Vancouver – Traumstadt im Norden mit mediterranem Flair!

Samstag, 27.August 2011

Der Wecker (oder besser das Telefon) klingelte um 5.30h! Viel zu früh – ich habe nicht besonders gut geschlafen! Aber „wat mutt dat mutt“ und überdies ist es genau richtig für einen grandiosen Sonnenaufgang vor meinem Bullauge! Ich kann mich garnicht vom Fenster trennen – überdies kommt dann in einer der kleinen Küstenstädtchen, die wir passieeren, auch noch eine Straße in sicht, dier der Lombard Street in San Francisco locker Konkurrenz machen könnte!
Auf dem Weg zum Frühstück gegen 6h stelle ich dann fest, dass es wirklich viel zu früh ist – in der Nacht wurde die Uhr wieder mal umgestellt und es ist jetzt erst 5h :-(! Also wieder zurück in meine Kabine und noch ein wenig hinlegen (mein Gepäck steht schon fix und fertig gepackt bereit!)

Das Frühstück fällt heute sehr ‚schmal’ aus – die Küche ist nur auf ein bisschen Notbetrieb ausgerichtet. Aber wenn alle Gäste in einem Zeitrahmen von 1 ½ h frühstücken wollen/müssen, kann natürlich nicht die Auswahl geboten werden, wie an den anderen Tagen – da war ja Zeit von 6.30h bis 11h!
Wir legen kurz nach 7h im Hafen von Bellingham/Washington State an und können pünktlich kurz vor 8h das Schiff verlassen! Der Zug-Bahnhof liegt genau gegenüber dem Fähr-Bahnhof, so bleibt mir hier ein längerer Fußmarsch erspart. Es geht auch um 9.45h h schon ein Zug nach Vancouver, für den es noch Plätze gibt. Also kurzerhand gebucht und dann setze ich mich noch in das kleine gemütliche Bahnhofscafé für einen richtigen Kaffee!


Eine lange Zeit fährt der Zug direkt am Meer entlang – ein kleines Ferienstädtchen nach dem nächsten wird durchquert!





Dann fahren wir über die Grenze nach Kanada – das ist aber hier im Zug überhaupt nicht merkbar. Wir halten zwar an einem kleinen Zollhäuschen eine ganze Weile an, es steigt aber niemand von dort in den Zug ein!

Jetzt kommen auch schon die Ausläufer von Vancouver in Sicht! Besonders auffällig sind die vielen Brücken hier – über- und nebeneinander führen Eisen/U-Bahn-, Straßen und Fußgängerbrücken über Flüsse, Fjorde und Meeresbuchten!
Jetzt ist auch immer wieder schon ein Blick auf die Skyline von Vancouver möglich und nach etwa 2h Fahrzeit fahren wir in den Hauptbahnhof ein!
Hier dürfen wir jedoch nicht aussteigen, sondern müssen warten, bis alles Gepäck ausgeladen und an einem Zaun entlang aufgestellt wird. Einige Leute sind ungeduldig – aber es gibt kein Pardon, die Türen werden einfach nicht geöffnet! Ich sehe meinen kleinen Koffer schon draußen stehen (ist ja auch nicht zu verfehlen!), aber zu ihm darf ich noch nicht! Hier ist nämlich jetzt die Zollkontrolle und Immigration und es wird Wagen für Wagen ‚geleert’, damit sich nicht zu lange Schlangen bilden! Das finde ich nicht verkehrt – denn hier bequem sitzen können hat schon was gegenüber stundenlang in einer Schlange stehen müssen (und es scheint draußen ziemlich heiß zu sein!).

Wir sind der vorletzte Wagen, aber endlich werden auch wir ‚frei gelassen’, können uns unser Gepäck schnappen und an den Beamten vorbei marschieren! Ich habe geräucherten Lachs und Marmelade von Jim dabei und gebe das auch an – aber das ist kein Problem! Nur roh sind Fleisch, Fisch und Eier verboten, aber vor allem nach Samen und Pflanzenteilen wird gefragt. Ich habe nichts dergleichen, bin schnell durch die Kontrolle und stehe auch schon in der wunderschönen Bahnhofshalle von Vancouver!
Ich werde hier wieder bei Couchsurfern übernachten! Die ersten drei Nächte bei einer allein stehenden Frau und die restliche Zeit dann bei einem schwulen Ehepaar. Eigentlich waren die für die ganze Zeit geplant gewesen. Sie haben jedoch einen Bauernhof, der etwa 3 Stunden von Vancouver entfernt liegt. Dort sind sie jetzt während der Erntezeit immer von Freitag bis Montagabend. Aber ich habe mit der Frau ein paar Mal hin und her gemailt, das letzte Mal kurz vor meiner Abreise mit der Fähre! Dabei hat sie mir mitgeteilt, dass ich erst nach 17h bei ihr ankommen soll – ihr Vater hat Geburtstag und sie wird den Tag mit ihm verbringen! Ich stelle also mein Gepäck in einem Schließfach unter und überlege, in die Stadt zu gehen. Jetzt, am Samstagnachmittag hat weder der Buchladen noch die Touristeninformation im Bahnhof noch geöffnet, ich kann mir also keinerlei Informationen bzw. einen Stadtplan besorgen. Da ich mich hier überhaupt nicht auskenne, beschließe ich dann, das W-Lan von McDonalds zu nutzen! Ich kaufe mir einen Salat zum Mittagessen und verbringe den Nachmittag mit dem Weiterschreiben meines Blogs.
Um 17h nehme ich mir ein Taxi und fahre zu der angegebenen Adresse in ‚New West’– das liegt ein wenig außerhalb und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur mit mehrmaligem Umsteigen zu erreichen.
Am Haus angekommen, macht mir auf mein Klingeln niemand auf! Auch ein Anruf bei meiner Gastgeberin ist ohne Ergebnis – es schaltet sich nur der Anrufbeantworter ein. Na ja, wird noch mit der Feier beschäftigt sein! Ich setzte mich also vor dem Haus auf ein Mäuerchen und warte eine Weile. Einer der Bewohner, die ständig ein und ausgehen, fordert mich dann auf, doch innen zu warten – da wären bequeme Sessel im Foyer und ich bräuchte nicht auf dem harten Stein zu sitzen. Gerne nehme ich dieses Angebot an! Ich probiere immer wieder, meine Gastgeberin zu erreichen, aber es meldet sich niemand. Nach fast zwei Stunden wird mir das dann doch zu bunt und ich will wieder zurück in die Stadt – irgendwo wird es ein Hostel oder Motel für die beiden Nächte geben. Ich habe nur keine Telefonnummer von einem Taxiunternehmen, wo ich einen Wagen bestellen könnte. Das übernimmt dann eine ältere Dame für mich, die mich schon ein paar Mal etwas mitleidig im Vorbeigehen angeschaut hat, als ich ihr beim nächsten Mal meine Geschichte erzähle. Nach wenigen Minuten hält das Taxi vor der Tür und ein freundlicher junger Mann hilft mir beim Einladen meiner Gepäckstücke. Ich spreche nur noch eine kurze Nachricht auf den Anrufbeantworter meiner ‚gewesenen’ Gastgeberin, dass ich wieder in die Stadt zurück fahre und dann geht’s los. Dieser „Ausflug“ war ein teures Vergnügen – die Fahrt hierher hat fast 50$ gekostet und das gleiche kostet es nun wieder zurück (dafür hätte ich zwei Nächte in einem Motel übernachten können!). Ich hatte jedoch heute Mittag gesehen, dass gleich gegenüber des Bahnhofs ein Hostel war, dort werde ich mal fragen wegen eines Betts.
Die lange Fahrt in die Stadt vergeht wie im Flug. Wie sich herausstellt, ist der Taxifahrer ein junger Iraner, der mit seiner Frau vor 4 Jahren hierher gekommen ist. Er spricht ein nahezu perfektes Englisch und so kann ich ihn viel bzgl. Iran fragen – ist das doch ein Ziel, das mir immer noch für einen Besuch vorschwebt. Aber wir sprechen auch über den Oman, weil er dort auch schon gearbeitet hat. Er ist eigentlich studierter Zahntechniker – findet aber hier in Vancouver keine Arbeit in diesem Beruf und hat deswegen mit dem Taxifahren angefangen. Er ist sehr zufrieden damit – auch der Verdienst wäre nicht schlecht.
Vor dem Hostel angekommen, meint er, ich solle das Gepäck erst einmal im Wagen lassen und fragen, ob überhaupt etwas frei ist. Eine gute Idee – es ist nämlich nichts frei. Ich bekomme aber an der Rezeption dort die Adressen von zwei weiteren Hostels und einem Motel, wo ich noch nachfragen soll. Amir, so heißt der junge Taxifahrer, schaltet die Uhr jetzt gar nicht mehr ein und fährt mich zu den angegebenen Adressen! Leider sind die beiden anderen Hostels auch ausgebucht – das Wochenende nutzen viele junge Amerikaner aus Seattle oder Portland für einen Besuch in Vancouver! Also dann zum Motel! Aber dazu kommt es dann gar nicht mehr!

Amir erzählt mir, er hätte mit seiner Frau gesprochen und ich könnte auch eine Nacht bei ihnen bleiben! Es wäre zwar eine große Unordnung daheim (Frau und kleine Tochter sind gerade von einem Heimatbesuch in Teheran zurück) und die Wohnung wäre sehr klein, aber sie würden sich freuen, wenn ich ihr Angebot annehmen würde! Mir verschlägt es die Sprache! Was für eine grenzenlose Gastfreundschaft! Gerne nehme ich das Angebot aber an und wir fahren wieder dahin zurück, wo wir hergekommen sind – die Familie wohnt nämlich nur zwei Straßen von meiner ‚misslungenen’ Gastgeberin entfernt (natürlich wird auch jetzt das Taxameter nicht eingeschaltet!).
Als wir in seinem Zuhause ankommen, ist die Wohnung leer – Frau und Tochter sind gerade einkaufen, der Besuch soll ja schließlich nicht hungern! Amir muß zurück auf die Straße, fordert mich auf, es mir bequem zu machen, im Kühlschrank fände ich etwas zu essen und zu trinken, seine Frau käme in ein paar Minuten zurück und schwupps, schon ist er wieder verschwunden! Welch ein Vertrauen er in mich setzt! In der Wohnung gibt es ein I-Pad, mehrere Mobiltelefone, ein Apple Notebook, Musikanlage etc. etc. – also einiges zu holen, wenn ich solche Absichten hätte.
Nach etwa einer Viertelstunde kommen Mutter und Tochter nach Hause! Sanna, das Töchterchen ist 2 ½ Jahre alt und total begeistert vom Besuch. Sofort wird mir alles gezeigt, was sie an Spielsachen hat. Maryam, die Mutter, begrüßt mich sehr herzlich und fängt dann sofort an, das Abendessen vorzubereiten. Ich werde in Sannas Zimmer schlafen – dort steht das Gästebett, Sanna schläft sowieso viel lieber bei den Eltern :-)!

Beim Abendessen erzählt sie mir dann, dass sie eigentlich Architektin sei – in Vancouver gäbe es jedoch keine Anstellung für sie. Sie hätte schon über 150 Bewerbungen geschrieben – von den meisten Firmen bekäme sie weder eine Antwort noch ihre Unterlagen zurück. Eine Zeitlang hat sie in einem Callcenter gearbeitet, aber das musste sie vor ein paar Monaten aufgeben – sie hatte eine schwere Depression, an der sie immer noch herum laboriert! Sie macht sich einfach zu viele Gedanken um sich und um Amir, ihr fällt die Trennung von ihrer Familie in Teheran schwer, ihrer Mutter geht es nicht gut, seit der Vater vor zwei Jahren gestorben ist – es ist offenbar alles zu viel für sie! Sie tut mir unendlich leid – aber wie könnte ich ihr helfen? Ich habe jedoch das Gefühl, es ist für sie schon sehr wichtig, dass sie überhaupt mal mit jemandem darüber sprechen kann! Später kommt Amir dann für eine Stunde dazu – bald muß er aber wieder fahren, seine Schicht heute geht bis 4h morgens… Wir gehen kurz danach ins Bett – ich bin todmüde und die beiden ‚Mädels’ haben noch ein wenig mit Jetlag zu kämpfen.
Im Bett liege ich aber noch eine Weile wach und denke, was für ein Glück es letztendlich war, dass mich die CS-Frau versetzt hat – ich hätte diese wunderbare, grenzenlose und vertrauensvolle Gastfreundschaft sonst gar nicht haben können!

Sonntag, 28.August 2011

Als ich aufwache, ist es bereits 9.30h und total still vor meiner Zimmertür! Dass Amir noch schläft, ist mir klar – aber dass Sanna so lange im Bett bleibt, wundert mich! Als ich jedoch ganz vorsichtig meine Tür öffne, fegt mir mit Triumphgeheul ein kleiner Wirbelwind entgegen – da ist jemand total glücklich, dass ich endlich aufstehe! Sie hat sich nur so ruhig verhalten, weil ihre Mama gesagt hat, dass ich noch schlafen müsse. Alle Vorhaltungen jetzt jedoch, dass der Papa auch noch schlafen muß, verpuffen einfach so! Sanna spricht zwar kein Englisch (und ich kein Farsi), aber wir verstehen uns trotzdem sehr gut! Ich gehe schnell unter die Dusche und packe unter ihrer tatkräftigen Assistenz danach meine Sachen wieder zusammen. Um sie ein wenig zu beruhigen, setzen wir uns dann zu einem späten Frühstück nieder – ein richtiges iranisches Frühstück mit Tee und Fladenbrot, dazu Käse und verschiedene Gemüse, aber auch leckeren Honig und ein göttliches Granatapfelgelee! Als wir fertig sind, kommt Amir auch ziemlich übermüdet dazu – er konnte natürlich bei dem Lärm nicht weiterschlafen! Aber Maryam muß auch um 1h weg und er muß sich um das Kind kümmern.

Die Zeit nutze ich schnell, um im Internet nach einem Hotel für die nächsten beiden Nächte zu suchen – und werde auch fündig! Mitten in Yaletwon, einem Teil von Downtown Vancouver, in einem Ableger der ‚Howard Johnson’ Hotelkette finde ich ein Zimmer für 65$/Nacht+Tax. Ist zwar nicht gaaanz billig, aber die Nächte danach bin ich ja dann wieder kostenlos untergebracht. Amir bringt mich gegen 3h wieder dahin und Sanna schläft sofort in ihrem Kindersitz ein, was aber auch gut so ist. Amir meint, sonst wäre der Abschied von mir mit viel Geheule verbunden.

Es ist ein überraschend nettes Hotel und ich habe auch ein Zimmer weg von der Straße und damit ist es auch sehr ruhig! Und ich habe hier ein Telefon, von dem ‚local calls’ kostenlos geführt werden können! Meine US-Sim-Card ist nämlich inzwischen leer und die Läden für eine kanadische haben natürlich heute geschlossen! Ich muß nämlich unbedingt Anett anrufen – ich soll heute zum Abendessen zu ihnen kommen! Ich erreiche sie auch und sie wird mich in einer Stunde hier abholen – die Wegbeschreibung zu ihr wäre zu kompliziert!

Was für eine Freude, sie nach so vielen Jahren wieder einmal zu sehen! Ich hatte ja ein wenig Bedenken, ob ich sie überhaupt wieder erkennen würde – aber überhaupt kein Problem! Wir fahren mit dem Bus zu ihr, sie wohnt fast auf dem Weg zu meinen netten Gastgebern von gestern! Von der letzten Bushaltestelle zum Haus machen wir noch einen kleinen Umweg zu einem der speziellen ‚Weinläden’ hier in Kanada. Hier kann man nämlich nicht einfach so Wein im Supermarkt kaufen – d.h. kann man schon, aber die Auswahl dort ist sehr (auf irgendwelche Billigweine) begrenzt. Wenn man richtig guten Wein haben möchte, dann ist dies die angesagte Adresse :-)!
Anett kauft eine Flasche französischen und eine Flasche Rotwein aus den ‚Okanagan Valley’ hier in Kanada – ich bin völlig überrascht, dass es hier überhaupt eigenen Wein gibt!



Das neue Häuschen ist wirklich ausgesprochen hübsch – auch der kleine Garten ist von Anett und ihrer Schwiegermutter schon richtig schön bepflanzt. Eigentlich hätte ich auch bei ihnen wohnen können, wenn ich früher oder später gekommen wäre! Jetzt ist das Gästezimmer jedoch gerade von ihrem Stiefvater aus Chemnitz besetzt, der hier seinen Urlaub verbringt und währenddessen das eine oder andere hier im Haus noch in Ordnung bringt :-)! Für mich ist es wie ein Stück Heimat, wieder einmal ‚vertraute sächsische’ Töne zu hören :-)!
Es ist wirklich richtig schön im Garten um den runden Tisch. Jan hat Barbecue vorbereitet, Anett das Eis als Nachspeise schon im ‚Ice Maker’ und ihre Schwiegermutter hat die Vorspeisen herunter gebracht. Eine fröhliche und ausgelassene Runde ‚tagt’ bis spät in die Nacht, ehe ich mir ein Taxi bestellen lassen, das mit wieder zurück ins Hotel bringt!

Montag, 29.August 2011

Das war wieder einmal eine wirklich erholsame und gute Nacht – alles hat gepasst! Bin also gut drauf und in der richtigen Stimmung, mich auf die Suche nach einer neuen Simcard für mein Handy zu machen! Das ist gar nicht so einfach hier – irgendwie erinnert mich das an die Zeiten in Deutschland zu Beginn der Mobilfunk-Zeit!
Aber erst einmal gehe ich in ein benachbartes Café zum Frühstücken, damit die „Suche“, die ja notgedrungen mit einem ausgiebigen Schaufenster-Bummel verbunden ist, nicht zu anstrengend wird :-)!
Schlussendlich werde ich erwartungsgemäß fündig, bin jedoch einigermaßen überrascht über die Preisgestaltung! Ich muß eine Prepaid-Karte kaufen, da ist jedoch kein Guthaben enthalten. Also noch ein paar Gebühreneinheiten dazu kaufen. Wie mir der Verkäufer dann erklärt, sollte ich mir für Ferngespräche besser noch eine ‚Calling Card’ besorgen – sonst wären die Anrufe nach Deutschland zu teuer!

Zum Mittagessen hole ich mir eine Schale mit Sushi – das ist hier ein wirklich feines und äußerst günstiges Vergnügen, werde ich in Deutschland vermissen…! Man merkt eben, daß hier in Vancouver überdurchschnittlich viele Japaner leben!
Nachmittags rufe ich bei meinen nächsten Gastgebern an, dass ich in der Stadt bin! Sie sind gerade auf dem Weg zurück nach Vancouver. Da sie gar nicht so weit vom Hotel entfernt wohnen (quasi nur auf der anderen Seite des ‚False Creek’), wollen sie mir später(im Vorbei fahren!) den Schlüssel hierher bringen! Sie müssen beide morgen ganztags arbeiten und ich soll die Möglichkeit haben, jederzeit ‚umziehen’ zu können – was für fürsorgliche Menschen! Kaum eine Stunde später ist Geoff auch schon im Hotel, erklärt mir ein paar Besonderheiten des Hauses und überlässt mich mit seinen Hausschlüsseln meinem Schicksal!
Kurz danach ruft mich Amir an, ob ich Lust hätte, mit ihnen zum Abendessen zu gehen! Gerne sage ich da zu – da werde ich mich doch ein wenig bei ihnen revanchieren können!
Sie holen mich am frühen Abend ab – Sanna schläft wieder :-)!
Zum Essen haben sie ein schönes Fischlokal ausgesucht, da ich gestern mal angemerkt hatte, dass ich gerne Fisch esse! Und es ist wirklich ein hübsches Lokal und es gibt richtig guten Fisch und Meeresfrüchte!
Beim Bezahlen gibt es fast Streit, als ich das übernehmen möchte – es sollte wohl eine Einladung von ihnen sein! Aber ich habe soviel Gastfreundschaft von ihnen erfahren, da ist die Bezahlung unseres Essens einfach Ehrensache für mich!

Sanna ist während der ganzen Zeit ein richtiges Schätzchen – als Belohnung gibt es später noch eine große Runde durch den Park und einen Besuch auf dem großen Spielplatz dort!

Ich unterhalte mich lange mit Maryam – wie ich dabei erfahre, ist sie derzeit unter medikamentöser Behandlung wegen ihrer Depression. Es ist bei ihr ein ähnliches Problem, wie auch bei vielen Arbeitslosen in Deutschland: Man möchte arbeiten, ist sehr gut dafür ausgebildet ist und bekommt doch keine Stelle…

Als es dann dunkel wird, bringen sie mich wieder heim zum Hotel! Wir sind alle froh, dass Sanna auch diesmal wieder einschläft während der Fahrt – der Abschied von mir ist immer ein großes Drama. Weiß der Himmel, warum sie in der kurzen Zeit so ihr Herz an mich verloren hat :-)!

Dienstag, 30. August 2011

Ich muß heute erst um 12h auschecken. Aber ich mache mein Gepäck schon so weit fertig, ehe ich zum Frühstück in das nette Café von gestern gehe! Auf dem Weg zurück ins Hotel sehe ich einen Friseur – und dort lasse ich mir meine Haare ein wenig kürzen! Mir geht es tierisch auf den Keks, dass ich ständig Haare in meinen Augen habe!
Zurück im Hotel lasse ich mir ein Taxi bestellen – ich bin schon ziemlich neugierig auf mein nächstes Quartier! Die angegebene Adresse ist etwas schwer zu finden – es gibt immer nur Stichstraßen für den öffentlichen Verkehr und dann nur noch schmale Anlieger-Straßen, die auch nur von den Bewohnern dort befahren werden dürfen. Aber nach einigen Fragen an Passanten und Arbeiter werde ich an der richtigen Stelle ausgeladen! Es ist ein kleines Stückchen zu laufen, aber der Fahrer bringt mir mein Gepäck bis vor die Haustür!
Ich stehe vor einem Reihenhaus – aber überhaupt nicht zu vergleichen mit den Reihenhäusern in Deutschland. Jedes Haus sieht ein wenig anders aus und alle haben komplett unterschiedliche Grundrisse! Als ich die Haustür aufsperre, stehe ich in einem kleinen Flur, der sich in einen Abstellraum für die Fahrräder ausweitet. Eine kurze Treppe führt auf das erste Wohngeschoß, wo ich mitten im Wohnzimmer ankomme. Auf dem Tisch finde ich eine ‚Gebrauchsanleitung’, wie ich mich am Besten heimisch machen kann! Kühl- und Vorratsschränke stehen mir offen, die Dachterrasse wartet auf mich, das Passwort für das W-Lan ist notiert und wenn ich möchte, könnte ich auch gleich Wäsche waschen :-)!
Ich richte mich erst einmal ein wenig im Gästezimmer ein, mache mir einen Kaffee und begebe mich damit auf die Dachterrasse! Was für ein herrlicher Ausblick! Direkt vor mir noch eine Reihe Häuser, dann schon der Yacht-Hafen und der Blick auf eine der vielen Brücken in Vancouver! Und genau gegenüber die Skyline von Downtown Vancouver, wo ich bis vorhin unterwegs war.



Lange bleibe ich in dem bequemen Stuhl hier sitzen und genieße dieses wunderbare Umfeld! Später gehe ich in mein Zimmer und ‚arbeite’ ein wenig – mein Blog wartet und ich muß auch wegen meines geplanten Ausflugs mit dem ‚Rocky Mountaineer’ nach Whistler bei der Bahn anrufen! Leider habe ich aber dort kein Glück – dieser Zug ist bis Ende des Monats bereits ausgebucht! Sehr schade – diese Fahrt hatte ich mir als kleine Einstimmung für die mit dem ‚TransCanadian’ gedacht! Muß traumhaft sein – stets am Wasser entlang oder durch Hochgebirge…
Geoff kommt als erster nach Hause und begrüßt mich herzlich. Heute Abend soll nicht gekocht werden – wir fachsimpeln etwas über der Speisekarte des nahe gelegenen ‚Chinesen’ und ordern dann telefonisch ein paar Gerichte! Als Randy kurz danach auch daheim eintrifft, kommt bald auch schon das Essen und wir machen es uns alle drei auf der Dachterrasse gemütlich. Was für ein toller Platz zum Abendessen im beginnenden Abendrot – mal sehen, ob das Wetter morgen auch wieder so schön sein wird!

Mittwoch, 31.August 2011

Das Wetter ist „ordentlich“ – zwar bewölkt, aber warm und gerade richtig zum rausgehen! Als Geoff heute Morgen vom Semmeln holen kam, erzählte er mir, dass auf dem „Dorfplatz“ gerade einige Episoden einer Koch-TV-Serie gedreht würden, ob ich nicht Lust hätte, dort ein wenig zuzuschauen. Nach dem Frühstück ist das eine willkommene Gelegenheit, mich ein wenig auf Entdeckungsreise ins ‚Dörfchen’ zu begeben – Geoff muß vormittags arbeiten!
Es macht Spaß, durch die vielen kleinen Gassen hier in ‚False Creek‘ zu spazieren und die so unterschiedlichen Häuser anzuschauen. Auch die Bepflanzungen vor und zwischen den Gebäuden sind richtig was fürs Auge! Es ist ein Neubaugebiet mit lauter unterschiedlich gestalteten Reihen- und auch ein paar Mehrfamilienhäusern und hat einen fast dörflichen Charakter mit seinen vielen kleinen Straßen und dem zentralen Platz, wo Geschäfte, Restaurants und auch die Anlegestellen für die kleinen Fährboote hinüber nach Downtown zu finden sind! Die ganze Anlage ist übrigens mit mehreren Architekturpreisen versehen worden!

Neben einigen Läden und Restaurants am ‚Marktplatz‘ gibt es auch ein kleines Nagelstudio, wo ich mir gleich eine Pediküre und Maniküre genehmige – fast so gut wie im Nagelstudio in Fallbrook! Und ich bekomme dort auch ein paar Blümchen auf die Nägel der großen Zehen :-)!!
Anschließend bin ich Zaungast bei den ‚Cook Lessons’, die fürs Fernsehen aufgezeichnet werden – zwei Familien treten gegeneinander an, wer am schnellsten ein festgelegtes Menü fertig hat und welches davon am Besten schmeckt. Die Jurymitglieder sind eine hier in Kanada sehr populäre Fernsehmoderatorin und ein beliebter Basketball-Spieler (beide natürlich für mich überhaupt kein Begriff), die es sich mit der Beurteilung nicht leicht machen! Ansonsten das Gleiche wie in USA oder auch in Deutschland – Serien werden offenbar weltweit ‚abgekupfert‘! Fotografieren darf man hier nicht – aber wozu auch :-)?

Nach einem schnellen Mittagessen mit den Resten von gestern Abend und Äpfeln vom eigenen Hof als Nachspeise lädt mich Geoff zu einem kleinen Ausflug in den ‚Lynn Canyon Park‘ ein! Es gibt dort auch eine ’suspension bridge’/Hängebrücke und dort kostet das Überqueren nichts – im Gegensatz zur berühmten ‚Capilano Suspension Bridge‘, die zwar ein bißchen höher und länger ist, aber wo dafür immerhin 33$/31$ für seniors verlangt wird!
Gleich am Parkplatz startet der Weg über die Hängebrücke – obwohl Geoff unter Höhenangst leidet, schafft er das und wir landen geradezu in einen „Zauberwald“!


Überall hängen lange Moosflechten von den Bäumen, große ‚Kieselsteine’ liegen im Weg und dazwischen und darüber krabbeln Baumwurzeln wie überdimensionierte Spinnen!



Wie ein Naturorchester tönt das Rauschen des Flusses, das Geplätscher der vielen Quellen und Bäche, das Wispern der Blätter und die vielen verschiedenen Vogelstimmen zusammen, manchmal quakt ein Frosch den Takt dazu! Hin und weder begegnen wir ein paar anderen Menschen – plötzlich tauchen sie wie Erscheinungen hinter den dicht stehenden Baumstämmen auf. Immer wieder finden wir Gebilde, die fast wie von Designern gemacht aussehen: Ausgekohlte Baumstämme, zahllose Luftwurzeln, die wie ein Stamm wirken, Bänke, die nur durch ein Stück heraus gesägtes Holz aus einem Stamm entstanden sind!


Ein Stück flussaufwärts planschen sogar ein paar Kinder im Wasser – warm ist das nicht gerade, aber was kümmert die Temperatur von Wasser schon Kinder, wenn sie mit diesem Element spielen können?


Beim Weg zurück über die Hängebrücke muß Geoff jetzt jedoch passen! Das ist nun auch an meiner Hand nicht zu schaffen! Aber das ist ja keine Schande, wir suchen uns eben einen anderen Weg, der tief ins Flusstal hinab und auf der anderen Seite über Treppen wieder hinauf führt. Hier sind übrigens überall große Warnschilder aufgestellt, die vor Übersteigen des Zaunes warnen! Der Zaun ist vor dem riesigen Abgrund gezogen – wer würde hier freiwillig hinüber klettern? Ober anders herum – wer hier darüber klettern will, den halten auch noch so viele Warnschilder wahrscheinlich nicht ab!


Gut gelaunt fahren wir danach wieder nach Hause! Ein kleiner Umweg bringt mich durch ganz andere Stadtviertel von Vancouver – erstaunlich, wie schnell manchmal der Übergang von einer gutbürgerlichen zu einer total versifften Umgebung möglich ist! Offenbar gibt es da auch keine ‚Vermischungen’ – jeder bleibt schön in seinem angestammten Quartier!
Randy ist schon daheim, als wir ankommen und ich lade meine Gastgeber heute zum Essen in das benachbarte griechische Restaurant ein! Schließlich ist das mein Abschiedsabend – morgen fahren die beiden wieder zu ihrer Farm. Leider kann ich ihre Einladung, dahin mitzukommen, nicht annehmen – sie kehren erst am Montagabend wieder zurück und mein Zug geht schon am Sonntag :-(!

Donnerstag, 1.September 2011

Heute muß ich schon früh aus dem Bett – meine beiden Gastgeber nehmen mich noch mit bis zum ‚Grouse Mountain Park‘, der an ihrem Weg raus aus der Stadt liegt!


Geoff hat eine Jahreskarte und bekommt damit einen großen Preisnachlaß bei Karten für Besucher! Also kauft er noch meine Karte für die Seilbahn hinauf und wieder hinab, ehe wir uns herzlich verabschieden! Zurück nach Hause werde ich mit dem Bus fahren – eine genaue Beschreibung habe ich dafür noch erhalten! Es gibt auch einen Aufstieg per pedes, den berühmten ‚Grouse Rind‘, der Rekord dafür liegt bei etwa 25 Min. (Geoff schafft es um die 30 Min.!). Allerdings brauchen gut trainierte Menschen meiner Altersgruppe eine knappe Stunde – der Weg ist einfach sehr anspruchsvoll’ wie mir gesagt wurde, sehr steil und mit vielen ‚Fußangeln’! Die beiden ‚Jungs‘ haben mir vehement davon abgeraten und ich verzichte leichten Herzens – das würde mir gerade noch fehlen, dass ich mir jetzt fast zum Schluss meiner Reise noch irgendwelche Füße oder dgl. breche! Darüber hinaus hat man während des gesamten Aufstiegs nichts von der schönen Aussicht – der Weg führt komplett unter dicht stehenden Bäumen entlang!
Die Fahrt mit der Seilbahn dagegen ist einfach gigantisch! Langsam kommt das ganze Stadtgebiet von Vancouver in mein Blickfeld! Auch die großen Trinkwasser-Reservoirs kann man von hier oben gut sehen! Leider schieben sich kurz vor dem Ziel einige Wolken vor diese tolle Aussicht – aber es soll heute eigentlich schön werden, sind bestimmt nur ein paar Hochnebelfelder!



Oben angekommen, gibt es als erstes eine große Tasse Kaffee – es ist kalt hier! Fast kommt bei mir so etwas wie heimatliches ‚Herbstln’ auf!

Auf dem Gipfel gibt es allerhand Attraktionen. In einem großen Bärengehege ‚wohnen’ zwei Braunbären, die als Baby-Waisen gefunden und hier aufgezogen wurden! Sie haben einen See, jede Menge Bäume und auch eine große Überwinterungshöhle! Hier wurden und werden viele Forschungen über Bären durchgeführt. Es wurde u.a. festgestellt, dass die Bären mitnichten den ganzen Winter verschlafen! Sie stehen immer wieder mal auf und laufen ein wenig in ihrer Höhle herum, ehe sie sich wieder für eine neue Runde Schlaf einkuscheln! Das ist der Grund dafür, dass sie nach dem Winterschlaf (oder wenn sie währenddessen durch irgendwas geweckt werden) sofort hellwach sein können und der Kreislauf und Stoffwechsel nicht erst mühsam in Gang kommen muß!

Es gibt auch eine Adlerstation dort oben (leider war gerade keine Vorführung) und ein ‚Holzfällerlager’. Das ist so was wie ein ‚open air theatre’, wo zwei ‚Holzfäller’ unter der Moderation einer jungen blonden Lady eine Reihe von Wettbewerben aufführen! Von Wettsägen (auch unter Mitwirkung von Zuschauern) bis zum Klettern auf einen hohen Baumstamm gibt es einiges zu bestaunen und belachen!


Gerade als die Show vorbei ist, fängt es an leicht zu regnen! War wohl nichts mit dem schönen Wetter heute:-(. Ich lasse mich dadurch jedoch nicht davon abhalten, noch eine kleine Wanderung zu machen. Es gibt in der Nähe einen kleinen See und ein großes Native-Versammlungshaus, das ich mir gern ansehen möchte. Leider ist der Regen dann so stark, dass ich mich unter dem Türstock des Hauses eine Weile unterstellen muß (das Haus selbst ist geschlossen), bis der Regen wieder ein wenig nachlässt!


Na, bei dem Wetter muß ich hier nicht länger bleiben – ich werde die nächste Bahn nach unten nehmen! Im Gipfelhaus jedoch lasse ich mich zunächst noch von zwei Dokumentarfilmen davon abhalten! Einer ist die Dokumentation über die beiden Bären, der andere ein Film über die Indianer-Stämme, die hier in der Gegend beheimatet sind. Sehr gut und informativ gemacht – ich bin froh, dass ich das im letzten Augenblick noch gesehen habe!
Ich habe Glück und komme danach gerade für die nächste Talfahrt zurecht! Als wir durch die Wolken durch getaucht sind, hört es zu regnen auf und so kann ich trockenen Fußes bis zur Bushaltestelle marschieren. Der Bus bringt mich bis zur Station Lonsdale, wo ich den ‚Waterbus‘, die Fähre nach Downtown nehmen kann. Vorher gehe ich aber noch durch den großen ‚Market Place‘, um ein paar Sachen zum Abendessen und Frühstück morgen einzukaufen!
Diese Fähre erinnert mich stark an ‚Staten Island Ferry’ in NYC, nur dass sie nicht kostenlos ist. Gerade noch so vor dem Berufsverkehr ist es zwar gut voll, aber noch nicht zu erdrückend! Es dauert etwa 20 Minuten bis wir am Fährbahnhof in Downtown Vancouver anlegen und dort geht es über einen kurzen Fußweg zum alten ‚Canadian Pacific Railway’-Bahnhof, der jetzt ein Knotenpunkt für mehrere U-Bahnen hier ist – ein wunderschön renoviertes Gebäude! Hier gibt es einen großen Informations-Kiosk, von wo ich mir noch ein paar Flyer mitnehme. Eigentlich liegt der Bahnhof direkt am Rande von Gastown, dem „Schwabing“ von Vancouver, was ich mir auch anschauen wollte. Das werde ich jedoch erst morgen machen – jetzt will ich erst einmal wieder ‚heim’!
Zum Mittagessen kann ich auf die Terrasse gehen – das Wetter ist inzwischen wieder schön geworden, die Berge ringsum haben allerdings alle einen dickten „Wolkenhut“!
In meiner Flyer-Sammlung über sehenswerte Plätze und lohnenswerte Unternehmungen ist auch einer für einen Rundflug per Wasserflugzeug über die Stadt. Das will ich morgen mal machen – sollte das Wetter weiter mitspielen!
Der restliche Nachmittag gehört ‚Hausfrauenpflichten’ 🙂 und auch ein wenig faul sein! Ich reserviere immerhin noch ein Auto übers Internet für meinen geplanten Samstags-Ausflug nach Whistler!

Freitag, 2.September 2011

Das Wetter heute ist ein Gedicht! Gleich nach dem Aufstehen rufe ich bei dem Flugdienst an und sie haben für 14h noch Plätze frei. Schnell einen davon reserviert und dann unter die Dusche, mein Müsli essen und auf geht’s erst einmal zum Broadway – hier im Viertel DIE Einkaufsstraße! Ich muß auf die Post, ein paar Briefmarken besorgen, und möchte schauen, ob ich einen Buchladen finde. Für die beiden kleinen Kinder bei meinem nächsten Gastgeber in Montreal ist das vielleicht ein schönes Mitbringsel!
Ich werde auch für beide Altersgruppen fündig und kaufe noch eine Flasche Rotwein für den Vater der Kinder! Bloß gut, dass es zum Abendessen bei Anett so einen tollen Wein aus British Columbia gegeben hat – ich finde den Gleichen und damit kann ich sicherlich nichts verkehrt machen!

Nachdem ich alle meine ‚Schätze’ daheim abgelegt habe, laufe ich das kurze Stück zum U-Bahnhof! Das Haus hier liegt wirklich perfekt – man ist mit U-Bahn oder mit den kleinen Aquabus-Fähren im Nu in Downtown und auch sonst überall in der Stadt! Sogar der Flughafen ist mit der Subway von hier nur etwa 30 Min. entfernt!
Das Büro des Flugdienstes, bei dem ich gebucht habe, ist allerdings ein wenig versteckt unterhalb bzw. hinter dem ‚Canada Place’ – aber mit ein paar Mal fragen komme ich trotzdem ganz pünktlich
an! Auf dem Meeresarm vor dem ‚Küstenflugplatz sind alle Arten von Schiffen zu sehen – von kleinen Segelbooten über Raddampfer und riesige Containerschiffe ist wirklich alles hier vorhanden!

Das kleine Flugzeug landet gerade und wir können bald einsteigen.

Außer mir sind noch 2 Paare und eine junge Frau mit an Bord! Langsam tuckern wir erst auf die freie Wasserfläche, ehe der Motor lauthals hochgezogen wird und wir uns langsam aus dem Wasser erheben!

Es geht 20 Minuten über die Stadt und einige der umliegenden Inseln. Ein schönes Bild, das alles so von oben zu sehen! Die Brücken, über die ich gestern gefahren bin, alle die bekannten Gebäude hier, der ‚False Creek’ (sogar die Häuser, von denen ich eins im Moment bewohne), den Hafen und die Verladekräne und natürlich auch den Quai, wo gerade eins der häufig hier anlegenden Kreuzfahrtschiffe liegt sind wunderbar zu erkennen! Leider vergeht die Zeit natürlich viel zu schnell und wir landen wieder vor dem Hafen und ‚fahren’ weiter zur Anlegestelle.
















Vom „Wasser-Flughafen“ führt ein informationsreicher Weg bis hoch zum Canada Place – in regelmäßigen Abständen findet man dort Fotos von bestimmten Ereignissen oder Personen aus der Geschichte Vancouvers und die erklärenden Texte dazu. Hier erfahre ich einiges, was ich bisher noch nirgends gelesen habe!




Jetzt geht es weiter nach Gastown – das „Schwabing“ dieser Stadt :-)! Ein quirliges Viertel mit zahllosen Restaurants, Bars und Souvenirgeschäften, aber auch mit zahlreichen alten Häusern und hübschen Plätzen!


An manchen Ecken wird Musik gemacht, hin und wieder sieht man eine Kutsche und es gibt sogar ein ‚Flat Iron Building’ :-)! Viele der alten Kopfsteinpflaster-Straßen sind hier noch erhalten und an einer Ecke steht eine ‚Normal-Uhr’, die mit Dampf betrieben wird – da werden auch die vollen Stunden mit einem Lied der dampfbetriebenen ‚Orgelpfeifen’ angezeigt! Es gibt auch einen tollen Schokoladen-Laden, in dem ich noch eine große Schachtel Pralinen und einen passenden Wein als Abschiedsgeschenk für meine Gastgeber kaufe!





Als es anfängt zu dämmern, gehe ich langsam zum ‚Canadian Pacific Railway’-Bahnhof zurück, um mit der U-Bahn nach Hause zu fahren.


Vorher gibt es noch Abendessen im ‚Bahnhofsrestaurant’ – gar köstliche ‚Spaghetti al Mare’, yummy!!! Es ist ein wirklich schönes Ambiente hier – so richtig zum Wohlfühlen!

Die Fahrt mit der U-Bahn ist unspektakulär wie auch der kurze Fußweg zum Schluss! Gibt es eigentlich ‚unsichere Ecken’ in Vancouver? Das kann ich mir so gar nicht vorstellen – ich fühle mich stets mehr als sicher hier!

Samstag, 3.September 2011

Heute geht es nochmals früh los – ich will ja schließlich was von meinem Tagesausflug haben. Es ist wieder strahlender Sonnenschein, besser hätte ich es mir gar nicht wünschen können! Das Auto muß ich am Flughafen abholen – hier in der Stadt war bei den diversen Vermiet-Firmen alles ausgebucht! Aber mit der U-Bahn (kostet auch nur 2,50$) bin ich schnell dort und es ist auch nicht weit bis zu den Schaltern der Vermiet-Firmen! Während die Formalitäten erledigt werden, entspinnt sich eine nette Unterhaltung mit dem Mitarbeiter dort. Er ist gebürtig aus Saudi-Arabien und freut sich, als ich meine wenigen Worte Arabisch von mir gebe! Kurz bevor der Mietvertrag dann endgültig unterschrieben werden soll, fragt er mich plötzlich, wieso ich an einem so traumhaften Tag meinen Ausflug mit einem so kleinen Auto machen möchte. Auf meine Erwiderung, dass das eine reine Kostenfrage sei, wartet eine große Überraschung auf mich: Er bietet mit ein Cabrio als Upgrade an! Natürlich überlege ich da nicht lange – auch wenn damit die Benzinkosten ein wenig teurer werden! Was für ein herrlicher Tag wartet nun auf mich!

Der Weg vom Flughafen in die Stadt und weiter auf die Autobahn nach Whistler ist gut ausgeschildert. Bald befinde ich mich auf der ganz neuen Straße, die sich zu Beginn kilometerweit an der Küste entlang schlängelt.


Bald schon kann man aber die hohen Berge am Horizont erkennen – auf den meisten sind überall noch alte Schneereste zu erkennen! Als die Straße sich mehr ins Landesinnere zieht, finden sich einige sehenswerte Plätze mit Wasserfällen und besonderen Felsformationen! Aber dort ist es schier unmöglich, einen Parkplatz zu finden, um sich das genauer anzuschauen, obwohl ich relativ früh unterwegs bin! Also hebe ich mir all das eben für den Rückweg auf! Jetzt genieße ich das Fahren mit dem offenen Auto und die tolle Aussicht, die ich überall habe! Von der früheren Landstraße, die manchmal nahe der Autobahn zu erkennen ist, hätte man noch schönere Aussichten, aber leider sind davon nur noch Rudimente übrig, die aber größtenteils nicht mehr befahren werden können.



In Squamish verlasse ich die Autobahn, um mir dieses Städtchen ein wenig anzuschauen und vielleicht ein Café zu finden. Es ist glücklicherweise heute ein ‚Farmer’s Market’, der ist richtig groß und abwechslungsreich. Schade, dass ich morgen schon die Zugfahrt habe – hier hätte ich gerne ausgiebig eingekauft: Frische Brote (allerhand verschiedene Sorten), leckere Käsesorten, unterschiedliche Aufstriche aus unterschiedlichsten Gemüsekombinationen, diverse Kuchen, eine breite Auswahl an Gemüse und Obst und selbst frisches Fleisch (Bär, Caribou, Elch, Angus-Rind etc.) und frischer und geräucherter Fisch sind hier im Angebot! Ich kaufe mir zumindest ein Nussbrot und ein wenig Gemüseaufstrich und eine kleine Tüte Kirschen für ein Mittagspicknick später und einen riesigen Chrysanthementopf für die Dachterrasse meiner Gastgeber. Nachdem ich das alles in meinem Kofferraum verstaut hatte (war gar nicht so einfach, das Dach nimmt ziemlich viel davon in Anspruch!) trinke ich noch einen Kaffee auf einer der Café-Terrasse entlang der Main Street und fahre bald weiter!
Die Straße führt jetzt mitten durch die Berge und gibt vielleicht schon einen guten Vorgeschmack auf das, was mich in Whistler erwarten wird. Heute werde ich die Gegend besuchen, die für meine Söhne seit vielen Jahren der ‚(Ski)-Himmel auf Erden’ ist! Sie fahren alle drei Jahre zum Skifahren hierher, erzählen mir stets voller Begeisterung davon und jetzt möchte ich endlich mal sehen, wie es so in natura ist!
Bald schon kommen die ersten Hinweisschilder in Sicht und schon habe ich die Ortseinfahrt erreicht! Hier sehe ich jetzt all die Namen, die ich vom Erzählen schon kenne. Ich stelle mein Auto auf der Parking Area am Marktplatz ab, weil ich zumindest einmal mit der berühmten Seilbahn ‚Peak2Peak’ fahren möchte! Hier, wie überall in der Stadt, ist das Parken zwar auf 2 Stunden begrenzt, aber ich hoffe, dass ich nicht viel länger brauchen werde!
Zur Seilbahn geht es einmal quer durch den kleinen Ort – durch eine Fußgängerzone, gesäumt von Souvenir-Geschäften und Restaurants. Es ist ziemlich viel Betrieb hier, aber die typische Stimmung der Wintersportorte in Deutschland und Österreich (auch außerhalb der Saison) kommt doch nicht so richtig auf. Vielleicht sollte man hier noch ein paar ‚Lüftl-Maler’ einfliegen :-)?
Die große Seilbahn „Peak2Peak Gondola“ zieht sich weiter oben von einem Gipfel zum anderen – insgesamt 4km lang, davon etwa 3km ohne Stützen und in ca. 450m Höhe über dem Talboden! Dort hinauf muß ich jedoch erstmal mit einer anderen Seilbahn fahren – ich sehe schwarz für meine Parkzeit! Der Platz, wo ich losfahren muß, ist gesäumt von vielen anderen Seilbahnen und Sesselliften!
Die Berge hier sind ein beliebtes Ziel für Mountainbiker und die Sessellifte befördern immer Personen und Fahrräder abwechselnd. Ich jedoch fahre mit einer Gondelbahn hoch – die allein braucht jedoch schon eine gute halbe Stunde!





Am Ende dieser Gondelfahrt muß ich nur quer über das kleine Plateau gehen und stehe schon vor der Gipfelstation der „Rekord-Gondelbahn“!




Es geht ganz schön zu, aber ich warte dennoch erst, bis nach den vielen roten endlich eine silberne Gondel kommt – die sollen einen Glasboden haben und ich stelle mir die Sicht nach unten ziemlich super vor. Da es jedoch nur 2 solcher Gondeln gibt, muß ich natürlich eine ganze Weile warten, bis ich dann endlich fahren kann!
Leider ist der Glasboden das Warten nicht wert – es it nur ein kleiner Ausschnitt in der Mitte der Gondel und der Blick aus den Fenstern läßt ebensolche Aussichten zu!



Es ist schon ziemlich beeindruckend, dieses tiefe Tal auf diese Weise zu überqueren. Allerdings hat man gar kein richtiges Gefühl, wie hoch das eigentlich hier ist – man sieht das Flusstal und ansonsten nur Wald und überall Skipisten! Hier also werden meine Jungs nächstes Jahr wieder unterwegs sein…
Nach der Ankunft mache ich einen kleinen Spaziergang auf dem Gipfel – es gibt hier einen Weg einmal rund herum, von dem sich immer wieder atemberaubende Blicke auf die umliegenden Berge, aber auch auf Whistler und den benachbarten See ergeben!





Nach einem köstlichen Eis und etwas zu trinken auf der Terrasse des Restaurants „Christine’s“(!!!) geht es wieder zurück auf die andere Seite!




Diesmal nehme ich einfach die nächste Gondel und auch bei der Gondelbahn nach unten komme ich gerade zur nächsten Abfahrt zurecht und bald bin ich wieder im Tal!
Langsam schlendere ich durch die Fußgängerzone wieder zurück zum Parkplatz. Es ist jetzt deutlich weniger los hier und es gibt hin und wieder ein paar Kleinkünstler und ihre performances zu sehen!


Am Auto angekommen, habe ich natürlich einen Strafzettel – 45$ muß ich bezahlen!!! Aber aus den vorgesehenen 2 Stunden sind inzwischen auch mehr als 4 geworden…
Auf dem Weg zurück halte ich an dem berühmten „Stawamus Chief“ Wasserfall an, um ihn mir jetzt ohne Menschenmengen anschauen zu können. Der ‚Stawamus Chief‘ ist eigentlich ein Vulkan, der keiner werden konnte :-)! Vor mehreren hundert Millionen Jahren nämlich brodelte ein unterirdischer Vulkan, der sich jedoch in eine riesige Kaverne ergoß und sich dort erschöpfte, ehe er die Erdoberfläche erreichen konnte! Im Lauf der Zeit wurde dieser so entstandene riesige Felsblock freigelegt und von dem stürzt sich heute ein hoher Wasserfall!

Auf dem kurzen Weg durch den Wald bin ich fast allein und kann alles Mögliche ungestört entdecken! Der Wasserfall selbst sieht sehr hübsch aus jetzt in der Vorabend-Sonne! Aber es wird jetzt schon langsam kühl und ich mache mich bald wieder auf den Rückweg! Über viele Wurzelgeflechte und vorbei an jeder Menge umgestürzter Bäume erreiche ich mein Auto und es geht zurück!

Die Wasserflächen und Berge sind nun bereits in rosarotes Licht getaucht und ich muß immer wieder stehen bleiben, weil ich mich einfach nicht satt sehen kann an soviel Schönheit!



Im letzten Abendlicht erreiche ich Vancouver, lade nur schnell meine Sachen aus und fahre gleich weiter zum Flughafen, um das Auto abzugeben. Ich habe es zwar bis morgen früh, aber dann muß ich nicht wieder so früh aufstehen!
Vom Flughafen zurück geht es wieder per U-Bahn! Völlig überraschend für mich kostet die Fahrt jetzt 7,50$ statt 2,50$ am Morgen – für die Fahrt vom Flughafen in die Stadt wird ein Zuschlag von 5$ erhoben! Das nenne ich mal besucherfreundlich :-(!

Sonntag, 4.September 2011

Heute stehe ich schon sehr früh auf – will noch schnell ein paar Fotos von der Dachterrasse mit dem ersten Sonnenlicht machen!


Danach ist Aufräumen und ein letztes Mal Wäsche waschen angesagt! Ich will schließlich ‚mein Haus’ ordentlich hinterlassen und nur saubere Sachen in Koffer, Tasche und Rucksack verstauen! Mein Gepäck muß für die 4 Tage und Nächte Zugfahrt nun komplett umgepackt werden – Rucksack und Koffer werde ich einchecken und alles, was ich während der Fahrt benötige, muß in meiner neuen kleinen Reisetasche Platz finden! Aber ich bringe alles unter und gegen Mittag bin ich mit meinen Putzarbeiten und Reisevorbereitungen auch schon fertig.
Es bleibt also noch genug Zeit, um hier in der Umgebung noch ein wenig auf Entdeckungsreise zu gehen! ‚Granville Market ’ habe ich bisher noch garnicht besucht und der ist mit dem Aquabus nur wenige Minuten entfernt -das wird heute die Unternehmung zum Abschluss meines Vancouver-Aufenthaltes!

Die Haltestelle für den „Bus“ ist auch gleich um die Ecke und es kommt auch gerade einer ‚angewuselt’. Ein witziges Gefühl ist das – der Fahrer oder die Fahrerin sitzen auf einer Art Hochstuhl in der Mitte des Bootes und die Fahrgäste auf einer niedrigen Bank, die an der Wand entlang durchs ganze Boot läuft. Man sitzt ein wenig so wie auf Kindergartenstühlchen :-)! Bezahlt wird dann beim Aussteigen! Unterwegs gibt es eine Menge zu sehen – vielerlei unterschiedlicher Boote, Menschen, die ihrem Sonntagsvergnügen nachgehen, ich habe einen tollen Blick auf verschiedene Brücken und beim Aussteigen werde ich von Dudelsack-Musik empfangen. Hier bekämpft wohl gerade ein eingewanderter Schotte sein Heimweh :-)!



Granville Market ist ein großes ehemaliges Industrie-Gelände, von dem ein Teil vor ein paar Jahren zu einem riesigen Marktgelände mit verschiedensten Restaurants und Geschäften, aber auch einer Reihe Bürogebäuden und Wohnhäuern umgestaltet wurde. Das Herzstück ist die große Markthalle, in der man alles findet, was das Herz bzw. der Magen begehren könnte! Es gibt u.a. relativ viele Käsestände mit europäischen Käsesorten – hier müsste man aber einen ‚Dukatenesel’ dabei haben bei den Preisen! Da muß ich mir meine Lust auf einen ‚richtigen’ Käse wohl doch bis daheim aufheben!




Langsam lasse ich mich durch das Gewühl treiben und entdecke immer wieder Neues und Unerwartetes. Zum verspäteten Mittagessen gibt es eine leckere ‚Tom Ka Gai’ an einem der vielen Stände mit Gerichten aus aller Welt. Eine kleine Tüte ‚gemischtes Obst’ und ein paar Säfte werden noch als ‚Wegzehrung’ für die Zugfahrt eingekauft, ehe ich mich wieder auf den Rückweg mache!


Ein letztes Mal sehe ich die Skyline vom Wasser aus und mir wird ein wenig wehmütig zu Mute – es waren wieder wunderschöne Tage, vor allem wegen dieser so privilegierten Unterkunft! Es ist so schade, dass ich meine Gastgeber nicht mehr sehen werde – ich habe zwar meine Abschiedsgeschenke auf dem Tisch ‚drapiert’ und noch ein paar Zeilen dazu geschrieben – viel lieber hätte ich mich jedoch ganz persönlich noch mal für ihre große Gastfreundschaft und auch das riesige Vertrauen bedankt, mich die ganze Woche allein in ihrem Haus wohnen zu lassen!

Daheim angekommen bestelle ich mir gleich das Taxi zum Bahnhof! Noch mal schnell alles überblicken, damit ich auch nichts vergessen habe, dann klingelt es auch schon an der Haustür. Mein Gepäck ist schnell eingeladen, das Haus versperrt und die Schlüssel in den Briefschlitz geworfen – jetzt geht es also endgültig davon!

Im Bahnhof ist vor dem Eincheck-Schalter gar nicht mehr viel los – dafür sitzen die Fahrgäste des ‚TransCanadian’ dicht gedrängt im und vor dem Café, das als Warteraum gilt. Aber ich bin noch reichlich in der Zeit – was auch gut ist! Heute Abend wird der Speisewagen nämlich nicht mehr geöffnet und wir werden alle darauf aufmerksam gemacht, dass wir noch irgendwo eine Kleinigkeit essen sollten! ‚Irgendwo’ ist aber leider nur das berühmte Restaurant „Zur Goldenen Brücke“ 🙂 und ich bin froh, dass ich ein paar Obstvorräte ‚angelegt’ habe! Aber ich nutze die Zeit des freien W-Lans noch schnell, um die letzten E-Mails zu schicken, auch an meinen nächsten Gastgeber in Montreal, damit er weiß, dass ich auf dem Weg zu ihm bin! Unterwegs wird es ja wahrscheinlich eher kein Internet geben, vielleicht sogar nicht mal Telefon! Schließlich geht es zum größten Teil durch völlig unbewohnte Gebiete dieses riesigen Landes!
Endlich werden wir zum Einsteigen aufgefordert! Ich bin froh, dass ich den größten Teil meines Gepäcks eingecheckt habe, denn ‚mein’ Waggon ist fast am Ende des Bahnsteigs!


Der Nummer auf meinem Ticket nach setze ich mich in ein winziges Abteil in dem, neben ein in der Wand versteckten Klappbett, ein Waschbecken und sogar eine eigene Toilette ist! Der Schaffner komplimentiert mich jedoch da wieder hinaus – ich habe schließlich kein Abteil, sondern nur einen ‚Schlafplatz’! Auch gut, das mit der Toilette vor der Nase fand ich nämlich gar nicht so schön! Mein ‚richtiger’ Schlafplatz ist eine Nische von zwei gegenüberliegenden breiten bequemen Sitzen, die in üblicher Manier nachts zusammen geschoben werden, um daraus ein Bett zu zaubern!

Dazu wird aus dem darüber befindlichen Klappbett jedoch noch eine Extra-Matratze, ziemlich dick und sehr bequem, geholt, eine echte Daunendecke und zwei Kopfkissen! Hier wird mitgedacht – es gibt ein dünnes und ein dickes Kopfkissen, jedem Fahrgast so, wie es ihm am Bequemsten ist! Das schönste jedoch ist die weiße, frisch gemangelte Bettwäsche, die über alles gezogen wird – was für ein Luxus! Vor diese Nische wird dann ein Vorhang gezogen und man schläft wie in einem kleinen Himmelbett! Von der Zugbegleiterin bekommt jeder Fahrgast noch eine große Tüte mit jeweils zwei Hand- und Badetüchern und allem, was man für die Abend- und Morgentoilette so brauchen könnte! Eine Dusche ist an einem Ende des ‚Schlafnischen-Wagens’, je eine Damen- und Herrentoilette bzw. Waschraum am anderen! Beides ist sehr geräumig – man kann seine Sachen gut ablegen, es gibt genügend Steckdosen und natürlich auch heißes Wasser!
Das verspricht, eine tolle Fahrt zu werden! Eine Weile schaue ich noch den Außenbezirken von Vancouver beim Vorbeiziehen zu. Bald aber wird es dunkel und wir hier im Abteil machen uns kurz bekannt miteinander: Eine ältere Frau aus Ontario, die vom mehrwöchigen Besuch bei ihrer Tochter wieder nach Hause fährt, einem Mann aus Vancouver, der sich mit dieser Zugfahrt auch einen Lebenstraum erfüllt und ein zweiter Europäer, der aus England kommt, eine Freundin in Vancouver besucht hat und von Toronto aus zurück in seine Heimat fliegen wird. Bald danach wird es still, die Vorhänge werden zugezogen und dann sind alle Lichter aus und eine große Stille, nur mit der ‚Hintergrund-Musik’ der rollenden Räder, macht sich überall breit!

Gute Nacht und Aufwiedersehen Vancouver!

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Eine Antwort zu Vancouver – Traumstadt im Norden mit mediterranem Flair!

  1. Sohn #1 schreibt:

    aaaahhh, whistler… nur noch 17 wochen, dann stehen wir wieder am ‚7th Heaven‘ und stechen ins tal… 🙂
    schnee fällt auch schon, alles wird gut!!

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