Abschied von Etosha – Windhoek/4

8. und 9.8.2010
In Namibia habe ich wohl soviel geschlafen, wie vielleicht mal in Kindertagen! Meist war ich spätestens um 8h im Bett und nach 10-11 h wurde es erst wieder hell! Ist irgendwie unbegreiflich, wo ich doch normalerweise eine bekennende ‚Eule’ bin, die abends nicht in die Federn findet! Aber um 8h ist es hier ja schon über 2 Stunden dunkel – vielleicht liegt es daran?
Heute war ich aber um ½ 6h schon hellwach! Ich hatte mir den Wecker gestellt, um nicht zu spät aufzuwachen, war aber gar nicht nötig! Ich setzte mich im Schlafanzug auf meine kleine Terrasse und beobachtete mit großer Muße den grandiosen Sonnenaufgang! Nach einem ausgiebigen Frühstück (Mittagessen fällt heute ja wieder aus) machte ich mich auf den Rückweg nach Windhoek!
Beim Tanken in Outjo wollte ich eigentlich in der ‚deutschen Bäckerei’ ein wenig Brot für die Weiterreise einkaufen – leider geschlossen! ‚Typisch deutsch?’ – alle anderen Geschäfte waren nämlich geöffnet!
Wieder ging mein Weg durch dicht bewaldetes Gebiet, in Sichtweite das Waterberg-Plateau! Dort fanden die letzten Kämpfe des Herero-Aufstandes statt! Während dieser Kämpfe und vor allem danach, als sie vom deutschen General von Trotha in die Wüste getrieben wurden – ohne Nahrung und ohne Wasser – wurde das Volk der Herero so dezimiert, dass es heute nur noch einen kleinen Anteil an der Gesamtbevölkerung hat! Und sie waren mal eine der ganz großen Volksgruppen in Namibia!
Immer wieder links und rechts riesige Termitenhügel! Mal schwarz, mal weiß, mal grau, meist rot – je nachdem, auf welchem Boden! Wenn man diese riesenhaften ‚Gebäude’ so sieht, kann man sich gut vorstellen, wie der Boden darunter aussehen mag – alles, was überirdisch zu sehen ist, fehlt ja irgendwo unterirdisch ein wenig…
Auch die Warzenschweine begleiten mich wieder auf langen Strecken längs der Straße und kurz vor Windhoek tummelt sich sogar eine ganze Pavianherde auf der dort 4-spurigen Autobahn! Ich mache dort einen kurzen Schlenker zu den ‚Benediktinerinnen von Tutzing’ – aber sonntags ist die Schule geschlossen und im Kloster sind keine BesucherInnen erlaubt! Schade, hätte mich schon mal interessiert, ob dabei Nonnen sind, die mit ‚Tutzing’ überhaupt noch etwas verbinden!
Im Revendell Guesthouse werde ich schon erwartet und sie haben auch wieder ein schönes Zimmer für mich! Sind ansonsten schon bis Oktober komplett ausgebucht – habe wohl gerade noch die beste Zeit für meinen Besuch hier erwischt!
Der restliche Nachmittag verging mit Gepäck für die endgültige Abreise aus Namibia vorzubereiten und zusammen mit einem jungen Paar aus München! Sie waren hier gestrandet, weil ihr Gepäck nicht auffindbar war! Eigentlich wollten sie nach ihrer Ankunft am Samstag nach der Übernahme des Mietwagens gleich ihre Rundreise starten – aber letztendlich wurden daraus dann doch 2 Nächte Aufenthalt hier und noch weiß keiner bei der SAA, wo und wann das Gepäck auftauchen wird!

9.8.2010
Das Gepäck ist da und die beiden konnten heute Mittag endlich zu ihrer Rundreise aufbrechen! Ich muß noch in die Stadt – Post und Internet! Habe einen Brief nach Hause aufzugeben: Soll per Air Mail 120N$ kosten, kommt ‚ich weiß nicht genau’ an. Per Service-Post (d.h. mit dem Schiff) ‚vielleicht in 2 Monaten oder länger’ kostet es dann nicht mal ein Drittel Porto. Da keine verderblichen Waren darin sind, mach ich das mal so!
Bei der Telecom ist heute auch das Internet gestört. Aber einige Fotos kann ich doch hochladen und auch ein paar Texte! Ich bin ja mal gespannt, wie das in Tansania sein wird!
Um 5h treffe ich mich noch mal mit Heidrun Wenzel zum Abschiedsessen in „Joe’s Beerhouse“ – ein total witziges Lokal, wo man neben diversen einheimischen Wildgerichten auch ‚Eisbein mit Sauerkraut’ oder Kassler mit Bratkartoffeln etc. bekommen kann! Ich esse zum ersten und wahrscheinlich auch zum letzten Mal auf dieser Reise ‚Gemsbok’ – die Springbok-Teile bisher waren allerdings deutlich zarter!
Damit ist mein Aufenthalt in Namibia zu Ende! Morgen früh holt mich um ½ 6h der bewährte Transferdienst von Julius ab, der mich zum Flughafen bringen wird!

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Eine Antwort zu Abschied von Etosha – Windhoek/4

  1. Anonymous schreibt:

    Liebe Frau Werner,
    Es war sehr schön, Sie im Rivendell Guest House kennengelernt zu haben! Und vielen Dank noch einmal für Reiseführer und Karten!
    Wir sind inzwischen wieder in München gelandet – diesmal mit Gepäck!
    Unsere Rundreise in Namibia war fantastisch! Wir sind gerade noch dabei, unsere ca. 2500 Fotos zu sortieren…
    Für Ihre weitere Reise wünschen wir Ihnen alles Gute und weiterhin viele spannende Eindrücke!
    Herzliche Grüße,
    Jan & Anja

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