Denpasar usw.

2.9.2010
Heute ist großer Ausflugstag angesagt! Wir wollen nach Denpasar fahren. Dort ist heute abend eine Ausstellungseröffnung im ‚Four Seasons Jimbaran Bay’-Hotel, zu der Adi und Komang eingeladen sind. Das nutzen wir, um in Denpasar gleich einige Einkäufe zu erledigen! Ich will mir ein Paar etwas ‚feinere’ Schuhe kaufen, Komang ‚braucht’ was Neues zum Anziehen und Adi muß in den Elektroladen.
Nach dem Frühstück ziehen aber dicke graue Wolken auf – sollen wir es wirklich wagen? Adi beschließt jedoch, dass sich die Wolken Richtung Meer schnell verlieren werden und wir brechen auf!
Auf dem Weg Richtung Süden machen wir erst einmal in einem wunderschönen Museum Station! Das war wieder ein richtiges Highlight während meines Aufenthaltes hier! Ein Museum für Masken und Puppen – Handpuppen, Marionetten, Stabpuppen! Untergebracht ist diese private Sammlung in drei originalen alten Häusern aus Java, die dort aufgekauft, abgebaut und hier wieder aufgebaut wurden! Schon allein diese Holzhäuser sind die Besichtigung wert, aber die Exponate sind z.T. richtig atemberaubend! Überwiegend aus dem asiatischen Raum, aber selbst aus Afrika und Italien sind Masken vorhanden. Die Puppen-Sammlung umfasst auch zahlreiche Länder außer Bali. Darunter sind welche, die schon mehrere hundert Jahre alt sind, aber auch ganz moderne! Die Stabpuppen für die Schattentheater werden und wurden aus Leder gemacht! Besonders wertvolle früher oft aus Affenleder, weil das besonders dünn und trotzdem sehr stabil war. Daraus hergestellte Schattenpuppen sind so filigran wie Scherenschnitte!
Wir haben Glück, der stellvertretende Kurator ist schon da (wir sind die ersten Gäste nach der Öffnung am Morgen!), führt uns herum und erzählt uns viele Hintergrundgeschichten über die Ausstellung, aber auch über die Sammler-Familie! Während unseres Besuches geht draußen ein richtiger Tropenregen nieder! Im Nu waren die Wege im umgebenden Park überflutet. Als wir alles angeschaut haben, ist das Intermezzo wieder vorbei und die Wolken verziehen sich langsam. Wir schlendern durch den traumhaften Park mit seinen reich blühenden Bäumen und Sträuchern zurück zu unseren Mopeds und fahren weiter.
Unterwegs halten wir bei einem Schnitzer an. Adi will uns eine riesige Schnitz-Arbeit zeigen! Etwa 3 m hoch, aus einer Wurzel mit Baum heraus geschnitzte Ansammlung von Adlern und Ibissen – wirklich jede Feder und jede Schuppe an den Beinen ist zu erkennen! Das war wirklich ungedingt sehenswert.
Ein kleiner Stopp am nächsten ‚warang’ an der Straße zu einer kleinen Brotzeit unterbricht die Fahrt wieder und dann noch ein Besuch in einer großen Galerie! Dort läuft gerade eine Ausstellung von Peter Dittmer, einem Maler, der im Kunstpark in München, aber auch in Sydney und hier in Ubud seine Ateliers hat!
Nun aber auf direktem Weg in die Inselhauptstadt, es ist bereits Mittagszeit! Schon lange vorher merkt man am immer dichter werdenden Verkehr, dass man sich dem Zentrum nähert. Ich bewundere Komang und Adi immer wieder, wie sie wie die Fische im Verkehrsstrom mitschwimmen. Manchmal wirkt das abenteuerlich, aber ich fühle mich als Sozia eigentlich immer sicher! Unser Ziel ist ‚Matahari’, der angesagte Department Store. Dort gibt es erst einen Kaffee und dann stürzen wir und getrennt ins Gewühl! Irgendwie ist die Atmosphäre ein bisschen wie in einem ‚HO Kaufhaus’ früher in der DDR – nur das Angebot reichhaltiger. Ich werde bei den Schuhen relativ schnell fündig. Ein hübsches Paar Ledersandalen aus dem eher hochpreisigen Segment – leider gab es bei den preiswerteren ‚this big size’ nicht! Aber bei umgerechnet etwa 13 Euro will ich nicht gerade jammern!
Ich treffe Komang, die auch fündig geworden ist und dann stößt Adi zu uns, der sich die Zeit im dazu gehörigen Bookshop vertrieben hat. Nun weiter zum Elektroladen – ein Phasenprüfer und vor allem der Nachschub von DVDs stehen an. Es gibt dort 13 DVDs zum Preis von 9 – ältere oder auch ganz aktuelle Filme zum Preis von umgerechnet ca. . Wahrscheinlich alles Raubkopien, aber die Polizeistation befindet sich direkt daneben und nimmt offenbar keinen Anstoß daran!
Jetzt heißt es sich wieder einfädeln in die Rush Hour von Denpasar, Richtung
Jimbaran. Wir wollen vor der Vernissage noch in einem der vielen Fisch-Restaurants am Strand zu Abend essen du uns ein Hotel zum Übernachten suchen! Wir sind ja sehr lange unterwegs gewesen, ein wenig müde und vor der Heimfahrt durch die Nacht graust es uns allen ein wenig!
Wir finden in einem der Restaurants ein wunderschönes Plätzchen direkt am Meer! Der Sonnenuntergang ist im Preis mit inbegriffen! Komang und ich suchen einen schönen Fisch aus und ein paar Scampi – beides wird dann frisch vom Grill mit Gemüse (dazu gehören auch 3 Pellkartoffeln!) und Reis kurz danach angeliefert. Der Kellner gibt uns eine Empfehlung für ein günstiges Hotel, wo wir nach dem Essen noch schnell einchecken wollen!
Leider finden wir es nach seiner Beschreibung nicht, auch Fragen hilft nicht viel weiter! Wir beschließen, bei der Vernissage nicht so lange zu bleiben und doch noch nach Hause zu fahren. Gott sei Dank haben wir zum Essen keinen Wein getrunken, wie wir uns das den ganzen Tag schon ausgemalt hatten…
Für die Vernissage mussten wir in diesem piekfeinen Hotel mit unseren Mopeds auf dem Staff-Parkplatz parken!!! Die Pförtner glaubten uns offenbar nicht, dass wir wirklich zur Vernissage wollten… Wir blieben auch nicht sehr lange, die Veranstaltung löste sich sowieso schnell auf!
Bei noch überraschend viel Verkehr quälten wir uns über die Umgehungsstraße in Denpasar. Dann ging es so schnell es möglich war, über die relativ dunkle und auch kurvige Straße nach Ubud. Nach einer knappen Stunde waren wir dann daheim – doch ganz glücklich darüber, dass wir im eigenen Bett schlafen können!

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