Endlich…

„Ich heiße Christine

und komme aus Stocka bei Ergoldsbach in Niederbayern.

Ich fahre zu meiner Oma

nach Lindenau bei Schneeberg im Erzgebirge.

Ich muß in Regensburg und in Leipzig umsteigen

und werde in Zwickau am Bahnhof

von meinem Onkel Gerhard abgeholt.“

Mit diesem Schild vor meiner gerade mal 8jährigen Brust wurde ich von meiner einen Großmutter allein in den Zug gesetzt. Mit Unterstützung der Schaffner wurde es meine unvergessliche erste ‚große Reise‘! Von der ‚Amerikanischen‘ in die ‚Sowjetische Besatzungszone‘, für die Zeit der großen Ferien bei den anderen Großeltern! Viele solcher Reisen folgten – damit wurde wohl meine Reiseleidenschaft geweckt. Möglicherweise auch meine Begeisterung für Zugfahrten – je länger, desto besser!


Erst 1977 lernte ich dann während der ersten „richtigen“ Urlaubsreise mit meiner Familie Italien kennen, ein erster Blick in dieses magische Land hinter den Alpen! Inzwischen ist es fast so etwas wie eine zweite Heimat für mich, in die ich oft und gerne fahre – von München aus ist das auch nicht zu schwer 🙂 !

Schon fast 40 Jahre war ich alt, als ich meine erste Reise in einen anderen Erdteil unternahm! Auch damals die Erfüllung zweier großer Sehnsüchte: Die längste Reise mit der Eisenbahn, die möglich ist, und einmal den Zauber Chinas erleben!

Start per Eisenbahn in München, über Wien, Budapest, Kiew nach Moskau, dann mit der TransSib nach UIaan Batar für einen eintägigen Zwischenstopp, dann weiter nach Beijing. Diese lange Fahrt führte zum größten Teil durch sozialistische Staaten und war durch viele Vorschriften, aber auch entsprechende Schlupflöcher geprägt. Sehr abenteuerlich – im Sommer 1986!

Zu der Zeit war Michail Gorbatschow gerade erst in die Regierung berufen worden und der GAU in Tschernobyl lag nur 3 Monate zurück. In der VR China hatte man, noch nicht lange nach der Kulturrevolution, langsam wieder zu einem halbwegs normalen Leben zurück gefunden. Individualreisen dorthin waren gerade mal erlaubt, man durfte jedoch bei weitem noch nicht alle Provinzen bereisen. Die, die zu bereisen waren, habe ich voller Neugier mit Bahn, Bus, Flugzeug, Schiff, Lkw, Taxi und Fahrrad ergründet – 6 traumhafte Wochen lang!

Nach den zahlreichen Reisen, die ich seitdem durch die nahe und ferne Welt unternommen habe, kenne ich seit 2005 auch die ‚andere Seite‘ ! Jedes Jahr war ich 4-5x als Tour Guide im Sultanat Oman vor Ort und habe während des Winterhalbjahres kleine Gruppen von 1-4 Pers. durch dieses sagenhafte Land aus 1001 Nacht gefahren! Hier wurde mir nahe gebracht, wie wahre Gastfreundschaft aussehen kann – Rasse, Hautfarbe, Geschlecht und Religion waren und sind für die äußerst gastfreundlichen und toleranten Omanis ohne Bedeutung! Das Sultanat ist eben seit hunderten von Jahren ein Handelsstaat mit Kontakten überall auf der Welt und ein entsprechend weltoffener, freundlicher und toleranter Habitus hat sich dort bis heute erhalten – vor allem Reisenden gegenüber, die respektvoll durchs Land unterwegs sind!

Inzwischen selbst eine Großmutter, lasse ich mich in keinen Zug mehr setzen, sondern nehme meine Reisen eigenständig in die Hand! Lasse meine Träume wahr werden – tief in andere Kulturen eintauchen zu können, Kontakte mit den Menschen aufzunehmen und nebenbei hin und wieder ganz in Ruhe ein paar wenige der berühmten Sehenswürdigkeiten anschauen!

Diese nun vor mir liegende Reise soll mir die Teile der Welt nahe bringen, die ich bisher noch nicht kenne! Afrika – bis auf Marokko ist dieser ganze Erdteil für mich noch ein weißer Fleck! Es lockt mich nach Namibia in die Wüste, nach Tansania und Sansibar mit seinen freundlichen Menschen und seiner gemeinsamen Vergangenheit mit dem Sultanat Oman – wie wird es mir dort ergehen?

Australien, der ‚leere‘ Kontinent – über den Besuch aller sehr sehenswerten Regionen hinaus möchte ich dort natürlich mit den beiden berühmten Bahnlinien fahren: Im ‚Indian Pacific‘ von West nach Ost und dem ‚Ghan‘ von Süd nach Nord!

Auf Mittel- und Südamerika mit seinem großen geschichtlichen Hintergrund freue ich mich besonders, auch auf den Intensiv-Sprachkurs davor in Costa Rica, um endlich Spanisch zu lernen! Natürlich auch auf die berühmte Eisenbahn in Argentinien, mit der man ‚über den Wolken‘ fährt – ich hoffe, daß die Höhenkrankheit erträglich für mich werden wird!

Vor Australien möchte ich mit einem Großsegler kreuzen und mit dem Dampfer an Gletschern vorbei durch die Magellanstraße in Feuerland fahren, auch der Weg von Alaska nach Vancouver ist mit dem Schiff vorgesehen! Zahlreiche Kurzstreckenflüge und lange Touren mit Überlandbussen werden mir nicht erspart bleiben. Für jede Menge Strecken werde ich auf einen Mietwagen zurückgreifen müssen. Und auch der eine oder andere Weg mit dem Fahrrad, zu Fuß oder was es sonst noch so geben wird, wird bestimmt nicht zu vermeiden sein!

Einige freudige Wiedersehen nach langer Zeit stehen zwischendurch zusätzlich an! Mit langjährigen Freunden und Bekannten und mit Städten voll schöner Erinnerungen, wie Bangkok, Los Angeles, Hongkong, New York, Toronto oder Boston.

Was für eine grandiose Aussicht!

Eine Antwort zu Endlich…

  1. Peter schreibt:

    Hallo
    Respekt, das ist ja eine Supertour.
    Hast Du dir jeweils Reiseführer für Deine Stationen besorgt (das geht ja fast gar nicht)?
    Dann die Visafrage, ich denke soweit es geht je bei der Einreise.
    Geldversorgung, gerade in Afrika – hier besonders Tansania – würde mich schon interessieren (Namibia ist da ja kein grosses Problem.)

    Ich drück Dir die Daumen für die weitere Reise
    Peter

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