ‚Freien‘ sitzen, denn es gibt ein paar Ventilatoren und jetzt, wo die Sonne weg ist, kühlt es ein klein wenig ab! Hier gibt es endlich „Jambalaya“ für mich – DAS Nationalgericht Louisianas (oder doch von New Orleans?)! Vorher auch noch eine kleine Schale mit ‚gumbo‘, einem Lousiana (oder New Orleans?)-Eintopf mit Fleisch und Krabben! Irgendwie sind mir die Erklärungen meines Begleiters abhanden gekommen – oder auch nur ein bißchen durcheinander geraten? Mit viel Erzählen (Brent spricht ein hervorragendes Deutsch – er hat drei Jahre in Hamburg gelebt und dort Englisch unterrichtet) vergeht die Zeit wie im Flug und wir entschwinden nach der wie immer ‚rasanten Rechnungslegung‘ zum ‚Dessert‘ durch die abendlichen Straßen in eins der alten, vornehmen Hotels hier! Dort spielt eine Jazzband und ich muß unbedingt noch einen „Sazerac“ probieren – den ersten amerikanischen Cocktail überhaupt, der hier in New Orleans ‚erfunden‘ wurde und ohne den – wie Brent sagt – eine Reise nach New Orleans nicht komplett ist!
Der Cocktail ist eine (ziemlich hochprozentige) Mischung aus einer Art Absinth/Pastis
und Bourbon – irgendwie fehlt mir aber eine etwas säuerliche Note :-)! Meine „Beschwerde“, dem Bartender von Brent vorgetragen, ergibt einen Schuß Cranberrysaft in den Drink (eine Sünde!) und sogar noch ein Extra-Glas mit Saft zur freien Verfügung! Ja, schmeckt deutlich besser – oder besser gesagt, zu gut! Ich trinke das ziemlich schnell (aber der Alkohol ist deswegen ja nicht weniger geworden) und wir haben ziemlich viel zu lachen (ich glaube, Brent richtig über mich!). Die Band spielt auch Klasse und so ist es ein rundum vergnüglicher Abend!
Heute gehen wir jedoch vorsichtshalber nicht zu Fuß nach Hause, sondern ich nehme mir ein Taxi! Mit einem herzlichen „Aufwiedersehen“ und der Hoffnung, daß wir uns bald wieder einmal sehen, verabschiede ich mich von Brent und eigentlich auch von dieser herrlichen Stadt! Wie schön, hier so einen netten ‚guten Freund‘ gefunden zu haben – Couchsurfing ist einfach eine tolle Sache!

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4 Antworten zu Südstaaten-Träume – New Orleans!

  1. Sohn #2 schreibt:

    Hurra, endlich wieder was zu lesen.
    Aber auch hier: Ich muss da hin, hab ich schon in mein Wunschbuch geschrieben.
    Wenn wir dann Australien und Südamerika abgehandelt haben, dann mach ich bestimmt auch noch in New Orleans Station.
    der Sohn #2

  2. Sohn #1 schreibt:

    Ich sags immer, Continental Airlines kann man eigentlich vergessen… 🙂
    War ja bei uns letztes Jahr auch, da werden per Video-Botschaft große Reden geschwungen, aber wenn’s dann mal tatsächlich drum geht, was leisten zu müssen, da fagt man sich dann „welchen Teil von ‚Service‘ in ‚Customer Service‘ habt ihr nicht verstanden…??“
    Ich bin ja mal gespannt, wir haben den Inlandsflug FLL-ORD auch mit CO, da grausts mir jetzt schon…

  3. Gundula Schabow schreibt:

    Hallo, liebe Christine, da waren wir ja auch schon mal vor Jahren, auch im Hotel „Monteleone“, was du fotografiert hast. Auch wir fuhren mit unserem Mietwagen durch eine unsafe Gegend, vor denen wir auch in D gewarnt worden waren, und fragten dann auch noch dazu einen dunklen Typen nach dem Weg zum Hotel. Soviel dazu. Ansonsten sind die renovierten Häuser ja eine Augenweide und auch auf einem Friedhof waren wir, ausserdem im Zoo. Das Theaterstück „Endstation Sehnsucht“ von Tennessee Williams heißt ja englisch „A Streetcar named Desire“, (und ist ja in N.O. angesiedelt) soviel zu dem Ausdruck für Straßenbahn. (zu lehrerinnenhaft?!) Na, egal. Dir liebe Grüße und wieder vielen Dank für alle diese kurzweiligen Schilderungen deiner kleineren und größeren Pannen neben all den anderen schönen Eindrücken. Gundi und Olaf

  4. Barbara schreibt:

    Liebe Christine!
    Vor fast genau einem Jahr habe ich zum ersten Mal von deiner geplanten Weltreise gehört bzw. gelesen. Seither verfolge ich jede Woche deine Erlebnisse und Erkenntnisse, dank deiner umfangreichen, interessanten Berichte! Da gab es einige Orte, die ich auf meine Liste setzte, die immer länger und länger wird! New Orleans scheint ja ebenfalls eine Destination der besonderen Art zu sein. Ich bin gespannt auf weitere Berichte und tolle Fotos und wünsche dir auch weiterhin alles, alles Gute!
    Liebe Grüße, Barbara

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