3 Tage ‚Coral Bay‘!

8.10.2010
Heute habe ich nur etwa 300 km zu fahren! Könnte mir also Zeit lassen, wenn nicht das Meer zu verlockend wäre! Also früh raus, noch schnell getankt und Eiswürfel für die Coolbox besorgt und dann los!
Rund um Carnarvon gibt es eine Reihe großer Gemüse- und Obstbauern! Es muß hier viel Wasser geben, obwohl der große Gascogne-Fluß, an dessen Mündung Carnarvon liegt, total ausgetrocknet ist!

Überall stehen Schilder mit ‚Avocado, Tomaten, Mango und Paw Paw (wie hier die Papayas heißen)’ am Straßenrand. Ich fahre also eine der Farmen an, um dort ein paar Mangos zu kaufen! Sie haben aber leider nur eingefrorene, keine frischen (ist noch keine Saison). Aber eine Avocado und 1 Kilo Tomaten nehme ich noch mit und stelle fest, dass ich für beides gerade mal soviel bezahlen muß wie für 1 Avocado alleine im Supermarkt! Die Farmer-Familie hieß übrigens Frankovich kommt von der Insel Krk in Kroatien!
Kurz danach steuere ich noch eine ‚Organic Strawberry Farm’ an, aber die Erdbeeren müssen erst wieder nachreifen! Von dort nehme ich jedoch noch eine Riesenpapaya mit! Jetzt sollten meine Vorräte für eine Weile reichen! Wasser brauche ich ziemlich viel – es sind jetzt bereits 37 Grad draußen und dementsprechend muß ich trinken!
Eine zeitlang geht es noch durch rotgrundiges Buschland. Überall sehe ich den roten Boden noch dicht bedeckt mit einem rosaroten Blumenteppich – manchmal ist die Natur zu verschwenderisch in ihrer Farbenpracht! Bei meinen Fotografierpausen verstehe ich jetzt den Rat bezgl. des Fliegennetzes – kaum verläßt man das Auto, ist man in kürzester Zeit umgeben von kleinen aufdringlichen Fliegen, die am liebsten in die Nasenlöcher, die Ohren und den Mund wollen! Ekelhaft! Wild um sich schlagend muß man dann ins Auto einsteigen, damit einen nicht zu viele davon ‚begleiten’. Bei einer kurzen Pause auf einem Parkplatz muß ich dann erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass die Toilettenräume frei von Fliegen sind! Alles sehr eigenartig!
Langsam werden nun Büsche und Bäume spärlicher und auch kleiner, dazwischen jetzt immer wieder riesige Termitenhügel! Und irgendwann ist nur noch weitläufiges ‚Nichts’ – kleine Bodendeckerpflanzen und Gras im roten Sand! Auch die weit verstreuten Farmen werden seltener, aber dafür gibt es immer wieder bunt bemalte ausrangierte Kühlschränke am Straßenrand! Nach dem Motto „Am hellblauen Kühlschrank rechts weg geht’s zu unserer Farm“ 🙂
Aber ich bin nicht mehr weit von meinem heutigen Ziel ‚Coral Bay’, wo ich ein paar Tage Station machen möchte. Ich habe zwar noch kein Quartier bestellt, aber da die Schulferien dieses Wochenende um sind, wird es wohl so schwer nicht werden!
Gleich am ‚Ortseingang’ steht das Backpacker-Hotel, da frage ich gleich mal, wie es mit Zimmern aussieht. Und wie ich vermutet habe, haben sie eine große Auswahl. Die nette Dame an der Rezeption rät mir, ein Bett in einem Doppelzimmer statt eines eigenen Doppelzimmers zu nehmen – das kostet dann nur 45 A$ (derzeit etwa 30Euro) statt 90 A$. Da müsste ich das Zimmer evtl. mit einer noch kommenden weiblichen Person teilen – aber Kathy meint, so viele Einzelreisende wären ja nicht unterwegs und sie hätten darüber hinaus ja mehr von diesen Zimmern, die derzeit alle frei wären. Das finde ich ja supernett und superbillig. Ist zwar kein Hotel und ist nicht direkt am Strand. Aber es gibt einen Pool und zum Strand sind es gerade mal 200 m! Essen gehen könnte ich in einem der Restaurants oder mir auch selbst kochen. Was will ich mehr! Kurz entschlossen bleibe ich gleich hier und schaue gar nicht weiter – noch ist ja Saison und billiger werde ich nichts bekommen!
Coral Bay ist eigentlich kein richtiger Ort – es gibt gerade mal 190 Einwohner! Es ist wirklich nur eine ‚Sommerfrische’ mit zwei Hotels, 2 Campingplätzen, 2 ‚Supermärkten’, einer ‚Bakery’, wo man auch Frühstücken könnte, und einigen Tour Agencies bzw. Tauch-/Surf-Ausrüstern. Aber dieses traumhafte Stückchen Erde schreit förmlich danach, als Sommer-Stützpunkt genutzt zu werden. Wie mir Kathy erzählte, ist jetzt noch gar nicht viel los – „über Weihnachten solltest Du das mal erleben“! Aber ich brauche ja die nächsten Tage nichts, außer einem gemütlichen Bett, Wasser und Sonne – und das alles gibt es hier ausreichend! Ich buche für Sonntag noch eine Schnorcheltour am Ningaloo Riff, wo neben Schildkröten, Delphinen, Riffhaien und vielerlei Korallen vielleicht auch Mantas gesichtet werden können.
Ich richte mich in meinem Zimmerchen ein und gehe dann in den örtlichen Supermarkt – heute will ich mir mal ein richtiges Steak oder einen tollen Fisch gönnen (es gibt hier auch Barbecue-Facilities!) und eine große Schüssel Salat. Aber welche Enttäuschung – der ‚Supermarkt’ ist ein besserer Tante-Emma-Laden mit empörend hohen Preisen. Es gibt auch kein frisches Fleisch oder frischen Fisch – nur tiefgekühlt. Also beiße ich in den sauren Apfel und kaufe tiefgekühlten Fisch (immerhin örtlichen!) und einen Kopf Salat (vermögensartig!). Als ich später noch einen Spaziergang zum Strand mache, sehe ich, dass die Fischer dort offenbar gerade frischen Fisch verkaufen – mal sehen, was ich morgen abend machen werde! Ich möchte ja nicht wissen, was hier das Essen im Restaurant kosten würde…
Das Essen war ausgesprochen lecker und viele neidische Blicke von den anderen mit ihren Sandwich- und Cup-Noodles-Abendessen treffen mich! Aber vielleicht sitze ich morgen auch mit der gleichen Essensauswahl hier…
Ach – und überhaupt: Ich habe heute wieder mal den ‚Wendekreis des Steinbocks‘ Richtung Norden überfahren!

9.10.2010
Faul gewesen, am Pool und am Strand rumgehangen…


10.10.2010
Heute großes Abenteuer – halbtägige Schnorcheltour am Riff! Zusammen mit 5 (!!!) anderen deutschen Frauen! Drei von denen sind im gleichen Hostel wie ich. Die hatten bisher nicht viel mehr zu tun, als ständig auf Platt über alle möglichen Leute zu lästern… Aber die beiden anderen waren supernett. Zwei junge Frauen, eine aus Thüringen und eine aus Kassel, haben sich erst in Sydney im Backpacker Hostel kennen gelernt und spontan beschlossen, gemeinsam weiter zu reisen! Sie haben sich relativ kurzfristig zu der Schnorcheltour angemeldet, ich hatte eigentlich gehofft, es meldet sich niemand mehr an! Dann wäre diese Tour nämlich abgesagt worden und mir wären die Osfriesinnen erspart geblieben. Für den Fall hatte ich noch eine optionale Anmeldung bei einem anderen Veranstalter!
Aber schlussendlich war es ein sehr erfolgreicher Ausflug! Für uns ist ein Buckelwal weit aus dem Wasser gesprungen,


wir hatten am äußeren Riff einen Manta
und einen Riffhai

als ‚Schnorchelkumpel’ (beide ungefährlich, aber trotzdem erst ein kleines bißchen unheimlich für mich!), haben Unmengen von bunten Fischen
und einige Schildkröten gesehen. Und dazu so große und unterschiedlich geformte Korallen, wie noch nie zuvor!
Es war ein wirklich tolles Erlebnis, das ich nicht missen möchte! Am frühen Nachmittag steuerten wir dann wieder Coral Bay an!

Gleich nach dem Ausflug habe ich mir noch eine weitere SimCard für meine Telefon gekauft. Meine bisherige ist hier (fast) im Outback nämlich ständig ohne Netz. Jetzt hoffe ich, dass ‚Telstra’, sozusagen die australische Telecom, eine bessere Abdeckung hat!
Aber schon die Registrierung lässt sich problematisch an – da muß ich morgen früh doch noch mal in den Laden gehen, wo ich sie gekauft habe!
Mein letzter Abend brachte einen wunderschönen Sonnenuntergang

und danach auf dem Campingplatz gegenüber ‚Sonntagabend-Unterhaltung’: Jede Menge Lieder (Volkslieder, Schlager, Country??), die Western Australia und seine Städte zum Inhalt hatten, vorgetragen von einem Hillbilly-Sänger – was für ein schöner Abschied!
Schade, dass die Zeit hier so schnell vergangen ist! Aber morgen Abend wartet schon meine Gastgeberin in Karratha, meiner nächsten Station, auf mich!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s