Nachtrag

Im Juli 2013

Nun ist es ziemlich auf den Tag genau 3 Jahre her, seit ich zu meinem großen Abenteuer aufgebrochen bin! Diese tolle Reise, die Erfüllung meines größten Traums, beschäftigt mich bis heute an jedem Tag!

Was für eine Bereicherung diese Reise war – und wie relativ preiswert ich sie durchführen konnte! Wie ich geplant hatte, konnte ich mit meiner monatlichen Rente die Bedürfnisse des täglichen Lebens während des Unterwegsseins bezahlen!
Von meinem Sparguthaben wurden nur die ‚Extras‘ während dieser Reise bezahlt. Was das in den besuchten Ländern alles war, seht Ihr hier in der Aufstellung.
Namibia: Leihwagen für 4 Wochen, ‚Desert-Express‘ von Swakopmund nach Windhoek und Ballonflug über der Namib
Sansibar: nichts
Singapur: Flugtickets nach Bali und Hongkong, ‚Grundausstattung mit ‚Hochsommer-Kleidung‘ für die Tropen und Australien
Bali: Nichts
Hongkong: Neuer Fotoapparat, weil mein bisheriger beim Schnorcheln ‚ertrunken‘ ist
Singapur: Nochmal neuer Fotoappart, weil der aus Hongkong nicht meinen Ansprüchen entsprach 😉
Australien: Leihwagen durch West Australia, Schnorcheltour am Ningaloo Reef, Zugfahrt mit dem ‚Indian Pacific‘ quer durch den Kontinent, Leihwagen Sydney-Adelaide, 3 Tage Aufenthalt in einem kleinen ‚cottage‘, Zugfahrt mit dem ‚Ghan‘, geführter 3-Tages-Trip zum Uluru und ins Outback, Helicopter-Flug über dem Kings Canyon, Leihwagen von Alice Springs zurück nach Adelaide, Flug nach Sydney
New Zealand: Leihwagen für zwei Wochen, 1-tägiger Segeltörn auf einer Americas Cup Yacht
Rarotonga/Cook Islands: Nichts
Kalifornien: Rundflug-Ticket für Süd-Amerika, Grundausstattung Trekking-Kleidung für herbstliches Patagonien
Argentinien: 3 Wochen Sprachkurs, Flug nach Patagonien und zurück, Leihwagen in Patagonien, sehr teure (aber wunderschöne) Übernachtung in einer echten ‚estancia‘ in Patagonien, geführter 3-Tages-Trip per „4VW-Bus“ auf den Spuren des Tren a las Nubes, 1-Tages-Ausflug mit dem ‚Tren a las nubes‘, geführter 3-Tages-Trip durch die Schluchten, Hochebenen und Weinanbaugebiete der Provinzen Salta und Jujuy
Bolivien: geführter 5-Tages-Trip in den Dschungel, geführter 1-Tages-Trip nach Tiahuanaco, Ersatzfotoapparat nach Diebstahl
Peru: Von Cuzco nach Puno im ‚Andean Express‘, Flug nach Chiclayo und Tour zu den Moche-Pyramiden
Mexico: 3 Tage „Urlaub im Luxushotel“ 😉
Zwischenaufenthalt Südstaaten USA: Leihwagen und Ticket nach Costa Rica
Costa Rica: Rafting-Tour, zwei geführte Touren durch den Regenwald
Kalifornien: Zugfahrt von Oceanside nach San Francisco, Grundausstattung Kleidung für ‚Spätsommer in der Nordhälfte des amerikanischen Kontinents‘, Leihwagen für 4 Wochen an der Küste entlang Richtung Norden
Oregon: Nichts
Washington: Flug nach Alaska
Alaska: Ticket für den ‚Alaska-Marine-Highway‘ nach Vancouver
Kanada: Hotel in Vancouver (weil ich -ein einziges Mal während der gesamten Reise- von einer Couchsurferin versetzt wurde, Leihwagen nach Whistler, Ticket für den ‚Canadian‘ nach Montreal, 3 Tage Leihwagen nach Quebec, Zugfahrt nach NYC
NYC: Unterkunft für 5 Tage und ’notwendiger‘ Einkauf im Outlet Center, überaus vergünstigten Rückflug (250€) nach Deutschland in ’standesgemäßer‘;-) Business Class

Das Around-the-World-Ticket hatte ich vorher gebucht und ist im gesamten „Extra-Haushalt“ enthalten!

Insgesamt waren das alles in allem knapp 20.000€ für diese Extras – ohne die ich diese Reise in weiten Teilen auch hätte machen können, aber nicht soviel gesehen hätte. Teilweise, weil ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln deutlich länger unterwegs gewesen wäre, teilweise weil ich öffentlich zu vielen Plätzen hätte nicht kommen können! Die speziellen Zugfahrten waren jedoch ein absolutes Muss für mich als bekennende Zugliebhaberin, sie waren ja auch ein nicht unwichtiger Grund für die Idee zu dieser Reise! Die Fahrt mit der Fähre von Alaska zurück in den Süden war etwa gleich teuer als der Flug – zeitaufwändiger zwar, aber natürlich viel schöner!!!
Die Ausgaben für Kleidung sind durch die verschiedenen Klimazonen bedingt gewesen, durch die ich mich bewegt habe – und das sehr limitierte Fassungsvermögen meines kleinen Köfferchens!
Die Fotoapparate mußten natürlich nach Verlust sofort ersetzt werden – wie hätte ich Euch an meinen Abenteuern sonst teilhaben lassen können 🙂
Alles andere war der pure Luxus, nach dem Motto „wenn ich schon mal hier bin…“ – wobei ich keine dieser ‚Extra-Ausgaben‘ bereut habe! Das Erlebnis meines ersten Ballonfluges und der auch noch über der Namib-Wüste oder auch ersten Helicopterfluges über dem beeindruckenden Kings Canyon mitten in Australien, die geführten Touren durch den Dschungel, durchs Outback, durch und zu historischen Stätten – was für eine Fülle von Erlebnissen und Informationen, die ich um nichts in der Welt missen möchte!

Was ich mir nicht geleistet habe, war die Schiffsreise durch die Magellanstraße oder eine Kreuzfahrt in die Antarktis. Beides wäre zwar vor Ort um Welten günstiger zu haben gewesen als von Deutschland aus – das hätte jedoch sogar mein ‚Extra-Budget‘ gesprengt 🙂

Die Gesamtkosten für so eine Reise verringern sich natürlich sofort deutlich, wenn man zu zweit unterwegs ist – Automieten kann man sich teilen, Übernachtungen in Hostels/Hotels kosten i.d.R. für zwei ebensoviel für für eine Person etc.

Daß die Reise ansonsten mit meinem festen Budget von etwa 1100€/Monat möglich war, ging nur, weil ich sehr häufig Couchsurfing und SERVAS nutzen konnte. Gerade in den teuren Reiseländern Australien und Nordamerika konnte ich so enorm viel Geld sparen – und habe über diese Länder soviel mehr erfahren, als bei Übernachtungen in Hotels oder Hostels. In Asien und Süd-Amerika waren die Hotels und vor allem die Hostels so günstig, daß auch das mein Budget nicht übermäßig belastet hat! Ein ganz wunderbarer Nebeneffekt war die dadurch mehr als deutliche Verbesserung meiner Englisch-Sprachkenntnisse :-)!
Die Verköstigung war günstig, weil ich mehrheitlich die üblichen Geschäfte/Märkte genutzt habe, mich mittags meist mit einem Picknick begnügt und abends sehr oft selbst gekocht habe. Für die erhaltenen Mahlzeiten von meinen Gastgebern habe ich mich mit selbst gekochten -deutschen- Mahlzeiten revanchiert, hin und wieder auch mit Wein, besonders begehrten Süßigkeiten, Konzertkarten, Büchern etc. etc. etc. – das hat aber in der Summe nicht mehr oder auch weniger ausgemacht, als wenn ich für mich selbst gesorgt hätte.
Kosten für Wäsche etc. konnte ich extrem niedrig halten – ich hatte nur wenig dabei und mußte deswegen sowieso das Nötigste täglich im Waschbecken rauswaschen! Das kostet nichts!

Seit etwas mehr als 1 1/2 Jahren habe ich nun wieder eine eigene Wohnung. Ein kleines ‚Nest‘ unter dem dem Dach, wie ich es mir immer vorgestellt hatte! Gemütlich, (sehr) überschaubar, mit netten Nachbarn in einer wunderbaren Gegend mit viel Grün einerseits und Nähe zur Stadt andererseits! Gerade habe ich noch einen winzigen Balkon angebaut bekommen, kann also die Natur jetzt unmittelbar genießen!

Der Flur mit Blick auf mein kleines 'Büro'

Der Flur mit Blick auf mein kleines ‚Büro‘

Das für mich riesige Bad

Das für mich riesige Bad


Meine Küche

Meine Küche

Das Schlafzimmer

Das Schlafzimmer


Mein Wohnzimmer

Mein Wohnzimmer

Sommer bei mir!

Sommer bei mir!


Noch nur ein großes Fenster...

Noch nur ein großes Fenster…


...seit zwei Wochen aber ein winziger Balkon!

…seit zwei Wochen aber ein winziger Balkon!

Meine kleine Enkeltochter Anna hat inzwischen noch das Schwesterchen Svenja bekommen, die jetzt bereits auch laufen kann und zu sprechen anfängt. Beide Kinder machen mir viel Spaß und ich versuche, möglichst viel Zeit mit ihnen zu verbringen und ihnen beim ‚Großwerden‘ zuzusehen! Es ist jetzt etwas ganz anderes, als bei meinen beiden älteren Enkeltöchtern Laura und Rebecca, die ich ja nur mal alle paar Wochen gesehen habe, weil ich damals noch sehr in den Beruf eingebunden war! Und natürlich nochmal ganz anders zu der Zeit mit meinen eigenen Buben – aus der Distanz kann man offenbar genauer hinschauen, wie so eine Entwicklung vor sich geht, als wenn man direkt beteiligt ist!

Anna

Anna

Svenja

Svenja


Privater "Pool" auf dem Balkon

Privater „Pool“ auf dem Balkon

Inzwischen arbeite ich auch wieder ein wenig nebenbei. Zwei kleine Jobs an zwei Tagen pro Woche, halten meinen Geist wach und erhöhen mein doch sehr geringes Einkommen etwas. Geld, das ich für meine Enkelinnen ausgeben kann, aber auch für die eine oder andere kleinere Reise!

Denn das Fernweh ist nicht weniger geworden seit meiner Weltreise – im Gegenteil! Eine große Sehnsucht trage ich mit mir herum, daß es irgendwann nochmal sowas geben soll, muß! Vielleicht nicht in dem Ausmaß, obwohl es noch genügend Länder gäbe, die ich gern ausgiebig erkunden möchte, aber als ähnliche Abenteuer- und Entdeckungsreise!

Alle noch braunen Erdteile, Länder oder Teile von Ländern warten noch auf meine Entdeckung...:-)

Alle noch braunen Erdteile, Länder oder Teile von Ländern warten noch auf meine Entdeckung…

In diesem Jahr habe ich das schon mal im Kleinen mit einer Reise durch das weitgehend unbekannte Bulgarien umgesetzt http://www.christinesbulgarien.wordpress.com. Auch das wieder eine unvergeßliche Reise mit netten Begegnungen, auch mit neuen Couchsurfing-Freunden!

Im letzten Jahr hatte ich wieder einen Auftrag für eine geführte Tour durch mein Lieblingsland Oman – wie schön, alle die alten Bekannten wieder einmal zu sehen und die gewohnten Wege zu befahren. Leider verändert sich dieses wunderbare Ziel in Windeseile! Zahllose neue Straßen durchziehen das Land – das Abenteuer der Fahrten über unbefestigte Pfade, durch wilde Wadis und an schwindelerregenden Abgründen entlang wird so bald nicht mehr möglich sein!

Auch in meine ‚zweite Heimat‘ Italien bin ich im letzten und diesem Jahr mehrfach gefahren. Auch hier stand oft das Wiedersehen mit alten Freunden im Vordergrund, aber auch einfach das ‚dolce vita‘ genießen!

Leider konnte ich meinen Wunsch, aus dieser Reise ein Buch werden zu lassen, nicht erfüllen! Ich hätte damit so gern anderen Menschen, vor allem in meinem Alter oder alleinreisenden Frauen, Mut gemacht für eine solche oder ähnliche Unternehmung! Es ist garnicht schwer, auch für Menschen im letzten Lebensdrittel, allein und der Nase nach durch alle möglichen Länder zu reisen – und gefährlich war es auch nicht! Die Bücher, die über das Thema Reisen an sich oder speziell Weltreisen auf dem Markt sind, sind von jungen Leuten oder über extreme Formen des Reisens! Wie sollten sich da ältere Leute angesprochen fühlen, ihnen Mut gemacht werden, ihrer vielleicht vorhandenen Neugier auf eine ganz andere Art des Reisens frohen Mutes zu folgen?

Einige von den Freunden, die ich während meines World Trips kennen gelernt habe, waren inzwischen auch schon hier in München meine Gäste – so konnte ich die Zeit in Australien, Singapur, Rarotonga und Argentinien wieder aus erster Hand ‚wiederauferstehen‘ lassen! Auch für Couchsurfer aus anderen Ländern ist in meiner winzigen Wohnung Platz – Russland, Venezuela, Indien, Iran, Kuwait und Italien waren bereits hier zu Gast! Der „Nachteil“ ist, daß dadurch natürlich mein Fernweh immer wieder aufs Neue ‚befeuert‘ wird! Ich hoffe auf meine Schwiegertochter, die nach der Kinderpause inzwischen wieder als Flugbegleiterin arbeitet – mit ihr wären die notwendigen Flüge erschwinglich! Und ich hoffe, daß ich weiter gesund und unternehmungslustig bleibe, damit ich meinen Sehnsüchten nachgeben kann! Wenn dem so ist – Ihr werdet wieder von mir hören 🙂

5 Antworten zu Nachtrag

  1. Maria Aichinger schreibt:

    Hallo Christine!
    Welch eine Freude wieder Neuigkeiten von dir zu lesen. Vor allem freut es mich, dass es dir gut geht und dass du dich in deiner hübschen Wohnung so wohl fühlst. Ich bin schon neugierig auf Christines Bulgarien! Alles alles Liebe und Gute von Maria

  2. das ist ja total interessant!! Ich komme wieder und lese mich durch :
    Viele Grüße!

  3. x schreibt:

    Sehr geehrte Autorin,

    wie hoch wäre die Summe, die Sie beisteuern müßten, damit ein (namhafter) Verlag Ihre Erfahrungen mit Ihnen Zusammen in einem Buch publiziert?

    Nur eine Idee….

    • grannyontour schreibt:

      Danke für Ihre Nachricht! Bei namhaften Verlagen kann man nichts beisteuern – die nehmen ein Manuskript an oder nicht. Selbst zahlen könnte ich bei Book on Demand oder Ähnlichem, aber da wäre soviel mehr zu beachten neben dem Bezahlen. Für dieses Geld mache ich vielleicht lieber noch einmal eine schöne Reise :-)! Aber danke für Ihre Überlegungen!

  4. Diana schreibt:

    Liebe Christine,
    durch Zufall bin ich auf Ihren blog gestoßen und absolut begeistert. Wäre es möglich mit Ihnen über e-mail in Kontakt zu treten?
    Liebe Grüße, Diana und Familie

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