Back to Civilization!

23.10.2010
Heute geht es wieder zurück in die „Zivilisation“! Die Tage im ‚outback’ waren wirklich sehr ereignisreich und ich habe keine Sekunde bereut, dass ich mir zum einen diese lange Fahrt angetan habe und zum anderen, dieses doch relativ teure Auto angemietet habe!

Das Frühstück besteht heute wieder aus Spiegeleiern auf Toasties – Eier lassen sich ja eher schlecht ohne Schaden transportieren! Das Wasser in der Dusche ist überraschenderweise immer noch gut warm, obwohl gestern nicht neu ‚nachgefeuert’ wurde! Ich genieße es sehr, hier in dieser Umgebung den Luxus einer heißen Dusche zu haben! Eingepackt ist das Auto danach schnell – ich hatte ja nicht viel ausgepackt!
Vor dem endgültigen Verlassen der station muß ich schnell noch beim Haus vorbei fahren, um zu bezahlen! Dort sitzen inzwischen schon 2 Freunde mit Andrew zusammen auf der Veranda und lassen sich durch die Fliegen offenbar überhaupt nicht stören! Überraschung dann bei der Rechnung – die Wäsche und die ‚Fleischpflanzerl’ werden nicht berechnet!
Langsam geht es dann die 15 km zurück auf den Highway. Unterwegs sehe ich einen riesigen Emu-Hahn im Gebüsch, aber wieder die typische Situation – kaum halte ich an, sucht er mit Riesensprüngen das Weite! Wie schade!
Einige Kilometer auf dem Highway entlang sehe ich das Hinweisschild nach ‚Kirckalocka’, die station, wo die beiden Schweizer gestern ihr Glück versuchen wollten. Kurz entschlossen biege ich hier ein, es sind nur 5 km landeinwärts – ich will mir doch mal ansehen, wie hier die Quartiere aussehen!
Die Schererquartiere sind vergleichbar, wobei hier schon lange keine Schafe mehr geschoren wurden – die hier sind wirklich nur für zahlende Übernachtungsgäste gedacht! Und auch die Küche etc. ist in einem Container untergebracht – das war bei ‚meiner’ station ja schon ziemlich reizvoll in dieser alten, vor allem immer noch genutzten Umgebung zu hantieren!

Ich sehe schon von weitem den roten Flitzer der Schweizer stehen, aber weit entfernt von den Schäferquartieren. Sie haben in den Gästezimmern des Haupthauses übernachtet und waren voll des Lobs. Ja, das waren natürlich richtige Pensionszimmer mit Benutzung der Küche der Besitzer – das kann man auch nicht wirklich vergleichen! Hier hätte es allerdings für mich 80 A$ gekostet!
Der Besitzer – ein großer Blonder mit blauen Augen (schon bei dem Namen der Station dachte ich, das könnte irgendwas skandinavisches sein!) – kommt gerade des Wegs und ich frage ihn nach den Preisen! Die quarters hätten hier nur 30 A$ gekostet, für das ‚Fremdenzimmer’ allerdings wäre ein Single-Preis von 80 A$ zu bezahlen gewesen!
Zurück auf der Straße geht es noch eine Weile durch flaches Buschland! Ein letzter überbreiter Transport kommt mir entgegen und ich muß noch einmal in den Straßengraben ausweichen!

Fast unmerklich, aber stetig verändert sich die Umgebung dann doch wieder! Es kommen wieder ein paar Hügel in Sicht, es blüht wieder mehr – jetzt vor allem Büsche und Sträucher,

die toten Tiere am Straßenrand werden deutlich weniger, hin und wieder ist auch etwas Wasser zu sehen. Auch die Parkplätze wandeln sich wieder von wüstenähnlichen Plätzen in schattige, manchmal sogar mit Bänken und Tischen! Die Straße wird langsam wieder kurviger und dann kommen schon die goldgelben Weizenfelder am Horizont in Sicht!
Ich bin wieder im ‚wheat belt’ gelandet!
Eine kleine Städtchen werden durchfahren – hier sieht man immer wieder auch noch einzelne alte Häuser! Das Benzin ist deutlich billiger hier, also tanke ich schnell wieder voll! Aber das war eigentlich gar nicht nötig, denn nun gibt es fast in jedem Ort wieder eine Tankstelle – wobei einige heute am Samstag Nachmittag schon geschlossen sind!
Mein heutiges Ziel heißt ‚New Norcia’, ein kleines Städtchen, das eigentlich nur aus einem Kloster, zwei Schulen (die von den Mönchen betrieben werden) und den diversen zusätzlichen Gebäuden besteht, die dafür noch nötig sind.

Eine Oase der Ruhe, man fühlt sich wie irgendwo in Südeuropa in einer abgelegenen Abtei! Es gibt auch ein Hotel am Ort und ich habe Glück, es ist auch noch ein Zimmer frei! Bei meinem nächsten Gastgeber in Perth kann ich morgen erst auftauchen, da er übers Wochenende seine Tochter bei sich hat! Ich genieße es sehr, durch den stillen Ort spazieren zu gehen. Eine schwerer Duft liegt über allem – es blühen überall robinienähnliche Bäume, aber mit blauen Blüten!
Der Ort scheint auch ein beliebtes Ausflugsziel zu sein – überall auf den Wiesen sitzen Leute beim Picknick! Eine wunderschöne Atmosphäre!
Ich hole mir bei der örtlichen Tankstelle, die gleichzeitig Café ist und auch das Postamt, einen Kaffee und ein Stückchen hausgebackenen Nusskuchen und setze mich ebenfalls ins Grüne! Eine große Veränderung gab es nämlich auch noch – die Fliegen sind verschwunden!!!
Auch das Hotel ist ein hübsches altes Haus, in dem es ebenfalls sehr ruhig, aber ungeheuer aufmerksam zugeht! Die Zimmer sind zwar sehr einfach (ich denke, den Mönchszellen angeglichen!) und nicht billig, aber hier zu übernachten – bei offenem Fenster und dem Duft der „blauen Bäume“ ist ein Traum!

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