Auckland

19.12.2010

Mitten in der Nacht gut in Auckland angekommen – hier ist es bereits 00.20h! Der Zeitunterschied zu Sydney ist noch mal 2 Std., so dass ich nun insgesamt 12 Stunden früher dran bin als Ihr daheim in Deutschland!
Das Chaos bei Air New Zealand ging übrigens weiter: Ich hatte beim Einchecken um einen Gangplatz gebeten, was mir die Dame am Schalter auch zusagte. Als ich dann meine Bordkarte in Händen hatte und zum Flieger ging, wunderte ich mich nur ein bisschen über meinen Platz ‚9B’ – aber ich dachte, das wird vielleicht nur ein kleiner Flieger sein für die Strecke. Im Flieger stellte sich dann heraus, dass ich den Platz zwischen Mutter und halbwüchsiger Tochter bekommen hatte. Die hatten aber für den Platz auch eine Bordkarte für das Baby, was noch dabei war. Die Stewardess gab ihnen kurz und bündig Bescheid „das Baby muß auf den Schoß genommen werden“ ! Aber da kam sie bei der Mutter schlecht an – die hatte nämlich den Platz für das Kind gebucht und auch bezahlt!! Also wurde der nächste freie Platz angesteuert – wieder in einer Reihe von Eltern mit Baby! Auch die waren jedoch überhaupt nicht bereit, einen bezahlten Platz aufgeben zu sollen! Also wollten sie mich in die letzte Reihe setzen – ohne Möglichkeit, die Sitzlehne zu verstellen! Da protestierte ich dann – und siehe da, plötzlich waren 3 Plätze in der 2.Reihe noch frei und da konnte ich mich dann ausbreiten. Das Problem war nur mein Rucksack, für den vorne kein Platz mehr war – ich hatte aber von der Stewardess extra gesagt bekommen, ich soll ihn mit nach vorne nehmen. Da inzwischen der Start in greifbarer Nähe war, bekam ich von der Dame, die für die vorderen Reihen zuständig war, nur gesagt, ich soll ihn solange auf einen der freien Sitze neben mir stellen, sie werden dann schon einen Platz finden – also gesagt, getan! Beim Landeanflug fragte die gleiche Dame dann plötzlich per Mikrofon, wer einen Rucksack in der 2. Reihe abgestellt hätte – der oder die solle ihn sofort abholen. Als ich ihr ziemlich verdutzt sagte, dass das doch meiner wäre, fuhr sie mich an, was der auf dem Sitz zu suchen hätte! Nahm ihn, packte ihn weg, kam zurück und zischte mir zu, dass der aber das zugelassene Gewicht von 7kg überschritten hätte! Da kam sie nun bei mir ganz schlecht an – ich hatte ihn nämlich spaßeshalber beim Einchecken wiegen lassen und er wog 6,4 kg (auf der Waage der Air New Zealand!)! Hat wohl Methode dort – immer die Fluggäste für alles verantwortlich machen, ja nicht ein eigenes Versagen zugeben…

Die Immigration war ganz fix, beim Zoll musste ich mich einigen Fragen stellen. Man darf hier nach New Zealand so gut wie überhaupt keine Pflanzen, Tiere oder entsprechende Erzeugnisse einführen. Meine 6 übrig gebliebenen Teebeutel aus Australien und ein Tütchen Kartoffelchips, die ich als Wegzehrung von den Jungs mitbekommen habe, darf ich trotzdem behalten. Dafür werden meine Wanderschuhe gründlich von Staub und den winzigen Erdpartikeln gereinigt, die noch daran hafteten! Die Plastiktüte, in der ich sie eingewickelt hatte, wurde gleich entsorgt! So habe ich jetzt ein ein blitzeblankes sauberes Paar Schuhe im Gepäck… Mit meinen Sandalen musste ich über eine Art nassen ‚Bürstenvorleger’ marschieren, damit da auch alles Anhaftende weggeschrubbt wird. Aber ansonsten sind sie sehr zufrieden mit mir und ich kann die Ankunftshalle verlassen! Draußen stehen jede Menge ‚Shuttle Buses’, die aber nach dem Motto ‚Nur Bares ist Wahres’ handeln. Da ich noch kein Geld geholt habe, bieten sie mir an, auch australische Dollar zu nehmen – allerdings zum 1:1 Wechselkurs!!! Da gehe ich doch lieber wieder zurück in die Halle und suche mir den nächsten Geldautomaten – leider werde ich erst beim 3. und letzten fündig, die anderen beiden sind ‚out of order’! Ich bin der letzte Fahrgast in einem der Kleinbusse und es geht auch gleich los – in den tropischen Regen von Auckland!
Für die ersten beiden Nächte habe ich ein Zimmer in einem Hotel vorgebucht, danach 3 Nächte in einem Hostel (bei denen kann man ja immer nachts nicht anreisen!). Aber der Empfang im Hotel (es war inzwischen fast 2h!) war mehr als ernüchternd. Für mich wäre keine Reservierung da – obwohl ich den Ausdruck der Buchungsbestätigung dabei hatte! Erst nach längerer Diskussion und ziemlich massivem Auftreten von mir ließ man sich dann herab, mir doch noch ein Zimmer zu geben! Was haben eigentlich plötzlich alle gegen mich??? Nach all der Aufregung sank ich dann endlich um 2.30h in mein (zugegbenermaßen sehr bequemes) Bett und schlief beim Rauschen des Regens draußen auch schnell ein!
Und vom Rauschen draußen werde ich gegen 10.30h auch wieder wach! Also heute verpasse ich wirklich nichts und ich drehe mich nochmal um und schlafe weiter! Später teste ich dann den Pool – aber es ist ein so ungemütliches Ambiente dort, dass ich gleich wieder umkehre! Das Abrufen meiner E-Mails mache ich in Ermangelung eines WLan über die ‚Münzcomputer’, die überall rumstehen – 10 Min. 2$ (etwa 1,20€), aber ich habe nicht viele Mails und da reicht eine Münze! Erst am Nachmittag klaube ich dann Regenjacke und –schirm zusammen und will doch mal ein wenig die Stadt erkunden! Bis ins Zentrum sind es nur etwa 10 Minuten zu laufen, aber bei dem Wind werde ich trotzdem ziemlich nass. In einem McDonalds(!) wärme ich mich ein wenig auf, ehe ich mich wieder auf den Weg zurück mache. In einem riesigen Schreibwarenladen stöbere ich noch ein wenig in den Glückwunschkarten, in einem Convenience Shop kaufe ich mir eine neue SimCard für Neuseeland und in einem Sushi-Laden bekomme ich 50% auf eine Packung Sushis, die ich mir fürs Abendessen mitnehme! Die Geschäfte schließen nämlich jetzt – es ist 4.30h, aber schließlich Sonntag! Es regnet inzwischen nur noch ganz leicht und ich komme nicht mehr ganz so naß wieder im Hotel an – der Abend vergeht kurzweilig mit Fernsehen „Eat, pray, love“!


20.12.2010

Gut ausgeschlafen leiste ich mir noch ein Frühstück im Hotel. Der Service im Restaurant passt allerdings zum Empfang gestern! Frühstück gibt es lt. Aushang im Zimmer bis 10h, es ist jetzt 9.50h und ich werde angeblafft: „Frühstück nur bis 10h, wir geben Dir höchstens 10 Minuten mehr!“ (es ist immerhin ein 4*-Hotel!). Da das (teure) Frühstück aber sowieso eher lausig ist, flüchte ich schon nach ‚5 Min. mehr’ und fange mir ein Taxi, das mich in die ‚City Lodge’ bringt! Welche Überraschung – das Backpacker-Hostel stellt sich als kleines City-Hotel heraus! Ich habe ein Einzelzimmer mit eigenem Bad und bezahle gerade mal 30€/Nacht! Es liegt genau so zentral wie das Hotel und die jungen Damen an der Rezeption sind ausgesprochen freundlich! Das Zimmer ist nicht ganz so groß, aber für mich allein total ausreichend und das Beste – ich kann mir einen Internet-Zugang kaufen: 12GB für 12$ – das reicht für meinen Aufenthalt hier aus und ich kann, wenn es meine Zeit erlaubt, alle meine restlichen Texte und vor allem Fotos in meinen Blog hoch laden!
Das Wichtigste ist jedoch, erst einmal ein neues Kabel für mein Notebook zu finden. Bei zwei der Läden á la Saturn und Konsorten habe ich Pech – die haben zwar Universal-Kabel, aber bei denen passen die diversen Anschlüsse für mein Gerät nicht! Auch beim dritten dieser Läden werde ich nicht fündig, aber ein sehr hilfsbereiter junger Mitarbeiter gibt mir den Rat, es bei ‚just laptops’ zu versuchen! Das ist gar nicht so weit weg und ich gehe da gleich hin. Sie haben das richtige Kabel auch nicht, können es aber bei HP/NZ bestellen! Ich kann es heute abend noch abholen oder aber morgen früh! Und das Schärfste – es kostet original deutlich weniger die Hälfte von dem, was ich in Australien für das Ersatzkabel bezahlt habe!
Ziemlich beschwingt mache ich mich dann auf den anstrengenden Weg zurück ins Hostel.
Auch Auckland ist eine ausgesprochen hügelige Stadt – das Hostel ist oben und die Einkaufsstraße unten…

Die Hügel kommen daher, dass ich mich hier in einer ‚gefährlichen’ Gegend befinde! Neuseeland ist absolutes Vulkangebiet und der letzte ist ‚erst’ vor 600 Jahren ausgebrochen! Auckland ist mitten auf einem Vulkan gebaut und gar nicht sooo weit weg von hier gibt es noch jede Menge Zeugnisse dafür, dass die Aktivitäten unter uns ungebremst sind: Geysire, kochende Schlammlöcher etc. etc. Auch war erst im September auf der Südinsel ein relativ schweres Erdbeben und bis heute gibt es immer wieder mittelschwere Nachbeben – ich glaube aber einfach fest daran, dass mein Besuch nicht von irgendwelchen ‚tektonischen Störungen’ beeinträchtig wird!

Am späten Nachmittag hole ich also mein Kabel ab – ich bin total happy! Der Heimweg führt mich an dem Dock vorbei, wo die ‚Pearl of the Sea’ noch bis morgen vor Anker liegt – das erste neuseeländische Kreuzfahrtschiff!


Die Aucklander und andere strömen aufs Schiff, es ist ‚Besichtigungstag’! Ich schau mir das nur von außen an und gehe dann noch zum Bahnhof. Mein Plan beinhaltet auch eine Zugfahrt mit dem ‚Overlander’ bis nach Wellington, der Länge nach durch die Nordinsel. Aber leider habe ich Pech: Der Zug wird vom 25.12. bis 9.1. eingestellt wegen dringender Gleisbauarbeiten! Schon erstaunlich – gerade dann, wo die Haupturlaubszeit hier beginnt! Auch mein Aufenthalt über Weihnachten auf dem Land muß verkehrstechnisch anders gestaltet werden. Dorthin fährt ein Vorortzug, der nur 6$ kosten würde. Aber leider fährt dann nach Weihnachten keiner mehr zurück – aus den gleichen Gründen wie oben!
Also muß ich meinen Plan heute abend noch mal gründlich umstellen und für die ganze Zeit meines restlichen Aufenthalts hier ein Auto anmieten!

21.12.2010

Heute werde ich von der Sonne geweckt – so laß ich mir das gefallen! Schnell ein kurzes Frühstück und dann geht es Richtung Bushaltestelle. Ich werde heute das Auckland Museum besuchen. Dort gibt es mittags eine Maori-Vorführung mit Tanz und Musik und danach kann man mit diesen Akteuren eine private Führung durch die Maori-Abteilung des Museums machen!
Der Bus ist ein sehr praktischer Ringbus, der noch dazu zum absoluten Sonderpreis von nur 1,80 NZ$, also knapp einen Euro kostet. Damit könnte ich solange mitfahren, wie ich wollte.
Im Museum bekomme ich hier ohne lange Faxen einen Seniorpreis (immerhin 10$ Reduktion!) und schaue mir bis zum Beginn der Vorführung die Abteilung ‚Vulkane’ an! Dort gibt es ein ‚Zimmer’ wie ein Wohnzimmer, in dem man den simulierten Ausbruch eines neuen Vulkans im Hafen von Auckland miterleben kann! Das rumpelt ganz schön – wohl ziemlich realistisch, wie sich ein Erdbeben anfühlen würde!



Die Vorführung ist ganz super. Eine der Tänzerinnen erklärt stets vorher, was der Tanz im Einzelnen bedeutet und auch, aus welchen Materialien die Kleidung, Schuhe, die Musikinstrumente und andere Zubehörteile gemacht sind – und warum die männlichen Tänzer ganz oft die Zunge beim Tanz herausstrecken! Hinterher geht es durch den wirklich schön gemachten Ausstellungsteil mit Maori-Exponaten. Dort gab es alles zu sehen, was diese Kultur so ausmacht – inklusive eines originalen Hauses und Vorratsschuppen! Alles mit unzähligen Schnitzereien versehen!
Vom Weg zum Bus habe ich dann eine traumhafte Aussicht über die Stadt und auf eine Aurikaria, den typischen Nadelbaum hier, die scheinbar direkt aus einem Kirchturm heraus wächst :-)!


Für die Heimfahrt mache ich die Busrunde durch die Stadt – ich will mal sehen, ob ich in einem Buchladen einen kleinen Reiseführer für die Nordinsel finde. Leider nicht, aber dafür einen Nagelsalon wie in Fallbrook, wo ich mir eine Pediküre gönne! Und was soll ich Euch sagen – auch hier bekomme ich die großen Zehennägel extra verziert, dem Anlaß angemessen mit Weihnachtssternen!

Anschließend falle ich noch in ein Delikatessen-Geschäft ein, wo ich mir einen echten deutschen Edelpilzkäse für ein Vermögen leiste. Es gab dort auch kleine Bahlsen-Weihnachtsstollen – einer für sage und schreibe 36$!!!!! Das konnte ich mir dann doch ganz leicht verkneifen!
Inzwischen war es früher Abend und ich musste dringend an meinen Computer – ich habe für meine kleine Rundfahrt einige SERVAS- und CouchSurfing-Gastgeber angeschrieben. Mal sehen, ob ich irgendwelche Zusagen habe, ansonsten muß ich versuchen, irgendwie an günstige Zimmer zu kommen. Das wird so kurzfristig nicht so einfach sein, da ja jetzt hier gerade die Feriensaison gestartet ist!

22.12.2010
Ich habe doch tatsächlich bis fast mittags geschlafen heute ! Ich hatte mir keinen Wecker gestellt und das Fenster gestern Abend geschlossen und – schwupps, war Verschlafen angesagt! Aber ich versäume ja heute nichts. Ich möchte nur noch mal in die Stadt, um nach einem kleinen Weihnachtsgeschenk für meine Gastgeberin über Weihnachten zu schauen! Das ist heute ein richtiger „Weihnachts-Bummel“ – der erste und einzige in diesem Jahr! Neben mir sind noch ein paar ’stranger‘ in der Stadt, ich bin jedoch etwas irritiert, was ein Cherokee Indianer hier macht …
Ich streune eine wenig durch die Geschäfte, dann greife ich aber auf den bewährten Laden für solche Fälle ‚Body Shop’ zurück und erstehe ein paar lecker duftende Dinge für Hände und Körper! Aus einer der Foodmalls nehme ich für mich zum Abendessen eine Wanton-Suppe mit – die beste, die ich je gegessen habe!

Meine ‚Ausbeute’ an Couchsurfern war gut gestern abend! Ich habe drei Zusagen für die nächsten 10 Tage! Eine davon an einem ganz anderen Ort als ich angefragt hatte – die Familie ist zu der Zeit gerade in ihrem Sommerhaus in der ‚Bay of Plenty’ und hat gefragt, ob ich nicht auch dorthin kommen möchte!

Mein Gepäck ist schnell fertig und ich gehe noch ein wenig in die lounge unten und komme mit einer Gruppe von Taiwanesen ins Gespräch, die morgen auch abreisen. Totale Enttäuschung, dass ich noch nie in Taiwan war und das auch nicht auf meiner jetzigen Route liegt. Ich werde mit diversen Visitenkarten versorgt und dem Auftrag, bald mal ihr Land zu besuchen!

Obwohl ich heute so lange geschlafen habe, bin ich rechtschaffen müde und gehe auch bald ins Bett!

3 Antworten zu Auckland

  1. Sohn #2 schreibt:

    Kabel Kabel Kabel,
    was machst Du nur mit den Dingern?
    Hast DU Dein Kabel verbummelt oder was?
    Ich bin ja auf Fotos gespannt. Gib uns doch mal ne Adresse durch, dann können wir per Google StreetView sehen, wie und wo Du bist 😉
    Liebe Grüße aus dem Rheinländer Winter!
    der Sohn #2

  2. grannyontour schreibt:

    Bir morgen früh bin ich noch im YHA in Paihia, NZ!

  3. TinkaC schreibt:

    Hm,

    auf Wanton Suppe haben wir auch gerade Lust! Unsere Fahrt aus dem Rheinland Richtung München war nett, unterwegs waren wir noch schnell bei Schikoras zu Besuch ( liebe Grüße! ).
    Dir weiterhin eine tolle Reise. Und ja, Taiwan klingt wirklich interessant ;.)

    Liebe Grüße und ein Bussi

    Kathrin mit Anna auf dem Schoß

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s