Weiter geht es nach „Carnarvon“

7.10.2010
Ich habe überraschend gut geschlafen – nichts und niemand hat mich gestört. Ich bin nur mal ganz kurz wach geworden, als Gregg um halb 6 zur Arbeit fuhr! Gegen 8h mache ich mich fertig – ich will nicht zu spät los, denn ich möchte noch bei ‚Ranger’, einem Outdoor-Laden Halt machen. Bei meiner Rückfahrt Richtung Perth möchte ich durchs Inland fahren und dort gibt es nicht in allen Roadhouses Übernachtungsmöglichkeiten (Dörfer oder Städte gibt es natürlich auch nicht!). Aber man kann sich immer auf deren Parkplatz stellen und im Auto übernachten – die Roadhouses sind 24h besetzt! Aber um im Auto schlafen zu können, brauche ich eine Thermarest o.ä. und die muß ich mir hier besorgen – das ist die letzte Gelegenheit für solche Einkäufe, später werden die Ortschaften zu klein bzw. die Preise zu ‚groß’…
Die freundliche Dame im Outdoor-Laden rät mir auch zu einem Netz für meinen Sonnenhut ‚against the flies’(???), das nehme ich dann eben auch noch. Dann schickt sie mich in den nächsten Supermarkt, ich soll genügend Wasser einkaufen, das wäre weiter im Norden dann unverschämt teuer und auch alles, was ich sonst noch so brauchen würde.
Gesagt, getan – der Kofferraum wird also mit Wasserkanistern und einem großen Beutel Gemüse und Obst befüllt, dazu kommen noch ein paar Energieriegel und 4 Dosen Red Bull (falls ich doch mal müde werden sollte bei den langen künftigen Fahrten).
So ausgestattet fahre ich dann Richtung Carnarvon, meiner nächsten Station. Ich hatte kurzzeitig überlegt, ob ich noch einen Zwischenstop im Kilbarra NP einlegen soll, das aber zugunsten der ‚Coral Coast’ sein gelassen – aber auch ein wenig, weil das Thermometer heute Vormittag schon 34 Grad zeigt! Vielleicht nicht gerade das richtige für eine Wanderung!
Jetzt ist es mit den Weizenfeldern vorbei, das Buschland fängt an und damit auch die Warnungen wegen ‚streunender’ Kangoroos und auch Rindern!

Ich wurde zwar von vielen Leuten gewarnt, dass ich vorsichtig fahren soll – vor allem wegen der Kangoroos! Aber ich hätte nicht im Traum vermutet, dass sooo viele tote Tiere links und rechts der Straße liegen würden – alle Größen und alle Stadien (von nur noch Gerippe über offenbar gerade überfahren und alles dazwischen!) waren da vorhanden! Aber nicht nur Kangoroos, auch Wildhunde, Schafe und Ziegen lagen immer wieder herum – und es gab zusätzlich eine Vielzahl von Gedenkstätten über Todesopfer von Verkehrsunfällen…
Es gibt einen breiten Streifen links und rechts der Straße, der von Bewuchs so gut wie möglich freigehalten wird. Die Tiere fallen ja nicht plötzlich vom Himmel, sondern nähern sich mehr oder weniger schnell der Straße – aber manchmal scheinen sie doch überraschend vor einem Auto zu landen. Die meisten Unfälle passieren wohl in der Dämmerung oder nachts, aber manchmal rennt so ein dussliges Tier eben auch tagsüber gerade über die Straße, wenn ein Auto kommt – und soooo viele Auto sind es eigentlich gar nicht! Und wir mir erzählt wurde, macht sich die Jugend im Busch wohl auch einen nächtlichen Spaß mit ‚gehen wir mal Kangoroos jagen’… Mit ihren großen „Rooo-Catchern“ vor den Autos geht das für sie wohl meist glimpflich ab! Was macht man nicht alles vor lauter Langeweile!
Aber ich beobachte natürlich aufmerksam alles, was sich so bewegt. Sehe auch ein paar Ziegen im Busch grasen, ein paar Schafe und sogar meine ersten beiden Emus, aber keine Kangoroos – ich weiß jetzt nicht, ob ich das bedauern soll oder froh sein soll darüber!
Es gibt auch hier immer wieder noch blühende Büsche, aber die eher selten. Es sind Büsche und kleine Bäume und durch den bisher üblichen ockerfarbenen Boden ziehen sich immer mehr breite Streifen von grellem rostrot!

Meine Zeitplanung stimmt auch heute wieder! Aber das ist auch nicht schwer – ich stelle auf meinem Tempomat 100 km/h ein und die kann ich dann auch immer fahren (wenn ich nicht zum fotografieren anhalte oder eine Pause mache). Beim Hinweis ‚Carnarvon 100 km’ rufe ich bei Jacqui, meiner heutigen Gastgeberin an und sage ihr, dass ich in etwa 1 Stunde ankommen werde und ich stehe dann ganz pünktlich vor der Tür.
Die Höchstgeschwindigkeit wäre zwar 110 km/h, aber es hat sich gezeigt, dass das Auto dann 1-2 l/100km mehr an Benzin braucht und das ist hier zwar billiger als bei uns, kostet aber umgerechnet doch etwa 1,05-1,10Euro/l! Und bei den vielen tausend km würde das doch eine Menge Mehrkosten ausmachen!
Jacqui ist z.Zt. allein, ihre Eltern sind verreist und ihre Schwester wohnt derzeit woanders. Es ist zwar noch ihr (deutscher) Freund bei ihr, aber den habe ich nicht zu Gesicht bekommen. Es war sowieso etwas eigenartig mit ihr. Sie hat sich überhaupt nicht mit mir unterhalten (sie musste gerade ganz dringend ein Buch über ‚Kompostierung’ lesen!), sie wusste nicht einmal, aus welchem Teil Deutschlands ihr Freund kommt – sie zeigte mir nur mein Zimmer und das Bad und dann war ich ‚entlassen’. Da frage ich mich dann doch, warum so jemand bei CS mitmacht…
Ich habe noch ein wenig gelesen und bin dann schnell eingeschlafen – die lange Fahrt machte sich doch bemerkbar!

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