Zurück in Perth

2.10.2010
Heute heißt es nun leider schon Abschied nehmen von dem herrlichen Landstrich und vor allem der Familie Stam. Das Wetter draußen ist auch ein wenig ‚traurig’ – dichter Nebel umgibt das Haus, als wir aufstehen. Heute ist schon ungewöhnlich früh ziemliche Unruhe im Haus – die Kinder dürfen heute alle mit aufs Whale Watching Boot. Also schnell alle ins Bad und gefrühstückt, noch fix ein Abschiedsfoto von uns allen gemacht

und dann sind die Mädchen, zusammen mit Anke, schon ausgeflogen. Natürlich nicht ohne sich gebührend von mir verabschiedet zu haben! Als ich danach ins Bad gehe und meine Sachen aus dem Zimmer hole, finde ich noch einen ganz lieben Abschiedsbrief von meiner „Gastgeberin“ Rebecka!
Ich mache mich dann ganz in Ruhe fertig, packe meine Sachen zusammen und schaue noch mal schnell nach Mails. Zwischendurch kommt Toby immer mal zu mir, um ein Stückchen Brot zu erbetteln. Der Kleine fängt gerade an zu sprechen und „pleeeeeease“ kann er schon prima sagen :-)! Das wirkt natürlich auch entsprechend bei dem kleinen Charmeur! Auch ‚bye’ gehört schon zu seinem Wortschatz – immer sofort mit heftigem Winken verbunden!

Um kurz nach 10h machen wir uns dann auf den Weg – Max und Toby bringen mich zum Bus. Aber trotz Aufforderung von Max will Toby das ‚bye’ nicht über die Lippen – er fängt sogar ein wenig an zu weinen. Als ob er wüsste, dass er mich erstmal eine ganze Weile nicht mehr sehen wird. Aber da ich sowieso einsteigen und mein Gepäck noch verstauen muß, geht Max mit ihm zum Auto zurück und fährt gleich wieder los.
Der Bus fährt pünktlich ab. In Albany hatte es zwar ein wenig aufgeklart, aber unterwegs kamen wir in ein paar heftige Regengüsse! Dort, wo alles sowieso schön satt grün war, regnete es auch noch reichlich! Je weiter wir nach Norden kamen, desto gelber wurde das Land an der Straße entlang. Und die letzten Kilometer vor Perth sah man deutlich, dass hier dringend Regen nötig wäre! In der einen Woche, seitdem ich hier weggefahren war, ist alles gelb und braun geworden, kein Schimmer mehr von den farbenprächtigen Blumen! Es ist dieses Jahr aber wohl besonders arg, weil es auch im Winter viel zu wenig geregnet hat. Es ist wirklich ein Jammer!
Der Bus fährt nicht bis zum Hauptbahnhof von Perth sondern endet schon in ‚East Perth’. Mit meinem ganzen Gepäck will ich jedoch nicht mit dem Vorortzug weiterfahren. Ich wollte sowieso vom Hauptbahnhof mit dem Taxi in das Hostel fahren, also mache ich das gleich von hier – das Ziel liegt auf halber Strecke! Es gibt eine Super-Einrichtung im Bahnhof hier: Ein kostenloses Telefon, das direkt mit der Taxizentrale verbindet. Wenn also kein Taxi vor dem Bahnhof steht (was heute am Samstag Nachmittag der Fall war), wird bei Anruf sofort eins geschickt. So war ich dann schnell im ‚Governor Robinson Backpacker Hostel’, wo ich mich für die nächsten 3 Nächte einquartiert habe. Ein wirklich hübsches kleines Häuschen – wenn im Zimmer noch ein Bad wäre, wäre es eher wie ein gemütliches B&B und nicht wie eine Backpacker-Unterkunft!
Hier ist schon reger Betrieb – ich habe aber einen ‚private room’ weit weg von Küche und Lounge und dort ist es schön ruhig.
Ich mache noch einen kurzen Spaziergang rund ums Hostel. Ich bin hier in Northbridge, einem der derzeit gerade angesagten Viertel – ein bisschen, wie bei uns in München das Westend. Viel chinesische, vietnamesische und indische Läden und kleine Restaurants, dazwischen einige zu trendy Lofts umgebaute ehemalige Fabrik- oder Lagerhallen, Oeko-Restaurants und Cafés und viele, viele junge Leute. Eine ziemlich angenehme Mischung! In einem italienischen ‚Convenient Store’, der auch heute am Samstag bis tief in die Nacht auf hat, kaufe ich noch Obst, Salat und ein Stück Lasagne, das ich mir im Hostel in der Microwave warm machen werde, vor allem aber ein paar Flaschen Wasser ein. Das Wasser hier kann man zwar bedenkenlos auch vom Wasserhahn trinken, aber es schmeckt meist sehr nach Chlor oder anderen Zusätzen…
Zurück setze ich mich an den Hostel-PC – leider gibt es hier kein WiFi und auch keine Möglichkeit, meinen Laptop anzuschließen – und versuche, eine Auto für die Reise in den Norden anzumieten. Aber ich habe kein Glück – Oneway-Anmietungen sind einfach nicht möglich. Ich wollte mir den langen weg zurück aus Broome ersparen und von dort einen der billigen Inlandsflüge nach Perth nehmen. Also muß ich heute abend noch mal an die Planung gehen. Die sehr freundliche Dame am Empfang rät mir, morgen in ein in der Nähe befindliches Café zu gehen – die hätten kostenloses WiFi und ein besonders leckeres Frühstück! Na, das ist doch mal eine tolle Idee – ein schönes Sonntagsfrühstück und endlich auch mal wieder meinen Blog füttern!
Ich mach mir schnell meinen Salat fertig und meine Lasagne warm und setze mich zum Essen an den großen Tisch. Ich werde erst etwas ungläubig von den Umsitzenden gemustert, aber dann fallen alle wieder in ihre Unterhaltung zurück. Vor allem ein offensichtlich Deutscher führt hier das große Wort – einer von der eher unangenehmen Sorte, die ständig alle anderen übertönen muß! Das animiert mich nicht gerade zum Sitzenbleiben und ich verschwinde schnell in mein gemütliches Zimmerchen!

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