Quer durchs Land zurück zu Bergen, Seen und Gletschern!

Montag, 7.3.2011
Große Überraschung – in der Zimmerdecke ist offenbar eine gut funktionierende Lüftung versteckt! Jedenfalls war es in der Nacht erfrischend kühl und überhaupt nicht zu merken, dass wir kein Fenster hatten!

Schnell unter die Dusche und dann zum Frühstück, das jedoch mehr als bescheiden ausfällt – ‚tostados’ (eigentlich Toast, aber hier nur Fabrik-Zwieback), ein paar Löckchen Butter und eine ziemlich fürchterliche Marmelade! Aber was soll’s – es war ja schon ein Wunder, dass bei diesem Preis ein Frühstück dabei war!
Wir wollen auch so schnell wie möglich weiter, in diesem Ort hält uns nichts länger als unbedingt nötig!
Allerdings sollten wir unbedingt noch tanken und wir brauchen auch noch einen Geldautomaten. Gestern Abend haben wir auf dem Weg hierher eine Tankstelle und auch zwei Banken gesehen!
Leider sind beide Geldautomaten ‚out of service’ und zu allem Überfluß gibt es auch bei keiner der angefahrenen Tankstellen Benzin – einzig Diesel könnten wir bei einer noch haben! Wunderbar – wir sind in einer der Regionen in Argentinien, wo Erdöl gefördert wird, es gibt drei Raffinerien hier am Rand der Stadt und es gibt nirgendwo Benzin! Es kann uns auch kein Tankwart sagen, wann wieder welches geliefert werden wird! Was nun? Der Tank ist gerade mal noch ein Viertel voll – bis zum nächsten Städtchen wird es noch reichen, aber wird es dort eine Tankstelle bzw. Benzin geben? Conny ist völlig irritiert, dass sich mein Rat ‚bei jeder Gelegenheit tanken, egal wie voll oder leer der Tank ist’ auch hier in Argentinien, zumindest in Patagonien, bewahrheitet!
Wir beschließen, weiter zu fahren – auf den Tankwagen warten könnten wir notfalls auch dort! Es ist gar nicht so weit, etwa 60 km! Direkt am Ortseingang, wie es sich gehört :-), befindet sich eine nagelneue Tankstelle mit Raststätte (die Regale werden gerade noch eingeräumt) und es gibt auch Benzin! Voller Erleichterung wird bis fast zum Überlaufen voll getankt, auch einen funktionierenden ‚LINK’ (so heißen hier die Geldautomaten) gibt es, und wir haben dann auch noch Zeit für eine kleine Rundfahrt in diesem Städtchen! Witzige Häuser stehen hier, offenbar die meisten relativ neu – wir vermuten, dass das überwiegend Arbeiter von den Ölfeldern ringsum sind, die sich hier mit ihren Familien angesiedelt haben!



Aber auch sehr ärmliche Behausungen sehen wir und der örtliche ‚Super Mercado‘ ist noch eine kleine Hütte am Straßenrand! Aber es gibt schon eine richtige ‚Konditorei’, sogar mit richtigen Sahnetorten im Angebot (auch ‚Black Forest Cherry Cake’!) – das hatten wir bisher noch nirgends gesehen!

Natürlich gibt es auch und gerade hier die üblichen Schutzheiligen und davon nicht zu wenig!

Dann aber wieder zurück auf die Straße, wir wollen heute noch bis Los Antiguos kommen, etwa 300 km entfernt! Unterwegs frischt plötzlich der Wind auf, obwohl es immer noch strahlend schön ist. Aber was soll’s, im Auto stört und das ja fast nicht! Als es dann jedoch an das tägliche Picknick geht, wird es doch etwas unangenehm – wir finden hier im ‚weiten Land’ keinen geschützten Platz dafür! Schlußendlich wird das Auto schräg vor einem Abhang in der Einfahrt zu einer Estancia geparkt und, auf dem Boden sitzend, können wir dann einigermaßen windgeschützt unsere ‚Brotzeit’ machen! So fast ohne Wind ist es erstaunlich warm – mal sehen, was uns am ‚Lago Buenos Aires’ erwarten wird!
Gar nicht mehr so weit von unserem Picknickplatz entfernt fahren wir in eine total begrünte Senke – es sieht aus, wie eine Oase im Oman! Von hier zweigt die berühmte „Ruta 40“ nach Perito Moreno ab – aber dorthin wollen wir morgen erst fahren. Heute ist unser Ziel ‚Los Antiguos’, die Grenzstadt zu Chile, am zweitgrößten See Süd-Amerikas nach dem Titicacasee in Peru! Schon lange vor der Stadt sehen wir eine Landschaft voller tiefer Canyons, die in den See münden! Und dann liegt der See in seiner ganzen glitzernden Pracht vor uns! Besonders schön mit den dahinter liegenden schneebedeckten Andenberge – wir sind der trockenen ‚steppe’ wieder entronnen!
Die vielen verschiedenen Blautöne von Wasser und Bergen ergeben ein grandioses Farbschauspiel, dazu das viele Grün – überwältigend!
Kurz vor der Stadt sehen wir ein besonders beeindruckendes Exemplar eines ‚Straßen-Altars’, diesmal jedoch der ‚echten’ Santa Maria gewidmet! Er sieht aus, wie einer Kathedrale nachgebaut und man kann ihn wie eine Kapelle richtig bereten!
Der Ort selbst, das „Kirschen-Zentrum“ von Argentinien, macht einen geradezu malerischen Eindruck! Die Kirschenernte ist zwar schon vorbei, aber die Kirschplantagen sieht man überall. Was für ein tolles Bild muß das im argentinischen Frühling abgeben!
In der Touristeninformation gibt es hier sogar eine junge Frau, die Englisch spricht und die uns auch gleich sagen kann, in welchen Unterkünften überhaupt noch etwas frei ist – das sind nämlich nur 2 von fast 20! Eine davon ist einem Bauernhof zugeordnet und es soll sich um ‚cabanas’, also Ferienhäuschen handeln. Beim Ankommen stellen wir fest, dass es sich dabei eigentlich mehr um Wohnwägen handelt – die sind jedoch einwandfrei und wir beschließen, hier wieder einmal ‚Urlaub’ zu machen und mieten uns gleich für 2 Nächte ein!

Ein ausgiebiger Stadtspaziergang schließt sich jetzt an – ein ‚mirador’, ein Aussichtspunkt, der von einem in die Ferne blickenden überdimensionierten Indianer gekrönt wird, ist unser erstes Ziel. Über viele, viele Stufen geht es dort hinauf und man hat einen großartigen Blick über See und Stadt – leider ist es jedoch so stürmisch, dass wir fast von der Plattform gefegt werden! Es gibt ihn also doch, den ‚richtigen‘ patagonischen Sturm, von dem wir bisher immer nur gehört hatten! Die ‚Stürme‘ der vergangenen Tage waren wohl nur ein erster Eindruck davon! Wir hören dort oben aber auch ein lautes Trommelkonzert – irgendeine Demonstration hier im Paradies?
Da gehen wir doch lieber wieder hinunter und suchen uns eine Wäscherei (das ist inzwischen dringend, die sauberen Sachen werden langsam knapp!) und auch einen Supermarkt, um fürs Abendessen einzukaufen!
Und dabei finden wir auch die Ursache für die Trommelei – es war offenbar irgendwo ein ‚carneval‘-Aufmarsch – eins der letzten Grüppchen läuft gerade vor uns her!

Hier können wir endlich selbst kochen und es gibt köstliche ‚Spaghetti Aglio Olio’ zum Sattessen! Obwohl es abends empfindlich kühl wird, ist es in der ‚Küche’ dank einer Gasheizung mollig warm. Im ‚Schlafzimmer’ gibt es auf jeder Seite 2 kleine Fenster (an jedem Stockbett eines), die über Nacht frische Luft genug hereinlassen werden! Dusche und Toilette sind zwar knapp bemessen, aber für 2 Tage ausreichend! Wir genießen es, unser ‚eigenes Haus’ zu haben und auch heute gibt es natürlich wieder die tägliche Flasche Rotwein! Selbstverständlich nur, damit wir auch gut schlafen können :-)!

Dienstag, 8.3.2011
Wir haben in der Tat sehr gut geschlafen – es war zwar allerhand Verkehr nachts innerhalb des ‚Wohnwagenparks’, aber außer mir hat das wohl niemand gehört und mich hat es auch nur immer kurzzeitig gestört! Conny und Rainer fahren noch vor dem Frühstück in die Wäscherei, damit auch sie ihre Sachen noch heute Abend zurück bekommen, und bringen auf dem Rückweg frisches Brot mit! Ich hatte gestern noch eine hausgemachte Aprikosen-Marmelade mit Mandeln an der Rezeption gekauft, die es auch heute zum Frühstück geben soll, neben der Calafate-Marmelade aus El Calafate – zusammen mit Tee, den letzten Müsli-Resten und frischen Früchten ein herrliches Mahl!
Kaum mit dem Frühstück fertig, hat Conny schon wieder ‚Hummeln im Hintern’ – wir müssen raus!! Das erste Ziel ist der zweite ‚mirador‘, auf den man allerdings mit dem Auto fahren kann. Das ist eine wirklich gute Sache, da man ihn nämlich nur über eine ziemlich staubige Straße erreicht und relativ viele Autos unterwegs sind. Diese Straße ist nämlich auch der ‚Einstieg’ zu einer Rundfahrt durch die Berge ringsum, die in einem der Reiseführer als besonders lohnend beschrieben wurde! Leider ist sie jedoch nur mit Allrad-Fahrzeugen zu befahren und dafür extra noch eines zu leihen ist uns doch zu teuer! Aber auch vom Aussichtsberg selbst gibt es allerhand zu entdecken – wir freuen uns alle über das von Conny mitgebrachte Fernglas. Wie schade, dass man damit nicht gleichzeitig fotografieren kann – die dreidimensionalen Aussichten damit würden gigantische Fotos abgeben:-)! Es ist wirklich erstaunlich, welche Kleinigkeiten damit noch zu erkennen sind! Wir können von hier aus auch die Grenzstation zu Chile sehen – Chile Chico ist die Grenzstadt auf der anderen Seite. Da wir jedoch keine Extra-Versicherung für Chile abgeschlossen haben, dürfen wir nicht hinüber fahren! Das Wetter ist heute zwar sehr bedeckt und der See eher dunkelgrau statt -blau, wie gestern – aber dafür ist es nicht ganz so windig!




Auf dem Rückweg in die Stadt sehen wir ein Internet-Café, wo wir heute Nachmittag endlich mal online gehen wollen, vielleicht unsere Mails checken können und ich endlich wieder ein paar Eintragungen in meinen Blog machen kann! Wir fahren jedoch erstmal weiter Richtung See und wollen direkt ans Wasser! Es ist schon beeindruckend, wie groß dieser See ist – der allerdings jeweils zur Hälfte zu Argentinien und zu Chile gehört. Er ist fast 4x so groß wie der Bodensee und bis zu 600m tief und bei diesem Wetter heute mehr dunkelgrau als -blau, hinter dem die schneebedeckten Gipfel der Anden sich umso besser abzeichnen! Ein Stückchen über einen der vielen Zuflüsse gehen wir noch am Ufer entlang, dann drehen wir wieder um Richtung Stadt!


An einem besonders schön gelegenen Restaurant am Weg machen wir Halt, weil wir uns die Speisekarte anschauen möchten. Sie stellt sich bei näherer Betrachtung als viel versprechend heraus – vor allem imponiert uns, dass nur auf Vorbestellung ganz frisch gekocht wird! Wir reservieren einen Tisch für heute Abend – das ist eine Entfernung, die sich gut für einen Abendspaziergang vor und einen Verdauungsspaziergang nach dem Essen eignet:-)!
An einem der vielen ‚kioscos’ im Stadtzentrum sehe ich eine Zeitung mit einer barbusigen Dame auf der Titelseite, der jedoch knapp über die Brustwarzen schwarze Zensur-Balken geklebt wurden! Und wisst Ihr, wie diese Balken hier heißen? „La Mano del Dios“ – „die Hand Gottes“!

Das Internet-Café ist ein einziger Reinfall – zum einen schmeckt der Kaffee überhaupt nicht, zum anderen kann man, trotz großer Werbung „WiFi Zone“ und sehr gut vorhandenen Funksignalen nicht ins Internet gehen, was auch immer der Grund dafür ist! Also doch weiter gedulden…
Nach ein wenig ‚Aufbrezeln’ geht es dann zum Abendessen und wir haben uns nicht zuviel vorgestellt – das Essen ist köstlich. Rainer hat eine Casserole aus Rindfleisch und Gemüse, Conny hat sich ein Gemüsegericht bestellt und ich bin mit meinem Lachs, eingewickelt in hauchdünnen Strudelteig und Gartenkräuter auch hoch zufrieden! Der Weg hat sich gelohnt und der Heimweg, zwar im Dunkeln nur beim Schein der Taschenlampe tut uns allen auch gut! Wir schlafen jedenfalls vorzüglich!

Mittwoch, 9.3.2011
Heute ist es noch dicker bewölkt als gestern – es wird doch nicht etwa zu regnen anfangen? Wir packen schnell unsere Sachen und laden sie ins Auto, damit wir nicht Gefahr laufen, dass noch etwas naß wird. Unser Vermieter verabschiedet uns herzlich und wir starten! Wir wollten eigentlich noch einmal auf die beiden Aussichtspunkte fahren, um Fotos mit der Sonne im Rücken machen zu können, aber bei diesem Licht jetzt sieht alles andere ja auch nur grau in grau aus! Nur einen kurzen Abstecher durch die Stadt gönnen wir uns noch, um ein paar Abschiedsfotos zu machen!

Der Wind hat noch mehr aufgefrischt, der See schlägt große Wellen und bei der Fahrt über die Hügel Richtung Perito Moreno haben wir richtiggehende Sandstürme! , aber mit dem ‚Schutz Gottes‘ werden wir hoffentlich wohlbehalten ankommen! Schon während der Fahrt wird es wieder heller und als wir die Stadt erreichen, ist der Himmel bereits wieder (fast) blau und der Wind hat sich auch ein wenig beruhigt!
Perito Moreno (ein ziemliches Stück entfernt vom gleichnamigen Gletscher in der Nähe von El Calafate!) ist ein hübsches, altes, gewachsenes Städtchen! Ein wohltuender Kontrast zu so vielen Ortschaften, die wir durchfahren haben und die ‚mit der schnellen Nadel gestrickt’ wurden! Es gibt richtig schöne alte Häuser hier und auch zahlreiche hübsche Geschäfte! Endlich mal eine richtige ‚Verdura‘! Auch gibt es wieder eine Bäckerei mit Konditorei – wirklich schade, dass wir keine Möglichkeit haben, unterwegs etwas zu kühlen! Conny hat zwar eine unserer Einkaufstaschen zum „Kühlschrank“ erklärt, wo alles jeweils Vorgekühlte dann mit allerhand Utensilien (meinen dicken Handschuhe, einem Nackenkissen, dem Beutel mit Schmutzwäsche etc.) gegen irgendwelche Wärme von außen gedämmt wird – das wirkt! Aber eine Torte darin zu verstauen, wäre schon eine kaum zu bewältigende Aufgabe (abgesehen davon, daß wir ja eigentlich auch keine Tortenfreunde sind!)! Wir kaufen jedoch wieder einen kleinen Keksvorrat und das beste ‚pan cheso’, das wir jemals hatten – kleine Bällchen (so wie profiteroles) aus mit Käse gewürztem Brandteig und dann noch ganz frisch gebacken! Einfach köstlich! Ich habe zwischenzeitlich „Kaffeebeutel“ gefunden – ähnlich wie Teebeutel, aber mit gemahlenem Kaffee gefüllt und in Portionen in Folienbeutel eingeschweißt! Heute kaufen wir uns die entsprechende Thermoskanne für das heiße Wasser dazu! Schmeckt um Welten besser als löslicher Kaffee und mit Milch aus unserem ‚Kühlschrank’ können wir uns unterwegs fix mal einen Milchkaffee machen!
Knapp zwei Stunden haben wir jetzt noch bis zu einer ‚Estancia‘ zu fahren, von wo aus wir noch einen etwa 20 km langen Weg über Schotterstraße und eine ‚kleine‘ Wanderung zur ‚Cueva de las manos’, unserem heutigen Ziel vor uns haben. Die „Ruta 40“ ist nagelneu – wir sind froh, daß die Beschreibungen in den Reiseführern (alles Schotterstraße!) nicht mehr stimmen! Die Fahrt geht schnell voran, immer wieder durch atemberaubende Landschaften!
In der Estancia angekommen, fragen wir schon mal nach Zimmern – es sind genügend frei und wir können, je nachdem wie lange der Ausflug heute dauert, vielleicht hier übernachten. Mit genaueren Infos werden wir auch versorgt – vom Parkplatz am Ende der Schotterstraße geht es noch etwa 1 Stunde auf einem Trekking-Pfad bis zur Ranger-Station am Eingang zur Höhle!
Durch eine wunderschöne Landschaft mit Pferden, Guanacos, Nandus und Hasen, denen wir überall dort begegnen, vorbei an einer alten Gaucho-Wohnung und einer riesigen ausgetrockneten Lagune kommen wir dann am beschriebenen Parkplatz an und sehen schon in der Ferne das Rangerhaus! Bis dahin scheint es uns aber viel weiter zu sein als eine Stunde… Direkt vor dem Einstieg in ein steiles Kar liegt schon ein großer Haufen von zugeschnittenen ‚Wanderstöcken’ in allen Stärken und Längen! Vorsichtshalber statte ich mich damit aus – und das war ein sehr guter Entschluss! Der Weg hinunter ist mehr als steil und voll mit losem Sand und feinem Gestein!
Nur sehr langsam, Schritt für Schritt wage ich mich da hinab. Als wir den ‚Kamin’ durchschritten haben, geht es noch eine Weile so weiter! Nach Erreichen und Durchqueren des Tales müssen wir dann auf der anderen Seite fast auf die gleiche Höhe wieder hinauf! Einigermaßen entmutigt will ich aufgeben, weil ich das Gefühl habe, das schaffe ich nie! Aber Conny und Rainer reden mir gut zu „das packst schon“ und so lasse ich mich überreden, doch weiter zu gehen!
Die Ausblicke auf dem weiteren Weg in diesen herrlich grünen Canyon belohnen mich schon im Voraus dafür!
Im Tal angekommen geht es unter dichten Bäumen und Büschen entlang im Schatten weiter. Wir überqueren einen jetzt nur schmalen Fluss über eine Hängebrücke – wie reißend dieser Fluss wohl nach Regenfällen ist, können wir an den Spuren an den Büschen erkennen! Vom Talboden geht es dann über eine lange Holztreppe wieder fast nach oben! An deren Ende queren wir noch eine Art ‚Hochmoor’ (wo wir einige Tierkadaver sehen) und haben dann nur noch ein letztes steiles Stück quer über ein Geröllfeld vor uns, ehe wir am Rangerhaus ankommen. Das war jetzt doch nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte, aber es kommt ja noch der Rückweg…

Wir haben eine halbe Stunde zu warten, weil man den Holzplankenweg an den Wandzeichnungen entlang nur mit einem Guide betreten darf. In derZeit wird uns schon mal ein Helm verpaßt! Es kommen in der Zeit auch noch ein paar wenige Leute dazu, ehe wir starten. Eine überaus nette und gut Englisch sprechende junge Dame erklärt uns alles zu den Zeichnungen und deren Entstehung. Die meisten davon sind etwa 10.000 Jahre alt, einige sind vor etwa 2000 Jahren dann noch dazu gekommen. In einer großen Höhle fand man vor einigen Jahren noch Reste von Werkzeugen und Haushaltsgegenständen. Mit Hilfe dessen konnte man eindeutig nachweisen, wie die Zeichnungen gemacht wurden: Mineralfarben (feiner Abrieb von den verschiedenfarbigen Gesteinen hier), Blut und Speichel wurden im Mund gemischt und teilweise über Blasrohre über die Hände gesprüht (die berühmten ‚manos’ sind fast alles ‚Negativformen’ der linken Hand – also mit rechts das Blasrohr gehalten und über die linke Hand gesprüht!) oder mit Pinseln aus Guanaco-Haaren oder Vogelfedern aufgetragen (das sind vor allem Jagd- und Tierszenen). Es gibt jedoch ein paar wenige auch rechte Hände! Und es gibt sogar eine Hand mit 6 Fingern!!!


Die Bezeichnung ‚cueva de las manos’ ist ein wenig irreführend, da in der Höhle dort gar keine Zeichnungen sind – die ziehen sich vor und nach der Höhle überall den Berg entlang! Aber die Höhle war für die Erforschung der Zeichnungen eben sehr wichtig und so bekam dieses ‚Weltkultur-Erbe’ seinen Namen!

Fast eine Stunde dauert der Rundgang, ehe wir uns wieder auf den Rückweg machen. Vorher sehe ich noch am Fenster der Rangerstation, daß vielleicht „Karl Auer“ auch schon mal hier gewesen sein könnte:-)! Der erste Teil des Weges ist ganz einfach, aber das letzte extrem steile Stück schaffe ich nur mit vielen kurzen Pausen!
Meine beiden Begleiter sind aber sehr geduldig mit mir und so schaffen wir auch den Rückweg wieder in etwa einer Stunde! So eine Wanderung habe ich, glaube ich, seit meiner Zeit als Alpenvereinsmitglied nicht mehr gemacht – ich bin richtig stolz auf mich!
Am Parkplatz lege ich meine Wanderstöcke wieder auf den Haufen, hoffentlich sind sie späteren Wanderern auch wieder so hilfreich. Ein Stückchen von den Wanderstöcken und dem Hinweis auf den Einstieg in den Weg sehen wir einen alten Wohnwagen stehen – vielleicht sollte das mal ein ‚kiosco’ werden? Aber so viele Leute nehmen diesen etwas anspruchsvolleren Weg vielleicht nicht – ein Kiosk macht sich vielleicht nicht bezahlt hier:-)?
Offenbar nehmen die meisten Besucher der ‚manos’ den deutlich weiteren Weg über die Schotterstraße von ‚Baja Caracoles’ aus, auf dem man bis an die Ranger-Station heranfahren kann!
Wir freuen uns jedoch im Nachhinein, dass wir diesen Weg genommen haben – unzählige traumhafte Ausblicke in den Canyon, auf die riesige Felswand mit den ‚manos’ und bei der Her- und auch Rückfahrt auf die grandiose Landschaft waren die Anstrengung wert!


Beim Rückweg können wir dann schon von weitem die Estancia liegen sehen und beschließen, hier die wahrscheinlich letzte Möglichkeit zu nutzen, in einer richtigen ‚Estancia’ übernachten zu können!

Als wir ankommen, haben wir großes Glück und ergattern noch das letzte 3-Bett-Zimmer. Es wären ansonsten noch Betten im Schlafsaal frei gewesen oder eine ‚cabana’, ein kleines Holzhäuschen neben dem Hauptgebäude – das aber deutlich teurer! So finden wir uns dann in einem großzügigen Schlafzimmer wieder mit drei schönen Betten und frisch gewaschener und gemangelter weißer Bettwäsche – die raschelt richtig, wenn man sich hinein legt! Es gibt darüber hinaus einen geschmackvollen Aufenthaltsraum und ein schönes Restaurant, wo wir heute Abend auch essen werden – eine andere Möglichkeit gibt es auch nicht, hier so am Ende der Welt!
Es sind überraschend viele Leute hier angekommen, darunter auch ein Ehepaar mit ihrer kleinen Tochter von etwa 2-3 Jahren aus Österreich. Sie sind auf einer 3-monatigen Tour durch Südamerika und die Kleine hat schon einige Brocken Spanisch aufgeschnappt. Sie ist überhaupt eine ganz pfiffige und ‚unterhält’ auf angenehme Art beim Abendessen den ganzen Speisesaal!
Zum Essen gibt es heute sogar eine Suppe voraus – dummerweise gerade die, die Conny nun überhaupt nicht mag „es gibt soviele Suppen auf dieser Welt, wieso muß es dann gerade hier Zwiebelsuppe geben?“ :-)! Aber Rainer und mir schmeckt sie ausgesprochen gut! Ansonsten wieder einen „Fetzen Fleisch“, Kartoffel-/Kürbispüree (diesmal nicht gemischt, sondern übereinander geschichtet) und als Nachtisch (den ich mir allerdings schenke) eine Art Creme Brülee!
Auf einen ‚Verdauungsspaziergang’ müssen wir heute verzichten – auch hier gibt es Pumas und die haben die Angewohnheit, mit Beginn der Dämmerung und in der Dunkelheit auf Jagd zu gehen! Aber wir sind auch so rechtschaffen müde nach diesem aufregenden Tag! Nach einem letzten Blick auf einen grandiosen Sternenhimmel vom Fenster aus schlafen wir dann alle schnell ein!

Donnerstag, 10.3.2011
Das war eine äußerst wohltuende Nacht! Auch das Frühstück lässt keine Wünsche offen und so fahren wir gut erholt dem nächsten Reiseziel zu! Bei der Bezahlung der Rechnung haben wir vorher noch etwas zu schlucken – das Abendessen war im Verhältnis zur Übernachtung doch relativ teuer! Aber nun haben wir es schon gegessen, also müssen wir es auch bezahlen! Schade, daß wir heute nicht zum Mittagessen hier bleiben können – es gibt selbstgemachte Ravioli, der Koch ist schon fleißig am Werken!
Wir hatten uns auf eine schnelle Fahrt heute eingestellt – unterwegs gibt es heute nicht viel zu sehen, außer der üblichen, immer wieder wunderschönen Natur!
Doch welch böse Überraschung – gar nicht weit nach der Auffahrt auf die Ruta 40 zeigt sich, dass aus dem offenbar nagelneuen Asphaltband plötzlich eine Schotterstraße wird! Na, das kann ja heiter werden, wenn das lange so bleiben sollte…

Auf jeden Fall ist es so bis ‚Baja Kokolores’, (eigentlich Baja Caracoles), wie wir die nächste Ansiedlung in einer gottverlassenen Gegend unter uns umbenannt haben – dort gibt es die letzte Tankstelle für mehrere hundert Kilometer, also müssen wir dort wieder halten!


Es gäbe sogar Fremdenzimmer dort, aber wir entscheiden, doch weiter zu fahren bis zur ‚Estancia Siberia’, die auch Übernachtungsmöglichkeit anbieten soll! Leider bekommen wir an der Tankstelle die Auskunft, dass die Straße zwar gerade neu gemacht wird, dass wir aber bis Tres Lagos auf Schotterstraße fahren müssen – das sind noch fast 400 km, was für ein Abenteuer! Es ist ja hier nicht nur die letzte Tankstelle vor Tres Lagos, bis dahin gibt es auch keine ‚gomeria’, also keine Reifenwerkstatt mehr… Eine kleine positive Seite hat das Ganze jedoch – man sieht deutlich mehr, auf das man ansonsten wahrscheinlich garnicht aufgepaßt hätte! Wer kann schon von sich behaupten, eine „Wolke mit Heiligenschein“ gesehen zu haben? Wir können das!

Aus dem starken Wind ist inzwischen ein regelrechter Sturm geworden – das macht das Fahren nicht einfacher! Rainer gibt sein Bestes, aber auf dieser Straße voran zu kommen, erfordert einfach seine Zeit. Unser Mittagspicknck muß wegen des Windes wohl ausfallen, aber unser ’scout‘ Conny findet wieder einen Platz! Neben der Straße im Windschutz eines großen Wasserrohres geht es einigermaßen – aber selbst hier können wir kaum unsere Semmeln schmieren oder Wasser eingießen! Sobald man sich ein wenig aus dem unmittelbaren Windschatten hervor wagt, wird man fast umgeblasen! Wir wundern uns nur, wie sich die überall zahlreich herum streunenden Tiere auf den Beinen halten können! Überdies ‚überfallen‘ uns winzige Kletten, die von den kleinen Pflanzen, durch die wir gehen, gelöst haben – so klein sie sind, so ekelhaft sind sie! Richtig spitze, lange Stacheln zwischen den Widerhaken – da haben wir dann erstmal zu tun, bis wir das wieder alles von unseren Hosenbeinen und Socken entfernt haben!
Plötzlich ist zwischendurch wieder ein (sehr!) kurzes Straßenstück fertig und wir können uns ein wenig vom ‚Geschüttel’ erholen. Aber zu früh gefreut – danach geht es wieder ordentlich rüttelnd weiter. Ein weiteres Stück ist später zwar auch schon fertig asphaltiert, aber noch nicht für den Verkehr frei gegeben. Da jedoch schon viele Spuren darauf sind, fahren auch wir wieder ein paar Kilometer auf der neuen Straße. Es ist nur notwendig, genau aufzupassen, wo dann wieder die Abfahrt ist! Ganz schnell ist man zu weit gefahren und mit unserem Auto kommen wir über die an den Rändern aufgetürmten Sandhaufen nicht mehr hinüber!
Also schön geduldig weiterfahren und hoffen, dass wir wohlbehalten auf ‚Siberia’ ankommen. Kurzzeitig wird es mal spannend, als uns eine ‚Oldtimer Rallye’ begegnet – diese Autos haben sicher kaum ein Problem mit fehlender Bodenfreiheit! Überdies haben sie ein Begleitfahrzeug, dessen Anhänger voll mit Reservereifen ist (die uns allerdings eher wie Mopedreifen vorkommen!).
Am Nachmittag erreichen wir endlich den ‚Lago Cardiel’, an dessen Ufer die Estancia Siberia liegen soll. Wieder ein traumhaft schöner See, aber dafür haben wir heute fast keinen Blick mehr. Wir wollen endlich ankommen und wissen, wo wir heute Nacht schlafen werden! Bei einigen Straßenbauarbeitern halten wir an und fragen vorsichtshalber mal nach – nicht, dass diese Estancia vielleicht auch inzwischen aufgelassen wurde! Aber nein, wir sind schon in der richtigen Richtung und es sei gar nicht mehr weit! Also schleichen wir langsam weiter, bis plötzlich die Estancia vor uns in einer Senke liegt! Erleichtert fahren wir von der Straße ab und fragen nach einem Zimmer. Sie haben sogar 2 Zimmer frei und wir können zum Preis eines 3-Bett-Zimmers ein Doppelzimmer und ein Bett in einem Familien-Zimmer nutzen – nach fast zwei Wochen in 3-Bett-Zimmern wieder mal ein wenig Privatsphäre :-)!

Der Preis ist günstig, wir sind einigermaßen erschöpft und die Familie, die uns dort empfangen hat, macht einen sehr netten Eindruck. Über das nicht ganz saubere Bad, den ein wenig schrägen Speisesaal und ein bisschen mehr schauen wir in unserer Situation großzügig hinweg!
Der abendliche ‚Spaziergang an den See’ wird jedoch vorzeitig beendet – es geht ein wahnsinniger Sturm, es ist kalt geworden und der Weg zieht sich doch viel weiter als gedacht!


Wir versuchen, die Heizung in unseren Zimmern anzumachen, das gelingt uns leider nicht! Kein Wunder, die Zünder funktionieren elektrisch und Strom gibt es auch hier nur von 8-12h abends und von 6-8h morgens über einen Kompressor!
Inzwischen sind viele, viele Straßenbauarbeiter angekommen, die hier in den beiden uns benachbarten Schlafsälen „wohnen“ und jetzt in kleinen Trüppchen über den Hof in das ‚Restaurant’ gehen, um sich ihre Thermoskannen mit heißem Wasser aufffüllen zu lassen – das ‚Mate-Ritual’ gehört in Argentiniem zum Feierabend wie eine heiße Dusche!
Auch um 8h bekommen wir die Gasöfen nicht an und ich hole den Chef aus der Küche! Er versteht erst, ‚dass das warme Wasser nicht funktioniert’ (mein Spanisch…) und meint, dass das wahrscheinlich daran liegt, dass die Bauarbeiter den Boiler vorerst geleert haben. Dann jedoch begreift er und kommt schnell mit mir und macht uns die beiden Öfen an – in Sekundenschnelle breitet sich eine wohlige Wärme in beiden Räumen aus!
Abendessen gibt es um 9h – eine Art ‚Tellerfleisch’, ausnahmsweise mit ganzen Kartoffeln und Kürbisgemüse. Auch davor eine Suppe: Nudel-Kartoffel-Gemüse! Als Nachtisch wird eine besondere „Spezialität des Hauses“ serviert: Eine Scheibe Butterkäse und darüber eine Scheibe ‚Dulce de Leche’ (eine weiche Karamell-Variation) – eine für uns etwas fremde Kombination (dulce de leche gerade für mich!!!) aber in der Kombination dann gar nicht so schlecht!

Das allerschärfste war jedoch, daß nach dem Abendessen einer der Bauarbeiter zu uns an den Tisch kam. Er hatte einen der kleinen Plastik-Souvenir-Fernseher dabei, wo man irgendwelche Stadt- oder Länderansichten durch eine kleine Lupe anschauen kann.Und wißt Ihr, was das für ein Souvenir war? Der Bauarbeiter sagte es uns – alle tollen Bauwerke von „Ludovico, dem verrückten König“! Genau – Neuschwanstein, Linderhof etc. lachten uns entgegen!
Satt und wohlig warm ziehen wir uns dann in unsere Zimmer zurück – ich schreibe noch ein wenig und mache bald das Licht aus! Ich fühle mich richtiggehend ‚geborgen‘ hier – es ist nur ein kleiner Widerschein des Gas-Brenners zu sehen, draußen ist es stockdunkel (es hatte sich am Abend etwas bewölkt) und der Sturm jagt heulend ums Haus!

Freitag, 11.3.2011
Gut, dass ich die Heizung auf der kleinsten Stufe angelassen hatte – als ich nämlich um kurz vor 8h wach werde, kann ich zwar gerade noch Licht machen, aber auf dem Weg zum Bad geht das schon wieder aus! So läuft die Heizung aber weiter und das ist auch notwendig – draußen ist es richtig kalt und das Haus besteht ja nur aus dünnen Holzwänden! Schnell unter die (richtig heiße!) Dusche und dann Abmarsch zum Frühstück! Der große Ansturm ist im Speiseraum schon gewesen – die Bauarbeiter sind längst wieder an ihren Arbeitsplatz entschwunden. Für uns gibt es Tee und Kaffee, etwas zu schwarz geröstete ‚tostados’ („Bäh-Brot“:-)), ein wenig Butter und Marmelade! Damit sind wir schnell fertig, beladen unser Auto und wollen bezahlen. Wie sich beim Wirt jetzt herausstellt, war im Zimmerpreis auch das Abendessen schon enthalten und kostete nichts extra, wie uns der Sohn gestern Abend gesagt hatte. Das ist eine schöne Überraschung und entsprechend gut gelaunt geht es zurück auf die Schotterstraße! Es war eigentlich ganz schön hier – es ist schon manchmal merkwürdig, wie einen nette Gastgeber über manche Unzulänglichkeit bei der Unterbringung hinweg sehen lassen! Wir hatten hier wirklich das Gefühl, hochwillkommen zu sein – es verlaufen sich bestimmt nicht so richtig oft Touristen hierher, obwohl auch hier an der Tür schon ein Aufkleber von ‚Rotel Tours’ war und auch einer vom ‚Deutschen Alpen-Verein’ -die schienen mir jedoch schon ziemlich alt zu sein!
Der Sturm hat sich ein kleines bisschen beruhigt und die Bewölkung lockert schon wieder auf! Jetzt sind wir auf einem Teilstück der ‚Ruta 40’, wo noch gar keine Anstalten gemacht werden, es zu asphaltieren – hier ist aber dafür der Boden schon so festgefahren, dass das Fahren etwas leichter ist! Am Straßenrand unsere gewöhnlichen ‚Begleiter’ – Guanacos und Nandus! Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Guanacos mit einem Satz, oft aus dem Stand heraus, über die doch fast 2 m hohen Weidezäune springen!
Die Nandus sind da eindeutig benachteiligt, obwohl sie doch Flügel haben! Als wir auf einige von ihnen in einem Hohlweg treffen, können sie nicht weg und rennen lange vor uns her. Obwohl wir ganz langsam fahren, geraten sie dann in Panik und wollen durch den Zaun verschwinden – dort vergangen sie sich jedoch ein paar mit ihren voluminösen Flügeln. Gott sei Dank kommt dann eine Einfahrt in eine Estancia und die restlichen können dorthin weglaufen!
Kurz danach können wir dann eine Fuchsfamilie dabei beobachten, wie sie ihr ‚Frühstück’ gerade an den Überresten eines Guanaco einnehmen – die lassen sich von uns überhaupt nicht stören! Es sind offenbar 2 Jungtiere und die Mutter – von der Größe her nicht mehr sehr unterschiedlich, aber von der Statur und dem Pelz!

Die Graufüchse hier sind noch etwas kleiner als unsere Rotfüchse und bisher haben wir noch keine so nahe gesehen!
Leider beginnt dann wieder die Baustelle für ein langes Straßenstück und damit auch wieder eine mehr als unebene ‚Umgehungsstraße’, aber irgendwann kommen wir doch in ‚Tres Lagos’ an, wo wir unbedingt tanken müssen! Tres Lagos ist ein winziges Städtchen im ‚Niemandsland’ – die einzige Existenzberechtigung ist offenbar die ‚gomeria’ und die Tankstelle an dieser endlosen Straße. Wir machen auf der Suche nach Benzin eine kleine Rundfahrt durch die Stadt – die Bewohner haben offenbar eine große Vorliebe für „Farbe“! Die Häuschen hier sind aberwitzig bunt gestrichen!

Leider finden wir die Tankstelle nicht – dafür aber wieder 2 Altare für unsere ‚Bekannten’ Gaucho Gil und Difunta Correa: Beide direkt in die Felsen geschlagen und letzterer ganz weit oben (dort gibt es dann keine von den üblichen Wasserflaschen, die stehen dafür unten an der Straße!). Eine junge Frau, die uns entgegen kommt, fragen wir nach der Tankstelle und sie schickt uns zurück auf die Straße ‚Richtung El Chaltén könnt Ihr tanken“! Und tatsächlich, die hatten wir schon bei der Anfahrt gesehen, hatten sie aber – sauber weiß getüncht – für eine Estancia gehalten!
Es gibt Benzin und der Tankwart macht uns den Tank randvoll! Beim Weiterfahren stellen wir zu unserer übergroßen Freude fest, dass die Straße nach El Chaltén asphaltiert ist – und wie wir letztendlich merken, auf der gesamten Strecke! Was für ein Gefühl nach 2 Tagen Schotterpiste! Wir bedauern aus vollem Herzen die Leute, die in den Jahrzehnten vor uns ganz Patagonien nur über solche Straßen erfahren konnten – das waren eben noch echte Abenteurer!
Mit dem Asphaltband wird auch die Umgebung noch kurzweiliger! Der Wind ist auch fast weg und wir suchen uns einen großen Stein nächst der Straße als ‚Tisch‘! Heute wird endlich der ‚Kaffee nach Teebeutel-Manier‘ serviert!

Links und rechts der Straße kommen langsam wieder Hügel in Sicht und aus den Hügeln werden bald richtige Berge und dann sehen wir am Horizont schon die hohen schneebedeckten Gipfel wieder und nach und nach können wir das Massiv des ‚Cerro Fitz Roy’ und die „Nadel“ des ‚Cerro Torre’ ausmachen!



Was für ein beeindruckendes Bild – Conny und Rainer werden schon ganz hippelig bei dem Gedanken, dort dann bald herum wandern zu können! Und dann sehen wir auch den ‚Lago Viedma’ und die Abbruchkante des ‚Viedma Gletschers’, der sich in diesen See ergießt!
Auch der wieder ein riesiger Eisstrom aus dem ‚Continental Ice Field’ in den Anden, wie alle die anderen zahlreichen großen Gletscher hier im ‚Los Glaciares Nationalpark’. Das ist hier die größte Inland-Eisfläche weltweit nach der Antarktis und Grönland! Die Besonderheit ist jedoch, dass die Gletscher schon in einer Höhe von 800-1200 m liegen und bis jetzt keine Tendenz zu erkennen ist, dass sie an Umfang und Dicke abnehmen würden!

Auch auf den niedrigeren Bergen längs der Straße sind nun oben überall kleine Schneefelder zu sehen – teilweise bilden die mit den deutlich sichtbaren Felsscharten ein interessantes „Muster“! Und dann liegt auch schon das ‚Dorf’ El Chaltén vor uns!
Ein (noch) kleines Örtchen, das DER Mittelpunkt für Kletterer und Wanderer hier geworden ist. Ursprünglich wurde es gegründet, damit Argentinien ‚Präsenz zeigen’ kann, weil in der Vergangenheit hier immer wieder chilenische Truppen in das argentinische Hoheitsgebiet eingedrungen waren. Seit den späten 80er Jahren ist die Grenze jedoch vertraglich geregelt und El Chaltén entwickelt sich seither zu einer blühenden Gemeinde, die sich ganz dem Tourismus verschrieben hat. In der Beschreibung dessen ist allerdings bei einigen Reiseführern deutliches ‚Nachbessern’ erforderlich – die können offenbar mit der rasanten Entwicklung hier nicht ganz Schritt halten.
In einigen deutschen und auch englischen wird die Straße hierher als ‚teilweise asphaltiert’ oder gar noch als ‚Piste’ angegeben. Der ‚nicht vorhandene’ oder als „unzuverlässig“ beschriebene Geldautomat zeigt sich inzwischen als ein ganz moderner Raum mit sogar 2 Automaten im neu erbauten zentralen Busbahnhof! Im Ort steht ein Hotel neben dem nächsten Hostel oder Haus mit Privat-Zimmern, Souvenirläden und Restaurants wechseln sich ab, es gibt ausgesprochen gutes Infomaterial und auf den Straßen wimmelt es – trotz bereits beginnender ‚Nebensaison’ – von Touristen!
Rainer hat aus einem Reiseführer ein Hostel rausgesucht, das sehr schön beschrieben ist und das steuern wir jetzt an – das Fitz Roy Massiv stets im Blick! Fast am Ende des Ortes finden wir das „Rancho Grande“, es ist auch ein 3-Bett-Zimmer frei und – oh Wunder – der junge Mann an der Rezeption spricht sogar Deutsch!
Unser Zimmer ist für einen Hostelraum ungewöhnlich geräumig und hübsch eingerichtet mit einem Doppel- und einem Stockbett! Ich schlafe im unteren Stockbett, das jedoch so bemessen ist, das ich auch bequem darin sitzen kann!

Und heute ist es dann soweit – ich kann endlich den Aufkleber auf meinen Koffer kleben – „Tengo la Ruta Quaranta!“ ich habe die Ruta 40 gemacht! Eigentlich war ich in diesem Fall ja nur Beifahrerin, aber immerhin:-)!


Der Nachmittag gehört dann wieder einem ‚Stadtspaziergang’, damit wir erst einmal einen Eindruck des Ortes bekommen! Wir beschließen, hier drei Nächte zu bleiben mit der Option auf eine vierte – je nachdem, wie sich das Wetter so entwickeln wird! Ein paar Tage richtiger Urlaub müssen auch mal sein – heute ist jedenfalls strahlender Sonnenschein hier!


Für das Abendessen finden wir ein hübsches kleines Restaurant, in dem wir gleich einen Tisch reservieren lassen! Es gibt auch einen Internet-Laden, in dem wir zumindest schnell mal unserer Mails checken können! Für mich gibt es wieder einmal eine traurige Nachricht – eine gute Bekannte ist überraschend verstorben! Ich bin ziemlich erschüttert, hatte ich auch damit, wie im Dezember beim Tod meiner Freundin, überhaupt nicht gerechnet!
Leider gibt es aber weder dort noch im Hostel eine WiFi-Anbindung, also müssen die Texte hier doch noch bis El Calafate warten, bis sie online gestellt werden können!
Die Zeit mit Conny und Rainer neigt sich nun mit Riesenschritten dem Ende zu – schon nächste Woche Mittwoch werde ich wieder allein weiterreisen müssen! Im Moment noch etwas schwer vorstellbar, waren doch die gemeinsamen Tage für mich eine mehr als schöne Abwechslung – unsere ‚Kleinstgruppen-Reise’ hat besser als sowieso schon erwartet funktioniert!
Nach einer ausführlichen heißen Dusche in dieser gemütlichen und sauberen Umgebung findet die Krönung des Tages dann beim Abendessen statt – wir genießen ein kleines, sehr überschaubares Restaurant mit äußerst aufmerksamer Bedienung und wunderbarem Essen1 Zumindest Conny und ich – das Steak von Rainer war erst zu sehr durchgebraten und der dann servierte Ersatz war ziemlich flachsig! Schade!
Der kleine Spaziergang durchs Dorf zurück zu unserem ‚Schlafzimmer’ tat uns allen gut und die Nacht in den sauberen Laken werden wir bestimmt tief und fest schlafend verbringen!

Samstag, 12.3.2011
Früh werde ich schon wach heute und als ich zum Fenster hinausschaue, bekomme ich gerade „Alpenglühen pur“ mit! Meine beiden ‚Bergfexe’ wollen heute eine ausgiebige 7-stündige Wanderung zum Basislager des Fitz Roy unternehmen. Ich werde sie mit dem Auto zum Einstiegspunkt bei der ‚Estancia Pilar’ bringen und im Lauf des Tages eine kleine 2-stündige Wanderung zu einer der noch richtig landwirtschaftlich genutzten Estancias hier unternehmen.
Das Wetter ist einfach traumhaft – strahlend blauer Himmel und frühlingshafte Temperaturen! Der (Schotter-)Weg zum Einstiegspunkt ist für sich schon wunderschön – immer neben dem relativ großen ‚Fitz Roy River’ entlang! Es gibt herrliche, stets wechselnde Aussichten auf das Tal und die Berge ringsum. Vorbei an einem Campingplatz und einer (privaten) Hängebrücke über den Fluss erreichen wir dann den Parkplatz und ich ‚entlasse’ die beiden in ihr Abenteuer! Ich fahre langsam zurück – es kommen mir auf der schmalen Straße jetzt schon relativ viel Autos entgegen!


Ehe ich mich zu meiner Wanderung aufmache, werde ich erst einmal unsere Wäsche wegbringen – es hat sich doch schon wieder einiges angesammelt! Es gibt einen ‚Waschsalon’ gleich in der Nähe, aber auch hier kommt wieder einmal das ‚argentinische Hauptproblem’ zum Tragen: Es gibt viel zu wenig Münzen!!! Weder hier im Hostel noch im Waschsalon selbst gibt es die Möglichkeit, Scheine in Münzen für die Automaten an den Waschmaschinen und den Trocknern zu wechseln. Im Waschsalon sitzt eine junge Dame, die mehr oder weniger nur die Waschmaschinen ‚bewacht’ – waschen oder gar trocknen kann hier kaum jemand, weil stets das ‚zu wenig Münzen’ zuschlägt. Also gehe ich in eine der anderen Wäschereien und gebe die Wäsche dort ab. Es ist hier zwar etwas teurer als in Los Antiguos, aber etwa 5€ für eine Maschine waschen und trocknen ist schon noch okay!
Leider falle ich beim Hingehen so unglücklich, dass ich mir den rechten Fuß tierisch verbiege! Mit der kleinen Wanderung wird es also erstmal nichts – jetzt ist eher Bein hochlegen und Ruhe angesagt! Ich bin so wütend auf mich selbst, aber an einer kleinen abschüssigen Stelle war ganz viel loser Splitt angehäuft, ich habe darauf – mit dem Arm voller Wäschetüten – nicht geachtet, rutschte aus und schon war es passiert! Zumindest die Wäsche ist aber in Auftrag gegeben :-)!
Am späteren Nachmittag mache ich mich aber trotz Schmerzen auf den Weg zum Einkaufen – wir wollen heute Abend Nudeln kochen und unsere restlichen Tomaten zu einer Sauce verarbeiten! Es geht ja nicht, dass die beiden todmüde von ihrer Wanderung kommen und dann gibt es nichts zu essen! Außerdem will ich sowieso noch zur Post und Apotheke, das kann ich dann auch gleich erledigen.
Der Weg ans andere Ende des Dorfes ist doch beschwerlicher als ich dachte und ich bin froh, als ich wieder im Hostel ankomme. Bepackt mit frischen Raviolis (mit Lamm und mit Kürbis gefüllt), dazu Salat und auch noch eine Nachspeise, treffe ich dort auf die beiden Wanderer, die auch vor kurzem zurückgekommen sind. Völlig begeistert berichten sie mir von ihrer superschönen Tour – es muss ein Traum gewesen sein. Obwohl das Wetter nachmittags zugezogen hat, war es insgesamt genau passend für so eine Tour! Na wenigstens sie waren erfolgreich!
Das Abendessen schmeckt vorzüglich, Conny versorgt mich mit ‚Kügelchen’ gegen Schwellungen und dgl. und ich gehe bald ins Bett – der große Zeh tut ziemlich weh, ich denke, der ‚Einkaufsbummel’ war doch etwas zu viel! Ich hoffe nur, dass er nicht wieder gebrochen ist!

Sonntag, 13.03.2011
Schlecht geschlafen – jedes Mal, wenn ich mit dem Zeh in der Bettdecke hängen geblieben bin oder beim Umdrehen an die Wand kam, wurde ich vom Schmerz wach! Aber wir wollen heute eine Schifffahrt auf dem Viedma-See machen, wieder mal einem Gletscher ‚auf den Pelz rücken’ und da muß ich ja nicht viel laufen!
Unser Schiff geht jedoch erst mittags, so können wir etwas länger schlafen
und uns auch Zeit lassen im Bad und beim Frühstück. Es dauert auch eine Weile, ehe ich meinen großem Zeh im Schuh untergebracht habe :-(!
Um 11h werden wir von einem Taxi abgeholt und zur Schiffsanlegestelle in ‚Bahia Tunél’ gebracht, etwa 20 Minuten außerhalb vom Ort. Das hat nichts mit einem Tunnel zu tun, sondern der Fluss heißt so und der Name bedeutet einfach ‚Bucht des Tunél-Flusses’.
Es liegen 2 Schiffe am Steg – ein großes und ein kleines. Wir sind deutlich zu früh und außer uns warten noch zwei junge Männer und wir freuen uns schon, daß wir vielleicht das kleine Boot für uns haben. Nach und nach kommen jedoch noch weitere Gäste und kurz vor dem Einsteigen ein ganzer Reisebus – der jedoch lädt nur ein paar wenige Leute hier aus.
Wir fahren mit dem großen Schiff, das kleine ist für ein paar wenige Gäste bestimmt, die am Gletscher aussteigen wollen, um eine kleine Wanderung darauf zu machen. Viele davon nur mit Turnschuhen – uns ist nicht ganz klar, wie daran Steigeisen befestigt werden sollen.

Obwohl das Wetter heute bewölkt ist, ist es nicht besonders kalt. Als wir jedoch später auf das Außendeck gehen können, hat sich aber wieder ein eiskalter Wind eingestellt – das Fotografieren und auch der Blick durch das Fernglas ist im wahrsten Sinne des Wortes ein ‚getrübtes Vergnügen’, die Augen tränen wie wahnsinnig! Es ist nicht zu fassen, wie schneidend kalt dieser Wind ist! Wir sind heilfroh, dass wir uns mit dicker Unterwäsche und mehreren Lagen Oberbekleidung versorgt haben. So können wir draußen bleiben und die ‚Eisberge’, denen wir begegnen und später den Gletscher aus nächster Nähe anschauen! Der See ist trüb wie Waschlauge – das liegt zum einen an den Sedimenten, die mit dem Eis eingeschwemmt werden und zum anderen an der Kälte des Wassers, es ist nur etwa 4 Grad „warm“! Die großen Eisstücke, die in ihm herum schwimmen, zeigen mir jetzt endlich deutlich, was die Autofarbe „Gletscherblau“ bedeutet – ein durchscheinendes Türkis, etwas in Silbrige changierend, genau wie mein Auto damals! Im Gletscher selbst sind riesige, ganz dunkelblaue Stellen – offenbar ist das Eis dort so komprimiert, dass überhaupt keine Luftblasen mehr enthalten sind!

Vor den rötlichen Bergen ist das ein toller Kontrast! Wegen des mehr als eiskalten Windes stehen wir alle hinter dem Steuerhaus im Windschatten und gehen immer nur kurz direkt nach vorne zum Bug! Hier werden wir auch Zeuge, daß wir wohl mit dem jüngsten ‚Steuermann‘ aller Zeiten unterwegs sind :-)!

Etwa ein Stunde dümpelt das große Boot vor dem Gletscher hin und her und währenddessen gibt es von ‚Martina’, unserem heutigen Guide, viele Informationen darüber: Der Viedma-See ist bis zu 400 m tief, mehr als 90 km lang und bis zu 18 km breit! Er ist zum größten Teil von Steppe umgeben, im nördlichen Teil begrenzt durch vielfarbige Hügel, Überreste der Eiszeit, und den hohen Bergen des Fitz Roy- und Torre-Massivs dahinter. Die Abbruchkante des Viedma-Gletschers, durch den der See zu 100% gespeist wird, ist etwa 2 km breit und ca. 50 m hoch. Das Wasser aus dem See fließt über den Leona Fluss, der im See entspringt, in den ‚Rio Santa Cruz’ und dann quer durchs Land, bis es in den Atlantik mündet! Der Gletscher ist mit schwarzen Asche-Spuren durchsetzt, die von früheren Vulkanausbrüchen in der Gegend stammen. Darüber hinaus ist im Gletscher-Eis oft Sand enthalten, aber von Zeit zu Zeit gibt es auch einen großen Felsbrocken frei – wahrscheinlich nach hunderten von Jahren des Transports vom Zentrum des ‚Continental Ice Fields’!
Die einzige Estancia am See ist schon so alt, dass sie auch innerhalb des Nationalparks weiter betrieben werden darf. ‚Halvorsen’ ist eine Gründung von norwegischen Siedlern aus dem beginnenden 20.Jh. und ist immer noch im Besitz der Ursprungsfamilie! Na ja, Norweger müssen sich ja hier wie zu Hause fühlen – es ist ja fast wie im Heimatland – gibt nur keine ‚Ellllche‘, aber auch ‚Blockhäuser‘:-)!
Während der Rückfahrt gibt es heißen Tee und Kaffee und Plätzchen zum Aufwärmen – der Wind hat jedoch ein Stück vom Gletscher entfernt schon deutlich nachgelassen und die Temperatur fühlt sich jetzt nachgerade ‚mild’ an! Als wir das Schiff verlassen, gibt es sogar schon kleine blaue Flecken am Himmel – sollte das Wetter morgen wieder schön werden, bleiben wir noch einen Tag länger! Conny und Rainer möchten gern auch zum Basislager des ‚Cerro Torre’ wandern!
Heute gibt es jedoch erstmal ein verspätetes Mittagessen mit frischem Brot und ‚pan cheso’, dazu die Schinken- und Käsereste aus dem Kühlschrank und Nektarinen, ebenfalls noch aus dem Vorrat! Am Nachmittag wird noch mal mein Bein geschont, Conny und Rainer gehen kurz Wasser besorgen und einen kleinen Spaziergang machen!
Zum Abendessen gibt es heute in einem Restaurant in der Nachbarschaft ‚Asado’ – das typisch argentinische Essen! Im Restaurant wird in einer Feuerstelle ein offenes Feuer angemacht, über dem zwei komplette Lammhälften gegart werden! Mit einer elektrischen Säge werden dann portionsweise Stücke incl. der Knochen heraus geschnitten und serviert. Wir bestellen uns dazu noch einen Salat und Pommes und sind absolut begeistert, wie zart und saftig das Fleisch ist! Die Lämmer hier sind deutlich größer als bei uns, schmecken aber auch deutlich besser! Bis auf das letzte Fitzelchen wird alles Fleisch aufgegessen, so köstlich hat es geschmeckt. Es standen auch wieder diverse gegrillte Innereien auf der Karte, aber darauf haben wir doch lieber verzichtet :-)!

Beim Heimgehen fängt es ein wenig an zu tröpfeln und als Conny ihren Pullover zum Lüften vor das Fenster hängen will (alles, was wir vorhin anhatten, riecht nach Rauch!), regnet es heftig. Es hört aber bald wieder auf und als ich, nachdem ich noch ein wenig an meinen Blog-Texten geschrieben habe, aus dem Fenster schaue, gibt es sogar schon wieder ein paar Sterne – ich gehe davon aus, dass wir noch einen Tag bleiben und morgen die gewünschte Wanderung für die Beiden stattfinden kann!

Montag, 14.3.2011
Das Wetter ist fabelhaft heute morgen. Rainer klärt die Verlängerung des Zimmers an der Rezeption (wir können sogar in unserem Zimmer bleiben!) und will frische Semmeln beim Bäcker holen, aber der hat noch nicht auf! Also schnell gefrühstückt, damit die beiden weg kommen – es ist eine etwa 8-stündige Wanderung werden!
Ich nutze heute nochmal den Tag, um die Texte für den Blog auf den aktuellen Stand zu bringen, damit ich morgen in Calafate gleich loslegen kann mit online stellen! Zwischendurch gehe ich ein wenig spazieren, mache die Schühchen für Anna noch fertig und lese ein wenig! Mein Zeh ist deutlich besser, aber immer noch nicht wieder okay!


Die Wanderung war ein voller Erfolg, aber zum Schluß wohl ziemlich anstrengend. Wir gehen trotzdem nochmal schnell ins Dorf, schauen, ob es ein paar Wanderschuhe für mich gibt – meine ‚Stiefelchen‘ geben langsam den Geist auf! Aber leider werden wir nicht fündig – entweder es gibt nur welche zum leihen oder sie sind von nicht sehr guter Qualität! Also lassen wir das, gehen ins Hostel zurück und leisten uns dort heute nochmal ein großes Stück Fleisch zum Abendessen – d.h., Rainer und ich machen das, Conny nimmt Nudeln („ich brauch meine Kohlehydrate!

2 Antworten zu Quer durchs Land zurück zu Bergen, Seen und Gletschern!

  1. Conny schreibt:

    „und als Nachtisch (den ich mir allerdings schenke) eine Art Creme Brülee! “
    Von wegen, den ich mir schenkte – den hast du ganz alleine aufgefuttert – da kam für die greislige Zwiebelsuppe nichts an mich zurück.
    Es sind noch ein paar unwichtige Kleinigkeiten nicht ganz richtig. aber die anderen brauchen ja auch nicht alles zu wissen und wir können auch noch etwas erzählen.
    Aber es war sehr schön, alles nochmals zu durchleben.

    Conny und Rainer
    den Rest lesen wir morgen, denn mit den 4 Stunden Zeitverschiebung ist in der Früh nicht zu spaßen!

    • grannyontour schreibt:

      Das mit dem Nachtisch muß ich wohl total verdrängt haben – ich werde das natürlich abändern! Und die ‚Kleinigkeiten‘ wären gut, wenn Ihr sie mir auch mitteilt! Das kommt davon, wenn man nicht regelmäßig seine täglichen Berichte schreibt, weil man immer von der netten Gesellschaft und dem Wein abends davon abgehalten wird…:-)

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