Oman allerorten

14.8.2010
Wieder ein traumhafter Tag! Schon kurz vor 9 h bin ich wieder ‚auf der Straße’ – will mir ein nettes Hotel-Restaurant zum Frühstücken suchen! Richtung Stadtzentrum, durch die absolut touristische ‚Kenyatta Road’ wird es wohl was geben! Vorher habe ich schnell noch telefonisch meine Übernachtung im Mtoni-Hotel http://www.mtoni.com/ gebucht und die ‚Princess-Salme-Tour’ dort – neben Kultur soll ein bisschen Strandhotel schon auch sein!
Der Spaziergang an den vielen alten Häusern vorbei, teilweise auch wirklich schön restauriert (‚schön’ vielleicht nicht für Architektur-Experten?), macht großen Spaß. Das ‚Haus der Wunder’, fast direkt am Strand, das ich natürlich unbedingt sehen will, ist wohl das größte Haus in der Stadt. Ein Sultan hat es bauen und mit damals so ‚wunderbaren’ Dingen wie einem Aufzug, fließendem Wasser, einer riesigen geschwungenen Freitreppe und sonst noch ein paar Besonderheiten ausstatten lassen. Heute beherbergt es ein Museum mit überaus interessanten Exponaten aus der Zeit der Sultansherrschaft und deren Ende. Und von umlaufenden Dachterrasse aus hat man einen wundervollen Blick über Meer und Stadt! Man kann auch sehen, dass das benachbarte ‚Alte Fort’ auch heute noch voller Leben ist – zahlreiche Künstler haben sich dort niedergelassen und in deren Werkstätten werden vor allem die sog. ‚Tinga Tinga Bilder’ fabriziert! Bilder in einer speziellen Mal- und Farbtechnik (früher wurde ausschließlich Autolack dafür verwendet), die hier in Sansibar ihren Anfang nahm!
Es gibt soviel zu sehen und zu entdecken in den umliegenden Gassen (die Souvenir-Läden habe ich bewusst ausgelassen!), dass ich erst am langsam einsetzenden Magenknurren merke -Mittagessen-Zeit ist längst vorbei!
Im Gewirr der Altstadt finde ich aber ein Hotel mit einem Dach-Restaurant, wo es trotz Ramadan etwas zu Essen gibt, dazu noch im Freien! Sieht wirklich schön aus, leider stehen nur sehr westliche Gerichte auf der Karte. Also wird es ein Chicken Sandwich für den größten Hunger und vor allem Wasser für den Durst, dann geht es gleich weiter! Ich will mir auch das ‚Clove Hotel’ noch anschauen – eine Empfehlung aus meinem Reiseführer – für die Zeit, wenn ich vom ‚Strandausflug’ zurück bin. Aber dort ist leider gar nichts frei für die Tage, die ich vorgesehen habe! Die freundliche Dame empfiehlt mir jedoch ein kleines Hotel um die Ecke, von ‚locals’ geführt – eine absolute Offenbarung! Kostet weniger als das Guesthouse, wo ich gerade bin, dazu ist noch Frühstück enthalten und die Zimmer sind wirklich nett. Ich buche mich gleich für 2 Nächte dort ein und freue mich sehr darauf, dort dann mitten in einem anderen Gassengewirr wohnen zu können!
Ich hatte heute morgen in einem Schaufenster einen ‚Kulturellen Stadtführer’ gesehen. Der deutsche Verfasser, der auch gleichzeitig der Verleger ist und dort im Haus auch wohnt, konnte mit Hilfe eines Nachbarn herausgeklingelt werden, um mir das Büchlein zu verkaufen. Ist der ehemalige deutsche Honorarkonsul, von Beruf eigentlich Architekt, der hier aus dem Nähkästchen plaudert. „Wohin des Wegs, meine Schöne“ ist eine liebevolle, jedoch auch manchmal sehr zynische, Abhandlung über die architektonischen Veränderungen in Sansibar – unzählige Seitenhieben gegen die herrschenden ‚Umstände’ eingeschlossen! – und mit vielen Hintergrundgeschichten ‚dekoriert’. Mit Hilfe dieses Büchleins entdecke ich vieles, was mir mit Sicherheit sonst entgangen wäre! Das wären wohl auch die (völlig herunter gekommenen) Sultansgräber neben einer mit Unterstützung der Scheichs von Dubai wirklich schön restaurierten Moschee gewesen oder die katholische St.-Josephs-Kathedrale, die inmitten enger Gassen wie eine Trutzburg wirkt. Dort hat auch der Bischof von Sansibar seinen (sehr bescheidenen) Amtssitz, die Kirche ist trotzdem leider in einem sehr schlechten Zustand! Aber die Nonnen dort sind ausgesprochen guter Dinge und die Probe des Kirchenchores für den morgigen Sonntag war ein wirklicher Genuß! Viele Männer- und wenig Frauenstimmen im Stil von ‚Ladysmith Black Mombasa’! Ich konnte mich gar nicht satt hören!
Aber ich musste mich davon trennen, es wartete noch so vieles auf meine Entdeckung! Diesmal ging ich (fast) am Meer entlang zurück, wieder an alten Häusern vorbei. Im ‚Café Fenice’, einem angesagten Italiener, leistete ich mir einen herrlichen Cappuccino! Auf dem ‚Kelele/Lärm-Platz’ legte ich eine kurze Pause im Schatten von riesigen Bäumen ein – ist ziemlich lauschig hier, so garnicht lärmig! Aber der Name kommt auch aus der Zeit des Sklavenhandels, als hier einer der großen Handelsplätze für das ‚Menschenmaterial’ war!
Am Freddy-Mercury-Haus wäre ich fast vorbei gelaufen, so unansehnlich ist das Gebäude! Im ‚Botanischen Garten’ gießt ein Mitarbeiter jede Pflanze einzeln mit Hilfe einer großen Plastikflasche! Der ‚Creek Park’, wo man noch große ‚Pfützen’ als letzte Überreste des früher hier verlaufenden ‚Creeks’ sehen kann, ist jetzt am späten Nachmittag belagert von Fußballspielern – auch eine große Ähnlichkeit mit dem Oman! Nur hier spielen die Fußballer auf Grün, das sie sich mit den Rindern teilen, die überall dazwischen weiden!
Abendessen heißt heute wieder frisches Brot, diesmal mit Tomaten belegt! Und als Dessert eine frische Kokusnuss – hmmm, lecker!

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