Mein Erlebnis der dritten Art mit LAN Chile!

LAN Chile

Chile gilt als die „Schweiz“ oder das „Deutschland“ Südamerikas – sauber, ordentlich, fleißig, sehr genau bei der Durchführung von Vorschriften und Gesetzen!
LAN Chile aber muß wohl von einem anderen Stern sein – chaotisch, völlig uninformiert und von ‚fleißig’ kann zumindest bei den Mitarbeiterinnen, mit denen ich während der Zwischenlandung in Santiago auf meinem Flug von Buenos Aires nach La Paz heute zu tun hatte, nicht die Rede sein!

Meinen Weg beim Umsteigen nahm ich durch den ausgeschilderten ‚Transit-Bereich’ direkt zu den ‚International Departures’. Auf den Bildschirmen fand ich jedoch meinen Flug nicht. Die entsprechende Nachfrage an Info-Schalter der LAN – es waren 5 Mitarbeiterinnen intensiv in private Gespräche vertieft (soviel Spanisch verstehe ich ja inzwischen) und 1 Kollegin widmete sich gerade einem anderen Kunden. Auf mein mehrmaliges ‚Perdon’ drehte sich nach einigen Minuten eine der Damen etwas gelangweilt um und fragte, was ich möchte. Hier der Original-Dialog, der jetzt folgte:

„At which gate is my flight to La Paz?“.
„That is a domestic flight you have to go through the customs!“
“To La Paz – a domestic flight?”
“Yes!”
“But La Paz is in Bolivia, is Bolivia a part of Chile?”
“No, but it is a domestic flight!”

Aha – jetzt wußte ich allerdings nicht viel mehr als vorher!

„And which gate I have to use?“
“You have to go through the customs!”
“Why?”
“Because it is a domestic flight!”

Ich, etwas unruhig geworden – liegt La Paz vielleicht gar nicht in Bolivien? Gibt es vielleicht ein zweites La Paz in Chile? Habe ich ein völlig falsches Ticket? – studiere noch mal genau mein Ticket. Nein, dort steht eindeutig das Airport-Kürzel LPB für La Paz in Bolivien!
Also wieder zurück zur Info – inzwischen drängeln sich 7!!! Kolleginnen in dem kleinen Infostand – vorsichtshalber alle mit dem Rücken zur möglichen ‚Kundschaft’! Also wieder ein mehrfaches Perdon! – erst höflich leise, dann aber etwas lauter – von mir! Nun wurde erst wieder beratschlagt, wer sich um mich zu kümmern hatte! Diesmal traf es die junge Frau, die vorher mit dem anderen Kunden beschäftigt war! Die verwies mich aber ganz schnell zurück an die Dame, mit der ich zuerst gesprochen hatte (sozusagen „das ist Dein Bier!“)
Nun das gleiche Spiel von vorn!

„I want to go to La Paz in Bolivia“
“Yes, but this is a domestic flight, you have to go through the customs!”
“No, I have a ticket to La Paz in Bolivia and that is not domestic!”
“Yes, it is, because you will have another stop in Iquique and this is Chile!”

Ahh, jetzt kommen wir der Sache näher! Also mache ich mich auf den Weg zum Ausgang!

„You have to pick up your luggage before!!!“ ruft sie mir noch nach! Mein Gepäck? In Buenos Aires wurde mir beim Einchecken gesagt, dass es durch-gecheckt ist bis La Paz! Na ja, ich habe Zeit genug, als gehe ich auch noch zum Baggage Claim! Dort ist Totenstille, aber auch mein Gepäck nicht vorhanden. Auf meine Nachfrage bei Lost & Found teilt mir der freundliche junge Mann mit, dass mein Gepäck durch-gecheckt wäre bis La Paz! Na also doch! Der Zoll fragt dann nur, wo mein Gepäck wäre und lässt mich nach Erklärung so durch! Nun aber weiter zur Immigration!

„Where do you want to go?”
“To La Paz, Bolivia!”
“Than it’s not necessary to go through the immigration!”
“But the lady at LAN information told me this!”
“No, it is not necessary – you have to go back!”

Also – ich wieder zurück, durch den Zoll (Sie können hier nicht durch! Ich muß! Wo wollen Sie denn hin? Nach La Paz! Ach so, okay!) und durch die Sicherheitskontrolle! Auf deren Nachfrage erkläre ich noch mal alles und sie geben mir den Rat, mir eine der Informationsdamen mitzunehmen zur Immigration!

Immer noch Gedrängel im Info-Schalter – darauf nehme ich jetzt aber keine Rücksicht mehr! Ein ziemlich lautes „PERRRDON!“ von mir lässt sie alle herumfahren!

„The Immigration told me that’s not necessary!”
“Yes, it is!”
“So you have to come with me to tell them that!”
“We are too busy!”
Ach so – also jetzt das bewährte “Where is your manager?”

Das wirkt, wie meist überall auf der Welt, auch hier Wunder – es findet sich eine Dame, die nicht ‘too busy’ ist und begleitet mich. Wir gehen (oder eher schleichen) also den gleichen Weg wieder zurück, den ich eben gekommen bin (nur nicht zu schnell bewegen!)! Die an der Sicherheitskontrolle lachen sich eins, als sie mich wieder sehen und machen mir das ‚Daumen hoch’-Zeichen!
An der Immigration heißt es erst wieder „Nein, nicht nötig!“, dann wird von meiner Begleiterin nachgehakt. Darauf wieder „nicht nötig“! Etwas intensiveres Nachhaken und ein Formblatt von ihr für mich – da lassen sich doch die Immigrations-Beamten erweichen und stempeln mir einen Einreisestempel in meinen Pass!
Warum ich den eigentlich brauche – auch in Iquique werde ich den Flughafen ja nicht verlassen und nach Chile einreisen!
Sie könnten auch nichts für die Vorschriften!!!

In Iquique angekommen steigen wir Transitpassagiere alle aus, gehen einen ‚Rundweg’ von vielleicht 50 m durch einen „Arrival Room“ (hier verdächtige ich die Chilenen nicht mal eines übermäßigen Geschäftssinnes, wie bei meiner damaligen Zwischenlandung in Santiago aus den Staaten nach Buenos Aires, denn es gibt hier nicht mal was zu kaufen und der Imbissstand nimmt nur Chilenische Pesos, die keiner von den Durchreisenden bei sich hat!), wo in unsere Pässe ein Ausreisestempel geknallt wird und dann wieder zurück ins Flugzeug! Nach 20 Minuten fliegen wir weiter – diesmal ins Ausland :-)!

Soviel zu LAN Chile und Vorschriften, die so unsinnig sind, wie man sich nur vorstellen kann – Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen???

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