Fauler Inselurlaub!

7.1.2011

Ich werde von einem merkwürdigen Geräusch wach – als ich dann aufstehe, um nachzuschauen, ist es ein tropischer Platzregen, der gerade niedergeht! Man kann kaum bis zur nächsten Hütte sehen! Aber als ich mit meiner Camera schnell zurück komme, um das im Bilde festzuhalten, ist der ganze Spuk schon wieder vorbei und die Sonne lacht ganz unschuldig vom blauen Himmel…
Ich will heute in die Stadt, statte mich mit Hut und sun screen aus und schnappe mir mein Fahrrad. Leider muß ich feststellen, dass das einen Platten hat – total flach und leer! Komisch, gestern war es ohne Probleme bis nach Hause, über Nacht stand es unter meiner Hütte und da hat sicherlich niemand was dran gemacht. Als ich Paul Bescheid sage, ruft der gleich bei dem Vermieter an und bekommt gesagt, dass jemand kommen, das Rad abholen und reparieren wird. Als ich Paul dann erzähle, was ich bezahlt habe, ist er völlig aus dem Häuschen darüber! Für den Preis hätte ich einen Scooter oder ein Hybrid-Rad bekommen können. Ich soll das Fahrrad zurück geben und mir woanders eins neu anmieten. Kurz entschlossen lädt er mich und das Fahrrad in sein Auto und will mit mir zum Vermieter fahren. Der biegt jedoch gerade in die Einfahrt, als wir los wollen. Ich sage ihm, dass ich das Fahrrad nicht weiter haben möchte, weil es mir zu teuer ist. Er geht sofort darauf ein, gibt mir auch mein Geld für die restlichen Tagen zurück – aber behält von den 50$ Kaution für das ‚pick up’ und den neuen Schlauch 45$ ein! Paul wirft ihm vor, dass er wohl das gleiche Fahrrad jeden Tag vermieten würde und damit ein gutes Geschäft macht – aber völlig ungerührt gibt er mir meine 5 restlichen Dollar und macht kehrt zu seinem Geschäft! 60$ für einen Tag Fahrrad – das war mal ein richtig teurer Deal! Irgendwie ist mir die Lust zum Radeln jetzt vergangen und ich nehme den Bus in die Stadt!

Der Bus geht von werktags von 8h bis 16.30h rund um die Insel – länger ist auch nicht nötig, da die Geschäfte und selbst die Cafés in der Stadt sowieso um 4h nachmittags alle schließen. Die Lebensmittelgeschäfte haben manchmal bis 6h auf, aber die meisten Leute fahren eh mit den Scooters – eigene oder angemietete. Es gibt auch überraschend viele Autos hier (und 6 Tankstellen!), ziemlich verwunderlich, da die Insel ja sehr klein ist und keine Möglichkeit besteht, mit einer Autofähre etc. eine der anderen vielen Cook Islands zu erreichen (abgesehen davon, dass die anderen noch viel kleiner sind!

Die Cook Islands liegen östlich von New Zealand, etwas nördlich vom Wendekreis des Steinbocks, mitten im Pazifik. Zu dieser Inselgruppe, die eine enge wirtschaftliche Verbindung zu New Zealand hat, aber ein eigenständiger Staat ist, gehören insgesamt 15 kleine Inselchen – 9 in der südlichen Gruppe und 6 in der nördlichen! Sie erstrecken sich über eine Wasserfläche von 2 Mio qkm! Die Entfernung zwischen den am weitesten voneinander entfernt liegenden Inseln Pentryn und Mangaia ist etwa 2200 km! Über diese beiden hinaus gehören noch Rakahanga, Nassau, Takutea, Pukapuka, Mauke, Manhiki, Suwarrow, Mitiaro, Atiu, Manuae, Palmerston, Aitutaki und die größte und Hauptinsel Rarotonga dazu. Die ‚benachbarten’ Staaten sind im Westen Tonga und Samoa und im Osten Tahiti – auf der westlichsten Insel Pukapuka wird auch ein samoanischer Dialekt gesprochen! Manihiki ist das Zentrum der Perlenzucht – die ‚Cooks’ sind bekannt für ihre herrlichen schwarzen Perlen (von denen die richtig großen auch hier ein Vermögen kosten!). Suwarrow ist unbewohnt – in den Tiefen davor wurden große Mengen von gesunkenen Schiffen gefunden, darunter allein 8 spanische Galeonen mit Unmengen von wertvoller Fracht. Suwarrow scheint die ‚Schatzinsel’, das Vorbild für so viele Abenteuer-Geschichten, zu sein! In Penrhyn werden keine schwarzen, sondern ‚goldene’ Perlen gezüchtet – sehr selten, überaus teuer und hochbegehrt! Manuae ist eigentlich keine Insel, sondern das einzige ‚echte’ Atoll der Cooks – geformt aus zwei hufeisenförmigen ‚islets’, Gebilden aus Korallen, das heute ein geschützter ‚Marine Park’ ist. Atiu gilt als das beste Ziel für Taucher, mit unzähligen Unterwasserhöhlen, und für Hiker – es gibt uralte Bush Trails, die auch heute noch bewandert werden können. In Mauke und Mitiaro wird der größte Teil der Souvenirs hergestellt, die hier auf Rarotonga verkauft werden: Kunstvoll geflochtene Strohhüte, Fuß- und Tischmatten, Handtaschen, Geldbörsen etc. – alles aus den Blättern des Pandanus-Baumes. Atiu, Aitutaki und Mangaia werden relativ regelmäßig von Rarotonga aus angeflogen, einige der anderen bei Bedarf und manche sind, wenn überhaupt, nur mit Booten erreichbar. Auf Palmerston, einer der kleineren Inseln heißen übrigens alle Einwohner mit Nachnamen ‚Marsters’ – dahin fahren nur hin und wieder Boote! Rarotonga, Aitutaki und Atiu sind aber die üblicherweise von Touristen besuchten Inseln und nur dort gibt es auch Möglichkeiten zur Übernachtung! http://www.cookislands.travel/
Ich hatte überlegt, ein paar Tage nach Aitutaki zu fliegen, aber doch darauf verzichtet – mehr als türkisfarbenes Meer, goldenen Strand und blauen Himmel gibt es auch dort nicht und das alles kann ich hier auch genießen!

In der Stadt steuere ich den Markt an, wo jedoch heute am Freitag nicht viel los ist. Ich erstehe jedoch einige Pawpaws zu einem Viertel von dem, was sie gestern im Laden gekostet haben. Auch ein Geschäft, wo ich mir einen Sarong kaufe, finde ich – das einzige sinnvolle Kleidungsstück hier! Dort verkaufen sie auch diesen Baumwollstoff, aus dem die Sarongs gemacht sind, vom Meter und ich nehme einige davon mit für einen ‚Vorhang’ auf meiner Terrasse – da scheint nämlich am Nachmittag voll die Sonne in mein Zimmer und heizt das ganz schön auf. Es gibt zwar einen Ventilator an der Decke, aber der kann aus richtig warmer auch keine richtig kühle Luft machen… Im Baumarkt daneben erstehe ich ein paar Polsternägel, die den Sonnenschutz an der Terrasse befestigen sollen!
Den kurzen Weg ins Stadtzentrum nehme ich dann auch noch auf mich und finde eine günstige Taucherbrille mit Schnorchel! Nach all diesen Einkäufen belohne ich mich mit einem leckeren Salat in einem der kleinen Cafés dort und einem’ richtigen’ Cappuccino (die Besitzer des Cafés sind Schweizer!). Total durchgeschwitzt besteige ich dann den nächsten Bus zurück – diesmal anti-clockwise’ und bekomme damit eine kleine Rundfahrt um die andere Seite der Insel! Überall an der Straße strahlen mich in knalligem Rot die ‚Flame Trees‘ an, ein toller Anblick!
Im „Häuschen“ wartet nach allem dann eine schöne kühle Dusche auf mich:-) und eine Schüssel mit eisgekühltem Wackelpudding – genau der Genuß bei der Hitze, den ich mir so vorgestellt hatte!
Nachmittags ist dann eine Weile schnorcheln angesagt – ist aber die verkehrte Tageszeit! Es ist Ebbe und das Wasser hinter dem Riff sehr niedrig. Ständig stoße ich mit den Knien an die Felsen unter der Wasseroberfläche oder die Wasserpflanzen, die oben eine Art Blüte haben, die aber mehr einem Kiefernzapfen ähnelt und genau so hart ist, kratzen mich am Bauch und an den Oberschenkeln! Irgendwann gebe ich genervt auf, obwohl es vieles zu sehen gibt: Kleine Fische in allen Farben, Krabben, rosarote Seeigel, Seegurken, jede Menge Muscheln und Korallen! Das Riff bzw. das ‚Flachwasser’ dahinter gilt als die ‚Kinderstube’ für die Meeresbewohner!
Die Hunde spielen vor dem Balkon im Sand und nutzen die Ebbe, um von einigen der jetzt über den Wasserspiegel ragenden Felsen Krabben und Fische im flachen Wasser zu fangen – ein herrlicher Anblick!




Der Abend gehört wieder einem grandiosen Sonnenuntergang!

8.1.2011

Heute ist großer Markt in der Stadt – da muß ich natürlich hin! Es ist einfach grandios: Unzählige Stände mit Essen, Kunsthandwerk, Bekleidung, Obst und Gemüse – einfach allem, was man sich so vorstellen kann, belagern heute den großen Platz! Mittendrin eine überdachte ‚Tanzfläche’, wo sich örtliche Musiker und auch Tänzer und Tänzerinnen aller Altersgruppen versammeln und immer wieder was zum Besten geben!









Meine ‚Kücheneinkäufe’ (Gemüse, eine Ananas, pawpaws und Mangos) lasse ich bei dem freundlichen Verkäufer am Stand, damit ich mich damit nicht den ganzen Vormittag belasten muß. Überall kann man sich ausgiebig umschauen, ohne gleich zum Kaufen aufgefordert zu werden. An einem der Kleiderstände finde ich noch ein einfaches, weites und dünnes Baumwollkleidchen, dass ich mir für evtl. ‚bessere’ Gelegenheiten hier auf der Insel kaufe – meine üblichen schwarzen Hosen und weiße oder schwarze Blusen dazu sind hier einfach viel zu warm. Es ist zwar gar nicht so heiß – so zwischen 28 und 30 Grad – aber die Luftfeuchtigkeit ist doch sehr hoch. Das ist auf meiner Terrasse mit der leichten Seebrise überhaupt kein Thema, aber sobald ich mich ein wenig von dort entferne, rinnt das Wasser nur so an mir herunter – wie damals bei meinen Chinareisen im August!
An einem Stand mit Blumenkränzen schaue ich eine Weile herum – alles wunderschöne Teile, aber alle aus Kunstblumen gemacht! Eine der Verkäuferinnen flicht aber gerade einen Kranz aus weißen Blüten und ich frage sie, was der wohl kosten würde. Allgemeines Gelächter „den kann man doch nicht verkaufen, der ist nur für uns“! Aber weil ich wohl zu enttäuscht drein schaue, bekomme ich den geschenkt! Er wird mir wie eine Krone aufgesetzt und die Mädels machen noch ein (ziemlich unscharfes!) Foto von mir! Er duftet wunderbar – es sind lauter Frangipani-Blüten mit Farnkraut dazwischen! Den werde ich mir daheim ins Zimmer hängen!
Nachdem ich noch ein richtiges Croissant und ein Baguette erstanden habe (hier in Avarua, dem Hauptort der Insel, gibt es ein französisches Bistro, das auch auf dem Markt verkauft), schaue ich noch eine Weile bei den Tanzvorführungen zu, genehmige mir zur Erfrischung eine Kokosnuss bzw. deren Saft und schlendere langsam zur Bushaltestelle, um wieder zurück zu fahren. Meine Nachbarn sind auch auf dem Markt unterwegs, ich habe sie jedoch nicht getroffen. Sie sind schon früh am Morgen mit ihrem Scooter hergefahren und wahrscheinlich schon wieder irgendwo auf der Insel unterwegs.
Zum Ausleihen eines der kleinen Roller braucht man eine ‚Cook Island License’ – auch wenn man einen internationalen Führerschein vorweisen kann! Wenn man eine Fahrerlaubnis für Motorräder hat, bekommt man die license gleich (mit Foto und allem!), wenn man keine heimische Fahrerlaubnis hat, muß man sich einer 10-minütigen Unterweisung anschließen. Das ganze kostet ohne Unterweisung 20NZ$ und mit 40NZ$. Vielleicht lasse ich mir doch noch so eine license ausstellen und leihe mir einen der kleinen Roller. Zu einem Fahrrad habe ich irgendwie keine Lust mehr…

Ich steige schon einige Haltestellen vor meinem Ziel aus, weil ich in zwei Kirchen fragen möchte, wann morgen der Gottesdienst stattfindet – die sollen hier ähnlich wie die Gospel-Gottesdienste in Haarlem sein. In der winzigkleinen katholischen „St. Mary’s“ Kirche wird da aber wohl nicht viel Singen stattfinden, dafür haben viel zu wenig Leute Platz. Aber dort ist neben dem Altar sogar noch eine Krippe aufgebaut.
Ein Stück weiter auf der anderen Seite der Straße ist die große ‚Zion’-Kirche der ‚Christlichen Gemeinde’. Davor ist ein riesiger Friedhof, wo die Leute begraben oder besser gesagt, ‚einbetoniert’ sind, die in der Gemeinde eine besondere Stellung hatten. Normalerweise haben hier aber die Toten auf dem Grundstück der Familie ihre letzte ‚Heimstatt’ – wie kleine Häuschen sieht das manchmal aus! Ist schon sehr ungewöhnlich, wenn man auf der Straße entlang geht oder fährt und man sieht auf jedem 2. oder 3. Grundstück mehr oder weniger viele Grabanlagen!
In der Zionirche ist sonntags um 5h morgens (!) und um 10h Gottesdienst – das steht neben dem Eingangsportal zum Friedhof auf einem Schild. Dort steht auch, dass man zum Gottesdienst nur in formeller Kleidung Zutritt hat – das in englisch, französisch und deutsch! Was hat es wohl zu bedeuten, dass nur in Deutsch darunter steht „keine Unterhemden und kurze Hosen“???

Als kurz nach mir die Nachbarn auch nach Hause kommen, gibt es eine Überraschung – wir sind heute abend alle zum Barbecue bei Elizabeth, einer Amerikanerin, und John, einem Deutschen aus Hamburg, der seit vielen Jahren in Australien lebt, eingeladen! Jeder bringt eine Kleinigkeit mit und da sie in der Stadt nirgendwo Salat bekommen haben, kommt der, den ich gestern ergattern konnte, gerade recht!
Nach einem gemeinsamen nachmittäglichen Plausch bei Kaffee und Tee auf meiner Terrasse machen wir uns gegen 6h auf den Weg. David ist schon mit dem Moped voraus gefahren, er hat alle unsere ‚Mitbringsel’ in seinem Rucksack verstaut. Wir beiden ‚Damen’ gehen zu Fuß, es ist gerade mal eine Viertelstunde zu laufen. Gerade als wir starten, bricht jedoch der tägliche Wolkenbruch los und so müssen wir 10 Minuten warten, um nicht völlig durchnässt anzukommen. Es ist wirklich toll, dass man sich immer darauf verlassen kann, dass es – ist der Regen auch noch so toll – nach 10-15 Minuten wieder aufhört und der Himmel strahlendblau ist!
Elizabeth und John sind in einem Gästehaus am Berg untergebracht, das auch Paul, dem Besitzer unserer Anlage gehört. Man hat einen tollen Blick über das Grün der Insel bis aufs Meer. Leider wird es hier immer schnell dunkel, so dass ich nur ein paar ‚Nachtfotos’ davon machen kann.
Die beiden und David haben schon mit den Fischen und dem Gemüse angefangen. Ich werde zum Salat ‚abkommandiert’ und Suzanne kümmert sich um Getränke und den gedeckten Tisch. Die Ergebnisse unserer Arbeit sehen wirklich ganz köstlich aus
und wir sind mit dem Essen eine Weile beschäftigt. Als Nachtisch hat Elizabeth ‚banana pudding’ auf dem Markt gekauft und dazu gibt es Mangoscheiben und – ganz wunderbar – das Innenleben einer riesigen ‚Sour Sop‘! Das ist reinweißes, sehr saftiges Fruchtfleisch, das ein bisschen wie Erdbeeren mit Sahne schmeckt. Die großen Kerne, die überall darin verteilt sind, lassen sich leicht ausspucken!
Erst um kurz nach 10h machen wir uns auf den Rückweg. Für den steilen, unbeleuchteten (!) Weg nach unten hat uns Elizabeth noch mit einer Taschenlampe versorgt, aber David fährt auch langsam vor uns her und so haben wir ein wenig Licht. Aber auch ‚unten’ geht es noch durch eine ‚hohle Gasse’ von wildwuchernden Pflanzen, die wir aber dank der Taschenlampe auch gut meistern!
Nach einem schnellen Abschied an der Treppe fallen wir alle todmüde in unsere ‚Pfahlhäuser’ ein!

10.1.2011

Kirchgang ist angesagt. Eigentlich wollten Suzanne und David in die Nachbarbucht zum Schnorcheln fahren, aber beim gemeinsamen Frühstück auf der Terrasse beschließen sie, sich mir doch anzuschließen. Mein neues Kleid kommt heute gleich zu Ehren, auch Suzanne holt ihr ‚Sonntagnachmittaggehwegkleid’ aus dem Koffer und David quält sich in die lange Hose!
Die Kirche ist nicht nur außen ganz und gar weiß, auch innen alles weiß gestrichen und mit kleinen himmelblauen Mustern versehen! Aber auch der ‚Herr Pfarrer’ und die ‚3 Jungfrauen’ (oder was immer die drei Damen unter der Kanzel darstellen) sind komplett in Weiß gekleidet! Alle anderen einheimischen Besucher auch in ihren schönsten Kleidern und die Frauen oft mit wunderschönen, handgeflochtenen Hüten – jeder ein Kunstwerk für sich und oben so gut wie immer ein Stück Muschel eingeflochten!

Zu Anfang wird wird von einer Gruppe junger Leute gesungen, ganz modern – sehr melodisch und nur mit Gitarren- und Ukulelebegleitung. Während des Gottesdienstes singen die verschiedenen Familienclans die Lieder, die man so als ‚Südseemusik’ kennt. Voller Begeisterung, entsprechend laut, ohne jede Musikbegleitung, aber mit rhythmischer Beteiligung des ganzen Körpers! Herrlich! Es sind auch viele Kinder dabei, die erstaunlicherweise die ganze Zeit gut durchhalten.
So vergeht der Gottesdienst, der etwa 2 Stunden dauert, doch relativ schnell. Nur der ‚Sermon’, also die Predigt vom Pastor ist etwas langatmig – er hält sie nämlich parallel in Englisch und Maori!
Hinterher sind wir dann alle noch ins benachbarte Gemeindehaus zu einem ‚Sunday Morning Lunch’ eingeladen – ein gut gedeckter Tisch wartet auf uns, von diversem Obst über vielerlei Gebäck bis zu kleinen Sandwiches ist alles vertreten. Für uns erstaunlich – es wurde relativ viel mit Corned Beef gearbeitet, das scheint hier eine besondere Sonntagsdelikatesse zu sein! Mit vielen netten Gesprächen mit den Gemeindemitgliedern vergeht die Zeit wie im Flug und wir gehören zu den letzten (wie immer!), die aufbrechen. Als wir das Kirchengrundstück verlassen, stehe ich plötzlich Naomi, meiner Bekanntschaft aus dem Flieger gegenüber. Ist das eine Freude, dass wir uns hier wieder gefunden haben. Sie gibt mir schnell ihre Telefonnummer, nicht ohne mir eindringlich das Versprechen abzunehmen, mich in den nächsten Tagen bei ihr zu melden!
Als wir nach Hause kommen ist noch relativ viel Wasser da und wir nutzen das für ein wenig Schnorcheln vor der Haustür. Bald wird es jedoch wieder zu flach und ich ziehe mich auf meine Terrasse zurück – ich kann stundenlang den großen Wellen zuschauen, wie sie sich draußen am Riff brechen. Und ich genieße es ungemein, einfach mal ein paar Tage nur faul sein zu können! Eine junge Frau hier aus dem Resort hat sich mit ihrem Buch in einen der kleinen sandigen ‚pools’ im Wasser zurückgezogen – so läßt es sich auch in der Hitze aushalten :-)!
Am späteren Nachmittag ‚wandere’ ich, mit Badeschuhen versehen, über Felsbrocken und Pflanzen zum Riffende und habe einen grandiosen Blick auf unsere beiden Häuschen und die dahinter aufragenden Berge im Zentrum der Insel. Da ich mein Camera dabei habe, kann ich leider in den superschönen Wellen nicht schwimmen, aber vielleicht hole ich das in den nächsten Tagen mal nach!


Ein wieder wunderschöner Tag neigt sich seinem Ende zu!

11.1.2011

Heute abend habe ich ‚Logiergäste’ – Suzanne und David hatten ursprünglich nur bis heute gebucht und dann verlängert. Leider war jedoch ihr Häuschen ab heute schon wieder vermietet und sie können erst morgen in ein anderes ziehen, was dann frei wird. Also habe ich ihnen kurz entschlossen ‚Couchsurfing’ angeboten – in meinem Zimmer ist ein Doppel- und ein Einzelbett und diese drei Schlafgelegenheiten werden wir uns dann für eine Nacht teilen.
Aber ehe die beiden an ‚Umzug’ denken können, muß erst mal der Regenguß für heute abgewartet werden. David auf dem Nachbarbalkon schaut sich sorgenvoll den Himmel an – es sieht heute besonders dunkel aus:-(! Als die beiden angekommen waren, hatten sie 2 Tage ununterbrochen Regen – das ist dann wohl deprimierend genug, um ein kleines Trauma zu behalten:-)!

Aber ich stelle mir das auch ziemlich übel vor – man kommt in der Südsee an und hat dann das gleiche Regenwetter (nur deutlich wärmer) wie daheim in London! Dazu kommt, dass die Hütten hier für so was gar nicht eingerichtet sind. Es gibt keine Klimaanlagen (die man normalerweise auch nicht braucht, weil geöffnete Türen und Fenster immer für ein bisschen ‚Durchzug’ sorgen) und in nullkommanix ist es im ganzen Haus klamm und feucht. Auch wenn es warm dabei ist, ist das nicht so angenehm. Aber heute sah es schlimmer aus, als es dann kam – nach 10 Minuten war der ganze Spuk verschwunden und es war gewohnt sonnig!

Den ganzen Vormittag ist es dann ungeheuer ‚busy’- allerlei Gepäckstücke müssen von A nach B gebracht werden. Da die Räume sehr groß sind, kann aber alles bei mir gut verstaut werden und es ist noch genügend ‚Bewegungsfreiheit’ vorhanden. Suzanne hat einiges an Souvenirs eingekauft, was David immer wieder liebevoll die ‚Augen verdrehen’ lässt – aber das ist alles in Extra-Taschen und muß nicht von ihm im großen Rucksack getragen werden!

Als die beiden sich dann heimisch gemacht haben, fahre ich ins Städtchen, um das ein wenig zu erkunden. Es ist dann doch mittags, ehe ich dort ankommen, aber Zeit genug bis zum letzten Bus um 16.30h! Ich möchte in den von Suzanne empfohlenen Book Store gehen – ein paar Ansichtskarten brauche ich noch und vor allem einen ‚sticker’, also Aufkleber für meinen Koffer! Es ist, wie übrigens auch in vielen anderen Plätzen bisher, gar nicht so einfach, so was zu finden. Es gibt überall jede Menge von ‚magnets’, aber sticker scheinen nicht mehr so gefragt zu sein. Auch ich habe hier Pech – sie empfehlen mir, mal im örtlichen ‚Department Store/Kaufhaus’ nachzufragen. Das Kaufhaus ist ein großer Laden, der von Möbeln bis Pharmazie alles hat außer Lebensmitteln und Baumarkt-Artikel. Das gibt es in zwei anderen Läden des gleichen Besitzers – aber wahrscheinlich gehören sowieso alle Läden hier auf der Insel einer Familie… Auch im Kaufhaus habe ich Pech, die verweisen mich in den ‚surf shop’, dort würden sie manchmal welche haben für die Surfbretter. Aber auch das geht schief. Als ich dann in der Post der jungen Frau dort mein Leid klage, sagt die nur ‚Chest Hut’/Schatzhütte – ein kleiner Souvenirladen in einer Seitenstraße, den ich bisher gar nicht wahrgenommen habe (war aber auch ansonsten nicht weiter schlimm :-))! Tatsächlich, dort haben sie – neben allerlei der üblichen ‚Souvenirs’ (made in China) auch eine breite Auswahl an stickern. Ich suche mir einen mit Traumstrand und – natürlich – Kokosnüssen aus! Waren sie doch das ganz typische hier – David hat täglich mindestens eine ‚geschlachtet’! Ich habe den Verzehr nur ein wenig ‚runtergefahren’ – ich möchte ja nicht hier abfahren und aussehen wie die Insulaner, die fast alle mehr als kompakt sind. Paul, der Besitzer des Resorts, ist eine der wenigen Ausnahmen. Aber auch hier, wie in Tonga und Samoa, galt es früher als schön, möglichst ‚rund’ zu sein und die ‚Rundesten’ waren die ‚Schönsten’! Heute haben sie hier wie auch auf den anderen pazifischen Inseln ein großes Problem mit Herz-/Kreislauferkrankungen und Diabetes – aber auch das ist ja international und hängt wohl mehr mit der Ursache des starken Übergewichts zusammen: Ungeheuer viel Fastfood und fast keine Bewegung mehr!
Dick waren sie hier früher auch, aber sie hatten dabei ordentlich Bewegung – bei der Feldarbeit oder beim Fischfang oder bei den langen Fußmärschen von Dorf zu Dorf…

Mein ‚langer Marsch’ durch den Ort endet erstmal in dem kleinen französischen Bistro, wo ich unbedingt eine große Flasche Wasser brauche (ich habe natürlich meine Wasserflasche daheim vergessen!) und mir eins der appetitlich mit viel Salat und Feta belegten Sandwiches für ein verspätetes Mittagessen bestelle. Das Brot, das auch auf dem samstäglichen Markt verkauft wird, ist zum Niederknien gut!

Am Strand entlang geht es nach dem Essen zurück zum Hafen – vorbei an einem Bootsverleih, wo man die traditionellen Auslegerboote in ganz moderner Form ausleihen könnte! Das sind wirklich gut durchdachte Boote gewesen, die auch im flachen Wasser hinter dem Riff zu zu navigieren waren, da sie extrem wenig Tiefgang haben. Wie es zahlreichen großen Schiffen hier in den Gewässern ergangen ist, zeigt der ‚boiler’ eines australischen Schiffes, dass neben vielen anderen hier vor der Küste gesunken ist – als ‚Mahnmal’ draußen im Meer verankert!


Sehr beeindruckend ist das ‚Justizministerium’ an der Hauptstraße – das größte und modernste Gebäude aller Ministerien, die sonst eher mehr als bescheiden aussehen. Was sagt uns das? Daß es besonders viel zu tun gibt für die Justiz oder dass Vorsicht geboten ist, weil die Justiz stark ist???

Auf der Bank an der zentralen Bushaltestelle sitzen schon ziemlich viele Leute – der Bus wird auch gleich kommen. Der ist immer erstaunlich pünktlich, trotz des üblichen ‚laissez fair’ hier auf der Insel! Und tatsächlich, da biegt er auch schon um die Ecke – ich kann gerade noch ein vorbei fahrenden Auto fotografieren, das ein ganzes aufgebautes Trampolin befördert!
Auf dem Weg nach Hause gibt es viele herrliche Ausblicke vom Bus auf die Berge im Insel-Inneren – sattgrün und fruchtbar! Dort befinden sich fast alle Mango- und Papaya-Bäume, von denen wir diese herrlichen Früchte – so süß und vollreif, wie ich sie noch nie gegessen habe! – bekommen!


Suzanne und David sind mehr oder weniger gleichzeitig mit mir zurück gekommen – sie haben wieder eine Erkundungsfahrt mit ihrem gemieteten Scooter gemacht. Suzanne hat Fisch eingekauft zum Abendessen und David eine Flasche Sekt. Ich mache einen Salat dazu und wir lassen uns das köstliche Mahl auf meiner Terrasse schmecken – nur unterbrochen von den Fotos eines wieder mehr oder weniger perfekten Sonnenunterganges! Wolken sind gar nicht so schlecht dafür!

Nach langen Erzählen und viel Lachen gehen wir erst kurz vor Mitternacht schlafen – das Leben kann ganz schön schön sein :-)!

12.1.2011

Alle drei haben wir vorzüglich geschlafen! In meiner Hütte ist es wirklich angenehm kühl über Nacht – mein selbst gemachter Sonnenschutz ist offenbar erfolgreich! David ist schon ganz früh zu einem ausgedehnten Strandspaziergang gestartet – ich nehme an, er wollte uns zwei Damen das Bad und das Zimmer erst mal allein überlassen, damit wir ungestört sind! Als er zurück ist, gibt es heute ein ausgedehntes gemeinsames Frühstück auf meiner Terrasse. Die neuen Nachbarn sind heute Nacht auch angekommen – ein Ehepaar in den 50ern aus Toronto. Aber sie sind sehr distanziert und offenbar gefällt es ihnen nicht so richtig – sie schauen ziemlich missmutig aus der Wäsche. Aber vielleicht sind sie auch nur übermüdet…

Gegen 10.30h ist das neue Haus von meinen ‚Untermietern’ bereits bezugsfertig und jetzt wandert der ganze Hausstand wieder zurück. Die Beiden sind schweißüberströmt, als endlich alles wieder an seinem Ort ist. Schnell auf das Moped und zur nächsten Badegelegenheit. Ich bleibe heute hier in meinem Zimmer – habe gestern schon gemerkt, dass mein Hals kratzt und mir in der Stadt Lutschtabletten gekauft. Es ist zwar besser geworden, aber ich fühle mich immer noch ein wenig ‚kränklich’. Also bleibe ich auf meiner Terrasse, gehe hin und wieder mal unter die kühle Dusche und mache nachmittags einen ausgedehnten Mittagsschlaf! Am späteren Nachmittag – das Meer kommt wieder zurück – gehe ich dann eine Runde schwimmen! Meinem Tagebuch tut das auch gut – es kommt wieder mal einigermaßen ‚in Plan’.

Abends mache ich mir nur einen Salat und gehe relativ früh mit 3 Aspirin ins Bett – aber ich fühle mich schon wieder deutlich besser!

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