Ein Ferientag am Meer

1.10.2010
Nun ist schon Oktober, der vierte meiner 15 Monate währenden Reise ist angebrochen! Mit dem Arbeiten wird es heute wieder nichts! Die Kinder haben Ferien und Max will mit ihnen an einen Strand fahren – Rebecka möchte ihr neues Neopren-Oberteil beim Surfen ausprobieren! Sie meinen alle, mir würde was entgehen, wenn ich da nicht mitfahre! Also, dann eben wieder Vergnügen statt Arbeit :-)!
Rebecka hat schon für uns alle Käse-Sandwiches gemacht, dazu ein paar Flaschen Wasser zurecht gestellt. Toby ist auch schon ganz aufgeregt – merkt er doch, dass was Besonderes ansteht!
Ich packe schnell meine Sonnenmilch und meinen Sonnenhut ein – die Badesachen lasse ich allerdings daheim. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Wassertemperaturen schon angenehm zum Schwimmen sind – die Lufttemperaturen wären allerdings gerade so dazu geeignet.
Es dauert doch eine Weile, bis der ganze ‚Bienenschwarm’ im Auto verstaut ist: 2 Erwachsene, 5 Kinder und 1 Hund wollen erst mal sortiert werden. Außerdem müssen noch die Surfbretter auf dem Dach festgeschnallt werden und jede Menge Handtücher etc. zwischen den Kindern untergebracht werden.
Auf dem Weg halten wir noch schnell an einem ‚Fruit + Veggi Market’ – Max kauft einen Riesensack voller Äpfel, ich einen Beutel Mandeln, ein paar Avocados und ‚poison food’, wie Max feststellt: Sauere Stäbchen, Gummibärchen etc. Das kommt natürlich bei den Kindern super an – giftig hin oder her!
Jetzt fahren wir noch Freunde abholen – auch mit 4 Kindern etwa im Alter von den Stams-Kindern. Dann weiter ein kurzes Stück auf der Hauptstraße, biegen in eine kleine Nebenstraße ein und fahren zuletzt auf einen Zufahrtsweg, der es in sich hat. Tiefe Spurrinnen und vom Wasser ausgewaschene Löcher zuerst, ziemlich sandiger Untergrund zuletzt und zum Schluß geht es steil den Berg hinab! Und dann bleibt mir der Atem weg – so eine wunderschöne Bucht habe ich noch nie vorher gesehen!

Blaues und türkisfarbenes Wasser und wirklich schneeweißer Sand, anschließend die grünen Hügel – ein Traum!
Die Kinder und Männer sind ratzfatz in ihren Schwimmsachen. Ich nehme Toby auf den Arm, er ist durch die ganze Fahrerei wohl doch müde geworden. Max hat noch ein kleines Sonnenzelt aufgebaut, da hinein setze ich mich mit ihm und mit uns Judy, die Mutter der befreundeten Familie! Wie mir Judy erzählte, habe ich wohl große Ähnlichkeit mit der verstorbenen Mutter von Anke – sie wäre richtig erschrocken, als ich aus dem Auto ausgestiegen wäre! Jetzt erklärt sich mir ein wenig, warum die Kinder mich am liebsten nicht wieder fahren lassen würden.
Eine ganze Weile kuschelt sich Toby fest an mich, aber er kann nicht einschlafen. Es ist alles viel zu aufregend, was er von den anderen alles sieht. Plötzlich taucht ein ganzer Schwarm Delphine auf und offenbar dazwischen oder daneben ein Hai! Die Männer jagen die Kinder aus dem Wasser – es wird also nichts mit ausgiebig surfen. Und die Wellen wären so schön dafür geeignet.
Aber keiner nimmt das besonders tragisch – es wird eben im flachen Wasser am Strand rumgealbert und die Kinder bauen ein paar Sandburgen!

Jetzt ist auch Toby wieder munter und testet an meiner Hand begeistert die Wellen. Er kann gar nicht genug bekommen davon! Obwohl das Wasser erwartungsgemäß ganz schön kühl ist, ist er fast nicht mehr davon wegzubringen! Aber irgendwann wird das Zeichen zum Aufbruch gegeben! Wir wollen uns alle bei Jeff und Judy zum Lunch treffen – Barbecue ist angesagt!
Die beiden fahren mit den meisten ihrer Kindern schon mal heim, alles vorbereiten. Wir nehmen einen der Jungs mit an Bord – Max will mit uns noch zu einem Nationalpark in den Hügeln fahren, wo Paraglider ihren Absprungort haben!
Eigentlich dürfen wir da gar nicht hinein – es stehen große Schilder da „wenn Sie einen Hund oder sonst ein Tier im Wagen haben, müssen Sie hier umdrehen“. Aber die Kinder auf den Notsitzen im Fond werden einfach beauftragt, Philby den Kopf unten zu halten, es sind wohl immer wieder mal Ranger unterwegs.
Am Straßenrand kommen dann plötzlich Schilder „moist poisenous area“, aber es sind außer uns sogar einige Wanderer unterwegs. Die Kinder erzählen mir, dass es hier viele Skorpione und Schlangen gäbe. Na, danke dafür!
Wir halten auf einem menschenleeren Parkplatz vor einem über der Steilküste angebrachten Holzdeck! Ein herrlicher Ort zum Paragliden!

Tief unter uns dieser wahnwitzige Strand und das tiefblaue Meer! Ich weiß bloß nicht, was schlechter ist – im Wasser zu landen, wo evtl. gerade ein paar Haie unterwegs sind oder im ‚most poisenous’ Buschland…
Auch Blumen gibt es hier natürlich wieder im Überfluß, ich kann mich gar nicht sattsehen!
Aber wir müssen wieder zurück, ehe die Würstchen vielleicht noch verbrennen! Also wieder alle eingeschlichtet und los geht es.
Wir kommen gerade richtig, Würstchen und Hühnchen sind fast fertig. Ich mache schnell noch die 5 Avocados, die ich heute morgen gekauft habe, als Salat zurecht und schon geht es los: Riesige Sandwich-Scheiben werden mit allerhand Saucen und den Sachen vom Grill belegt und alle lassen es sich gut schmecken! Der Avocado-Salat ist im Nu aufgegessen, schade, dass ich davon nicht mehr machen konnte. Beim Verabschieden bedanken sich die 4 Jungs ausdrücklich dafür „es hat so lecker geschmeckt“ und ich werde von allen gefragt, wann ich denn wieder mal kommen würde. Es ist unglaublich, wie herzlich und gastfreundlich die Menschen hier überall sind!
Zuhause machen wir uns schnell über die Küchenarbeit her – Anke hat heute morgen gearbeitet und sich dann mit Freundinnen zum Lunch getroffen. Sie soll nicht in das Chaos zurück kommen müssen, das wir heute Vormittag hier in der Aufbrucheile hinterlassen haben. Ich schmeiße auch noch eine Maschine Wäsche an – es ist ziemlich windig draußen, da kann alles noch gut trocknen bis morgen!
Als wir gerade fertig sind, kommt Anke heim und kurz danach auch Moni, um Elli abzuholen. Die aber möchte noch eine weitere Nacht bleiben und ihre Mutter zieht unverrichteter Dinge wieder ab.
Zum Abendessen koche ich aus diversen Gemüseresten, die ich im Kühlschrank finde und den Überresten des Hühnchens gestern abend einen großen Topf Gemüsesuppe. Die Kinder sind erstmal skeptisch, was das wohl werden wird. Aber am Tisch sind alle begeistert – sogar Elli, die eigentlich nur einen Löffel voll wollte, lässt sich reichlich nachschöpfen! Ich freue mich sehr, dass es allen so gut schmeckt – kann ich mich damit doch ein kleines bisschen für die große Gastfreundschaft und liebevolle Aufnahme hier revanchieren! Die Kinder beauftragen mich dann, ich soll Anke das Rezept geben, damit es die leckere Suppe in Zukunft öfter geben kann. Aber welches Rezept? Einfach alles klein geschnitten in einen großen Topf, Wasser, Salz, Pfeffer und evtl. Gewürze dazu und fertig! Das Geheimnis sind vielleicht reichlich Zwiebeln, die ich vorher in Öl anbrate und dann erst das Gemüse dazu gebe.
Vor dem Essen gab es für mich einen ganz schönen Moment. Das Gebet vor dem Essen wollte heute Carina sprechen. Sie bedankte sich dafür, dass ich zu ihnen ‚geschickt’ wurde und bat den lieben Gott, dass er dafür sorgt, dass meine weiteren Reisen durch ‚the different countries’ sicher sein sollen. Ich war so gerührt…
Später holte Anke dann meine Wäsche noch herein und hängte sie im Haus auf – sie traute dem Wetter wohl nicht und es muß ja bis morgen Vormittag trocken sein. Um 11h geht mein Bus zurück nach Perth!
Lange saßen wir beiden noch zusammen und redeten über Gott und die Welt – es war sehr gemütlich, wie überhaupt die Tage bei dieser so besonders liebenswerten Familie!

Eine Antwort zu Ein Ferientag am Meer

  1. Siggi schreibt:

    TRAUMHAFTE Fotos – einfach unglaublich schöööööön …………. :o)
    Freue mich so sehr für Dich, dass Du alles in natura geniessen konntest!!!

    ….. und für uns, dass Du uns auf diesem Weg Anteil daran nehmen läßt ;o))))

    DANKE!!!

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