Swakopmund

29.7.2010
Gleich zu Beginn – die Zugfahrt war ziemlich easy! Trotz aller Unkenrufe fühlte ich mich auch total sicher! Auf die Toilette musste ich dann allerdings wirklich nicht – obwohl ich ordentlich getrunken habe während der Fahrt! Witzigerweise waren meine MitfahrerInnen alle mit Steppdecken ausgerüstet – ich hatte nicht mal meinen Schlafsack dabei! Und zu Anfang war es eher zu warm als zu kalt im Abteil! Aber der Reihe nach:
Der Zug fuhr zwar ganz pünktlich ab, aber nach etwa 10 km ging die Beleuchtung aus (der Fernseher lief allerdings weiter!) und der Zug blieb stehen. Lange passierte gar nichts, nach etwa 1 Std. ließ sich der Schaffner wieder einmal sehen: Lokomotive muß ausgetauscht werden – das dauerte! Währenddessen mussten auch noch 2 zusätzliche Güterwaggons angehängt werden. Bis das alles geschehen war, waren knapp 3 Stunden vergangen – wir hatten bereits zwei amerikanische Spielfilme präsentiert bekommen! Und es waren wohl auch nur zwei vorgesehen, denn dankenswerterweise ging dann auch der Fernseher aus und man konnte während der Fahrt ohne lautstarke Berieselung versuchen zu schlafen! Die Sitze waren so unbequem nicht, ließen sich weit zurückstellen und auch die Beinfreiheit war okay! Ich döste immer wieder mal ein, war aber auch viel wach – draußen (fast noch voll)mondhelle Nacht und doch einiges an Landschaft zu sehen! Es wurde auch stetig kühler, meine Jacke war dann doch nicht kuschlig genug…
Der Zug fuhr zwischendurch übrigens sehr schnell, was mir dann doch bei dem Zustand der Schienen etwas zu denken gab…
Lange vor Ankunft in Swakopmund sah man bereits den Lichterschein am Horizont! Kurz nach 6h liefen wir dann schon im Bahnhof ein – für mich viel zu früh, hatte ich mich im Hotel doch erst für den Vormittag angemeldet! Aus drei Stunden verspäteter Abfahrt wurden dank oder auch nicht höherer Geschwindigkeit letztendlich doch nur 1 Stunde Verspätung!
Ein Taxi war schnell gefunden und um kurz vor halb sieben stand ich schon vor meinem Quartier ‚L’Avignon’ – es gab dort jedoch weder Klingel noch reagierte jemand auf meinen Anruf. Ich sah mich schon todmüde auf dem Randstein einschlafen. Aber es kamen Gäste heraus, die zu einem Ausflug unterwegs waren. Sie ließen mich dankenswerterweise ein, weil ‚das Personal hier immer erst gegen halb acht ins Haus kommt’! Auf diese Weise konnte ich zumindest in der Lobby auf bequemem Sofa sitzen und warten!
Mein Zimmer war jedoch bei Ankunft einer der Mitarbeiterinnen schon fertig, ab 8h gab es Frühstück, dass ich auch schon mit genießen durfte und danach ging es heiß geduscht sofort ins Bett!
Ein Anruf meines Ballonpiloten weckte mich gegen Mittag, der mir mitteilte, dass wir aus Windgründen doch schon heute Nachmittag fliegen würden („nur die Deutschen fahren mit einem Ballon“!). Also schnell noch ein wenig bummeln, einen Kaffee trinken, für morgen einen Ausflug zu den kleinen Tieren der Wüste buchen (‚living desert – alles, was da so kreucht und fleucht’) und fertig machen! Pünktlich um ¾ 4h wurde ich abgeholt, unterwegs noch 4 Leute zusätzlich, aber leider zog plötzlich ein heftiger Wind auf! „If you want to have a lift to South America we could do it“ – nein danke, dahin will ich jetzt noch nicht! Wir warteten am geplanten Startplatz zwar noch eine Weile, ob sich an der Stärke des Windes was verändern würde! Leider nicht, also mussten wir unverrichteter Dinge wieder zurück in die Stadt! Das war besonders schade für ein junges Paar aus Deutschland, von denen er heute Geburtstag hatte und der Ballonflug das Geschenk seiner Frau sein sollte! Sie werden es morgen früh noch einmal probieren, ich am Samstag morgen vor meiner Abreise!


Das Abendessen gab es im benachbarten Ecklokal: 12 King Prawns mit einer ordentlichen Schüssel Salat (nicht nur lt. Speisekarte ‚enough for a whale’!) und Brot für umgerechnet ca. 6 Euro. Da habe ich mir doch gleich noch einen leckeren süd-afrikanischen Sauvignon für etwa 1,80 Euro/Glas bestellt – man gönnt sich ja sonst nichts!

3 Antworten zu Swakopmund

  1. Annelore Hehemann schreibt:

    Liebe Christine,
    schön, dass ich Dich kurz vor Deiner Abreise noch treffen konnte und schön, jetzt mit Dir unterwegs zu sein! Sozusagen ‚in einem Rutsch‘ habe ich heute Deine packenden Berichte verschlungen.
    Bin gespannt auf Deine weiteren Schilderungen / Fotos, die mir die Zeit zwischen meinen eigenen Reisen verkürzen werden. Was lerne ich von Dir? Man / frau muß sich nur trauen…
    Weiterhin nur das Beste und liebe Grüße aus Darmstadt
    Anne

  2. Tinka schreibt:

    Na dann wünsche ich Dir viel viel Erfolg und ein laues Lüftchen für Sonntag! Bin schon sehr gespannt auf tolle Bilder beim „fahren“.
    Wir fliegen Sonntag nach Orlando und schauen uns Seaworld an.
    Dir weiterhin eine so spannende und außergewöhnliche Reise!

    Ganz lieben Gruß von Amerika nach Afrika,

    Tinka

  3. Alexandra Buytendijk schreibt:

    Wie schoen Du schreibst Christine
    Danke fuer’s Teilhaben lassen.
    Bin froh, dass wir im 21. Jahrhundert leben und so etwas moeglich ist und es ueberhaupt Internet gibt.
    Denken an Dich
    Alexandra & Familie

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s