Quebec – der französisch sprechende Teil Kanadas!

Donnerstag, 8.September 2011

Es ist wirklich ein Jammer – heute ist die schöne Zeit im Zug vorbei! Ich werde mein kleines ‚Zimmer’ hier vermissen und auch die nette Gesellschaft, die ich sonst im Zug hatte! Die Sitte, zu jeder Mahlzeit mit anderen Fahrgästen an einen Tisch platziert zu werden, hat sich gerade für mich als Alleinreisende bewährt – so hatte ich 10x Gelegenheit, mit anderen Mitreisenden ins Gespräch zu kommen! Und was waren das größtenteils für interessante und schöne Gespräche! Im Aussichtswagen war es ja leider nicht so einfach – immer zwei Leute in einer Reihe und meist sind halt Paare unterwegs – da ergibt sich doch nicht so leicht ein Gespräch, als wenn man sich vis-a-vis sitzt!

Beim Wachwerden (auch heute standen wir wieder eine lange Zeit unterwegs, was das Schlafen sehr erholsam machte!), zeigt sich Kanada von einer seiner schönsten Seiten! Es ist noch früh und gerade wird es langsam hell draußen – eine traumhafte Landschaft in blau, türkis und rosé tut sich vor mir auf!

Und durch das viele Wasser entlang der Zugstrecke – es schlängeln sich endlose Flüsse, Bäche, Seen und Tümpel neben uns her – wirkt das alles ein wenig wie verzaubert! Doch bald weicht die Dämmerung dem Tageslicht und das alles erinnert mich sehr an die Landschaft der vorgelagerten Inseln in Toronto, die ich während meines Sprachkurs-Aufenthaltes vor jetzt auch schon wieder 15 Jahren immer für meine „kleinen Fluchten“ genutzt hatte. Hier ist es inzwischen nämlich, anders als gestern noch, auch schon relativ ‚dicht’ besiedelt! Es ist deutlich zu merken, dass wir uns der größten Stadt Kanadas nähern! Und bald schon erscheinen auch die ersten Wolkenkratzer von Toronto am Horizont und auch der Fernsehturm kommt in mein Blickfeld! Dort hinauf habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Aufzug genutzt, der einen gläsernen Boden hatte! Zusammen mit den ebenfalls total transparenten Wänden und dann noch als Außenaufzug – das war für mich damals Abenteuer pur :-)!

Hier in Toronto muß ich umsteigen in den Zug nach Montreal, habe aber über eine Stunde Zeit dafür! Da ich jedoch erst noch auf das Ausladen meines aufgegebenen Gepäcks warten muß, schrumpft diese Zeit soweit zusammen, dass für eine längere Besichtigung bzw. ein ausführliches Wiedersehen mit dem Bahnhof keine Zeit bleibt! Für einen ‚richtigen’ Kaffee in einem der zahlreichen Shops hier ist allerdings Zeit genug – eins der sehr wenigen Dinge, die ich während dieser langen Fahrt wirklich versäumt habe!

Auf der großen Anzeigentafel erscheint bald der Hinweis auf meinen Zug und ich mache mich auf den Weg Richtung Bahnsteig.

Aber weit gefehlt – einfach nur den Bahnsteig entern ist selbst bei den ganz ‚normalen’ Zügen hier nicht möglich. Die Fahrgäste müssen sich im Untergeschoss alle hinter einem Schild mit der Bahnsteignummer im Gänsemarsch aufstellen! Die Schlange wird lang und länger und endlich kommt ein Schaffner, der seine ‚Schäfchen’ (oder besser ‚Gänschen’?) die Treppe zum Bahnsteig hinauf führt! Hier hat zwar jeder seinen reservierten Platz, aber selbständig den Zug oder gar den Waggon finden – das wäre wohl zuviel verlangt!

In diesem Zug durch den „Windsor Korridor“ gibt es sogar W-Lan und ich könnte anfangen, die Texte und Fotos der Zugreise hochzuladen. Daraus wird aber vorläufig erst einmal nichts, denn meine Sitznachbarin ist eine junge Frau aus Deutschland, die seit einigen Monaten hier arbeitet – und da gibt es viel zu fragen und zu erzählen!
Ich nutze die Verbindung aber, um meinem nächsten Couchsurfing-Gastgeber eine kurze Mail zu schicken, dass ich voraussichtlich pünktlich bei ihm eintreffen werde und ihm meine aktuelle (kanadische) Telefonnummer mitzuteilen!

Jetzt bin ich also hier – im Französisch sprechenden Teil von Kanada! Bin mal gespannt, ob meine rudimentären Überbleibsel dieser Sprache aus der Schulzeit und von einigen Kurzurlauben in Frankreich mich hier einigermaßen gut durch die nächsten 2 Wochen bringen werden!

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Eine Antwort zu Quebec – der französisch sprechende Teil Kanadas!

  1. Maria Aichinger schreibt:

    Hallo Christine!
    Du bist schon wieder ein Jahr zu Hause und ich habe erst jetzt deinen blog entdeckt. Ich habe mich jeden Abend darauf gefreut, wieder ein Stück zu lesen. Jetzt bin ich gerade fertig geworden und es ist mir einfach ein Bedürfnis, dir danke zu sagen für diesen tollen Bericht.
    Du solltest unbedingt ein Buch draus machen!
    Übrigens: Kann man bei dir eine Omanreise buchen? 😉
    Mit den aller allerbesten Wünschen für dich Maria ( bin auch eine reiselustige Oma )

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