Bidyadanga – Port Hedland

16.10.2010
Heute heißt es also leider schon wieder Abschied nehmen von diesem gastlichen Ort! Aber der Weg zurück nach Perth ist lang und ich möchte auch noch ein wenig Reserve für Unvorhergesehenes haben!
Es wird wieder ein heißer Tag werden! Gestern im Fernsehen haben sie angekündigt, daß sich 5 Zyklone zwischen Indonesien und Australien aufbauen – sollten die alle über den Norden Australiens ‚herfallen‘, wären das die umfangreichsten Regenfälle seit Jahren!

Aber noch geht es zurück durch trocken Wüste, vorbei an den Warnungen vor den Kangoroos, an jeder Menge ‚road kill‘ (Kangoroos, Schafe, Kühe, Dingos, Vögel, Echsen…), wieder keinen lebenden ‚roos‘, aber einer Vielzahl monströser Termitenhügel!

Einmal sieht sogar der ganze Horizont wie ein Sägeblatt aus, soviele Hügel sind dort angesiedelt!

Trotz der Hitze – bereits jetzt am frühen Vormittag zeigt das Thermometer 26 Grad! – ist die Fahrt ganz angenehm! Das viele Wasser, das ich trinke, macht sich natürlich auch durch gewisse ‚Bedürfnisse‘ bemerkbar. Aber dank des bewährten ‚Systems der zwei Türen‘ ist dem nachzugeben, noch dazu in dieser menschlenleeren Gegend, überhaupt kein Problem (hallo Monika :-)!!). Die Roadhouses sind selten hier, also muß man/frau sich eben anders behelfen!
Neben den toten Tieren gibt es jedoch auch eine Vielzahl von Hinweisen auf tödliche Unfälle für Menschen! Einmal sogar etwas wie eine Art Grab für einen ‚Trucker Ted Palmer‘, mit Zaun außenrum und statt eines Kranzes einem Autoreifen!

Auch viele Kühe streunen hier auf den Straßen – ich frage mich stets, wo die hier überhaupt etwas zu fressen finden mögen! Sie sehen aber meist auch sehr ‚verhungert‘ aus – das Fleisch jedoch ist offenbar erste Qualität! Nur die Kälbchen, die ich immer wieder mal im Schatten eines Baumes sehen kann, sehen äußerst wohlgenährt und gepflegt aus!
‚Pardoo‘ ist mein erster Rastplatz für ein kleines Mittagessen. Ich habe mir ein Sandwich aus Jennys köstlichem selbstgebackenen Sauerteigbrot gemacht, das ich jetzt im Schatten mit großen Appetit verspeise. Merkwürdigerweise leisten mir heute (noch?) keine Fliegen Gesellschaft!

Beim Weiterfahren überquere ich bald einen Fluß, der sogar noch Wasser führt! Entweder war da mal ganz viel Wasser oder der Regen, den ich ganz wenig vor ein paar Tagen erlebt hatte, war im Inland besonders heftig!

Langsam sehe ich auch wieder die ersten Walla Wallas, den Wüstenblumen, denen es offenbar nicht trocken genug sein kann. Es ist wirklich erstaunlich, wieviele es davon gibt und in welcher Farbenpracht sie daherkommen!

Hin und wieder weisen auch große Schilder (oder kleine beschriftete Tonnen!) auf links oder rechts des Weges abzweigende Pisten zu (meist weit entfernten) sog. ’stations‘ oder ‚pastorals‘ – Rinder- oder Schaftzüchter – hin! Riesige Ländereien, die oft sogar mit eigenen Flugzeugen unterwegs sind, um zur Verkaufs- oder Schur-Zeit ihre Tiere sichten und dann einfangen zu können! Zusammengetrieben werden sie dann von einer ganzen Armada Pickups – auch hier übrigens überwiegend Toyotas…

Dann sehe ich das erste Schild ‚Railway Crossing‘ (immer wieder überraschend mitten im Nichts!) und weiß, nun ist es nicht mehr weit bis nach Port Hedland, meiner Übernachtungsbasis!
Schon von weitem grüßen mich die weißen ‚Berge‘ der Saline dort! Angeblich eine der größten Meersalzgewinnungsstätten weltweit! Doch, es ist wirklich imponierend, wenn man das so sieht! Soweit das Auge reicht, sieht man nur weiße Flächen! Auf denen arbeiten dann teilweise große Schaufelbagger, die die oberste Salzschicht abhebt und in große Muldenkipper lädt. Die fahren ihre Fracht dann entweder zum Reinigungstrakt (dort wird dann auch gleich in Zentnersäcke verpackt) oder das ungereinigte Salz wird in Güterwagen verladen!

Ich will mir den Weg bis nach Cooke Beach heute sparen bzw. bin ich nicht bereit, wieder 90$ für ein Bunkbed zu bezahlen und werde mein Glück mal in ‚South Hedland‘ in einem der Motels versuchen!
Das war keine gute Idee – es gibt zwar bunkbeds in dem Motel hier, aber die wollen allen Ernstes 260$!!!!!!!!!!!! für eine Übernachtung. Meine Frage, ob ich dann lebenslang immer wieder kommen dürfte, findet die Dame an der Rezeption nur bedingt amüsant. Ich könnte ja mal schauen, wo ich was Billigeres finden würde…
Also doch wieder zur Cooke Beach – aber Pech gehabt! Die Rezeption hat vor 10 Minuten geschlossen und ich stehe vor verschlossenen Türen…
Jetzt habe ich die Faxen dick und beschließe, meine extra gekaufte ThermaRest-Matratze für eine Übernachtung im Auto zu nutzen. Ich fahre also wieder zurück nach South Hedland und stelle mich auf den Parkplatz bei McDonalds (der hat 24h Drive-In)! Ich bin zwar etwas skeptisch, ob ich da überhaupt Ruhe finde werde, aber probieren will ich es (in Sichtweite des teuren Motels!!). Mein Abendessen ist eine absolute Premiere – das erste Mal ein „richtiges“ Mc-Donalds-Menü! Es hat einigermaßen geschmeckt (die Fries waren auch hier das Beste!) und der leckere Kaffee danach hat mich außerordentlich zufrieden gestellt! Das Restaurant hat um 22.30h geschlossen und ich setzte mich noch eine Weile ins Auto, um das kostenlose WiFi zu nutzen! Da der Parkplatz hell erleuchtet war, konnte ich mir mit dem ‚Betten machen‘ Zeit lassen…
Es ist Samstag abend und trotzdem nimmt der Andrang gegen Mitternacht rapide ab und ich krieche in meinen Schlafsack. Ein frischer Wind geht draußen und so kann ich bei leicht geöffneten Fenstern herrlich schlafen! Das Licht stört mich ja nicht besonders…

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