Erholungstag!

7.8.10
Heute morgen war meine Stimmung wieder bestens, obwohl mich mein Missgeschick von gestern sogar bis in die Träume verfolgt hat! Werde gleich nach dem Frühstück heute ausgiebig die Camp-Anlage genießen – ein wenig in den Hügeln ringsum herum wandern und vor allem den Pool testen! Lange ist es darin jedoch nicht auszuhalten – das Wasser ist eiskalt, überraschenderweise auch salzig! Ein neues Buch „The Sheltering Desert“ (die Geschichte zweier junger deutscher Geologen, die bei Beginn des 2.Weltkrieges der Internierung durch Südafrika bzw. der Abschiebung in den deutschen Frontdienst durch das Untertauchen in der Wüste entkommen) bietet jedoch willkommenen Grund, eine der Liegen rund um den Pool zu nutzen! Dem aufkommenden starken Wind entfliehe ich später jedoch in den Innenhof, wo überraschend bequeme, aus alten Badewannen und den Rädern von Gartenschubkarren recycelte Sessel stehen!
Andreas hatte mir gestern Abend gesagt, dass ich die ausgefallene Nachmittagstour heute mit ihm nachholen könnte – er wird mich um 2h abholen. Bis dahin packe ich endlich mal mein gesamtes Gepäck aus und wieder richtig ein! Es ist ja nicht zu glauben, was für ein Durcheinander sich selbst in so wenigen bzw. kleinen Gepäckstücken breitmachen kann!

Der game drive findet zusammen mit einer schweizerischen Familie statt, die auf dem Weg von Windhoek über den Etosha NP ins Caprivi sind, dem ausgedehnten schmalen Landstreifen ganz im Nordosten von Namibia. Von dort geht es dann auf Erlebnisreise durch Botswana und zurück nach Windhoek – das alles in 12 Tagen!
Um mir die gestern entgangenen Löwen zu zeigen, fährt Andreas mit uns bis direkt ans Ufer der Etosha Pfanne! Ein weiter Weg auf extrem schlechter Straße, aber mit einem traumhaften Blick auf das ‚weiße Meer’, in das große Gnu- und Zebra-Herden sich schon zur Nachtruhe zurück gezogen haben. Dort sind sie relativ sicher vor den Löwen, weil die sich nicht anschleichen können! Es sitzen am Rand zwar Löwen, für uns aber leider versteckt hinter der Uferböschung! Die schauen nur hin und wieder mal auf, ob sich vielleicht doch irgendwo ‚Abendessen’ nähert – kein bisschen gehen sie jedoch auf fotografierwütige Touristen ein!
Etwas enttäuscht fahren wir zurück! Die angebotene Alternative „Wasserloch Okukuejo“ für den Rest des Nachmittags entschädigt uns jedoch voll und ganz – ein wahrhaft blendender Entschluß!
Eine Riesenherde von Elefanten ist dort gerade zu Gast. Wir können uns gar nicht satt sehen, an den Spielchen untereinander und mit den übrigen Tieren. Immer, wenn die Zebras fast alle im Wasser stehen und trinken, geht eines der älteren Jungtiere vehement aufs Wasser zu – die Zebras springen panisch in alle Richtungen davon! Man hat den Eindruck, die Elefanten lachen sich darüber halbtot! Es sieht sogar fast so aus, dass die ganz jungen Tiere von den älteren ‚Geschwistern’ richtiggehend angeleitet werden, wie man Zebras jagt!
Und es sind unzählige Jungtiere dabei – von den ganz winzigen angefangen! Hin und wieder laufen die weg, dann geht eine der Kühe hinterher und holt sie energisch wieder zurück!
Die stolzen Gemsbok-Antilopen lassen sich jedoch von den Elefanten überhaupt nicht beeindrucken – offenbar sind ihre langen spitzen Hörner für diese auch bedrohlich genug, um gar nicht erst irgendwelche Spielchen zu riskieren!
Stundenlang könnte man hier sitzen und dem Treiben zusehen, ständig verändert sich etwas! Immer wieder kommen und gehen Tiere: Springbokherden, Giraffenfamilien, Kudus, einzelne Gemsboks und über allem kreisen ständig noch irgendwelche Vögel! Wenn nur nicht der Sonnenuntergang drohen würde – bis dahin muß man den Park ja verlassen haben!
Auf der Rückfahrt zum Camp sehe ich dann endlich das ersehnte Rhinozeros – ein riesengroßes ‚Black Rhino’! Leider ist es zum Fotografieren schon zu dunkel – aber alles muß ja auch nicht fotografiert werden! Fast bedaure ich ein wenig, dass ich morgen schon wieder zurück muß – ich hätte gerne noch ein/zwei Tage im Park verbracht!

Trotzdem genieße ich dann den letzten Abend beim wieder ungemein leckeren Abendessen, Kerzenschein und der Musik von 4 jungen Männern, die tagsüber für alle Arbeiten in Haus und Garten zuständig sind und sich abends die Gitarren greifen!
Afrikanische und Karibik-Klänge ganz von ferne wiegen mich später auch in einen tiefen, traumlosen Schlaf!

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