Von Lindequist Gate zum Andersson Gate – einmal quer durch den Etosha National Park!

5.8.2010 Der Etosha Nationalpark ist wirklich ein ganz besonderes Erlebnis! Es fing mehr als überraschend an! Nach dem Schließen des Tors aus der Lodge heraus, gerade wieder im Auto, galoppierte plötzlich eine ganze Herde Giraffen direkt vor mir über die Straße! Völlig überraschend und auch ein wenig erschreckend und ein Beweis für die Reichhaltigkeit des Tierbestandes hier – und ich war ja noch nicht einmal im Nationalpark… An einer Tor-Einfahrt wird man mit Autokennzeichen und Tageszeit registriert und belehrt: Daß man auf keinen Fall sein Auto verlassen darf, dass bei Annäherung von Raubtieren auch die Fenster geschlossen werden müssen, dass im Falle eines Autoschadens im Auto gewartet werden muß, bis Hilfe kommt etc. etc. Hört sich alles ziemlich aufregend an! Das alte (deutsche) Namutomi Fort ist der offizielle Eingang – ein kurzer Rundgang in Begleitung einiger Meerkatzen, die sich dort überall tummeln, Einkauf von Wasservorräten und einer CD mit afrikanischer Musik als authentische Untermalung einer Tagesfahrt durch den Park nahmen nur wenig Zeit in Anspruch! Ich wollte endlich zu den Tieren! Bei den vielfältigen Wasserlöchern war es schwierig zu entscheiden, welche angefahren werden sollten. Alle sind während eines Tages einfach nicht möglich – zumal die Hauptstraße, eine einigermaßen gepflegte gravel pad, allein schon 140 km lang ist. Die Zufahrten zu den Wasserlöchern sind darüber hinaus teils nur mit sehr geringer Geschwindigkeit möglich! Die erste Entscheidung jedoch war schon mal goldrichtig: Gemsbok, Zebras, Gnus, Giraffen, Springbok in großer Anzahl. Stundenlang könnte man dort stehen bleiben und den diversen Kämpfen und Spielereien zuschauen! Auch bei der Weiterfahrt auf der Hauptstraße kreuzen immer wieder große Gnu-, Zebra- und Springbok-Herden den Weg! Manchmal blieben sie auch seelenruhig stehen und ließen sich auch nicht von Hupen beeindrucken! Überall auf den Büschen und Bäumchen und im Gras waren unterschiedliche Vögel zu sehen, am Straßenrand wieder und wieder neugierige Erdmännchen, die sich in Positur warfen wie Fotomodelle! Auch ein einzelner Elefant lief mir über den Weg, aber bislang keine Rhinos!
Auf meiner Karte entdeckte ich jedoch den ‚Rhino Drive’, dort waren sie offenbar zu finden! Also kurz entschlossen dort eingebogen, das erwies sich im Nachhinein jedoch als Fehler! Ein Weg, der immer schlechter wurde (tiefe, inzwischen steinharte Reifenspuren im vormaligen Schlamm und ebensolche Schlaglöcher. Links und rechts die Böschung teilweise steil ansteigend bzw. auch durch tiefe Löcher gekennzeichnet – ein Umdrehen war nur schwer möglich! Ich wusste, ich hatte ungefähr 8 km so zu fahren und mir brach der kalte Schweiß aus ob der Möglichkeit eines Achsenbruches oder einer Reifenpanne (Mobilfunknetz war natürlich keins vorhanden!). Die Vorstellung, stehen bleiben zu müssen, im Auto zu sitzen und dann plötzlich einem der riesigen Tiere im Weg zu stehen, war grausig! Würde das dann um mich herum wandern oder meine kleines Auto als willkommenes Spielzeug betrachten? Mit solchen Gedanken hatte ich natürlich überhaupt keinen Blick fürs umgebende Unterholz, vielleicht waren da sogar Rhinos zu sehen? Ich stierte nur auf die Straße und schlich vorsichtig dahin und freute mich wie ein Schneekönig, als eine Wegmarke mit ‚Halali 3 km’ kam! Die schaffte ich dann auch noch und fuhr ziemlich erleichtert, aber total verschwitzt in das Camp ein, übrigens das einzige, das sich innerhalb des Parks befindet!
Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann ohne weitere Experimente weiter, ich blieb schön auf der Hauptstrecke, was jedoch auch mehr als kurzweilig war! Tiere en masse, immer wieder stehen bleiben und schauen – ehe ich mich versah, war es höchste Zeit für das Verlassen des Camps, Sunset ist die deadline! Ankunft im Etosha Bush Camp gerade noch kurz vor dem Dunkelwerden! Habe wieder ein kleines Häuschen! Allerdings ein Einzelzimmer bestellt und 4 Betten bekommen!!! Trotzdem ist es ganz gemütlich und vor allem ziemlich witzig mit vielen liebevollen Details! Abendessen im Innenhof des Restaurants unter freiem Himmel! Sommer ist einfach schön!

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