Costa Rica – Besuch bei Freunden

Freitag, 24. Juni 2011

Da ich ziemlich schlecht geschlafen habe (die Klimaanlage war laut wie eine Düsenmaschine und ohne war es im Zimmer nicht auszuhalten!), stehe ich schon kurz vor dem Weckerklingeln auf. Ich muß mein Gepäck schnell noch ein wenig neu sortieren, denn bei Continental kostet ein zweites Gepäckstück für den Flug heute 35$ (und die habe ja gestern schon für den ‚More-Space-Sitz’ ‚verbraten‘:-)! Aber das Umpacken geht schnell – ich muß nur daran denken, dass mein Taschenmesser und alle Flüssigkeiten im Koffer verschwinden, dafür kommt meine inzwischen doch schon stattliche CD-Sammlung (typische Musik von vielen besuchten Plätzen!) in den Rucksack fürs Handgepäck!
Man darf zwar kein zweites Gepäckstück kostenfrei aufgeben, dafür aber ein Gepäckstück bis 18 kg + eine Handtasche o.ä. als Handgepäck mitnehmen!

Das angebotene Frühstück hier im Hotel ist ein wenig mager – ich nehme mir nur ein bisschen (sehr trockenes!) Rührei und eine Scheibe Brot, damit ich überhaupt etwas im Magen habe. An der Rezeption ist leider niemand und nach 15 Minuten Warten lege ich die Magnetkarten einfach auf den Counter und mache mich auf den Weg (ich habe mit Kreditkarte gebucht und für die eine Nacht schon bezahlt, eine Minibar gab es nicht in meinem Zimmer und telefoniert habe ich auch nicht!). Ich muß noch das Auto abgeben und man muß 3 Stunden vorher schon am Airport sein (ich frage mich wirklich, wozu das gut sein soll).

Der Weg zur Autorückgabe ist gut ausgeschildert, ich brauche meine Beschreibung aus Google Maps gar nicht, und es geht eigentlich auch mit der Rückgabe ganz fix – außer dass mir zuviel berechnet wird! Das kann jedoch der ‚Rückgabe-Mensch’ nicht beeinflussen, da es in seinem Automaten so eingespeichert ist. Im Foyer des Rental-Car-Gebäudes haben zwar alle Unternehmen einen Schalter, aber die (un)freundliche Dame dort wirft mir nur ein „there’s nothing wrong with your bill“ an den Kopf – ohne überhaupt mal in den Computer zu schauen und einen Ausdruck meiner Buchung hatte ich hier natürlich nicht mehr dabei. Ich hasse es, dass man sich wegen dieser inkompetenten Mitarbeiter vor Ort immer erst wieder schriftlich äußern muß!
Der Shuttlebus fährt gleich vor dem „Car Rental Building“ ab und ich bin in 5 Minuten am Terminal C, dem Continental-eigenen Terminal.

Und jetzt wird es kompliziert! Am Ticketschalter angekommen, fühlt sich keiner zuständig, ich werde zum Drop-off-Schalter verwiesen, wo ich mein Gepäck abgeben soll – dort steht eine ziemliche Schlange an! Als ich endlich dran bin, wollen die MitarbeiterInnen dort ohne ausgedruckte Bordkarte nichts annehmen und können angeblich hier auch keine Bordkarten ausdrucken, verweisen mich zum ganz normalen Check-In, wo ich mich wieder neu einreihen muß! Als ich näher an die Schalter herankomme, sehe ich, dass das eigentlich Check-In-Automaten sind und nur eine paar Leute dort herumspringen und helfen (sollten), wo es nötig ist – und es ist offenbar bei fast allen Passagieren nötig! Als ich es endlich geschafft habe und an einen Schalter kommandiert werde, geht bei mir auch nichts – nach Durchziehen meines Passes erscheint die Meldung: No reservation! Na toll – den super-gelangweilten Mitarbeiter in der Nähe dieses Schalters muß ich mehrfach ansprechen, ehe er sich mal bequemt, zumindest einen Blick auf den Bildschirm zu werfen und dann auf meine schriftliche Reservierungsbestätigung. Er rät nur lapidar, dass ich es mit der Kreditkarte noch mal versuchen kann, mit der ich diesen Flug gebucht hatte – auch das ist leider negativ. Dann eben mit dem Reservierungs-Code – ebenfalls erfolglos! Ja, dann kann er auch nichts machen – und läßt mich einfach stehen, um zurück in die „zweite Reihe“ zu gehen und dort seine Nägel weiter zu feilen! Ich wende mich an zwei andere Mitarbeiter – aber die zucken nur mit dem Schultern! Als ich zu der Supervisor-Frau gehe, ist die gerade beschäftigt und ruft mir nur zu ‚give me a second’! Jetzt weiß ich auch, warum man so früh am Airport sein muß – die Faulheit und das Desinteresse der MitarbeiterInnen macht einen einfachen Check-In-Vorgang zur unendlichen Geschichte!
Als die Frau Supervisor dann gnädig Zeit für mich hat (‚a second’ dauerte fast 20 Minuten!!) , sind von den 3 Stunden schon fast 2 vorbei! Sie läßt mich die ganze Prozedur noch mal machen und meint dann lakonisch – ja, es gibt keine Buchung für Dich! Soweit waren wir ja eigentlich schon mal! Mir fällt ein, dass ich zwar keine Bordkarte habe, aber die Bezahlung des Extra-Sitzes wurde mir bestätigt und das habe ich in meinem Notebook abgelegt! Ich fahre es schnell hoch, zeige der tollen Frau „Supervisor“ den Beleg und frage, wie es sein kann, dass ich für einen Sitz bezahlen mußte, wo es doch angeblich gar keine Buchung für mich gibt! „Oh great“ sagt sie, fummelt eine Weile an ihrem Computer-Terminal herum, das sich auf der Rückseite des Check-In-Automaten befindet und – was soll ich sagen – drückt mir 10 Minuten später meine Bordkarte in die Hand und fertigt meinen Koffer ab! Kein Wort der Entschuldigung oder des Bedauerns – im Gegenteil, als ich frage, was denn nun der Grund gewesen wäre, dass keine Buchung von mir gefunden wurde, herrscht sie mich nur an „pass please“ und ruft schon nach den nächsten Fluggästen! Was für ein unverschämtes Verhalten zahlenden Gästen gegenüber – also diese Fluglinie kann man wirklich überhaupt nicht empfehlen!

Ich habe jetzt noch eine knappe Stunde, um zwei Terminals zu durchqueren bis zu meinem Abflug-Gate – dazwischen liegt aber noch die Sicherheits- und Passkontrolle! Als ich eines der kleinen Golfcarts sehe, die von Continental überall herum fahren, es anhalte und der Fahrerin meine Situation schildere und darum bitte, in das Abflug-Terminal gefahren zu werden, bekomme ich zur Antwort – das schaffst Du schon, Du mußt nur ein wenig schneller laufen! Meine Güte – wie vermisse ich hier die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft auf dem Airport on L.A. und ich dachte bisher immer, das wäre der schlimmste in den Staaten!
Aber ich nehme mal an, hier in Houston ist es in den anderen Terminals auch anders – hier bin ich ja jetzt im ‚Continenal‘-Terminal und das alles paßt genau zu allen meinen bisherigen Erfahrungen mit dieser „Airline zum Abgewöhnen“!

Vor der Sicherheitskontrolle steht wieder eine lange Schlange, aber hier geht es einigermaßen schnell und – oh Wunder – eine Passkontrolle gibt es überhaupt nicht (ist Costa Rica vielleicht eine US-Kolonie? :-))! Ich bin genau am Gate, als das Boarding beginnt – das wird aber nach der Business Class und den ersten Passagieren mit Kindern erst mal gestoppt „for 15 to 20 minutes“, keine Ahnung, warum! Da nutze ich doch die Zeit noch, um die paar Schritte zu Starbucks zurück zu gehen und schnell noch 2 Houston-Tassen für meine Kids zu kaufen und für mich einen Kaffee und ein Joghurt-Müsli ‚to go’– ich habe jetzt ziemlichen Hunger und wer weiß, ob und was es im Flieger geben wird!

Überraschung – diesmal gibt es Mittagessen! Ein warmes ‚burrito’ mit Salat und als Nachspeise Kekse – und sie gehen 2x wegen Getränken durch! Was mag da passiert sein?
Aber mein Kaffee schmeckt einfach leckerer als der im Flieger und so war es nicht verkehrt, mir den selbst mitzubringen.
Die 3 ½ Stunden Flug vergehen im wahrsten Sinne wie im Flug :-)! Ich hatte mir in Baton Rouge noch einen Reiseführer für Costa Rica gekauft und den kann ich jetzt in aller Ruhe studieren! Es sind schon faszinierende Plätze dort zu finden – bin mal gespannt, was Arturo sich für mich so ausgedacht hat!

Bei der Landung in San José regnet es ebenfalls in Strömen (die Regenzeit in Mittelamerika meint es gut mit mir :-)), aber ich werde von einem riesigen Plakat äußerst freundlich begrüßt!

Da kann einen der Regen ja garnicht weiter stören! Die Immigration geht sehr schnell – es sind nur 5 Leute vor mir am Schalter. Hier wird man auch nicht befragt, sondern man gibt seinen ausgefüllten Zettel ab und bekommt einen Stempel für 90 Tage in seinen Pass – fertig! Das Gepäck rollt gerade an, als ich ans Band komme und ich schnappe mir mein Köfferchen und weiter geht es zur Zollkontrolle – alles aufs Band gelegt, damit es durch die Durchleuchtungsmaschine gefahren werden kann! Keine Beanstandungen! Jetzt noch schnell Geld bei der Bank holen (der Automat vor dem Zoll ging leider nicht!) Bei der Bank kann ich mit meiner Kreditkarte Geld bekommen – falle aber erst mal fast in Ohnmacht, als ich den Wechselkurs höre! Ich habe 200$ abgehoben und bekomme dafür über 90.000 Colón (wie hier der Peso heißt – offiziell!) – das ist ja fast wie in Bali! Mein Portmonaie platzt bald, als ich den Stapel Scheine hineinzwänge!

Kaum verlasse ich die Ankunftshalle, höre ich schon jemand laut ‚Christine’ rufen – mein Abholer steht bereit! Da ich wohl die einzige alleinreisende Frau war, die das Gebäude verlassen hat, hat er es auf gut Glück einfach mit meinem Namen probiert und – voilá – es hat funktioniert! Er freut sich wie ein kleiner Schneekönig darüber und schnappt sich gleich meinen Koffer! Das ist sehr löblich, denn die Rolltreppe hoch zum Parkplatz ist außer Betrieb 😦 ! Es regnet übrigens immer noch, was vom Himmel herunter kann…

Die Fahrt zum Hotel, in dem mich Arturo bis Sonntag einquartiert hat, dauert nur etwa 10 Minuten und meine Anmeldeformulare sind dort schon soweit vorbereitet, dass ich nur noch unterschreiben und meine Pass-Nr. eintragen muß und schon geht es in mein Zimmer! Wie schön – ich habe ein kleines Appartment mit zwei Ebenen! Unten Sofa, Eß- und Schreibtisch, oben das Bett! Und was für ein gemütliches so unter der Dachschräge!

Ich hopse nur ganz schnell unter die Dusche und gehe dann schnell in mein schönes Bett – das so frühe Aufstehen fordert seinen Tribut!
Um kurz vor 5h werde ich wach und mache mir erst einmal einen Tee – es gibt Mikrowelle wie auch Wasserkocher hier im Raum! Anschließend inspiziere ich die Hotelanlage – ein hübsches Restaurant und ein Pool warten auf mich! Nach dem anschließenden E-Mail-Check beschließe ich jedoch, mir eine Kleinigkeit aufs Zimmer bringen zu lassen und dann bald wieder ins Bett zu gehen – ein wenig fernsehen und ein wenig lesen und dann bald wieder schlafen!
Die bestellte „ceviche“ schmeckt fast so wie in Peru – und das Corona dazu natürlich wie in Mexico! Leckeres Abendessen, schöner Film im Fernsehen (The Kings Speech) – gute Nacht!

Samstag, 25. Juni 2011

Ich werde kurz vor 7h durch den heftigen Regen auf dem Dach über mir wach! Wie gut ich doch geschlafen habe! Schnell ins Bad und in meine Kleider und dann zum Frühstück! Das Büffet ist zwar nicht übermäßig reichhaltig, aber es genügt! Es ist ein Segen, dass der Weg zum Restaurant und die Terrasse hier ganz überdacht ist – es plätschert nur so um mich herum! Ich hoffe doch, dass das auch nur temporär ist – 2 Wochen im Regen sind selbst im „glücklichsten Land der Welt“ nicht besonders attraktiv!

Es hört nicht wirklich auf zu regnen – nur kurze Pausen gibt es! Aber das tut meiner langen „Abwesenheit“ vom Blog-schreiben gerade gut, ich schreibe einige Texte nach und vor allem kann ich anfangen, die massenhaft gemachten Fotos endlich zu sortieren! Überdies habe ich Zeit und vor allem Muße, im Costa-Rica-Reiseführer weiter zu schmökern – will ja schließlich wissen, was es so an Sehenswertem in diesem schönen Land noch gibt! Auch an Vanessa schreibe ich eine kurze Mail, dass ich jetzt hier in San Jose bin und wie sie mich erreichen kann!

Nachmittags nutze ich eine Regenpause für einen kurzen Spaziergang zur nahe gelegenen Mall! Das ist zwar hauptsächlich eine riesige ‚Fressmeile’ mit allem, was hier so gegessen wird, aber das kommt mir gerade gelegen! Das Essen im Hotel ist nämlich ganz schön ‚hochpreisig’ und ich will meine Reisekasse mit Essen nicht übermäßig strapazieren! So nehme ich mir von einem „Steak-Laden“ dort ein Steak mit viel Zwiebeln, Salat, Bohnen und einer Ofenkartoffel mit und lasse mir das zum Abendessen schmecken! Und es schmeckt wirklich vorzüglich – ganz abgesehen vom Preis von etwa 10 Dollar(!) im Hotel-Restaurant hätte eine ganz ähnliche Mahlzeit nämlich 28$ gekostet! Der Dollar ist hier nämlich eine richtige zweite Währung – viele Preise sind in Dollar ausgeschildert und man kann auch fast überall in Dollar bezahlen! Man bekommt dann aber meist Colones heraus – ein üble Umrechnerei mit mehrfachen ‚Währungsverlusten’…

Heute Abend bin ich nun so gar nicht müde – also Fernsehen pur! Hier gibt es auch eine Art ‚Travel Channel’ und da ist heute Oregon und Washington State angesagt – was für ein netter Zufall! So verbringe ich ein paar Stunden damit (ziemlich anstrengend, ist nämlich alles spanisch synchronisiert!) und bekomme dadurch schon mal einen ersten Eindruck von diesen beiden US-Bundesstaaten, durch die ich ja schon bald reisen werde! Ich verstehe zwar bei weitem nicht alles, aber die schönen Aufnahmen geben mir ein gutes Bild – ich freue mich schon sehr darauf!

Erst um kurz nach 24h geht heute das Licht aus!

Sonntag, den 26.Juni 2011

Heute wird mich Arturo also hier abholen – ich bin gespannt nach so vielen Jahren! Da er aber erst heute Nacht nach 1h wieder aus Florida zurück gekommen ist und bei mir der Check Out erst spätestens 12h stattfinden muß, habe ich noch den ganzen Vormittag für mich.

Frühstück gibt es wieder auf der Terrasse – es regnet nicht mehr! Die Frühstücksfrau ist aber trotzdem immer noch etwas ‚trüb drauf’ – irgendwie hat man den Eindruck, dass es ein großes Entgegenkommen von ihr ist, dass man hier frühstücken darf. Das Büffet ist ähnlich wie gestern – neben den ‚pancakes’ noch viele verschiedene Kuchen, dafür aber nur eine Art Wurst (etwas ähnliches wie Bierschinken), kein Käse, kein Schinken – nichts. Meine Frage nach einer Tomate wird kurz und bündig mit „haben wir nicht“ beschieden! Als ich dann jedoch meine heute ‚fried’ bestellten Eier bekomme, liegen zwei Tomatenscheiben als Dekoration daneben… Die Eier jedoch waren gerade so eine dünne Haut um einen ansonsten noch total flüssigen Inhalt! Ich halte mich also an das angebotene frische (und perfekt gereifte!) Obst und esse nur zwei Scheiben Toast mit Butter…

Ein bisschen nutze ich dann noch den Pool – ehe ich ans Kofferpacken gehe! Kurz vor 12h ruft Arturo an und kündigt mir an, dass er mich in etwa 10 Minuten abholen wird! Ich bezahle schnell – es geht allerdings etwas konfus dabei zu! Die verschiedenen Beträge (Übernachtung, Zimmer-Service Getränke, Zimmer-Service Essen, Minibar) werden mal in Colones, mal in Dollar angegeben und dann jeweils in die Währung umgerechnet, in der man bezahlen möchte! Da ich den genauen Wechselkurs nicht im Kopf habe, muß ich mich auf die Rechnungsstellung an der Rezeption einfach mal verlassen. So ungefähr stimmt das schon mit meinen Vorab-Berechnungen überein – aber es gibt halt in jedem Fall für das Hotel einen kleinen „Bonus“ (sie nehmen natürlich nicht den tagesaktuellen Kurs, sondern einen Durchschnitsskurs beim Umrechnen) und ich bin doppelt bestraft, weil ich ja schon die Umrechnung Dollar in €uro habe…

Gerade, als alles soweit klar ist, kommt Arturo! Er hat sich eigentlich fast nicht verändert, außer, dass er auch ein wenig älter geworden ist und seine Haare noch lichter :-)! Auch er ist wieder sehr erstaunt über den Umfang meines Gepäcks (wie schon so viele andere Leute während meiner Reise bisher), lädt das und mich in sein Auto und los geht es. Er wohnt gar nicht weit entfernt in einer ‚gated community’ – also einer Wohnanlage, die durch einen eigenen Eingangs-Sicherheitsdienst bewacht wird. Ich bin ein wenig erstaunt darüber, denn eigentlich galt und gilt Costa Rica ja als sehr sicheres Land! Arturo meint jedoch, das hätte sich längst geändert!
Im Haus wartet schon Nereda, seine neue Frau, auf mich – zusammen mit dem jungen Hund der Familie (mit Namen Bailey, weil er so eine ähnliche Farbe hat :-))! Ich werde von Nereda sehr herzlich begrüßt – Bailey ist erstmal vorsichtig mit mir fremden Person, aber er ist ja auch erst 4 Monate alt! Es dauert aber gar nicht lange, da schließt er Freundschaft und ich habe ab sofort einen überaus anhänglichen ‚Begleiter’, wohin ich mich auch bewege!

Nachmittags machen wir ‚Menschen‘ einen Ausflug nach San Jose Downtown – ich bekomme im Vorbeifahren einen ersten Eindruck von der Stadt und ihren Sehenswürdigkeiten! Ein kurzer Spaziergang vom Nationaltheater über die Fußgängerzone bringt uns in ein Terrassenrestaurant, wo wir ein spätes Mittagessen einnehmen! In der Stadt ist ungewohnt viel los für einen Sonntag (sagen meine Gastgeber) – es war irgendeine Demonstration am Vormittag und das nitzen offenbar viele Teilnehmer von außerhalb auch für einen Stadtbummel! Die Geschäfte sind allerdings überwiegend geschlossen – hier gilt offenbar die Sonntagsruhe noch etwas :-)!

Auf dem Heimweg fahren wir auch am neuen ‚National Stadium‘ vorbei, das Costa Rica von China geschenkt wurde – ein großer moderner Bau in weiß-rot! Warum so ein Geschenk gemacht wurde, kann mir Arturo nicht sagen – nur, daß auch hier die (chinesischen) Bauarbeiter total kaserniert waren und alles Baumaterial aus China eingeführt wurde (erinnerte mich doch stark an die Bauarbeiten an der Autobahn von Sur nach Muscat…)!

Wieder daheim, werde ich erst einmal durch das ziemlich große Haus geführt! Mein Zimmer ist eins der vielen im Obergeschoß – alle Zimmer haben hier übrigens eigene Bäder und einen eigenen riesigen Flachbildfernseher!
Es gibt auch einen Pool im Garten, der direkt unterhalb meines Zimmers liegt!
Arturo trägt sich gerade mit dem Gedanken eines ‚downsizings‘ – denn es ist schon ziemlich viel Raum für nur 2 Personen. Sie möchten sich vielleicht ein kleines Haus oder eine kleine Wohnung in Florida kaufen – die gerade 1-jährige Enkeltochter fasziniert sie beide sehr und sie sind relativ häufig dort – und dann auch hier die Zeit nur in einem kleineren Ambiente verbringen! Ganz nach Florida möchten sie nicht – ist hier einfach deutlich billiger und auch vom Umfeld her schöner (sagen sie beide) hier, ganz abgesehen von den angenehmeren Temperaturen! Außerdem ist Nereda aus dem benachbarten Nicaragua und hat einen Teil ihrer Familie hier in San Jose oder eben ihrem Heimatland!

Zum Abendessen gibt es ein paar kleine Snacks und dann machen wir es uns alle drei in den Fernseh-Sesseln gemütlich. Aber wir halten nur einen Film lang aus – die kurze Nacht macht sich bei den beiden bemerkbar und ich bin sowieso während meiner Reise eher zur ‚Lerche‘ geworden :-)!

In meinem Zimmer ist eine angenehme Tmperatur – hier kühlt es nachts ein wenig ab und es kommt ein wenig Wind auf! So vermißt man hier keine Klima-Anlage und auch den Fan an der Decke muß ich nicht einschalten!

Montag, 27.Juni 2011

Heute morgen setze ich mich nach dem Frühstück mit Arturo zusammen, um meine nächsten Tage in Costa Rica zu planen. Er hat eine ganze Reihe von Ausflugszielen für mich aufgelistet – aber man merkt, daß seine Firma normalerweise eher die wohlbetuchten USA-Touristen als Klientel hat, die dann auch in nicht gerade billigen Hotels absteigen! Für mich sind diese Ausflüge zum einen viel zu teuer (4 Tage fangen mal bei lockeren 600$ an – das ist schon der absolute Familien-/Freundschaftspreis von Arturo für mich…) und zum anderen habe ich keine Lust darauf, in diesen Luxushotels dann auch nur von anderen Touristen umgeben zu sein (dummerweise liegen die auch oft sehr außerhalb von allen bewohnten Gebieten)! Ich erbitte mir Bedenkzeit bis zum Abend und Arturo verschwindet dann gleich auf den Golfplatz! Ich nutze den restlichen Vormittag, um mich im Internet selbst ein wenig kundig zu machen (wie hat man nur früher ohne Internet Reisen geplant? :-)).

Meine Entscheidung ist dann ein Kompromiß – ich habe mir im Hochland von Monteverde ein kleines Hostel gebucht, das sehr gute Beurteilungen hat, nehme zwei Einzelausflüge von Arturo wahr und werde vor Ort dann noch die eine oder andere Unternehmung dazu buchen!
Für den Aufenthalt nahe des einzigen derzeit aktiven Vulkans Arenal werde ich in eins der von Arturo empfohlenen Hotels gehen – die bieten, neben sehr teuren Zimmern, auch Unterkünfte mit gemeinsamem Bad zu deutlich günstigeren Preisen an! Das ’shared bath‘ sollte für 3 Nächte nicht das Problem sein – das hatte ich ja schon öfters mal in den Hostels! Auch dort lasse ich zwei Ausflüge von Arturo buchen und werde mal sehen, was es vor Ort noch gibt!

Als Arturo vom Golfspielen zurückkommt, teile ich ihm meine Vorschläge mit – und er scheint mir ein wenig pikiert. In einem Hostel? Ob mir das nicht zu gefährlich wäre und zu unsicher? Schließlich wäre ich dort nicht mehr in der Stadt etc. etc. etc. Ich bin einigermaßen baff – was sind denn das für merkwürdige Ängste? Irgendwie ist das offenbar ein weltweites Phänomen – immer, wenn die Menschen zu etwas Reichtum gekommen sind, sehen sie überall Gefahren für sich, ihr Leben und vor allem ihr Geld!
Nein, das wird nicht gefährlich sein, ich habe das ja in den letzten Monaten immer ähnlich gehalten! Und ich bin in viel ‚gefährlicheren‘ Gegenden der Welt unterwegs gewesen und mir wäre nichts passiert! Aber für ihn bleibt das trotzdem ein merkwürdiges Ansinnen! Aber er bucht mir das Hotelzimmer und die ausgesuchten Ausflüge – wenn auch unter großen Vorbehalten (aber zu doch sehr günstigen Preisen!).

Arturo organisiert inzwischen keine Touren mehr selbst (er ist jetzt auch schon fast 60 und ihm ist das alles zu anstrengend – er muß schließlich auch noch jeden Vormittag Golf trainieren für soundsoviele Senior-Cups :-)), sondern kauft die bei anderen, meist Tourveranstaltern vor Ort, für seine Touren zusammen! So kann er das Meiste von daheim aus machen (auch dank dem Internet)! Seine Mitarbeiter (Sekretärinnen, Fahrer etc.) hat er schon seit vielen Jahren, die sind absolut zuverlässig und arbeiten wohl sehr selbständig – so kann er sich aus dem Agentur-Alltag ziemlich zurück ziehen und seinen Vergnügungen fröhnen!

Leider habe ich von Vanessa noch immer nichts gehört. Wie mir Arturo jedoch sagte, ist ihre Mutter sehr krank und es geht dem Ende zu – sie ist da wohl ziemlich absorbiert… Ich schreibe ihr noch einmal eine Mail, daß ich ab Mittwoch für eine Woche unterwegs sein werde – vielleicht können wir uns nach meiner Rückkehr sehen!


„Heute abend kocht der Chef“ – Arturo steht am Herd! Das macht er inzwischen mindestens so gern wie Golfspielen! Und er zaubert ein herrliches Essen (Spaghetti mit einer wunderbar gewürzten Gemüse-/Fleisch-/Käse-Sauce und dazu die herrlichen gebratenen Bananen, die hier zu fast allen Gerichten serviert werden)!

Danach machen Nere und ich noch einen ausgedehnten Spaziergang – zur Freude von Bailey, der uns natürlich begleitet! Er kann garnicht genug bekommen von all den Gerüchen, die ihm überall in die Nase steigen!

Nere hat ein ziemlich bekanntes Institut für Manager-Fortbildung und ist dort sehr eingespannt. Im Moment hat sie ein klein wenig mehr Freizeit, weil hier gerade Ferien angefangen haben und viele ihrer Zielgruppe mit den Familien unterwegs sind! Sie arbeitet ausschließlich mit Großunternehmen zusammen, aber das auch in anderen mittelamerikanischen Staaten und auch manchmal in den Staaten! Sie genießt ihr „Stief-Enkelkind“ sehr (und die Kleine liebt ihre ‚abuela‘ wohl auch abgöttisch), sie hat keine eigenen Kinder und inzwischen fühlt sie sich auch schon „viel zu alt“ dafür (sie ist gerade 41 geworden…).

Während unseres Spaziergangs treffen wir mehrfach auf Security-Beamte, aber nicht einmal auf den „schwarzen Mann“ 🙂 – was für ein Leben, so in ständiger Angst…

Als wir nach Hause kommen, ist die „Terrassen-Bar“ geöffnet! Wir lassen uns noch einen leckeren Fruchtcocktail schmecken, ehe wir alle in unseren Zimmern verschwinden!

Dienstag, 28.Juni 2011

Heute werde ich den ganzen Tag ‚downtown‘ verbringen – ich begleite Nere ein Stück auf dem Weg zu ihrem Büro und fahre den Rest des Wegs mit dem öffentlichen Bus. Und irgendwann nachmittags werde ich auch mit dem öffentlichen Bus wieder zurück fahren! Ausgestattet mit Adressen (Büro Nere, Büro Arturo, ‚Heimat’adresse), allen Telefonnummern, die sie beide haben (und das sind einige!) und tausend Verhaltensregeln werde ich etwas halbherzig meinem ‚Schicksal‘ überlassen! Wie habe ich nur die letzten 12 Monaten ohne die Hilfe von so besorgten Gastgebern überstehen können :-)?

Ich habe den Stadtplan aus meinem Reiseführer dabei – dort gibt es einen schönen Vorschlag für einen Spaziergang von einem Park in der Innenstadt zum anderen. Davon wurde mir von den beiden zwar auch abgeraten (viel zu gefährliche Ecken dabei!), aber da der Reiseführer von 2011 ist, gehe ich mal davon aus, daß die Erfahrungen des Autors von etwa 2010 eingeflossen sind und die werden nicht etwas empfehlen, was ’saugefährlich‘ sein könnte!

Ich bin unterwegs aus dem Auto aus- und in den öffentlichen Bus für das ltzte Stück in die Innenstadt eingestiegen! Dieser Bus bringt mich zum ‚Mercado Central‘, dem Startpunkt für meinen Rundgang. Hier gibt es alles, was man so braucht (oder auch nicht!): Essensstände reihen sich an Obst- und Gemüseläden, Kurzwaren, Schuhe, Bekleidung, Souvenirs, Schreibwaren, Telefone etc. etc.
Hier kann ich mir auch gleich eine neue SimCard kaufen, damit ich hier im Land auch mobil zu erreichen bin oder jemand erreichen kann! Das dauert ein wenig, weil auch hier wieder eine Ausweis-Kopie nötig ist – hier wird aber ein Mitarbeiter zum nächsten Copyshop geschickt und ich muß die Kopie nicht auf eigene Kosten machen! Durch die Überängstlichkeit meiner Gastgeber habe ich plötzlich auch ein etwas mulmiges Gefühl – aber es ist ja NUR mein Personalausweis und nicht mein Pass, der erst einmal verschwindet! Kurz danach ist der junge Mann aber wieder zurück und alle in dem Laden sehen so nett aus – ich bin überzeugt, ich hatte falsche Befürchtungen!

Vom Mercado Central gehe ich jetzt zur Hauptpost, dem ‚Correo Central‘ – einem wunderschönen alten Gebäude! Davor ist eine kleine Anlage mit viel Bänken – und die sind auch nötig, denn hier ist offensichtlich auch eines der „echten“ Kommunikationszentren von San José :-)! In den umliegenden Straßen scheint das ‚Bekleidungs-Zentrum‘ der Stadt zu sein – ein entsprechender Laden reiht sich an den nächsten! In einem davon kann ich nicht widerstehen und kaufe einen kleinen ‚Strandanzug‘ und einen ‚Badeanzug‘ für Anna (wieder mal ein Päckchen nötig…).

Ein kleiner Schlenker bringt mich jetzt zum ‚Parque Central‘, an dessen Rand auch die Kathedrale von San José steht (mit einem überlebensgroßen Denkmal von Johannes Paul II, das an dessen Besuch hier erinnert. Die Kathedrale selbst ist innen enttäuschend schmucklos, aber auch von außen macht sie nicht viel her!

Gegenüber im Park steht ein großer, rot gestrichener ‚Bogen‘, der offenbar ganz wichtig für die „Josefinós“ ist – viele lassen sich davor fotografiern oder müssen unbedingt hindurch, satt außen herum gehen! Auf der anderen Seite des Parks ist eines der ganz alten Theater hier in der Stadt, das ‚Teatro Melico Salazar‘, wo von Shows über (Jazz-)Konzerte und Ballet bis zu Pop-Konzerten alles mögliche im Angebot sein kann!

Weiter geht es jetzt zum ‚Herz‘ der Stadt – zur ‚Plaza de la Cultura‘! Vorsichtshalber suche ich dort die Touristeninformation auf und frage nochmal bzgl. der ‚Gefährlichkeit‘ meines weiteren Weges. Nein, nein, diese vorgesehene Route wäre total ’safe‘ – es wäre sowieso im ganzen Land total sicher etc. etc. etc.! Hatte ich mir doch sowas ähnliches schon gedacht!
Gegenüber der Information ist das Nationaltheater – ein hübscher alter Bau, dem Opernhaus in Paris nachempfunden (aber deutlich kleiner). Ich möchte gern eine Führung mitmachen oder vielleicht sogar eine der Aufführungen dort besuchen! Leider ist beides nicht möglich – Führungen gibt es heute keine, weil gerade ein ‚Vorspielen‘ stattfindet, und Konzerte bzw. Opernaufführungen gibt es nur entweder dieses Wochenende (da bin ich leider unterwegs) oder nächstes (da bin ich dann schon weg):-(. Vielleich klappt es jedoch mit einer Führung nächste Woche, wenn ich wieder zurück bin? Aber das kleine historische Café dort nutze ich für einen guten Kaffee und ein Mittags-Sandwich. Als ich vor dem Gehen noch schnell die Toilette aufsuche, darf ich kurz einen Blick in den Zuschauerraum werfen und ein Foto machen (ein netter Ordner macht es während der Vorspiel-Pause möglich). Leider fängt es in dem Moment, als ich das Theater verlassen will, wieder mal so heftig an zu regnen, daß vorläufig Unterstellen angesagt ist! Witzigerweise finden sich in Sekundenschnelle afrikanische Händler mit einem breit gefächterten Regenschirm-Angbot vor dem Tor des Theaters ein und machen natürlich ein entsprechend gutes Geschäft! Ich warte lieber, bis es aufhört – darauf kann man sich hier eigentlich immer verlassen!

Es ist doch fast eine Viertelstunde vergangen, ehe die Wolke sich ‚leer geregnet‘ hat. Jetzt also schnell über den Platz zum unterirdischen Eingang in das berühmte ‚Gold Museum‘! Das muß einfach phänomenal sein und dem in Lima in nichts nachstehen! Leider habe ich jedoch heute Pech – es wird die Elektrik modernisiert und da ist nur ein einziger kleiner Raum geöffnet (kann man verstehen – ohne Elektrik auch keine Sicherheitsanlagen!) und eine Ausstellung eines Bildhauers in den offenen Räumen rund um das Treppenhaus! Das schaue ich mir zum ermäßigten Eintritt an – und die Skulpuren-Ausstellung ist richtig nett und teilweise auch sehr amüsant!


Übereall auf meinem Weiterweg zur ‚Plaza de la Democracia‘ gibt es ständig was zu entdecken und zu sehen! , Dort angekommen, erwarten mich zahlreiche kleine Häuschen mit Blumenständen und das ‚Museo Nacional‘, was ich mir jedoch spare – ich will mir später noch das berühmte ‚Jade-Museum‘ anschauen!

Am ‚Parque Nacional‘ vorbei, in dem zum einen das riesige Nationaldenkmal steht, aber auch viel ‚moderne Kunst‘! Das ist offenbar ein beliebter Treffpunkt für die Einheimischen – überall auf Bänken oder Rasenflächen sitzen und liegen Leute! Von hier geht es an der Nationalbibliothek und dem Museum für moderne Kunst vorbei, ich streife den ‚Parque Espana‘ und lande dann vor dem Holiday Inn Hotel am ‚Parque Morazán‘, einem der höchsten Gebäude hier. Vom Restaurant im obersten Stockwerk soll man eine phänomenale Rundsicht über die Stadt haben – leider hat das aber jetzt geschlossen und macht erst wieder um 18h zum Dinner auf :-(! Dummerweise fängt es jetzt auch gerade wieder heftigst zu regnen an und ich muß wieder ein paar Minuten warten, ehe ich weitergehen kann. Und diese paar Minuten fehlen mir gerade so beim Jade-Museum – das schließt nämlich um 3.30h und jetzt ist es 3.35h! Schade, das soll wirklich so toll sein, das hätte ich mir gern angeschaut!

Aber dafür kann ich einen ausgedehnten Spaziergang durch die beiden Stadtviertel Otroyo und Amon machen – beide mit vielen alten Gebäuden, eine Art ‚French Quarter‘ hier! Ich lasse mich einfach treiben und sehe dadurch viele, viele schöne, aber auch viele ziemlich abgeratzte alte Häuser!


Zwischendurch werde ich Fast-Augenzeuge eines Unfalls – ich höre nur einen dumpfen Schlag und weiß sofort, das war irgendwas Mensch gegen Auto! Tatsächlich, als ich mich umdrehe, sehe ich einen Mopedfahrer am Boden liegen und ein Auto mit total eingebeulter Seite ein Stück daneben! Der Fahrer des Autos stürzt gerade aus seinem Wagen und versucht, mit dem Opfer zu sprechen, aber das scheint erstmal erfolglos zu sein. Der Verkehr drumherum geht übrigens ungehindert weiter – weder Autos noch Busse bleiben stehen!!! Verkehrsunfälle scheinen hier so alltäglich zu sein, daß sich niemand sonderlich dafür interessiert! Inzwischen sitzt das Unfallopfer und spricht mit dem Autofahrer, der gerade telefoniert – na hoffentlich ist das nochmal glimpflich abgegangen! Aber speziell die Moped- und Motorradfahrer sind hier auch wie Selbstmörder unterwegs…

Der Himmel bezieht sich mehr und mehr und ich fürchte, der nächste Regenguß wird nicht nur kurz sein! Also auf dem kürzesten Weg zurück zum Busbahnhof! Mir wurde zwar aufgeschrieben, wie ich mit dem Taxi auch nach Hause kommen könnte, aber die rund 20$ kann ich mir auch sparen!
Die Adress-Angaben hier in San Josè sind etwas ganz spezielles! Es gibt, außer im unmittelbaren Zentrum, nämlich keine Straßennamen! Die Post muß auf der Post abgeholt werden und ansonsten sehen „Adressen“ dann z.B. so aus:
‚Den Weg zum ….(irgendeinem bemerkenswerten Gebäude o.ä.) nehmen, dann zum Wohnviertel … fahren. Nach der … (Sicherheitskontrolle, Kirche, Platz etc.) bis … (soundsovielte Kreuzung, Kreisverkehr, Brücke etc.), dann die …. (2., 3., 4. etc.) Abzweigung nach (rechts oder links), dann etwa …. Meter bis zum (gelben, grünen,roten etc.) Haus (rechts oder links), danach am (links/rechts liegenden) freien Platz vorbei noch etwa 15 Meter bis zum Haus auf der (linken/rechten) Seite (mit dem Holzbalkon, dem Türmchen, der bunt gestrichenen Garageneinfahrt etc.).
So ähnlich war übrigens die Beschreibung für den Taxifahrer für meine mögliche Heimfahrt – und für den wäre das völlig normal gewesen:-)!

Ich komme genau rechtzeitig am Busbahnhof an, ehe sich der Himmel öffnet! Jetzt ist es wirklich kein Schauer, sondern ein richtiger Wolkenbruch mit Blitz und Donner! Gott sei Dank sind die Wege hier, wo sich die Schlangen vor den Bussen bilden, überdacht… Die Busbahnhöfe sind immer nach Richtungen unterteilt. Hier fahren jetzt z.B. alle Busse ab, die nach Alajuela fahren – an dieser Strecke liegt Cariari, das Stadtviertel, in dem Arturo mit seiner Frau wohnt. Ich hatte kurz bei ihnen angerufen und Bescheid gesagt, daß ich mit dem Bus kommen werde (oh Gott, oh Gott!) – sie werden mich bei dem Einkaufszentrum abholen, wo der Bus direkt hält!
Als ich lange genug angestanden habe und endlich am Buseingang mein Ziel nennen kann, stellt sich heraus, daß das der falsche Bus ist – das ist ein Expressbus, der nirgendwo unterwegs hält. Ich werde von mindestens 5 Leuten und dem Fahrer mit viel Gestikulieren an den ersten Bus in der langen Reihe verwiesen, einer der Fahrgäste läuft sogar noch schnell mit mir mit und ruft dem Busfahrer mein Fahrziel zu (und hechtet wieder zurück zu seinem Bus!), an dem nur eine ganz kurze Schlange ansteht :-)! Ich hab mich natürlich als guter Gast, an das hinterste Ende der langen Schlange gestellt und garnicht mitbekommen, daß die roten Busse alle unterschiedlich besetzt werden!
Aber der Bus fährt los, gleich nachdem ich eingestiegen bin, und ich bekomme von meinem Sitznachbarn sofort gesagt, daß er auch an der Mall aussteigen muß und daß er mir rechtzeitig Bescheid sagen wird! Es sind wirklich überall auf meiner Reise immer so nette Leute unterwegs!
Während der Fahrt kann man draußen überhaupt nichts erkennen – erst regnet es wie aus Kübeln und als es aufhört, beschlagen die Busfenster (von außen!!!). Aber es wird sowieso schon dunkel (das passiert hier immer ganz fix gegen 18h und morgen gegen 6h wird es genau so schnell wieder hell!) und es wäre nichts mehr weiter zu erkennen. An der Mall angekommen, nimmt mich mein Mitfahrer quasi an der Hand und zeigt mir noch den Weg von der Straße zur Mall (über kleine Treppchen durch das hüfthohe Gras…)! Ich lande vor McDonalds und rufe schnell an, daß ich hier warten werde und kaum 5 Minuten später tauchen meine ‚Abholer‘ (incl. Hund, der fast aus dem Fenster springt vor Begeisterung!) auch schon auf. Arturo zeigt mir noch schnell den nächsten ATM, damit ich mir für die kommenden Tage ein wenig Geld holen kann – selbst dieser Automat ‚fragt‘ mich, ob ich ‚Colones‘ oder ‚Dollares‘ haben möchte, es ist nicht zu glauben!

Danach sind wir schnell daheim, wo schon ein „Huhn“ (also ein richtig großes) im Grill rotiert! Arturo macht noch eine Art Bratkartoffeln mit Tomaten(irgendwas)-Sauce vermischt und einen kleinen Salat dazu – so köstliches Grillhühnchen habe ich lange nicht gegessen! Zwischenzeitlich habe ich eine Maschine Wäsche gefüllt (die Maschinen waschen hier auch nur im ‚Schnelldurchgang‘ wie in den USA), nach dem Essen werfe ich das alles schnell in den Trockner!

Später kommen noch Freund der Familie – Nere will sich beraten lassen, welches Kleid sie am Besten zu der Hochzeit am Wochenende tragen soll! Ich ziehe mich jedoch bald zurück, denn ich habe noch mein Gepäck zu packen.

6 Antworten zu Costa Rica – Besuch bei Freunden

  1. Sohn #1 schreibt:

    ich sags ja, CO ist die letzte drecks-airline… kein wunder, daß die sich mit united zusammen getan haben, ich kann mir nicht vorstellen, daß die alleine bei dem angebotenen NULL-service noch lange bestand gehabt hätten… und das in USA, quasi unvorstellbar…

  2. christine (pfalz) schreibt:

    Hi Christine..

    Du sagtest: Plan Deine Nächte Reise..
    Und jetzt bin ich im Finale bei bigFM. Eine von 5 Finalisten die eine Weltreise für 1 Jahr gewinnen können..
    Das ist der Hammer!!

    Nun brauche ich Unterstützung..
    Ab Mittwoch ( den 27.7 ) kann man bei
    http://www.bigfm.de/views/on-air/specials/major-around-the-world.html voten.
    Der Teilnehmer der nach 2 Tagen die meisten Stimmer bekommt, fliegt 1 Jahr um die Welt..

    Du hast bestimmt viel um die Ohren. Trotzdem wollte ich Dich fragen, ob Du mich unterstützen könntest. Du kennst doch so viele Leute..

    Ihr mal der Link zu meinem Video:

    Bist Du wieder zuhause?

    Liebe Grüsse

    Christine aus der Pfalz

    • grannyontour schreibt:

      Ja klar – ich werde Dich unterstützen! Ich hoffe, alle Leser meines Blogs machen das auch!!! Ich würde mich mehr als riesig freuen für Dich!
      Nein, ich bin noch nicht zu Hause – habe noch 2 Monate! Am 23.9. geht voraussichtlich mein Flieger Richtung München!
      Viel Erfolg für Dich!!!

      • christine (pfalz) schreibt:

        Hi Christine..
        Danke für Deine Nachricht bei youtube!
        Heute fällt die Entscheidung.
        Bin total nervös.
        Wenn ich gewinne, würde ich mich gerne mit Dir treffen.
        Spätestens 1.9 geht die Reise für den Gewinner los..

        Lg
        Christine

  3. christine (pfalz) schreibt:

    Ich kann es kaum abwarten!!
    Danke für deine hilfe!

  4. christine (pfalz) schreibt:

    Hallo Christine..
    Leider hat es nicht gereicht für mich. Ich bin nur 2ter geworden..
    Wünsche dir noch viel Spaß!!

    Gruß
    Christine

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