Living Desert

30.7.2010
Ja, die kleinen ‚Raubtiere’ haben schon auch was – vor allem, wenn man sie wirklich hautnah erleben darf!
Die Wärme gestern ist Vergangenheit! Heute früh weht wieder ein äußerst frisches Lüftchen, als ich zu ‚Janni’ in den Wagen steige, der mich pünktlich um 8 h in meinem Hotel abholt! Im Auto sitzt schon ein junger Mann aus Deutschland und wir holen noch ein Schweizer Pärchen ab. Am Rand der Wüste treffen wir dann mit einem richtigen ‚Expeditionsfahrzeug’ zusammen, das unser Guide fährt und in dem noch 2 Familien sitzen. Alles in allem sind es 3 Halbwüchsige, 2 Kinder und 9 Erwachsene, die auf Safari zu den ‚Small Five’ gehen werden! Lt. unserer Guides ist es das fast perfekte Wetter, da es auch viel Tau gibt. Und vom Tau leben alle die Tiere, die wir heute zu sehen bekommen sollen!
Ein kleiner Gecko ist unser erster Fang – etwa 12 cm lang, in bunten Farben schillernd und ziemlich durchsichtig! Kurz danach wird noch ein etwas größeres Geckoweibchen gefunden, bei dem man sogar die beiden Eier im Leib erkenne n konnte! Auch die ‚Sollbruchstelle’, an der bei Bedarf der Schwanz abgeworfen werden kann, ist deutlich zu sehen (der Schwanz wächst übrigens in etwa 6-8 Wochen wieder nach!). Ein schöner Einstand! Das schönste war jedoch zu sehen, wie schnell so ein Gecko sich wieder in den Sand eingraben kann und sozusagen“die Tür hinter sich wieder zu macht“! Faszinierend!
Unsere beiden Guides stochern in allen Büschen herum (was sie uns, besonders den Kindern vorher streng verboten hatten!), um uns eine Schlange präsentieren zu können. Ich bin da skeptisch – meiner Meinung nach viel zu kalt, als dass die irgendwo aus dem Sand herauskommen würden! Die Guides finden auch keine Spuren, da die durch den Wind sofort wieder verweht werden!
Aber eine kleine Blindschleiche geht uns dann doch ‚ins Netz’ – die sehen offenbar überall auf der Welt gleich aus und fühlen sich auch gleich an! Die beiden kleinen Mädchen, die dabei sind, sind ziemlich mutig und lassen sie sich in die Hand geben!
Das nächste ‚Opfer’ ist eine hübsche kleine Eidechse ! Sie beißt sich in der Hand des Guides fest und er kann sie so herum zeigen. Als besonderen Clou hängt er sie einem der Mädchen als ‚lebenden Ohrring’ ans Ohr – es tut nicht weh, aber ist natürlich DAS Fotomotiv für uns alle! Sie will dann gar nicht loslassen, kann aber zu guter Letzt doch wieder in den Sand gesetzt werden!
Die Schlange lässt immer noch auf sich warten!
Wir finden jedoch ein Chamäleon-Männchen, dass sich inmitten eines Wasserbusches gerade der zaghaft auftauchenden einzelnen Sonnenstrahlen aussetzt – ganz dunkelgrün gefleckt! Interessant, wie die beiden Augen sich unabhängig voneinander ständig in alle Richtungen bewegen und alles beobachten! Und noch interessanter, wie schnell die Farbe wechselt, sobald es aus dem Gebüsch auf die freie Sandfläche kommt, wohin es mit Mehlwürmern gelockt wurde! Kurz danach kommt der Ruf, dass ein noch größeres trächtiges Weibchen gefunden worden wäre! Das ist ziemlich rosa gefärbt, wie es sich für ein ‚Mädchen’ offenbar gehört und lässt sich natürlich auch gern füttern. Sie bekommt allerdings einige ‚Kopfstandkäfer’, die ein absoluter Leckerbissen für Chamäleons sind, und die mit eindeutig großem Genuß verspeist werden!
Immer noch keine Schlange, aber ein großer schwarzer Skorpion – angeblich ein junger, die ausgewachsenen können bis zu 30 cm (von den Fühlern bis zum Giftstachel) lang werden! Mit einer Art Grillzange wird er aus dem Gebüsch gefischt, in dem er sich versteckt hatte und wir können ihn so aus nächster Nähe anschauen – wurde dadurch aber nicht sympathischer! Ist eben ein Spinnentier und die sind nun mal nicht sympathisch, mir zumindest nicht!
Als Ausgleich für die sich einfach nicht einfindenden Schlangen machen wir dann noch eine ausgedehnte Tour durch die Dünen, bis wir oberhalb des Meeresufers landen und dort die Wüste verlassen.
Es ist kaum zu glauben, wir haben etwa 5 Stunden dort zugebracht – die beiden Guides haben uns wirklich viel erzählen und erklären können! Super, ein ziemlich beeindruckender Vormittag!
Der Nachmittag gehört dann der Erkundung der Stadt! Es ist erstaunlich – auch in Swakopmund ist wie in Lüderitz noch viel einer typischen deutschen Kleinstadt vom Anfang des letzten Jahrhunderts zu sehen und zu merken. Und doch ist die Atmosphäre hier soviel lockerer und entspannter. Schon die Häuser sehen nicht alle wie ‚Fort Knox’ aus, wie in Lüderitz und auch in Windhoek! Die ungewöhnlich breiten Straßen tun sicher auch das ihrige dazu, dass das Ganze ziemlich großstädtisch wirkt, obwohl es ja eigentlich auch nur eine Kleinstadt ist!
Die breiten Straßen sind übrigens auch ein Erbstück der deutschen Schutztruppen! Sie wurden so breit gebaut, damit die Ochsengespanne mit jeweils 6-12, manchmal bis zu 28 Ochsen auf der Straße auch wenden konnten! Ochsengespanne waren in dieser Zeit die gebräuchlichsten Verkehrsmittel zum Transport von Lasten wie auch Menschen und vor allem beim Bau der Eisenbahnstrecke unentbehrlich!

Morgen früh soll nun der Ballon steigen – ich bin sehr skeptisch! Draußen ist eine undurchdringliche Nebelsuppe…

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3 Antworten zu Living Desert

  1. Sohn#2 schreibt:

    Guten Morgen
    na das sit ja mal toll gewesen, wir waren gestern auch wilde Tiere gucken und haben echte Alligatoren gesehen (Tinka hat sogar einen kleinen auf dem Arm gehabt)
    Aber wie eckelig muss das sein, wenn man mitten in Afrika Weisswürscht‘ bekommt?
    Hast Du sie probiert? Sind sie gut oder eher lätschert?
    Es grüßt
    der sohn#2

  2. Hallo Christine, super Webseite…. War schön Dich bei der Wüstentour zu treffen. Wir sind wieder in der Schweiz nach drei Wochen Namibia. Wir wünschen Dir auf der weiterem Tour noch viele nette und spannende Erlebnisse…. Grüsse Simon & Angelika

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