Nach Machu Picchu!

Mittwoch, 11.5.2011
Einigermaßen gut geschlafen und voller Erleichterung, daß ich mich wieder mal in die ‚Tiefe‘ begeben werde – Aguas Calientes, der ‚Einstiegsort‘ für Machu Picchu liegt nämlich „nur“ auf etwa 2.000m – packe ich meinen Koffer, den werde ich nämlich für die nächsten beiden Tage hier abstellen! Für den kurzen Trip reicht mir mein Daypack!

Den ersten Teil der Strecke muß ich mit dem ‚Collectivo‘ zurücklegen – der Zug fährt nämlich erst von Ollantaytambo, seit ein größerer Murenabgang vor 3 Jahren einen Teil der Strecke verschüttet bzw. die Schienen weggerissen hat! Collectivo-/Kleinbusfahren ist abenteuerlich in Peru – die Busse sind nicht gerade auf dem neuesten technischen Stand, die Fahrer fahren wie die Berserker und um einen herum sitzen schon mal viele andere ‚Fahrgäste‘, die eher der Tierwelt angehören! Ich hätte es zwar auch einfacher haben können (zumindest, was den letzten Teil meiner Anmerkung betrifft), aber das hätte statt 20 Soles ungefähr 100 Soles gekostet… Und die Collectivos nach Ollantaytambo halten praktischerweise direkt meinem Hotel gegenüber an der Markthalle!
Das Zugticket habe ich mir in Cusco bei PeruRail gekauft – die günstigste Klasse ‚Expedition‘ von Ollantaytambo bis Aguas Calientes und zurück für 165 Soles! Der Zug mußte sein – es führt nämlich kein anderer Weg dorthin (höchstens der Incatrail zu Fuß, aber da muß man sich Monate vorher schon anmelden!) , sonst nur die Schmalspurbahn! Eine Übernachtung für 40 Soles (incl.Frühstück) hatte ich über die Tour Agentur gebucht, bei der ich auch die Eintrittskarte für die Ruinenstadt gekauft habe! Der Eintritt für Machu Picchu ist teuer – 120 Soles! Dazu kommt noch der (extrem teure) Bus hinauf bis zum Eingang, der für eine Strecke 30 Soles kosten soll – aber ich warte mal ab, ob ich das nicht doch zu Fuß machen kann (soll etwa eine Stunde Fußweg sein).
Die Fahrt mit dem Collectivo geht überraschend schnell – wir fahren gleich über Chinchero auf direktem Weg ins Urubamba-Tal. Heute sehe ich auch, daß ich bei der nächtlichen Heimfahrt von dort am Sonntag nicht viel versäumt habe – landwirtschaftlich genutztes Land und Chinchero ist, abgesehen von dem Bereich, den ich schon besucht habe, ein eher unscheinbares Örtchen! Nur ein relativ großer See kommt plötzlich in Sicht – immer wieder erstaunlich, wieviel Wasser es hier auf den Hochflächen doch gibt!







Ansonsten geht die Fahrt mit einem Affentempo die Serpentinenstraße ins Tal hinab – Augen zu und durch! Dafür kommen wir schon mehr als eine Stunde vor Abfahrt des Zuges in Ollantaytambo an. Das macht aber gar nichts – jetzt habe ich mir einen Kaffee verdient und den gibt es ganz gut in einer Art ‚Bahnhofsrestaurant‘. Der Zug steht zwar schon auf dem Gleis, aber da sind die Peruaner eisern: Es wird nicht eher eingestiegen, als 15 Min. vor Abfahrt… Die Tickets werden schon am Eingang zum Bahnsteig gründlich kontrolliert und an jeder Tür steht ein/e Kontrolleur/in, der/die nochmal genau drauf schaut und einem ganz wichtig sagt, wo man sich hinzusetzen hat (obwohl die Platz-Nr. groß und breit auf dem Ticket steht!). Ich habe zwar einen Fensterplatz (und die Fenster sind auch blitzeblank geputzt), aber bei dem hellen Sonnenschein spiegelt sich alles mögliche in den Fenster, so daß ich für Fotos schwarz sehe!

Es ist trotzdem eine herrliche Fahrt! Für die etwa 30 km Strecke braucht das ‚Bähnle‘ etwa 1 Stunde – und das ist gut so! Es ist nämlich eine atemberaubende Landschaft, durch die wir fahren, stets am brausenden Urubamba entlang! Immer wieder kommen kleine Terrassen ins Blickfeld, manchmal alte, vom letzten Hochwasser zerstörte, oder neue Hängebrücken, die Berge recken sich zu beiden Seiten steil nach oben, aber einen Blick auf Machu Picchu können wir noch nicht erhaschen! Es gibt während der Fahrt sogar Getränke und einen kleinen Snack, ehe wir im Bahnhof von Aguas Calientes, das sogar nur auf 2000m liegt, einlaufen!
Hier steht auch schon hinter der Sperre mein Abholer vom Hostel mit einem Schild „Miss CHRISTINI VERNER“ – ist ja auch nicht so einfach, so ein fremder Name! Er schnappt sich gleich meinen Rucksack und wir gehen das kurze Stück zum Hostel über die Brücke zu Fuß (in Aguas Calientes gibt es zwar Busse, aber so gut wie keine Autos!). Es sind auch wirklich alles sehr kurze Weg hier – es geht schließlich nur ‚hinauf‘ und sonst nirgends hin :-)!
Mein Zimmer ist nett – leider nur ein ‚Fenster‘ auf den Flur! Ich mache mich schnell ein wenig frisch und dann verschwinde ich auch schon auf dem örtlichen Touristenmarkt, wo es ordentlich was anzuschauen gibt. Es gäbe natürlich auch wieder Unmengen zu kaufen, aber nichts, was ich wirklich brauchen würde! Es sind auch wunderschöne handgewebte Teppiche im Angebot – die allerdings sind zum Schicken zu groß und zu schwer!





Auch in einen CLARO Shop falle ich ein – Movistar hat kein Netz hier :-(! Und – oh Wunder – hier muß ich zwar meinen Pass vorlegen, aber sie wollen nicht mal eine Kopie machen! Schnell erklärt mir die nette junge Frau noch, welche extra-Vorwahlen ich für Gespräche nach Deutschland brauche und schon kann ich wieder telefonieren!
Im Hostel beratschlage ich mit meinem jungen ‚Wirt‘, wie ich am Besten morgen früh auf den Berg komme. Er meint, ich solle erstmal abwarten, wie das Wetter wird. Bei Nebel oder Nieselregen und dann noch im Dunkeln würde er mir abraten – dann wäre der Weg zu gefährlich (nicht so sehr wegen anderen Menschen, sondern eher, weil er dann unfallträchtig sein könnte), und viele andere Leute wären dann meist auch nicht unterwegs. Na, dann werde ich mal sehen, was mich so erwartet…
Zum Abendessen marschiere ich in ein Lokal, was mir vom Hostel empfohlen wurde – ich hatte nach ‚richtiger‘ peruanischer Küche gefragt! Auf dem Weg dorthin begegneten mir überall die Werbeschilder für ‚cuy‘ (auch auf der Karte ‚meines‘ Restaurants stand es sehr prominent), aber das war für mich dann eher abtörnend! Ich habe auf die bewährte Quinoa/Gemüse-Suppe zurück gegriffen und auf ein leckeres Alpaka-Geschnetzeltes! Auch auf den Tellern um mich herum konnte ich nirgends cuy sehen, obwohl es immer wieder angeboten wurde (für Peruaner ist es halt eine unglaublich leckere Spezialität!). Noch im Restaurant ruft mich die Frau von der Agentur an, daß mein Guide im Hotel auf mich warten würde – also schnell gezahlt und zurück! Da sitzt er auch schon mit meinem Wirt zusammen! Er teilt mir aber nur mit, daß er morgen um 7.45h vor dem Eingang von Machu Picchu auf mich warten wird – das ist okay, aber das hätte er hier auch einfach hinterlassen können!

Aber so kann ich gleich ins Bett fallen – morgen früh um 1/2 5h klingelt der Wecker!

Donnerstag, 12.Mai 2011
Wunderbar geschlafen und relativ frisch springe ich aus dem Bett! Als ich aus der (heißen!) Dusche komme, klopft es! Mein Gastgeber steht vor der Tür und meint, ich solle doch mit dem Bus fahren, draußen wäre es dicker Nebel! Na dann – da habe ich jetzt ja ausgiebig Zeit für das Frühstück! Ich konnte das Wetter überhaupt nicht beurteilen, denn mein ‚Fenster‘ in die Welt besteht aus Glasbausteinen (und da konnte ich nur sehen, daß es draußen noch finster war :-)). Ein richtiges Fenster geht ins Treppenhaus – aber da war es die ganze Nacht hell! Auf der Dachterrasse ist schon das Frühstück vorbereitet – Tee und frische Semmeln, Butter und Marmelade! Der erste Bus fährt um 1/2 6h, aber mir wird gesagt, den brauche ich noch nicht zu nehmen, weil oben erst um 7h das Tor aufgemacht wird – es gehen dann alle 10 Minuten wieder welche. Ich bekomme hier auch gleich ein Busticket verkauft (immerhin zum Originalpreis), mit dem ich mich auf den Weg durchs Dorf mache. Inzwischen wird es langsam hell und außer mir gibt es noch ein paar andere, die auch zur Bushaltestelle unterwegs sind! Ein Bus fährt gerade voll besetzt los, ich komme gleich im nächsten unter – sie fahren eigentlich immer los, sobald alle Plätze besetzt sind (und das ist so früh am Morgen ständig!).

Schwer quält sich der Bus, obwoh relativ neu, die steilen Serpentinen hinauf! Es kommen uns auch schon die ersten leeren Busse mit einem Affenzahn von oben entgegen – da heißt es dann aprupt bremsen und rückwärts die nächste Ausweiche ansteuern! Irgendwie haben die Busfahrer hier ein unendliches Gottvertrauen – und wir Fahrgäste auch, was bleibt uns sonst übrig… Wohlbehalten oben angekommen geht es gleich zum Eingang – dort hat sich schon ein Riesenstau gebildet. Ich vereinbare mit zwei jungen Männern aus Schweden, daß sie mir den ‚Platz‘ freihalten, damit ich mir schnell einen Kaffee holen kann! Der ist schweineteuer (ca. 3€, das ist ein Vermögen hier) und nicht zu trinken – es wirkt auf mich, als ob ich Kaffee-Essenz bekommen hätte. Auf meine Bitte nach ein wenig mehr Milch wird mir ein Riesenschwall Kondensmilch nachgeschüttet – jetzt ist er endgültig verdorben und ich lasse ihn dann lieber stehen! An meinem ‚Platz zurück erzähle ich von meinem Mißgeschick und die beiden sind mir dankbar dafür – können sie doch ganz anders mit ihrem jetzt geplanten ‚Kaffeekauf‘ umgehen! Ich halte also nun ihre Plätze frei und als sie zurück kommen, bringen sie mir einen ‚richtigen‘ Kaffee mit (ordentlich mit heißem Wasser verdünnt und nur mit einem normalen Schuß Kondensmilch), der dann auch wirklich nicht schlecht schmeckt! War das nicht supernett von denen?
Jetzt setzt sich die Schlange langsam in Bewegung – da ich so früh dran bin. bekomme ich auch eins der begehrten Tickets für den Huayna Picchu, den Berg, der hinter den Ruinen so malerisch ‚drapiert‘ ist! Dort oben gibt es nämlich auch noch ein paar alte Überbleibsel zu bewundern und nur die ersten 400 Besucher an jedem Tag dürfen ihn besteigen! Was für ein Glück, daß ich so früh dran war!
Zu sehen ist allerdings im Moment weder der Huayna Picchu noch irgendwas anderes. Nur die unmittelbar vor mir stehenden Ruinen kann ich erkennen – von Sonnenaufgang oder umliegenden Bergpanorama kann ich nur träumen :-(!




Aber es hat auch so seinen Reiz – ich klettere mich schon ein wenig warm auf den überall vorhandenen Treppen! Das kann ja heiter werden, wenn die Sonne dann doch irgendwann mal rauskommt!
Aber jetzt gehe ich zurück zum Eingang, damit ich meinen Guide nicht verpasse! Raus zu kommen ist ja einfach – aber draußen drängen sich die Massen, um erst mal reinzukommen… Ich finde zwar meinen Guide schnell, aber wie sich heraus stellt, hat er eine Gruppe von 36!!! Leuten um sich geschart und will die Tour in Englisch und Spanisch machen – das kann ja dann überall dauern :-(! Wenn ich das gewußt hätte, hätte ich mir einen der ‚private guides‘ genommen die hier im Eingangsbereich überall ihre Dienste anbieten! Aber ich habe nun schon bezahlt… Aber da ich ja hier jetzt Netz habe, rufe ich gleich mal bei der Agentur an: Was sie sich dabei eigentlich gedacht haben und ich möchte entweder mit einer kleineren Gruppe gehen oder mein Geld zurück! Sie läßt sich den Guide ans Telefon holen und nach einem kurzen Gespräch und 5 Minuten warten kommt plötzlich wie von Zauberhand ein zusätzlicher Guide für die spanischsprechenden Mitglieder der Gruppe und wir ‚Engländer‘ sind dann „nur“ noch zu elft, aber immerhin! Der Guide selbst ist ziemliche Spitzenklasse – er erklärt gut, kann viele Zusatzfragen beantworten und spricht ein relativ gutes Englisch. Das Problem hier ist manchmal, daß das Englisch so schnell und nuschelig gesprochen wird, daß man kaum etwas versteht und ständig nachfragen müßte – das ist hier aber nicht der Fall! Selbst mit dieser relativ kleinen Gruppe ist der Weg durch die Ruinenstadt aber nicht so einfach! Es drängeln sich ja hunderte von Besuchern gleichzeitig auf engen Treppen und vor schmalen Durchgängen – meine schlimmsten Befürchtungen haben sich bewahrheitet! Und es kommen später sicher noch mehr, wenn der Vormittagszug ankommen wird… Aber nun habe ich mich dafür entschieden, jetzt muß ich das alles auch in Kauf nehmen!
Nachdem wir den Eingangsbereich endlich ‚durchstanden‘ haben, geht es erst einmal eine steile Treppe im Gänsemarsch hoch – die Tour soll am obersten Punkt der Anlage, beim ‚Wächterhaus‘ beginnen! Hier zeigt es sich als großer Vorteil, daß es immer noch sehr bewölkt und ein wenig kühl ist!
Wir werden durch alle Teile der Anlage geführt – Wohnhäuser, Vorratshäuser, Tempel, Paläste etc. oder besser gesagt, durch die noch vorhandenen Relikte dessen! Die Ausblicke, die man zwischendurch dann hat, sind einfach grandios – vor allem auf die Terrassenfelder, die auf steilsten Hängen angelegt worden sind! Wieviele Menschen mögen allein bei der Anlage dieser Felder schon den Tod gefunden haben? Besonders erwähnenswert ist auch, daß die Stadt damals offenbar den Spaniern nicht bekannt war. Hier wurde nichts zerstört – ganz im Gegenteil, hier wurde eine Siedlung wieder aufgegeben, ehe sie überhaupt ganz fertig war. Das lassen eindeutige Zeugnisse erkennen (wie z.B. bearbeitete Steine, die noch im ‚Steinbruch‘ liegen oder leere Flächen, die wahrscheinlich ursprünglich noch bebaut werden sollten). Was hier vor etwa 600 Jahren genau geschah bzw. was der Zweck dieser Anlage war – darüber gibt es bis heute keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse.
Ziemlich fest steht wohl nur, daß etwa 400-600 Personen ständig hier gelebt haben sollen und bei großen Festen zu Ehren des Sonnengottes Inti bis zu 1000 Menschen hier versorgt werden konnten. Es gibt von ‚Einraum-Häusern‘ für Einzelpersonen bis zu großen, in denen eine ganze Familie Platz fand, alle möglichen Grundrisse zu sehen!
Inzwischen hat auch die Bewölkung aufgerissen und es bieten sich unbeschreibliche Ausblicke auf die rundum liegenden Berge und in das Tal des Urubamba, der sich tief unten um den Gebirgsstock des Machu Picchu herum windet! Gaaanz klein kann man dort auch den Zug sehen!

Hier in Wikipedia könnt Ihr ein wenig nachlesen, was es bisher an Forschungen darüber gibt! http://de.wikipedia.org/wiki/Machu_Picchu






Auch die Viehställe (nicht überdachte, mit Trockenmauerwerk umfaßte Areale) kann man noch gut erkennen – es wurden auch damals schon Lamas, Alpakas und Meerschweinchen hier als Haustiere gehalten!

Die Terrassenfelder wurden nicht extra bewässert – die Lage mit dem häufigen Nebel und einer ausgedehnten Regenzeit sorgte selbst dafür, daß die Felder immer mit der richtigen Feuchtigkeit versorgt waren! Es gab jedoch einen zentralen Trinkwasserkanal, an dem die Bevölkerung sich bedienen konnte!

Es wurden auch hier hauptsächlich Kartoffeln, Mais, Amaranth und Quinoa angebaut! Der eher empfindliche Mais wurde in einer Art ‚Gewächshäusern‘ gezogen – Terrassen auf der Sonnenseite, direkt an den gemauerten Häusern, wurden mit Strohmatten überdeckt, damit sich die Wärme langen halten konnte! Unten im relativ dschungelhaften Klima des Urubamba-Tals wurden verschiedene Obstsorten kultiviert!
In den Tempelbauten gibt es auch hier ‚Lautsprecher‘, wie ich sie schon in Tiwanuaku in Bolivien gesehen hatte – speziell bearbeitete Steine, die dann wie ‚Flüstertüten‘ funktionierten! Es ist wirklich erstaunlich, welche Fertigkeiten damals schon bekannt waren…
Die offizielle Führung ist gegen 11h zu Ende – jetzt kann jeder sich selbst noch einmal das aussuchen, was ihm besonders gefallen hat und es in näheren Augenschein nehmen. Aber es ist immer noch relativ voll überall, so beschließe ich eine kleine Wanderung Richtung ‚Sonnentor‘ zu machen und das ganze Gelände noch einmal von hoch oben zu betrachten! Die Wanderung bzw. ‚Besteigung‘ des Huayna Picchu (des ‚jungen‘ Berges im Gegensatz zum Machu Picchu, dem ‚alten‘ Berg) spare ich mir – ich bin für heute genügend Treppen gestiegen – und schenke meine Berechtigungskarte einer jungen Frau aus den USA, die sich „wie ein Schnitzel“ darüber freut! Hab ich auch noch mein gutes Werk für heute getan :-)!



Der Weg nach oben zum Sonnentor geht stetig, aber sehr moderat bergauf. Er ist gesäumt von unzähligen Blumen, vor allem ganzen „Begonien-Hecken“ und zahllosen weinroten Orchideen mit riesigen Blüten! Es gibt viele schattige Plätze, wo ich immer wieder mal Pause machen kann, um das immer wieder andere Panorma zu genießen!





Zurück geht es deutlich schneller als hinauf und so bin ich am frühen Nachmittag wieder zurück ‚in der Stadt‘. Es sind inzwischen viel weniger Leute, aber ich beschließe trotzdem, noch die etwa 20minütige Wanderung zur ‚Inka Bridge‘ zu machen! Der Anfang ist noch einmal ein wenig steil und ‚treppig‘, aber dann geht es ganz gemütlich, allerdings teilweise auf einem sehr schmalen Pfad direkt in der Felswand entlang (manchmal ganz ohne Sicherungen wie Mauern oder Geländer). Als ich dann um die letzte Ecke biege, bleibt mir dann doch der Atem weg – mit der Brücke wurde ein Hohlraum im Fels überbrückt, aber nur mit ein paar darüber gelegten Baumstämmen und darunter ein tiefer jäher Abgrund… Aber vielleicht war das ja auch extra gemacht – damit man evtl. Feinden relativ schnell den Weg abschneiden konnte!





Unser Guide hatte etwas von einem ‚Rundweg‘ erzählt, auf dem man wieder in die Ruinenstadt zurückkommen könnte – aber das ist eindeutig nicht mehr möglich: Der Zugang zur Brücke ist aus gutem Grund gesperrt und mit Bohlen verrammelt! Man kann auch auf der anderen Seite nicht erkennen, wo der Weg weitergehen sollte.
Also drehe ich um – bis hierher war es sowieso beeindruckend genug… Immer wieder muß ich während des Rückwegs stehen bleiben, um diese phänomenalen Aussichten zu genießen!



Zurück in der ‚Stadt‘ ist es deutlich leerer – eindeutig, die meisten Besucher fahren mit dem Nachmittags-Zug wieder zurück nach Cusco. Bin ich froh, daß ich erst den um 8h gebucht habe – so kann ich ganz in Ruhe nochmal durchs Gelände wandern! Ich überlege dann auch, ob ich nicht jetzt den Rückweg hinunter zu Fuß gehen sollte – aber mir wird davon abgeraten! Das wäre entweder nochmal eine gute Stunde so gut wie ausschließlich Treppen (:-() oder ich könnte etwa 3 Stunden auf der (ungeteerten) Straße entlang gehen, wo auch alle die Busse fahren und hinterher wahrscheinlicch aussehen, wie aus der Staubsaugertüte gezogen. Also steige ich doch in den nächsten Bus hinunter und lasse mich fahren!
Das Stückchen Weg vom Bus zum Hostel merke ich schon meine Oberschenkel und Kniegelenke… Ich hatte mein Gepäck im Hostel eingestellt und muß es jetzt abholen. Es ist noch Zeit für einen kleinen Plausch beim Tee, dann schnappe ich mir meinen Rucksack – ich will noch ein wenig über den Markt stromern, ehe ich dann zum Bahnhof gehe!
Vor dem Bahnhof ist doch noch allerhand Betrieb, verwunderlich, wo doch oben auf dem Berg vorhin fast nichts mehr los war! Angeblich soll es Bestrebungen geben, die tägliche Besucherzahl auf 2000 zu beschränken – was ich auch noch viel zu viel fände! Andererseits gibt es wohl auch ein paar geschäftstüchtige Peruaner, die eine Seilbahn von Aguas Calientes hinauf bauen wollen. Dagegen setzen sich im Moment noch die Busunternehmen und -fahrer zur Wehr – aber auc die UN droht damit, dann den ‚Weltkulturerbe-Status‘ zu entziehen!
Durch das Gewicht der Menschenmassen derzeit sind nämlich schon Schäden am Berg wie auch an den Ruinen entstanden und wenn es noch mehr Besucher werden (und wieder mal eine richtig schlimme Regenzeit kommt), könnte es sein, daß Teile der Anlage unwiderbringlich den Berg hinab stürzen würden…

Die Einsteigeprozedur ist jetzt die Gleiche wie mittags, es gibt im Zug auch wieder Getränke (aber nichts mehr zu essen :-)). Da es draußen schon dunkel ist, gibt es auch nichts mehr zu sehen und die meisten der Fahrgäste verschlafen den Weg bis Ollantaytambo! Hier gibt es dann Probleme – die Kleinbusse reichen für die ankommenden Fahrgäste nicht aus! Nach einem großen Palaver werden noch ein paar zusätzliche angefordert und so komme ich dann doch noch mit zurück nach Cusco. Der Fahrer jedoch, den wir erwischt haben, macht mehr Angst als Vergnügen – offensichtlich hat er ein wenig mit Nachtblindheit zu kämpfen! Immer, wenn die Straße eine wenig beleuchtet ist, fährt er wie ein Verrückter und die dunklen Abschnitte schleicht er dann dahin, manchmal hart am Abgrund entlang! Ich bin froh, als wir endlich in Cusco ankommen, schnappe mir nur noch ein Taxi und fahre zum Hotel!!!
Ich bekomme das gleiche Zimmer, das ich vorher auch hatte. Dummerweise habe ich mein Gepäck in der Rezeption eingestellt gehabt und so muß ich den Koffer und den Rucksack wieder in den 1.Stock wuchten – und ich bin hier wieder auf 3500m!!!
Völlig erledigt schlafe ich ganz schnell ein – vorher habe ich noch festgestellt, daß ich wohl heute früh beim Einpacken zu fast noch nächtlicher Stunde meine Diamox-Tabletten in Aguas Calientes liegen gelassen habe… Zu dumm!

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